Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1925-08-06 · Heft 32 (6.8.1925) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
66 (1925)
Issue
Heft 32 (6.8.1925)
Date
1925-08-06
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2446951-2450337-2450368--72408-2529779
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Nr. 32 Seite 7 6. August 1925__ Laib Kowalski, des. Führers der polnischen Misrachisten, wurde nach Vloclawek, wo der Verstorbene Jahrzehnte lang als Stadtrabbiner wirkte, gebracht. Die Bestattung fand am Dienstag, den 28. Juli, unter ungeheurer Beteiligung der jüdischen Bevölkerung der Gemeinde und der nahen und fernen Umgebung statt. Seitens des jüdischen Parlamentsklubs, dessen Mitglied der Verstorbene als polnischer Senator war, wohnten der Bestattung bei: Senator Rabbiner Rubinstein und Dep. Rabbiner B r o d t, die am offenen Grabe Nachrufe Hielten. Ferner hielten Nachrufe Herr Lewin Epstein int Namen des Misrachi und im Namen des zionistischen Oberrats dessen Vorsitzender Leon- L e v i t e. Frankfurt a. M.-Uödelheim. Am vergangenen Freirag wurde hier das älteste Mitglied unserer Gemeinde, Gustav Schönfeld, ein Veteran von 1870/71, der mit mehreren Ehrenzeichen geschmückt war, zu Grabe getragen. Ein großes Gefolge, der hiesige Kriegerverein init der trauerumflorten Fahne, gaben dem Verstorbenen das letzte Geleite. — Herr Lehrer Zinkes schilderte am Grabe in erhebenden Worten wie der Heimgegangene in der Stunde der Gefahr sich um die Verteidigung des Vaterlandes verdient gemacht hat, wie er sich seine Orden erworben und wie er allezeit treu und unerschütterlich zu dieser ihn begleitenden Fahne gehalten hat. — Auch der Vorsitzende des Kriegeroereins hob die Auszeichnungen des Verklärten hervor. rraxan Briefkasten. Cb. M. in Gr. (Polen). Abonnementsqebühr inzwischen eingeqangen. Adresse Omonuth-Verlag, Frankfurt am Main, Große Friedbergerstratze. Sprechsaal. Die religiösen Verhältnisse in den badischen Landgemeinden. Vom „Verein zur Wahrung der I n - teressen des gesetzestreuen Judentums in Baden" wird uns geschrieben: In Nr. 29 des „Israelit" wird eine Schilderung der Verhältnisse in den badischen Landgemeinden gegeben, und es wird dabei ein trostloses Bild von den Zuständen entworfen, die dort herrschen sollen. Der Verfasser scheint allerdings mehr von seiner Antipathie gegen jede Zusammenarbeit zwischen Orthodoxen und Liberalen als von einer genaueren Kenntnis der Tatsachen ausgegangen zu sein. Wenn man seine Darstellung betrachtet, so könnte man schließen, daß die grauenhaften Zustände in Baden in einem grellen Gegensatz stehen zu den glänzenden Verhältnissen in anderen Gegenden Deutschlands. In Wahrheit weiß man, daß die allerdings stark übertrieben geschilderten Mißstände in dem größten Teil der Landgemeinden überhaupt herrschen, und daß es in Baden in vieler Beziehung besser steht als anderswo. Die Vorwürfe des Artikelschreibers richten sich aber gegen alle Organe der Landessynagoge. Soweit den Lehrern Pflichtvergessenheit und Gewissenlosigkeit zur Last gelegt werden, mögen sie sich selbst verteidigen. Daß es überall einzelne gewissenlose Elemente gibt, ist nicht zu leugnen. Die Behauptung aber, daß das Gros der badischen Lehrer der Schilderung des Verfassers entspricht, muß zurückgewiesen werden. Den Bezirksrabbinern wird vorgeworfen, daß sie sich nicht um die Gemeinden kümmern. Wir wissen nicht, ob der Artikelschreiber eine intensivere