Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 66 (1925)
- Issue
- Heft 33 (13.8.1925)
- Date
- 1925-08-13
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Nr. 16 Der Israelit Blätter 13 August 1926 aber nicht an dem Verhandlungstisch erzielt, nicht durch schale Scholaum-Reden gefördert, auch nicht durch Zeitungsartikel gestiftet. Tatsachen werden sie herbeischaffen.' Wird Agudas Jisroel das Tempo ihrer bisherigen Arbeit in und für Erez Jisroel, für Keren Hathora, für ihre sozialen Werke beibehalten können, wird sie ihre Organisation festigen können, so wird ihr mächtiger Einslutz aus Misrachi, auf den Prozeß der Verselbständigung desselben in den nächsten Jahren eine steigende Tendenz behalten. Dieser Einfluß wird Misrachi zur Schaffung von selbständigen, autonomen Institutionen antreiben, bis in ihm das souveräne Gefühl der Autonomie, der Selbständigkeit heimisch sein wird. Die überzeugende Sprache dieser Tatsachen der inneren Selbständigkeit wird Aguda und Misrachi einander näherbringen, wird es ermöglichen, daß eine orthodoxe Einheitsfront hergestellt wird, und diese starke Einheitsfront wird den Thoratreuen das überlegene Gefühl der Kraft geben, so daß es ein Leichtes fein wird, die Position in der jüdischen Welt zu erringen, die der Orthodoxie gebührt. Es wird sich dann von selbst ergeben, daß man mit den übrigen Organisationen nach außenhin, nicht mehr getrennt, sondern vereint auftreten kann, ohne hiervon einen Schaden für die Orthodoxie befürchten zu müssen. Für Anfänger sott aber zum Schlüsse ausdrücklich hervorgehoben werden, daß trotz des gehässigen Zerwürfnisses, das jede Zusammenarbeit zwischen Aguda und Misrachi scheinbar unmöglich macht, die Macht der Idee der Aguda, das souveräne Selbstbestimmungsrecht der Orthodoxie, sich über alle Hindernisse hinwegsetzt. Es ist daher gut, wenn man nicht aus Menschen, auf menschliche, rasch hinfliegende Worte achtet, sondern aus Tatsachen. Diese Tatsachen sprechen von Tag zu Tag eine eindringlichere Sprache, die mächtig den fortschreitenden Sieg der Aguda kündet. P. hat die Eltern der Kinder dieser Schule aus ihrer Heimat an Orte geführt, wo es ihnen nicht so leicht ist wie dort, ihren Kindern min zu vermitteln. Sie mögen aber eingedenk sein des Ereignisses in der im», da die Männer, die sich mit einem ms» n» beschäftigten, an nnsi nva herantraten, weil sie nicht das ms 121p darbringen durften, '-m 'n tmp "ai n»^, warum sollen wir zurückstehen, das Opfer Gottes nicht in seiner bestimmten Zeit nahezubringen? So könnten auch die Eltern fragen, die die Pflicht der Familienversorgung erfüllen, in Bezug aus den minn -n»^> ihrer Kinder. Wie m?» und pns jenen geantwortet, so möge auch ihnen geantwortet werden coi? 'n ms» n» ny»e>si nay- Sie sollen nur stehen bleiben in ihrem heißen Wunsche, ihre Kinder in tüchtigem minn yi»V zu erziehen, die v'i»^» werden dann n"apn befragen, wie dieser Wunsch erfüllt wird. Herr Rabbiner Dr. W e i ß, Gelsenkirchen, betonte mit herzlichen Worten die Idee des Keren Hathora und wies auf die Tatsache hin, daß die Vorsehung von jeher zu Mittlern ihrer min Menschen habe, die durch das Golusschickfal sind. Schon apy hat von py»w und ’i? gesagt, i’s-mr’a ox-asi apya ap^ns- Auch pyns? und ’i^ sollten keinen Bodenbesitz haben, aber o'noiv du», nipu’n n»l>»i Schriftgelehrte und Lehrer der Kinder sollen aus ihnen hervorgehen vram an» '>nnW) wns ich sende Flüchtlinge von ihnen