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Der Israelit · 1925-07-09 · Heft 28 (9.7.1925) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
66 (1925)
Issue
Heft 28 (9.7.1925)
Date
1925-07-09
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Seite 4 Nr. 14 DerZsraelit Blätter empfand. Als nun herangebrochen war der Tag seines Todes, war alles für Rabbi Atiba nur eine Wiederholung der t ä g I i ch e n. Hingabe. Denn ihm, der täglich dasm'vVAN liivVSyndas Abstreifen der Körperschwere geübt hatte, war es leicht, über Qual und Tod zu triumphieren. fiavnaa nVsr "p — Er selbst stieg täglich in seiner Seelenandacht vor mir — zu mir empor," sprach Gott. Dieser so schön dargestellte Gedanke erklärt uns, daß nicht passives Verweilen der Gedanken an einer Stelle des Gebetes oder bloßes Ueberwinden der Hemmungen, die den Höhenflug der Seele hindern, Endziel der riDO ist. Tätiges Emportragen der mit dem Körper verbundenen, von ihm beeinflußten Seele, Auslösung der seelischen Energien in ihrer Macht und somit ein Einswerden mit den Gedanken, die das Gebet tragen, diese Gedanken dann in ihrer Lebendigkeit auf uns wirken lassen und uns mit jeder Faser unseres Seins dieser Einwirkung s o unterordnen, daß wir anders werden, als wir vor dem Gebete waren, daß unser Wesen durch das Gebet eine völlige Umwandlung erfährt, das ist mo. Haben wir dies erreicht, oder streben wir wenigstens nach solcher Hingabe, dann schwindet die zwischen Gebet und Leben, dann ist das Haus des Gebetes wirkliche Schule fürs Leben und dann ist die Stunde des Gebetes ein Gewinn, der den Gipfelpunkt unseres irdischen Seins bildet. Diese geistigen Energien, die das Streben zur mis begleiten, schaffen nicht nur Ewigkeitswerte, sondern sie sind auch an sich ewig und unvergänglich. mal? vbivb pxm. Nichts im Weltenraume verschwindet. Wenn ein Körper „stirbt", so lebt er in anderer Form fort. Es lösen sich nur die Zusammenhänge der einzelnen Teile, welche ihm die ihm eigentümliche Form geben. Die Teile werden anderen Zwecken nutzbär gemacht, aber nicht vernichtet. So ist auch jede Kraft und jede Energie, die in der Welt erzeugt wird, ewig. Freilich fehlen die körperlichen Organe, durch die sich diese Kraft dem törperlichen-irdischen Sinneswerkzeuge wahrnehmbar machen kann. Ihr Dasein an sich ist aber unabhängig von der Wahrnehmung. So ist z. B. die Elektrizität auch dort, wo ihre Licht¬ oder Kraftäußerungen sich nicht bemerkbar machen?) Alle Anlagen der Werke, Leitung, Leuchtkörper, Dynamomaschinen sind nur die Organe, durch welche sich die elektrische Kraft äußert und die das Vorhandensein dieser Kraft zeigen. Die Energie an sich ist vorhanden, ihre Auslösung und Umsetzung geschieht erst durch die von den Menschen geschaffenen Organe. . So ist die Seele ewig, unabhängig in ihrer Dauer von der. jeweiligen Gestalt des Körpers und so sind die seelischen Kräfte ewig und dauernd. Tixn mrms rwriixni msn mrrfrn Die Tafeln zerbrachen, aber die Buchstaben schweben im Raume." Je mehr Energien nun die menschliche Seele auslöst, je mehr Ausstrahlungen ihres Lebens sie in die Ewigkeit hinausgesandt hat, desto mehr Welterl hat sie sich für die Zukunft geschaffen und desto mehr Zeugen für ihr Wirken auf irdischer Bahn treten für sie eik?) nwa