Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 66 (1925)
- Issue
- Heft 31 (30.7.1925)
- Date
- 1925-07-30
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 10 Nr. 31 leben, übersetzt werden, doch ist pin prw von zeitlicher Entfernung gesagt. Die Gleichheit zwischen Michah IV l und Jesaia II 2 f. erklärt er mit Recht daraus, daß eine alte Quelle beiden zu Grunde liegt. Zu bemerken wäre gewesen, daß hier auch von schiedsrichterlicher Entscheidung zur Verhütung von Kriegen die Rede ist. Wenn Verfasser den Schluß des Buches auf die Völker mitbezieht, so kann es nur mit Bezug auf die Stelle IV, ff. geschehen. Wir wollen mit diesen Bemerkungen dem Verfasser nur zeigen, wie aufmerksam wir sein Buch gelesen haben. Der Nachtrag gibt den hebräischen Text mit einem Verzeichnis der schweren und seltenen Ausdrücke. Setzen wir noch hinzu, daß Posner bei den herangezogenen Forschern kurze biographische Bemerkungen gibt, so hat er damit sein Buch brauchbarer gemacht, wie auch durch die schon erwähnten Hinweise auf bestrittene oder bestätigte Ansichten. Das Buch ist zum Lesen, wie auch besonders zum Unterrichte um so mehr zu empfehlen, als man daraus keine unjüdischen Ansichten ziehen, sondern den unverfälschten prophetischen Geist darin aus sich einwirken lassen wird. K. Gedenkbuch zum 40jährigen Bestehen des Centralblakt für Israeliten in Riederland. Verlag von C r e v e l d und Co., Amsterdam 1925 in holländischer Sprache. Ein prächtig uusgestatteter, 100 Seiten starker Quartband, der Zeugnis ablegt von dem kräftig pulsierenden jüdischen Leben in Holland und von der geachteten Stellung, die unsere Glaubensgenossen in diesem Lande einnehmen. Zu dem Zeitungsjubiläum gratulierten Minister, Bürgermeister und viele Behörden; auch das königliche Haus hatte Interesse daran. Die Festschrift enthält eine Kunstbeilage, die den Jonas Daniel Meyerplein den wohl jeder Jude, der nach Amsterdam kommt, besucht, darstellt. Ferner die Bildnisse des Gründers und einer Reihe prominenter Mitarbeiter, wovon viele auch in Deutschland bekannt sind, wie Rabbiner Dr. de Hond und der gelehrte Bibliochekar der Rosenthaliana, I. M. Hillesum. Die wissenschaftlichen Beiträge — über 50 — lieferten bedeutende holländische Juden; unter ihnen befinden sich Rabbiner, Journalisten, Professoren, Minister, Philantropen, Schauspieler und politische Führer. Auch einige Nichtjuden haben sich beteiligt. Nicht alle diese literarischen Arbeiten sind gleichwertig, aber die meisten davon sind beachtenswert. Dadurch daß sich viele Inserate im Text eingestreut finden, wird der Gesamteindruck manchmal zerstört. Das Buch hätte an Wert gewonnen, wenn diese Anzeigen in einem besonderen Anhang erschienen wären. Der Verlag kann indes auf die schön ausgestattete Gabe, die er seinen Abonnenten spendet, stolz sein und man darf ihm. nicht nur zu seinem Jubiläum, sondern auch zu dieser Leistung gratulieren. L. L. Bemerkungen zu Jacobsons Ilebersehung von Hilchoth Teschuba. Von H. Halberstadt in Warschau. Seite 15 Absatz 5 heißt es: „Wenn Gott die Sünden des Menschen usw. werden die beiden ersten Sünden nicht mitgerechnet" und dann weiter: „Sind aber die Sünden (abzüglich der beiden ersten) und die verdienstlichen Handlungen an Zahl gleich, so wird jede einzelne Sünde durch sein Verdienst annulliert." Hier, glaube ich, ist der Sinn des nicht richtig aufgefaßt. Der Text im Rambam lautet: p? vVy p^vna pn nVnn 12 lssnt» und weiter '’wm orri 1^'rri wbv pyn *wr '»maiy Wäre der Sinn, wie ihn der geehrte Uebersetzer wiedergibt, daß die e r st e n z w e i Sünden nicht mitgerechnet werden, so wäre hier, bei der bekannten Kürze und Präzision der Ausdrücke des eine allzugroße Verschwendung von Worten, welche auch dem Sinne nicht entsprechen. Es mühte vielmehr kurz lauten nmimnn 'mw ’aw patma p* und dann weiter ■>r>Vwa 'vnaiy laas Das Wort nvrr wäre ganz überflüssig. Ich glaube den Sinn in folgender Weise verstehen zu dürfen n^rm 12 mvnv py '•*?