Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 66 (1925)
- Issue
- Heft 34 (20.8.1925)
- Date
- 1925-08-20
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Frankfurt a. Zit., den 20. August 1925 30. Aw 6685 Nr. 34 66. Jahrgang. Ein Centralorgan tör das orthodoxe Judentum ([(ö| rar f I f Searünbet non Dr 9pfrmrmn fn Mckinr lll ■ Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. gTbomtement ab Januar 1924: Deutschland 1 Goldmark monatlich; Ausland: Mertel» jahrpreise (entsprechend dem deutschen Inlandspreis zuzüglich Kosten des Streifband-Ber« sandes) Deutsch-Österreich: Schillings.-; Amerika 1 Dollar; England 4 sh.; Frankreich IS Fr.; Belgien IS Fr.; Hollands fl.; Italien 80 Lire; Jugoslawien 70 Din.; Litauen 7.80 Ltt.; Rumänien 200 Lei; Polen 4 deutsche Goldmark zum Tageskurs oder S Zloty; Schweiz 8 Fr.; Tschecho-Slowakei 2S Kronen; Ungarn SV000Kronen; Dänemark S Krone«; Norwegen ö Kronen; Schweden 8.80 Kronen. Einzelnummer dreißig Voldpfennige. Der Israelit erscheint jeden Donnerstag. Inserate 40 Doldps. für die stebengespaltene Nonpareille-Zeile. Abonnenten zahlen bei Stellengesuchen und Famtlienanzeigen nur 30 Pf. Die 75 mm breite Reklamezeile: letzte Tertseite 1.80 M!., vorletzte Terrseite 3.— Ml.; Thiffregebühr in Höhe eines dopp. Fernbriefportos. Rabatt nach Tarif. Bei laufenden Jnferataufträge« tarifm. Preiserhöhung jederz. Vorbehalt. Inseratenannahme durch den Verlag des Israelit T.m. b. H., Franks, a. M., Gr. Eschenheimer Straße 88, Tel. Hansa 8848 §w. durch sämtl. Annoncen-Exved. des In- und Auslands. Alleinige Jnseratenann. für Franks, eschäftsanzeigen: Jul. Schmidt, Langeftratze 7, ll. Platzvorschriften ohne VerbindÜchkeit. Zahlungen direkt an den Verlag auf Postscheckkonto Frankfurt (Main) Nr. 18802. — Außerdem an: Postsparkasse Wien Nr. 7860S — Postsparkassenamt Budapest Nr. 18424 — Postscheckkonto Warschau Nr 190787. — Postscheckamt Zürich Nr. Vlll7884 — Inkasso-Bank Rotterdam — Postscheckamt Amsterdam Nr.34869 —Böhmische Unionbank in Prag —Lau«:» lL-am-u-oseh! Blank & Co. in Bukarest — Filiale des Wiener Bankvereins in Agram. Hormon Vevlags-Aktiengefellfekaft. Soeben erschien: Die ffleflias&raiit. Die Geschichte einer verlorenen Hoffnung. von 5. §rka«knowih. 454 Seiten. Auf feinem holzfreien Papier in vornehmem Geschenkband, preis Alk. 4.50» Die Buchausgabe des groß angelegten historischen Romans, der bei seinem Erscheinen ini „ Israelit" Alt und Jung von Woche zu Woche gefesselt und begeistert hat, wird von weiten Areisen freudig begrüßt werden. Das Buch ist durch alle besseren Buchhandlungen zu beziehen, wenn nicht vorhanden, auch unmittelbar vom Verlage. Frankfurt a. Dl., 20. August 1925. Er. Eschenheimerstr. 23. fievmon Vevkags-MtiengeseUeKast Frankfurt am Main. Postscheckkonto 57 233. Darlehnskassen. nunHnnranBranBHBnBmBH Eine Forderung der Zeit. Man schreibt uns: Wohlfahrksorganisationen, die wirksame und aufbauende Arbeit leisten wollen, müssen den betreffenden Klassen in erster Linie vorbeugende Hilfe angedeihen lassen. Ebenso, wie wir versuchen werden, den Angestellten und Arbeitern statt Almosen Arbeit zu verschaffen, so müssen wir den Erwerbenden, Produzierenden und Selbständigen Kreditmöglichkeiten geben. Die scharfen Bestimmungen, hervorgerufen durch die allgemeine Geldnot, geben den Gewerbetreibenden und Handwerkern keine Möglichkeit, sich bei Prioatinstituten eine finanzielle Stärkung, die zur Hebung oder Ausübung des Berufes nötig wäre, zu holen; zum Teil gibt es keine Kreditgueklen, die das Kreditbedürfnis der Kleingewerbetreibenden unter angemessenen Bedingungen befriedigten. Der Kreditnehmer ist also gezwungen, den täglichen Bedarf an Rohmaterialien in kleinsten Mengen einzukaufen und muh infolgedessen seine Ware teurer verkaufen als der Großgcwerbekreibende, oder sich mit einem lächerlichen Verdienst zufrieden geben, der die Existenz des Einzelnen allmählich unhaltbar macht. Bei dem kleinen Einkauf wird seine Ware immer teurer bleiben müssen; der Käufer der Waren des Kleinunternehmers, der meistens den ärmeren Schichten entstammt, wird und kann die höheren Preise nicht zahlen. Der betreffende Kaufmann oder Handwerker wird in seinem Ringen um seine Abnehmer bei der Preisgestaltung immer den Kürzeren ziehen. Die Gemeinden haben ein sehr starkes Interesse an einer großen steuerzahlenden Mittelschicht und versuchen natürlich, Möglichkeiten zu schaffen, um oen notleidenden Schichten den nötigen Kredit gewähren zu können. Werden die bezüglichen Maßnahmen nicht getroffen, so verlieren die Gemeinden wertvolle Steuerzahler, und bei dem Versagen einer rechtzeitigen Hilfe werden diese wertvollen Mitbürger wider ihren Willen zu Unterstützungsempfängern gemacht, die aus eigener Kraft bei der heutigen Wirtschaftskrise kaum eine Basis finden werden, von der aus sie sich selbst ernähren können. Diese Unterstützungsempfänger, die den Gemeinden dann große Lasten auferlegen, die bei vorbeugender Hilfe vermieden worden wären, sind sicher keine große Stütze der Gemeinde mehr.