Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 66 (1925)
- Issue
- Heft 34 (20.8.1925)
- Date
- 1925-08-20
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 14 Nr. 34 Der Israelit bildet. Die zentralen Organe des Verbandes sind: erstens die Exekutive, zweitens der Rat. Der Rat und die Exekutive werden von der Konferenz gewählt. Var der Abstimmung über die Resolutionen gab der Vertreter der Jca und des Hilssvereins der deutschen 2uden, Herr Dr. W i s ch n i tz e r, die Erklärung im Nomen der Jewish Colonisation Association in Paris und des „Hilfsvereins der deutschen Juden" in Berlin ab, das; er die Resolutionen imö den Verhandlnngsverlauf dieser .Konferenz den Vorständen beider Organisationen zur Kenntinsnohme übermitteln werde. Er fei nicht in der Lage, sich an der Abstimmung über die Resolutionen zu beteiligen. In die Exekutive wurden die folgenden Herren hkneingewählt: Dr. Bernstein (Hias), Dr. V. Brutzkus, Dr. Ben-Nathan, Abg. Dr. Oskar Cohn, Lwowitsch, Jakob Lesschinsktt, W. Latzky-Bertholdi, Dr. Alfred Klee, Dr. Krainin, Sch. Rudel. Vermischtes. Berlin, 16. August. Anläßlich einer Kundgebung aus der Nordsee-Insel Borkum sprach Oberbürgermeister Dr. I a r r e s, der frühere Reichsinnenminister und Präsidentschaftskandidat, der sich dort zur Kur aufhält, scharf gegen den von dem Borkumer Pastor Münchmeyer geschürten Konfessionshaß. Man solle, sagte er, zu den vielen Streitigkeiten nicht noch neue hinzufügen. Die Ausführungen Dr. Jarres fanden lebhaften Beifall. Berlin. 11. August. Vor kurzem beging das I ü d. K ti r Hospital in Kolberg die Feier seines Mfährigsn Bestehens. Unter Anteilnahme der Spitzen der Behörden, Vertretern des Kuratoriums und vielen auswärtigen Gästen fand am Vormittag in der Anstaltssynagoge ein Festgottesdienst statt. Nachdem unter Leitung des Herrn E i s e m a n n von der Berliner Adaß- Schule ein aus den Anstaltszöglingen gebildeter Chor einen Ma towu stimmungsvoll vorgetragen hatte, sprach zuerst Dr. James Simon -Berlin über die Geschichte der Anstalt; dann richtete der greise Ortsrabbiner und eigentliche Schöpfer des Heims, Herr Dr. Goldf ch m i d t einige Worte an die Erschienenen. Hieran reihte sich ein von Oberkantor Auerbach -Berlin mit viel Gefühl und Wärme dargebotener Festgesang, dem sich die von Rabb. Dr. Bergmann gehaltene Festpredigt anschloß. Mit einem von Kantor und Chor wirkungsvoll gebrachten Hallelujoh fand die in allen Teilen wohlgelungene Feier ihr Ende. Der Nachmittag vereinigte die Gäste noch zu einem gemütlichen Festessen. Düsseldorf, 18. August. Der Bund jüdischer Akademiker schreibt uns: Vundesbrüder, die Mitglieder des Neichsbundes jüdischer Frontsoldaten sind und die Absicht haben, an der Hauptversammlung des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten in Worms (Rheinlandkundgebung) teilzunehmen, werden gebeten, zwecks gemeinsamen Treffens usw. am Freitag und Schabbos (4. und 5. September) sich an Vbr. Dr. Felix Werth e i m e r -Düsseldorf, Graf Adolfstratze 102, zu wenden. Hamburg, 18. August. In dem Kindererholungsheim Wilhelminenhöhe in Blankenese finden nach einer Anzeige in der vorliegenden Nummer auch erwachsene Erholungsbedürftige Aufenthalt. Blankenese liegt in der Nähe von Hamburg, von dessen Hauptbahnhof aus es in halbstündiger Bahnfahrt zu erreichen ist. Das Heim selbst liegt 20 Minuten von dem Bahnhof entfernt inmitten der Heide, unmittelbar am Walde und nicht weit