aus, damit sie meinen Namen verkünden. Zum Wähle der Kinder ist dieser Umstand, die an ihren Lehrern die ms» erfüllen können *un ns nnnsi zum Wohle aber auch der Lehrer die in minn rn»b durch die ,rm,i ihre Golusleiden vergessen. Er forderte Eltern und Kinder aus, ihren Lehrern gegenüber minn ms und nvnan 1122 zu wahren, damit sich das Wort des K'm erfülle, lanmn ins »ws vrw 'iai Dsana» ’dis- Zum Schlüsse forderte von den Lehrern Herr Jisroel Boruch-Kaufmann die Väter auf, ihn in seiner heiligen Arbeit zu unterstützen, indem er auf die s-i»a hinwies, ycnmi niüb tf’sn inis “1121 »12 21 n»s siim 21 n»s '’3i ns ib v'V •>» nVnraip ^sniy» min nnnw sin si>» brw ">21 omaVi" 'isi ons am»Vi n»*n ’s» ,min *i»V mn sV '’2i pss '»i p'»i y»si (i'aa ns mW a’in» i»sy asnt? ’"Bn an'a) "ans ' "21 -rn!>» j'n^i» "N'v Leider feien die Zeiten vorbei, in denen sechsjährige Kinder soviel Liebe zu mn hatten, daß sie (i"y) r"y »20» bereits auswendig konnten die damals aus 400 r-'piv bestanden hat. Unsere Zeit bedürfe, wie es p »»irr sbm erkannt habe, in viel höherem Maße noch als zu einer Zeit das Zusammenwirken von Lehrer und Vater, und nnsn ^"sil ans amnin (wi»^» '"s b"sU ans Dnmin ♦imiai» in"S'» nmin ns n»bt> 3"i n'nvn» Eine neue Gründung des Deutschen Seren Hakhora. G e l s e n k i r ch e n, 12. Juli. Am 19. Tammus, nachmittags 5 Uhr, fand hier in der Synagoge der „Adaß Jisroel E. V." die feierliche Eröffnung der für die ostjüdischen Kinder Gelsenkirchens gegründeten Talmud-Thora statt, von denen nur wenige bisher an dem von Herrn Rabbiner Dr. Weiß, dem Rabbiner der Adaß Jisroel, geleiteten Limud haben teilnehmen können. Der Unterricht wird in Kürze in von der Stadt Gelsenkirchen gemietete Räume der israelitischen Volksschule verlegt werden. Herr Dr. Max Meyer, Gelsenkirchen, begrüßte die zahlreich erschienenen Eltern und Kinder und hieß insbesondere das Mitglied des Landesdirektoriums des Deutschen Keren Hathora, Herrn Rabb. Dr. L i ch t i g, willkommen. Er wies darauf hin, wie mit besonderem Eifer der deutsche Keren Hathora den ersten der auf der Plenarsitzung in Hamburg gefaßten Beschlüsse zur Ausführung bringt, den minn ii»i> im Industriegebiet aufzubauen. In Verfolg dieses Planes erfolgt jetzt nach der Gründung der Talmud-Thora-Schule in Dortmund die Einweihung einer Schule in Gelsenkirchen. Zwar fällt ihre Gründung hinein in unsere nationale Trauerzeit, aber gerade die Errichtung einer Thoralehrstätte gibt Zeugnis davon, daß die zweitausendjähige Golusgeschichte Jisroels den erzieherischen Erfolg hatte, die Vorherrschaft von min m»bn zu begründen. So möge sich an uns das Wort von -p>»n n»i>v erfüllen, »'isan 'ini iny inon 'in ynsn isnv cm das der Midrasch die sinnige Bemerkung knüpft, daß, wie die vierzigjährige Wüstenwanderung, das siebzigjährige babylonische Exil und die vierhundertjährige ägyptische Knechtschaft ihr Ende fanden, so auch diese lange Nacht dem leuchtenden Tage der messianischen Vollendung weichen wird, und wie die Blüten auf Erden sichtbar werden, wenn ihre Zeit gekommen, so hat auch in allen Zeiten trostloser Gesunkenheit, Jisroel die nötigen Führer gehabt. Sodann führte Herr Rabbiner Dr. L i ch t i g , Hamburg, in seiner Eröffnungsrede aus, daß ihm gerade in der Trauer um den »np»n mn pnn die Gründung dieses vy» Enp», als welches er die Talmud-Thora betrachte, ein gutes Vorzeichen bedeute. In lichtvoller Weise legt er dann dar, anknüpfend an die pns' 21 (>r"p rp) man-- 'm S'7vl 'bv "12T V’T b"S "3 SB11S '21 '0712» "V 103TS "3 "2 onn ^«»‘n daß, wie Knaben und Mädchen beim Spiel die verlorenen Schlüssel des wiedersanden, so auch Knaben und Mädchen durch niinn n»i> den Geist für psie". wiederfinden werden, der es feiner Bestimmung und seinem endlichen Ziel in der Völkergeschichte zuführt, und wie die .i»'>V nbisa abhängt von der Vereinigung von nans und '?! 