* pawna p« Es wird ihm diejenige Sünde nicht angerechnet, an welcher sein Vergehen 12 mvnv zum ersten Mal erfolgte (ein Anfang war). Es liegt z. B. vor die Sünde rvrnoK irfosa so werden die ersten (anfänglichen) zwei Vergehen nicht in Rechnung gezogen/ es kommt dann nav bibn und wiederum werden die ersten zwei Vergehen, nicht gerechnet ufw. Dies ist auch ganz klar der Sinn der bnaa ra kbv, welche Q"2»“i die Grundlage zu seinen Betrachtungen gab M1VR1 D3?S 2T2» DIR "DJ? 1018 RTirP "12 ’OV "I R'W Wenn ein Mann eine Sünde begeht, ii> pimia so wird ihm das erste und z w e i t e M a l verziehen. Es wäre als wie ein Vater seinem Kinde ein zum ersten und zweiten Mal unterlaufenes Vergehen entschuldigt, was auch menschlich psychologisch seine Rechtü rtigung hat. Weiter muß es heißen: Sind aber die verdienstlichen Taten den Sünden, welche -wr (eine jede) von dem driten Vergehen ab gerechnet werden, gleich wertig (warum an Zahl gleich? die Taten werden gewogen vi-siv und auf der Wage gibt es keine Zahl, nur Gewicht), so wird eine jede Sünde, da sie nach Abtragung der ersten zwei Vergehen, zum ersten geworden ist, wiederum abgetragen. Der Israelit Warum der geehrte Uebersetzer eine andere Deutung hier gewählt hat als die so klar aus dem Text im und in der rriaa Hervorgehende, ist unverständlich. Gegenbemerkung des Aeberfehers. Von Bernhard S. Jacobson in Hamburg. Zu den Ausführungen des Herrn H. Halberstadt- Warschau betreffs der von mir gewählten Ueberfetzung von Hilchot Teschuba 3,5 gestatte ich mir zu bemerken, daß ich meine Auffassung der Stelle aufrecht erhalten mochte. Die Ueberfetzung steht mit der von den Kommentatoren angegebenen talmudischen Quelle in keinem Widerspruch. Der Ausdruck: „die beiden ersten Sünden werden nicht mitgerechnet", ist so allgemein gehalten, daß er auch, — wie Herr H. es als einzige Möglichkeit der Auffassung fordert, — besagt: eine Sünde, die man zwei Mal begangen hat, wird noch nicht bei der Festsetzung des Strafmaßes, wenn eine gewisse Bedingung sonst noch erfüllt wird, in Betracht gezogen. Die Auffälligkeit der sprachlichen Form, die Herr H. bei meiner Interpretierung der Stelle feststellt, muß zugegeben werden, aber die von ihm vorgeschlagene Deutung erscheint uns nicht einleuchtend genug, um sie der Ueberfetzung zu Grunde zu legen. Wenn Maimonides wirklich angenommen hat, daß unter bestimmten Bedingungen bei jeder Gruppe von nii'2V, die beiden ersten Male der Versündigung nicht mitgerechnet werden, so würde sich, um ein recht drastisches Beispiel zu wählen, folgendes ergeben können: 60 nmav sind begangen worden, sie sind aber 20 verschiedenen Gruppen von Gesetzesübertretungen zuzurechnen. Stehen ihnen nun 20 verdienstliche Handlungen,, ni'27. gegenüber, so zählen nur 20 nmy, 40 fallen als die beiden ersten aller Gruppen bei der Festsetzung des Strafmaßes fort. Sind aber nur 19 nvot vorhanden, so stehen als Schuld ihnen 60 nrrcy gegenüber. Wird Vd’m von der Verrechnungsmethode des himmlischen Gerichtshofes so realistisch gesprochen, so müssen doch ungefähr die Maßstäbe und Grundsätze gelten, die auch für einen irdischen Gerichtshof in Betracht kämen. Die eventuell durch das Fehlen eines ni^ eintretende Straferschwerung ist aber zu auffallend, als daß sie ohne zwingendsten Grund von Maimonides in einer Andeutung gebracht werden könnte, er hätte es ganz deutlich ausgesprochen: Auch hätte Maimonides nach der Deutung des Herrn H. ausführen