nvwn nrm P nnp mix Wer eine Guttat vollführt, schafft sich einen Fürsprecher" (x"' n rrox> Die seelische Kraft, die der Mensch anwendet, um Guttaten zu vollbriygen, die Energien, die durch sein Tun auss) Franklin und Apinus (1760/55) wollen die elektrischen Erscheinungen durch Annahme eines Fluidums, welches sich in jedem Körper befindet, erklären. Hertz 1887 führt die Elektrizität auf Schwingungen im Weltenäther zurück. Jedenfalls ist die Kraft an sich— auch ohne Aeußerung vorhanden. gelöst werden, können nicht verschwindeu, sondern bilden als seine Werke ewige Zeugen seiner Tat. Was der Mensch so geschaffen hat, ist ewig, denn kein Vergehen und kein Verschwinden gibt es in der Welt. Gewaltig ist daher die Forderung der ms» nnaw Das Mitjaüchzen der Seele bei jeder Erfüllung einer Pflichttat, die Schwingungen der Freude und der Innigkeit, die unsere Seele auslöst, wenn sie der Thora und der Wahrheit tätig dient, sind Kräfte, die ewig dauern, die Weiterschwingen und weiter? leben im Weltall. Sie sind Fürsprecher für die Seele und ewige Zeugen ihrer Taten. Vielleicht liegt hier das Geheimnis des Wortes: „Jede Mizwoh schafft, einen 2iv p'?»- Hier ist vielleicht auch der Schlüssel zum Verständnisse der so oft im jüdischen Schrifttum vorkommenden Stellen, die davon sprechen, daß sich die Buchstaben Der mit nro gesprochenen Gebete im Weltenraume zu Kronen formen, mit denen n"3pn die Seelen der Frommen schmückt, fars mnio-) Dwnaapurnän dwp Q’pns So sagt der Talmud (Ehulin 60 b): »T'apn hv nnxna —. „Der Heilige, gelobt sei Er, ersehn t das Gebet der Frommen." Sollte dies nicht auch bedeuten, daß rrapn den Seelen der Menschen helfen will, die Stätte zu schaffen, in der sie, wenn sie sich vom Stoffe gelöst haben, weilen, jene Stätten, die sich die Seelen selbst durch Hingabe an das große Ziel der Reinheit, durch Sehnsucht nach Heimat, nach, der Welt der Heiligkeit, bilden? (Schluß folgt.) Zum Bundestag. In wenigen Wochen, so ist es wenigstens geplant, findet der Bundestag unserer Jugendorganisation statt. Immer wenn sich die Einzelmitglieder einer Organisation zusammenfinden, um den Wegen alter Erkenntnissei neue Wanderer zuzusühren, immer dann erhebt sich die Frage, was ist der Sinn, was die Bedeutung dieser Tagung. Und da mag es mir gestattet sein, in einigen wenigen Worten aus das hinzuweisen, was mir der Kernpunkt einer jeden Tagung unserer jüdischen Gemeinschaft zu sein scheint. Um es vorweg zu nehmen: de Realität des Lebens erfordert es, daß der Finanzfrage Raum gelassen wird, obgleich es mir scheinen will, als hingen alle Finanzfragen nur von dem ab, was die Oganisatkon zu bieten vermag. Und weiterhin muß sich die Tagung auch insofern mit praktischen Dingen befassen, als die rein organisatorische Tätigkeit neuer Anregungen bedarf, um .allen an sie herantretenden Anforderungen Genüge leisten zu können. Und dann endlich, last not least, wird dieses oder jenes Problem zur Erörterung gestellt, an dem die Edelsten ihre Geisteskräfte zu messen vermögen. All das aber, und ich will es nicht verkennen, daß jedes Einzelne von ihnen so notwendig für die Entwicklung der A. I. ist, wie etwa die Ziegel zum Bau eines Hauses, all das aber muß und wird nicht von den ideellen und praktischen Erfolgen begleitet sein, wie vielleicht der Aufwand an Kraft und Wissen es verdienen, wenn nicht alles in gleicher Zielstrebigkeit, zielgerichtet, hamonisch zusammengefügt wird, zu einem einheitlichen Ganzen, zu etwas Geschlossenem abgerundet wird. Es gibt, und das wird wohl unbestritten bleiben, eine geistige Zentralisation, die durch geistige Disziplin zu erreichen ist. Und das ist es, was ich sagen möchte, was. ich unserem B.