vom Elbestrand entfernt. Der Pensionspreis beträgt je nach den Zimmern 4 und 6 Mark täglich. Die Beköstigung ist streng rituell: in dem Preis ist einbegriffen volle Verpflegung einschließlich Nachmittags-Kaffee. Die Mindestaufnahmezeit beträgt eine Woche. In dem Heim findet an Sabbaten und Festtagen Gottesdienst statt und während der Sukkothtage steht den Gästen eine Sukkoh zur Verfügung. Haag, 16. August. Dieser Tage beging die große holländische Wochenschrift „Nieuw Jsraelietisch Weekblad" das Jubiläum ihres sechzigjährigen Bestehens. Die Zeittlng wurde im Jahre 5625 jüdischer Zeitrechnung (1865) von I. B. de Mesquiia begründet. Chefredakteur in den ersten Jahren war I. A. M. Chumacerio. Gegenwärtig wird die Zeitung von Chefredakteur L. D. Staat redigiert. Als Herausgeber zeichnet I. L. Joachimsthal. Aus Anlaß des Jubiläums erschien die Nummer vom 7. August als Jubiläums-Nummer in großem Umfange und reich ausgestattet. (Wir möchten dem wackeren Blatte, das die Interessen des gesetzestreuen Judentums mit Geschick und Eifer vertritt und das wir oft schon in dem Kampf für die Thora zitieren konnten, die herzlichsten Glückwünsche aussprechen. Red. des „Israelit".) frankfurter Berichte. Synagogenchor. Stinnnbegabte, religiöse Herren (speziell T e n ö r e) die gewillt sind, den Gottesdienst regelmäßig zu besuchen und am Probenbesuch Montag Abend 9—10 Uhr teilzunehmen, werden gebeten, in den Synagogenchor der „Israelitischen Religionsgesellschaft" einzutreten. Interessenten belieben sich an den Dirigenten des Chores, Herrn Max Neumann, Tiergarten 22, (Telephon Römer 16) zu wenden. Agudas Jisroel Iugendgruppe. Wir laden unsere Mitglieder hierdurch zu der am Dienstag, den 25. d. Mts., abends 8^ Uhr s. G. w. stattfindenden Mitgliederversammlung ein. Tagesordnung: Bericht der Delegierten über die Würzburger Tagung. Anschließend Aussprache. Da unsere Lokalitäten wegen Renovierung geschlossen sind, wird die Versammlung in den Räumen des „Mekor Chaim", Langestraße 18, stattfinden. Gäste (Damen und Herren) sind willkommen. Ein Zikular das dieser Tage den Mitgliedern der Jugendgruppe zugesandt wurde teilt mit, daß die Lokatitüteu: Hanauerlandstraße 17, infolge Renovierung ab 23. August 1925 bis voraussichtlich Rausch Haschono geschlossen bleiben. Sämtliche Schiurim und Arbeitsgemeinschaften werden ohne Unterbrechung während dieser Zeit fortgesetzt. Die Thoralehranstalt, Friedberger Anlage, der „Mekor'Chajim" und die „Klans-Synagoge" haben ihre Räume zur Verfügung gestellt. Näheres ist ersichtlich durch Anschlag am Eingang unseres Lokals, Hanauerlandstraße 17, ptr. Soziale Kommission der Agudas Jisroel. Abteilung Kleidungsfürsorge. Wie alljährlich ist die Soziale Kommission der Agudas Jisroel auch jetzt — wegen des bevorstehenden Winters — sehr in Ansprache genommen. Eine große Anzahl Bedürftiger bittet uns wöchentlich um Ueberlassung getragener, noch gut erhaltener Kleidungsstücke. Unser Bestand ist fast völlig aufgebraucht. Wir richten daher an die verehrlichen Leser dieser Zeilen die dringende Bitte um Ueberlassung alles Entbehrlichen. Durch schriftliche Anzeige an Fräulein Else Salzmann, Hanauerlandstr. 