71271», so »lögen diese beiden auch den Geist der Talmud-Thora erfüllen. Die 2"n onnan ms» zu sein, Seine herzlichen, von wahrer "nnsv getragenen Worte beschlossen gegen 6J4 Uhr die eindrucksvolle Feier. Postscheck - Konto der Landesorganisation: Gruppenverband der „Agudas Jisroel“ in Deutschland, Halberstadi: Np. 18901 Berlin. Sprechsaal. Eine Aufgabe des »Keren Hathora". In letzter Zeit mehren sich die Fälle, daß Brüder aus dem Osten nach Deutschland kommen und vorgeben, für irgend eine neu zu errichtende oder bestehende Thora- Lehranstalt oder für die Drucklegung eines jüdischen Werkes, Ausstattung eines armen Mädchens oder Aufbau einer abgebrannten Synagoge u. a. m. zu sammeln, während sich nachträglich herausstellt, daß die gesammelten Gelder dem angeblichen Zwecke nicht zugeführt wurden. Sowohl der „Israelit" als auch das „Jüdische Wochenblatt" haben bereits derartige Fälle veröffentlicht. Aber nicht immer gelingt es, die Täuschungen aufzudecken. Dem Privatmann ist es nur selten möglich, die Sammeltätigkeit einwandfrei zu kontrollieren. Erfährt ein Geber hinterher, daß er von einem Sammler hintergangen woden, so sind häufig auf längere Zeit Gelder schwer von ihm zu erhalten und der Würdige leidet unter dem unlauteren Vorgehen des Unwürdigen. Der dadurch verursachte Allgemeinschaden ist um so größer, als Spenden und Beiträge angesichts der wirtschaftlichen Notlage ohnehin schwer zu haben sind und mancher Geber den letzten angeblichen Betrug als Borwand benutzt, um sich feiner Pflicht zu entziehen. Ich möchte daher zur Förderung der Gebefreudigkeit folgenden Vorschlag machen: In Zukunft werden die von ostjüdischen Brüdern veranstalteten Sammlungen organisiert. Der betreffende Sammler erhält nicht mehr wie bisher den Barbetrag selbst, sondern er nimmt nur die Zeichnungen der Beträge für seinen Zweck an. Das Geld wird — und zwar möglichst noch am selben oder folgenden Tage — von einem hierzu ein für alle Mat bestellten Vertrauensmann einkassiert und dem Keren Hathora in Hamburg übersandt. Dieser prüft durch Rückfrage bei der betreffenden Gemeinde, aus welcher der Sammler kommt, ob die Sammlung in Ordnung geht und sendet bejahendenfalls alsdann das Geld sofort weiter. Stellt sich heraus, daß eine Täuschung vorliegt, so wird das Geld durch den Keren Hathora, oder durch die Agudas Jisroel möglichst für einen gleichen Zweck verwandt, wie: Unterstützung von Lehrhäusern, Ausstattung einer Braut, Unterstützung einer verarmten Gemeinde usw. Auf diese Weise wird verhütet, daß größere Beträge in falsche Hände gelangen. Unterzeichneter ist bereit, für Breslau die Ueberwachung privater Sammlungen in dieser Weise zu überwachen und bittet Ueberwachungs-Adressen aus allen anderen größeren Gemeinden, soweit sie öfters von derartigen Sammlern! besucht werden, den „Blättern" bezw. dem „Israelit" und dem „Jüdischen Wochenblatt" zur Veröffentlichung mitzuteilen. Es empfiehlt sich vielleicht auch, daß der Keren Hathora von dieser Einrichtung, falls sie zustande kommt, seine