müssen, ob die Vergehungen und auf Grund welchen Systems sie zu Gruppen zusammengefaßt werden. Bei den Kommentatoren ist unseres Erachtens kein deutlicher Hinweis auf eine Auslegung der fraglichen Stelle im Sinne des Herrn H. zu finden. Wir bleiben daher bei unserer Auffassung, es handelt sich nur darum, ob zwei Sünden eventuell mitgerechnet werden oder nicht. Zum zweiten Cinwand des geehrten Herrn H„ ich hätte pbpvp einmal übersetzt: „an &al)l gleich" bemette ich, daß dies mit voller Absicht geschehen ist, um das rein qualitative Bild der Sündenverrechnung durchzuführen. Dem hier sich aufdrängenden Bedenken, soll Anmerkung 2 zur Stelle Rechnung tragen. Im Hebräischen ist es durch die Wahl des Wortes möglich, die Qualität der Sünde bei einer rein quantitativen Betrachtungsweise als Bedeutungsnüance Mitschwingen zu lassen. Literarische Notizen. Punktierte und accentuierte TNischna. Zur Anfrage in voriger Nummer über die Existenz einer Mischnaausgabe mit Vokalen und Tonzeichen ist zu bemerken, daß Fragmente einer solchen in der bekannten Jsrael-Lewy- Festfchrift besprochen und zum Teil photographiert sind. Dieselben sind allerdings nicht mit dem heutzutage üblichen tiberianifchen Nikud, sondern mit der sog. babylonischen Punktation versehen; Auch die Gestalt der Neginoth entspricht dem erwähnten, heute vergessenen System Babyloniens. Näheres hierzu hat Prof. P. Kahle, jetzt in Bonn, erforscht, dem auch bedeutsame Funde und Entdeckungen auf diesem Gebiete gelungen sind. Dr. B. Cohen, Berlin. II Die vor einigen Wochen in diesem Blatte gestellte Frage nach dem Vorhandensein früherer punktierter Mischnah-Traktate findet ihre Beantwortung in dem Werke: „Einleitung in Talmud und Midrasch von Proessor Herm. L. Strack" Aufl. 1921 Seite 80 des Werkes unter - Rubrik „Mischnah" steht wörtlich unter 7. Petersburg. Ueber Mifchnah-Fragmente mit der sogenannten babylonischen oberen Punktation vergleiche Js. Markon vivn 1 (1917) hebr. S. 41—49: 1 6 4,5- Halla 4,2 (4 Seiten Autotypie) und Lewy-Festschrift hebr. S. 193—211: Bikk 3,11 (auch Kap. 4) —. Sab 2,1. 23,3 — Er 1,3. Eduj Schluß und Zeb 1—3 (5 Seiten Autotypie). 8. New Port. N. N. Alexander Marx beitzt 16 Blatt einer vokalisierten M.-Handschrift (klein Folio, etwa 10. bis 11. Jahrhundert.) 9. Budapest, wertvoller alter Kodex aus der Bibliothek David Kaufmann. 10. Die 1854 im Besitz N. N. gewesene textkritische Arbeit des Schlomo Adeni ist in der großen Wilnaer Mischnaausgabe 1887, 1908 f. gedruckt. S. Blumenthal, Frankfurt a. M. Eingegangene Bücher. (Besprechung Vorbehalten.) Bekennkmsse, von I. I. Rousseau. Uebertragen von Ernst Hardt. Leipzig 1925. Jnselverlag. Eine werdende Welt, Reiseeindrücke aus Palästina von Hugo Herrmann. Prag 1925. Dr. I. Flesch. 30. Juli 1928 Essays, von Ch. N. Vialil. Uebertragen von V. Kellner. Berlin 1925. Jüdischer Verlag. ' - Weltgeschichte des jüdischen Volkes, in 10 Bänden. Band 1; Aelteste Geschichte. Von Simon Dubnow. Berlin. Jüdischer Verlag. Judaism in Jewish history, von Rev. A. Cohen. New-York 1925. -Union of orthodox Jewish congregations- The Jiddish Preß. Von Dr. Mordechai Soltes. New-York 1925. Teachers College of Columbia Univ. Ein unerschöpflicher Naturschutz in Palästina» von Rudolf Seiden. Wien 1924. S. Insel. Pro Zion, von Rudolf Seiden. Wien 1924. S. Insel. Das Inden-Problem (jiddisch), von Dr. Jizchok Breuer. Lodz 5685. Verlag „Masora". Merkbuch für den israelitischen. Religionsunterricht, von S. R o f e n f e l d e r. Ladenburg. 