50, wird für Abholung der Kleidungsstücke gesorgt. Hort für jüdische Mädchen. Eingesandt. Am Freitag, den 3. August, hatten unsere Kleinen aus dem „Hort für jüdische Mädchen" ihre Ferienschlußseier im Garten des Tivoli an der Darmstädter Landstraße, der uns für die Ferien zur Verfügung gestellt war. Es war in der Tat ein herzerfreuender Moment, als diese Kinder, die doch den einfachsten Verhältnissen entstammen, den zahlreich erschienenen Gönnern und Freunden das Hort ein von Fräulein L a n t o s , einer der tüchtigsten unserer Hortleiterinnen, einstudiertes und ganz vorzüglich und talentvoll gespieltes Programm vorführten, das im Freien, im Grünen einen ganz hervorragenden Eindruck machte. Ein von Frl. Lantos verfaßtes Gedicht gab den Zweck und die Ziele, auch den Verlauf dieser Ferienzeit in humorvoller Form und von einem Hortmädelchen gesprochen, vorzüglich wieder. Die Kinder waren auch von ihrer Aufgabe ganz erfüllt und voller Freude; man sah ihnen an, daß diese vier Wochen in freier Luft und guter Verpflegung bei viel Ruhe ihnen allen vorzüglich bekommen sind. Sie wurden auch bewirtet und nachdem der Eigentümer des Gartensvwegen fortdauernder guter Führung besonders belobt hatte, zog die annähernd 100köpige Schar vergnügt heimwärts zum Wiederbeginn der Schule, wo sie ihre neugewonnenen Kräfte w. G. zu eigenem Nutzen verwerten können. Daß diese Schlußfeier selbstverständlich keine besonderen Spesen verursachen durfte, ist natürlich, aber im Allgemeinen bringen wir diesen „Hort für jüdische Mädchen" allen unseren Freunden und Wohltätern in freundliche Erinnnerung und hoffen, nicht vergeblich an deren Gebe- und Opferfreudigkett appelliert zu haben. Freundliche Zuwendungen an Frau C. Ellern, Gauhstraße 37, 2, Frankfurt a. M. Jüdische Lieder. Der Jüdische Arbeiter -Kulturoerein veranstaltet am Samstag, den 22. August, im Hochschen Konservatorium, Eschenheimerlandstraße, einen jüdisch-liter.arischen musikalischen Abend, zu dem es ihm gelungen ist, das berühmte Künfllerpaar Sakafchanfki-Lehm a n n zu gewinnen. U. a. bringt das Programm Requiem von Einhorn, jüdische Volkslieder im Bild und Chor von Reisen, Perez u. a. Beginn des Konzertes präzis 9 Uhr abends. Festgabe an die Stadkbibliothek. Der Verlagsbuchhändler Dr. Felix K a u f f m a n n (I Kauffmann, -Verlag in Frankfurt a. M.) hat anläßlich des hundertjciyrigen Bestehens des jetzigen Gebäudes der Frankfurter Stadtbibliothek am 16. August 1925 der Jubilarin eine Festgabe in Form einer Reproduktion der im Jahre 1620 in Venedig zum ersten Male erschienenen Lieder Salomons: „Haschirim Ascher li-Schlomo" von Salomon de Rosst gestiftet. Die Veröffentlichung gelangt nicht in den Handel. Sie wurde in drei Exemplaren aus Pergament, von denen Exemplar Nr. 1 der Stadtbibliothek gewidmet ist, und in weiteren sechzig numerierten Exemplaren auf Zanders-Bütten abgezogen. Das Werk enthält die Oktavstimme der „Lieder Salomos" und umfaßt dreißig Stück. Salomon de Rosst lebte gegen Ende des 16. Jahrhunderts in Mantua und ist ein Zeitgenosse Palestrinas, des Reformators des kirchlichen Musikwesens. Unter den Madrigalkomponisten nahm er einen nicht unbedeutenden Rang ein und war am Hofe zu Mantua geschätzt und gern gehört. Bon seinen profanen Kompositionen sind zwei Bücher dreistimmige Canzonetten (1589, 1592) und vier Bücher sünsstimmige Madrigale gedruckt. Ferner schuf er in , Verbindung mit zeitgenössischen Dichtern ein Musikdrama „Magdalena". Die Festgabe ist mit einer Einleitung von Pros. Dr. A. Freimann versehen. 