Betätigung der liberalen Rabbiner in den Gemeinden wünscht, können dies aber seiner ganzen Einstellung nach nicht voraussetzen. Es bleiben also nur die orthodoxen Rabbiner, deren Anzahl heute nur zwei in ganz Baden beträgt. Der eine Stadtrabbiner, hat also überhaupt keinen Landbezirk-, der andere ist der Nachfolger des Herrn Dr. Löwenstein, der sich allerdings wegen seines hohen Alters in den letzten Jahren wenig in den Landgemeinden Umsehen konnte. Sein Nachfolger aber, der erst seit etwa einem Jahre im Amt ist, hat in dieser kurzen Zeit schon eine so intensive Tätigkeit entfaltet, daß in der Anerkennung seines Strebens und seines Wirkens alle Instanzen einig sind. Der Hauptvorwurf trifft den Oberrat selbst und seine religiös gesinnten Mitglieder, weil sie sich nicht genügend um die Besserung der religiösen Zustände bemühen. Hier ist nun zu bemerken, daß gerade die Fürsorge für die kleinen Gemeinden den Oberrat immer ganz besonders beschäftigt hat. Aber freilich, die Verwaltungstätigkeit der Oberrats wird zum großen Teil absorbiert durch den Kampf mit den kleinen Gemeinden, die sich weigern, den geringen Anteil an Steuern, der auf sie entfällt — die Hauptlast tragen ja die Großgemeinden — zu entrichten. Und darin liegt die tiefere Wurzel des Uebels, daß das religiöse Interesse auch in den leistungsfähigen Landgemeinden in erschreckendem Maße zurückgegangen ist. Wie weit dabei der Krieg, wie weit andere Momente mitgewirkt haben, kann hier nicht erörtert werden. Es muß aber erwähnt werden, daß auch dem Verein zur Wahrung der Interessen des gesetzestreuen Judentums in Baden bei seinen Bemühungen, eine Besserung der Zustände herbeizuführen, aus der Gleichgültigkeit und Stumpfheit der Landbevölkerung die größten Schwierigkeiten entstehen. Auch sonst geschieht seitens des Oberrates manches für das religiöse Leben, wenn es auch nicht in allen Zeitungen bekannt gemacht wird. So hat im vorigen Jahr in Mannheim während zweier Wochen unter orthodoxer Leitung ein Ferienkurs für Religionslehrer stattgefunden, an welchem etwa der dritte Teil der gesamten Lehrerschaft Badens teilgenommen, und der bei Der Israelit allen Teilnehmern einen ausgezeichneten Eindruck hinterlassen hat. Das Verordnungsblatt des Oberrats hat darüber einen eingehenden Bericht gebracht, von dem allerdings der „Israelit" keine Notiz genommen hat. Den Kernpunkt des Angriffsartikels gegen die badische Landessynagoge bildet wohl der Satz: „Wie segensreich könnte ein gesetzestreuer badischer Gemeindeverband etwa unter Führung der Karlsruher Religionsgesellschaft für das ganze religiöse Leben mancher Landgemeinden wirken an Stelle einer Organisation, die glänzender wie jeder andere Beweis die Verkehrtheit der „Achduth"-Bewegung dartut." Den Mißständen könnte also abgeholfen werden, wenn sich ein Trennungsverband mit der Karlsruher Religionsgesellschaft an der Spitze bilden würde. Der Artikelschreiber scheint nicht zu wissen, daß der größte Teil der Steuern auch für die Landgemeinden von den Großgemeinden Mannheim und Karlsruhe aufgebracht wird. Ob aber die Religionsgesellschaft in Karlsruhe in der Lage wäre, neben ihren eigenen Bedürfnissen auch noch die einer Reihe von Landgemeinden zrr bestreiten, darüber mag er sich bei der Verwaltung dieser Gemeinde erkundigen. Wer Rabbiner, Lehrer und Verwaltungsorgane in so maßloser Weise angreift, von dem mutz man wenigstens verlangen, daß er eine genaue Kenntnis der Tatsachen besitzt