1925. Selbstverlag. Himmel, Hölle, Geisterwelt, von Emanuel Swedenborg. Ausw.. übertragen von W, Hasenclever, geb. Berlin. Verlag „Die Schmiede". American Judaism, von Joseph Leiser. New-York 1925. Bloch Publ- Cy. Prayers of the Jewish Addvance. By Abraham Cronbach. New-York 1924. Bloch Publish Cy. geh. jnViw 's a»i in?n tjoia asr ivnyn iöo von David Golomb. Berlin 1914. Verlag David Golomb. Study as a mode of worship, von Prof. Nathan Jsaacs- (The Jewish Library Edited. by Rabbi Leo Jung Vol 3.) New-York- Union of orth- Jewish Congregations- Zur Vorgeschichte des Zionismus, von Dr. P. Goldring. Frankfurt a. M. 1925. I. Kaufsmann Verlag. Die erste jüdische Republik, Novellen von Schalom Alechem. Berlin 1925. Oesterheld u. Co. Die Geburt des Kultus aus dem Geiste der Religion, von Kurt Sternberg. Berlin 1925. Verlag Dr. Walther Rothschild. Rabbi joselmann, von R o s h e i m. Band 1 von Dr. M. Lehmann. Frankfurt a. M. 1925. Verlag H. Bergmann. Annalen der Philosophie. Herausgegeben von V a i - hinger und Schmidt. Band 5. Heft 1. Leipzig 1925. Felix Meiner. Philosophie und Offenbarung, von Emil Brunner. Tübingen 1925. Verlag I. C. B. Mohr. Die niederländische Radierung, geb. mit 78 Abbildungen von Zoege v. Manteufsel. München 1925. Verlag Hugo Schmidt. Aus den Tiefen des Weltenraumes, geb. mit 66 Abbildungen von Carl Stürmer. Leipzig 1925. Verlag F. A. Brockhaus.' Die Jesus-Lage, von Georg Brandes. Berlin 1925. Erich Reiß Verlag. Die jiddische Sprache, geb. von Matthias Mieses. Berlin 1924. Verlag Benj. Harz. Archaeology versus Wellhausen, (The Aftermath Series Nr. 6), von Prof. E. Sellin. Nashville (Tenn.) .1924, Lamar and Barton. (xeschiedenis der Portugeesche Joden te Amsterdam 1593—1925 von J. S. Da Silva Rosa. Amsterdam 1925. Verlag Menno Hertzberger. Hethitische Studien. Von Johannes F r i e d r i ch. Berlin und Leipzig 1924. Verlag de Gruyter und Co. La Suprematie Universelle de Juifs et lä Societe de Nations, von Jean Barral. Paris. Gustave Ficker. Ierufcholajim. — Skizzen vom Tag. Von Jakob Israel de Haan. Lodz 5685. (Jiddisch.) Verlag „Masorah". Die auswärtige Bevölkerung im Ptolemäerreich. Von Fritz Heichelheim. Leipzig 1925. Dietrichfche Verlagsbuchhandlung. Paracelsus. Von Franz S p u n d a. Wien und Leipzig 1925. Karl König. Weltanschauungskrisis und Wege zu ihrer Lösung. Erster Teil geh. Von Prof. Dr. Georg Vurckhardt. Leipzig 1925. Robert Roste. Zeitschriften. Jeschurun. Herausgeber: Dr. I. Wohlgemuth. 12. Jahrgang, Heft 3-4. (Joseph C a r l e b a ch : „Von den Idealen der neueren Pädagogik in ihren Beziehungen zum Judentum; sehr interessante historische Arbeit von I. Meist über den Kampf um die Berufung des Malbim nach Kempen; Prof. Ed. König tritt dem historischen Radikalismus Ernst Sellins in seiner israelitischen Geschichte entgegen. Außerdem Fortsetzungen und kleinere Arbeiten. Im hebr. Teil u. a. eine große naicm von Rabb. Dr. Weinberg über wn» max» 1128). Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums. Herausgegeben von I. Heinemann. 69. Jahrgang Heft 3-4: Rektor Schwarz über die chwierige Mischna in Sabbat 'in w» ppn rr>n dr*- Wiener setzt seine bibelwissenschaftliche Revue im Sinne eines gemäßigten bibelkritischen Standpunktes der Betrachtung fort. Dr. med. Karl Preis bringt eine große Arbeit über die „T r e p h a-Lehre im Lichte de, medizinischen Wissenschaft". Kleinere Arbeiten von Elkan A d l e r, E. Müller und Besprechungen. The Jewish Quarterly Review. Edited by Cyrüs Adler. Vol. XV, Nr. 4. Eine große Historische Studie von Dr. Eecil Roth über Rabbi Menachem N o - o a r r a (1717—1777) aus Verona; Rabbi Dr. Leo I u n <\ veröffentlicht eine folklorisiische Untersuchung über dst Erzählungen von „gefallenen Engeln" in der jüdischen, christlichen und mohammedanischen Literatur. Rosen Zweigs Halevy-Buch wird von S. S. Cohen kritisch beprochen. Bibelwisfenschaftlrche Revue von Josef Rerder-