20. August 1925 Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Samstag morgen nach Schul Dinim. Herr Dr. E. Posen, — mittags 12H4 Uhr tn der Frauensynagoge der Klaus na« 'Q> Herr Professor Weyl. — nachmittags 4 Uhr im Vereinslokale „Mikro", Herr Dr. W. Hofmann. — eine Stunde vor Nacht, im Hörsaal, „Midrasch", Herr Jos. Car leb ach. Sonntag nach Schul „Mizwas Haschem" (auch Mittwoch), Herr Red. S. Schachnowitz. — vorm. 974 Uhr (auch Dienstag eine Stunde vor Mincho) im Vereinslokale „Gemoro"; Herr Dajan Posen. — Montag bis einschl. Fr ei ta g nach Schul Mifchna, — abends 7 Uhr (auch Mittwoch) Gemoro; Herr Rabb. Dr. Jos. Breuer. — abends 8% Uhr (auch Donnerstag) Gemoro; Herr Dr. El. Posen. Allabendlich 83/4 Uhr Schatz-Lernen. Jeden Nachmittag 2—7 Uhr Lerngelegenheit im Vereinslokale. Iahrzeits-Stiftungen: Samstag, 22. August. Moritz Hirschberg-Stistg. Donnerstag, 27. August. Isidor Heller- und Mendel Apelt-Stiftung. Agudas Jisroel-Iugendgruppe. Sonntag, 8 Uhr vormittags, „Gemoro"; Herr Leop. Oppenheimer. — 2 Uhr nachm., „Mifchna"; Herr Jacob Landau (ebenso Samstag 6 Uhr abends). — 9 Uhr abends „Lektüre"; Herr Dr. Abt. Montag, ll& Uhr abends. „Gemoro für Fortgeschrittene"; (auch Donnerstag) Herr Hirschberg, Hegelstratze 13. — d Uhr, (gemeinsam mit der Esra) Turnkursus. — 7g9 Uhr Dinim Herr G. Schn erb. — 9 Uhr Gemoro Herr Halpern. Dienstag, y29 Utjc abends (auch Donnerstag). „Gemoro": Herr Dr. Willy Hofmann (auch Samstag 3 Uhr). — 3/49 „Gemoro" Herr Schnerb. Mittwoch, 7s9Uhr abends, Zwanglose Aussprache — i/z9Uhr „Dinim für Fortgeschrittene": Herr G. Schnerb (ebenso Samstag 5 Uhr). Donnerstag abend 1/29 Uhr (auch Sabbat 4 Uhr) „Sugiaus"; Herr L. Kurzweil. — *Aj9 Uhr Besprechung verschiedener Themen. Samstag, 10 Uhr morgens, „Gemoro": Herr Dr. Posen, Am Tiergarten 42. — 10 Uhr, „Kizzur Schulchan Aruch" für Anfänger. Herr Louis Kahn. — 11 Uhr „Tnach"; Herr Dr. Hofmann, Eschenheimer Anlage 1. 12 Uhr, „Mifchna" für Fortgeschrittene Herr Lehrer Hirschberg. — Uhr, „Sidro"; Herr Halpern. — 4-51/2 Uhr, „Gemoro"; Herr Leo Schnerb. — Vs7 Uhr, „Mifchna für Anfänger"; Herr G. Schnerb. Während der Renovierung des Agudoheims, Hanuerlandstratze 17 finden die Veranstaltungen in anderen Lokalitäten statt. Näheres ersichtlich durch Anschlag am Eingang, Hanauerlandstr. 17 pt. Agudas Iisroel Mädchengruppe. Montag, y29 Uhr Einführung in ote Gebetordnung, Frl. B. Katz. — 9 Uhr abends. „Rewiim", Herr Lehrer Unna. Dienstag, abends 1h9 Uhr, .Dinim", Herr Dr. W e g e r. Mittwoch, abends */& Uhr, zweiter Heimabend. Hanauerlandstraße 17. Donnerstag, abends 729 Uhr, „19 Briese". Samstag, Vaü Uhr „Tillim'K Herr Louis Kahn. — 11 Uhr niax -«pB' Herr H. Frankenthal. — 4 Uhr min, Herr Lehrer Hirschberg. Liwjalh Chen-Verein. Samstag, nach Mrncho (674) im Hörsaale Friedberger-Anlage „Midraschvortrag". Herr Red. S. Schachnowitz. Deshamidrasch, Osiendsiratze 18. V28—Va9 Uhr allabendlich jvcnn jnm- Herr Rabb. M. Karpel. V. X A. (Frankfurt a. M.) Nachhilfeunterricht in allen Schulfächern vermittelt die B. I. A. Frankfurt durch Bbr. stud. phil. nat. Wolf Bodenheimer, Hanauer Landstr. 26, Tel. H. 524. Stellen-Vakanz: Oberarzt der inneren Abteilung eines Krankenhauses. D. X A. (Berlin.) I. Gesucht wird: a) Hauslehrer in schweizer. Universitätsstadt d) Zahnarztvertreter in bayrischer Stadt. II. Stellen suchen: a) ein Chemiker b) ein Medizinalpraktikant in einer Frauenklinik. Gebetzeiten. v'vviv rarc Freitag Abend 6.55 Samstagmorgen 8.— Samstag nachmittag 5.— Samstag abertb 8.20 Mochengottesdienst: Morgens 6.15 Nachmittags 7.— Tefilin-Legen am Morgen 4.25