und reale Mittel zur Abhilfe vorschlägt. Ist dies Nicht der Fall, so darf er sich nicht wundern, wenn man daraus den Schluß zieht, daß es ihm nicht um die Besserung der Zustände, sondern nur um die Erzielung einer agitatorisch-demagogischen Wirkung zu tun ist. Der Verfasser des ersten Artikels schreibt hierzu: Vorstehende „Erwiderung" ist für mich keine „Widerlegung". Meine Ausführungen sind das Resultat einer tief gefühlten sittlichen Pflicht. Man möge meine Behauptungen kurz und klar als falsch widerlegen, dann trete ich gerne den Einzel-Beweis an, den ich mir bis jetzt noch schenke. Daß auch Verdrehungen meiner Worte zu meiner „Widerlegung" nötig sind, bedauere ich tief. Wo habe ich das „Gros" der jüdischen Lehrer angegriffen? Die Seitenhiebe auf die Landgemeinden werden diese nicht sehr tragisch nehmen, sie reihen sich würdig den „Prügeln" an, die man ihnen schon seit Jahren verabreicht. Wo sind die Vertreter der kleinen Gemeinden im Oberrat? Ist das die große Liebe für sie, daß man sie nicht zu Wort kommen läßt? Man gibt ihnen — Almosen und verlangt dann, daß sie sich nicht rühren. So scheint es die „Erwiderung" zu meinen! - Daß ich in den geschilderten Tatsachen eine treffende Widerlegung des Achduth-Prinzips sehe und dies auch offen ausspreche, mag nicht jedem gefallen. Mögen die Achduth-Anhänger in Oberrat und Synode mit der Verantwortung fertig werden, die die Verhältnisse sie zu tragen verpflichten. Und nun noch ein kurzes Nachwort: Es tut mir leid, manchen Wißbegierigen die Suche nach dem „Karnickel" nicht ferner ersparen zu können. Ich darf vorerst mit meinem Namen nicht hervortreten, um nicht Leute in Beziehung zu meinen Ausführungen gebracht zu sehen, die gewiß nicht gemeint sind, -mv'vrr nnsa- Vermischtes. Thüngen, 3. August. Man schreibt uns: Auf Wunsch mehrerer beteiligten Kollegen findet die Wiedersehensfeier der Absolventen des isr. Lehrerseminars Würzburg im Jahre 1885 erst am Sonntag, den 16. August, nachm. 5 Uhr im Hotel Goldschmidt, Würzburg, statt. Schweinfurt, 15. Juli. Von zuverlässiger Seite wird mitgeteilt, daß sich in der Gegend von Schweinfurt ein Schwindler, der sich Hüngsberg aus Fulda nennt, zirka 55 Jahre alt, schwarzer Spitzbart, etwas meliert, sich herumtreibt, als isio der Frankfurter Religionsgefellfchaft sich ausgibt und nun» verkauft, die ein leeres Stück Papier sind und lediglich nach außen das Wort 'tv aufweisen. Es sei an dieser Stelle vor dem Fälscher gewarnt. frankfurter Berichte. Liwjath Chen-Vortrag. Die sabbatlichen Liwjath Chen-Vorträge werden wieder ausgenommen. Diesen Sabbat findet der Vortrag ausnahmsweise eine Stunde vor Nacht im Hörsaale, Friedberger Anlage, in Verbindung mit dem Midraschvortrag des Mekor Chajim statt. Lernen im Schomer Mizwoh. Das übliche Sabbatlernen des Schomer Mizwoh- Vereins findet diesen Samstag aus Anlaß des Ablebens der Frau Simon nach Schluß der Synagoge im Trauerhause, Uhlandtstraße 55, statt. Jüdischer Liederabend im Saalbaü. Samstag Abend, den 15. August, veranstaltet Herr M. Sakaschansky einen jüdischen Liedera b e nd. Sakaschansky, ein in der Schweiz wohlbekannter Künstler, begeistert sein Publikum besonders mit chassidischen Weisen und Liedern, die aus der jüdischen Volkseele des Ostens entstanden sind. Sein letztes Konzert in München fand, wie die Berichte der Presse beweisen, großen Anklang. Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Samstag morgen nach Schul Dinim. — mittags 121U Uhr in der Frauensynagoge der Klaus maK 'S' Herr Professor Weyl. — nachmittags 4 Uhr im Vereinslokale ..Mikro", Herr Dr. W. Hofmann. — eine Stunde vor Nacht, im Hörsaal. .Midrasch", Herr Redakteur S. Schachnowitz. Sonntag nach Schul „Mizwas Haschem" (auch Mittwoch), Herr Red. S. Sch ach n ow itz. — vorm. 9% Uhr (auch Dienstag eine Stunde vor Mincho) im Vereinslokale „Gemoro"; Herr Dajan Posen. — Monta g bis einschl.Fr ei ta g nach Schul Mischna, — abends 7 Uhr (auch Mittwoch) Gemoro: Herr Rabb. Dr. Jos. Breuer. — abends 83/4 Uhr (auch Donnerstag) Gemoro; Herr Dr. El. Posen. Allabendlich 8SU Uhr Schaß-Lernen. Jeden Nachmittag 2—1 Uhr Lerngelegenheit im Vereinslokale. Iahrzeits-Stiftungen: Mittwoch, 12. August. Caroline Dannenberg geh. Blumenfeld- Stiftun g. Donnerstag. 13. Avril. Nesanael Heß-Stistung. Samuel Speter-Stistung. Abraham Stein-Stiftung. Agndas Iisroel-Jugendgruppe. Sonntag, 8 Uhr vormittags, „Gemoro"; Herr Leop. Oppen heim er. — 2 Uhr nachm., „Mischna"; Herr Jacob Landau (ebenso Samstag 6 Uhr abends). — 9 Uhr abends „Lektüre"; Herr Dr Abt. Montag, i/L Uhr abends. ..Gemoro für Fortgeschrittene"; (auch Donnerstag) Herr Hirschberg, Hegelstraße 13. — ty29 Uhr, /gemeinsam mit der Esra) Turnkursus. — V*9 Uhr Dinim Herr G. Schn erb. — 9 Uhr Gemoro Herr Holpern. Dienstag, Vr9 Uhr abends (auch Donnerstag), „Gemoro"; Herr Dr. Willy Hofmann (auch Samstag 3 Uhrj. — 3/49 ..Gemoro" Hrrc Schnerb. Mittwoch, ^29 Uhr abends, Z vanglose Aussprache — 329Uhr „Dinim für Fortgeschrittene"; Herr G. Schnerb (ebenso Samstag 5 Uhr). Donnerstag abend i/-9 Uhr (auch Sabbat 4 Uhr) „Sugiaus"; Herr L. Kurzweil. — Va9 Uhr Besprechung verschiedener Themen. Samstag, 10 Uhr morgens, „Gemoro": Herr Dr. Posen, Am Tiergarten 42. — 10 Uhr, „Kizzur Schulchan Aruch" für Anfänger, Herr Louis Kahn. — 11 Uhr „Tnach": Herr Dr. Hofmann, Eschenheimer Anlage 1. — 12 Uhr, „Mischna" für Fortgeschrittene Herr Lehrer Hirschberg. — st«3 Uhr, Sidro; Herr Ha Ipern. — ll2l Uhr, „Mischna für Anfänger": Herr G. Schnerb. Alltäglich ist Vormittag Gelegenheit geboten, unter Leitung eines Dozenten zu »ernen- Jeden Mittag 12 Ubr „Das Jaumi". Agudas Jisroel Mädchengruppe. Montag, *l‘ß Uhr Einführung in oie Gebetordnung, Frt. B. Katz. 9 Uhr abends. „Rewtim", Herr Lehrer Unna. Dienstag, abends Va9 Uhr, „Dinim". Herr Dr. Weg er. Mittwoch, abends V*9 Uhr, zweiter Heimabend. Hanauerlandftratze 17. Donnerstag, abends Va9 Uhr, .19 Briese". Samstag, */2ll Uhr „Tillim". Herr Louis Kahn. — 11 Uhr V12N Herr H. Frankenthal. — 4 Uhr miTv Herr Lehrer Hirschberg. Liwjath Chen-Verein. Samstag, diesmal eine Stunde vor Nacht, „Midraschvortrag". Herr Red. S. Schach nowitz. Leshamidrasch, Ostendsttahe IS. 1/i8-iIS Uhr allabendlich mmzi mm* Herr Rabb. M. Karpel V. 2. A. (Frankfurt a. M.) Nachhilfeunterricht in allen Schulfächern vermittelt die B. I. A. Frankfurt durch Bbr. stud. phil. nat. Wolf Bodenheimer, Hanauer Landstr. 25, Tel. H. 624. Slellen-Dukanz: Oberarzt der inneren Abteilung eines Krankenhauses. B. I. A. (Berlin.) I. Gesucht wird: a) Hauslehrer in schweizer. Universitätsstadt b) Zahnarztvertreter in bayrischer Stadt. II. Stellen suchen: a) ein Chemiker b) ein Medizinalpraktikant in einer Frauenklinik. Gebekzeiken. 3PV MV Freitag Abend 7.15 Samstagmorgen 7.45 Samstag nachmittag 5.— Samstag abend 8.50 lVochengottesdienst: Morgens 6.15 Nachmittags 7_ Tefilin-Legen am Morgen 3.55

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.