außerdeutschen Ortsgruppen oder Vertrauensleute iin Osten benachrichtigt. Diese Bekanntmachung würde dann sicher dazu beitragen, die Arbeit in dem geplanten Sinne zu erleichtern. Sollten aus der Praxis heraus bessere Vorschläge zu machen sein, so wird die Redaktion gewiß bereit sein, diese zu veröffentlichen. Ich bitte, eine Diskussion über das Thema zu eröffnen. Dr. Wilhelm F r e y h a n, Breslau. , Aus der Bewegung. Warschau. Am 4. und 3. August fand in Warschau eine Konferenz der Führer der agudistischen Jugend Polens statt. Es beteiligten sich daran zirka fünfzig jugendliche Persönlichkeiten. Es wurde beschlossen, den „Misrad Hazeirim" zu liquidieren und es wurde ein Direktorium von fünf Personen gewählt. Die Wahl fiel auf die Herren: W. Biala-Warschau, N. Berliner-Warschau, Farbstein-Bialistok, L. Weidislawsky-Lodz und M. Schwarzmann Siedloczo. Warschau. Dank Intervention des orthodoxen Sejmklubs wurde die Schomre Schabbos-Organisation für Polen von der Regierung logalisiert. Die Organisation ist berechtigt, überall Filialen zu errichten. London. Der neue Oberkommissar für Palästina, Lord Plumer, hat das Agudapräfidium zwecks einer Aussprache zu sich geladen. Dr. Pinchas Kohn leistete in Begleitung des Sekretärs der politischen Exekutive Harry Goodmann am 27. Juli dieser Einladung Folge. Lord Plumer, der sich über alle Phasen der Entwicklung im heiligen Lande bestens informiert zeigte, ließ sich von den beiden Herren über Wünsche und Ziele der Agudas Jisroel eingehend informieren. Im Laufe des Gespräches bekundete der Oberkommissar besonders großes Interesse für die Bestrebungen der Orthodoxie und sicherte deren wärmste Förderung zu. Riga. Am 7. und 8. Tammus fand eine Tagung der lettländifch en Zeirei Agudas Jisroel statt. Zu Vorständen wurden die Herren Chodakow- Riga, S ch o r e r -Libau und Stuhl -Riga gewählt. Aus den Berichten der Delegierten ergab sich, daß an drei Orten Schulen unter dem Namen „Thora im Derech Erez" bestehen, die erfolgreich arbeiten. Es ist darüber in der vorigen Nummer des „Israelit" ausführlich berichtet worden. Beschlossen wurde, daß im Laufe des Sommers ein Instruktor das ganze Land bereifen follum die Möglichkeiten weiterer Schulgründungen an den verschiedenen Orten zu studieren. Auch sollen überall Jugendgruppen für junge Leute von 14—20 Jahren ins Leben gerufen werden. Ferner wurde die Herausgabe einer Broschüre über das Bildungsproblem und die Thora in Derech-Erez-Schulen beschlossen. Bei den bevorstehenden Sejmwahlen werden sich die Zeirei Agudas Jisroel durch Herrn S. I. Wittenberg beteiligen. An Orten, an denen sich keine Jugendgruppen befinden, sollen doch Schiurim eingerichtet werden. Auch wird man die Jugendgruppen überall veranlassen, sich in den Dienst der Mashirei-Schabbos-Bewegung zu stellen. Die Beratungen schlossen mit der Neuwahl des gefchäftsführenden Vorstandes. Krakau. Herr Isaak Bauminger, leitendes Mitglied der polnischen Aguda und Vizepräsident der Krakauer Kultusgemeinde tritt an Stelle des jüngst verstorbenen Rabbiner Kowalski in den Senat der polnischen Republik ein. Lublin. Die bekannte agudistische Kolonisationsgesellschaft „Nachlath Lublin" hat für den in Erez Jisroel gekauften Boden bereits Kuschan erhalten und das gesamte Gebiet parzelliert und unter ihre Mitglieder verteilt. Die ersten Arbeiten werden dieser Tage in Angriff genommen. DevtDencfct <31guda~0Tfarfeen * ßvftänficfi in allen Ortsgruppen.