-T. als Wunsch vorausschrcken möchte: Geistige Zentalisation, aus der dann organisch herauswächst die organisatorische Zentralisation. Welches ist nun der Kxistallisattonspunkt dieser Zentralisation? Die Aufgabe unserer A. I. I. ist es, die jüdische Jugend schlechthin zusammenzufassen, zusammenzufassen aus zweierlei Gründen. Einmal muß A. I. das Zentrum all derer bilden, die sich restlos zur min und ihrer Verwirklichung in allem, bekennen, also eine Sammlung der Gleicherkennenden und Gleichstrebenden, und zum Zweiten muß A. I. ein Bollwerk sein gegen all die, die heute abseits stehen von uns, die, sich überlegen dünken, und dennoch ob ihrer jüdschen Geistesarmut zu bedauern sinddie aber durch Dialektik und scheinbare Ausweisung hehrer 3) @ielje Jeschurun 12, 1/2 Dr. Wohlgemuths Ab-1 Ideale für manche Jugendliche von 'Gefahr werden Handlung über Fechners Seelenlehre. > mögen. A. I. als Gemeinschaft gewährt freies Sichaus- 9 Juki 1925 leben jüdischer Gedanken itn JRafjmen der nun-, und gewährt Schutz gegen die Krankheiten des jüdischen Golüskörpers. Und wenn diese beiden Gesichtspunkte allen Erwägungen und Erörterungen, allem Schaffen und Arbeiten, sorausgehen, dann wird der B.-T. keine Tagung im üblichen Sinne mehr sein, dann wird er, wie es sein soll, ein Markstein in dem Vorwärtsschreiten in der Er- . kenntnis der Gottesgröhe werden. . David Ullmann. Aus der Bewegung. Jerusalem. In den letzten Wochen befanden sichermge. bekannte Agudisten in Erez Jisroel, um - im Aufträge ... ihrer Freunde dort Boden zu lausen. Nach genauer. . Prüfung der Verhältnisse verhandelten diese in der. Rahe' von Petach-Ttkwüh, um ein geschlossenes Gebiet von viertausend Dunäm zu kaufen, und es" Mang ihnen,, diesen Kauf rechtslastig abzuschließen, . :.y . Nachher stellte es sich heraus,, daß das zionistische Er- , werbsunternehmen „Hachschorath Hajischuw" auch um denselben Boden verhandelt und ihn bereits wesentlich teurer in Krakau und Wien an einzelne Reflektanten weiteroerkauft hatte. Dies veranlaßt? das genannte Unternehmen zur Verbreitung tendenziöser Gerüchte über einen angeblich unwürdigen Konkurrenzkampf der Aguda- Weltorganisation. Wiewohl bekannt wyr, daß dieser Kauf von agudistischen Privatleuten getätigt'worden ist, würde die Aguda in der zionistischen Zeitschrift „Haaretz" und durch diese in vielen anderen Zeitungen mit dieser Angelegenheit verquickt. Die „Hachschorath Hajischuw" warf sich sogar zum öffentlichen Ankläger auf und forderte die Agudisten vor den Rabbiner Aronsohn in Jaffa zum . Din Thora. Zur gegebenen Stunde erschienen sämtliche Angeklagte bei dem Gerichte, doch von den Anklägern war keine Spur zu sehen. Daraufhin veranlaßten die verantwortungsbewußten Agudisten eine neue Tagsetzung.^ Doch auch zu dieser erschienen die Ankläger wieder nicht. Es stellte sich heaus, daß die „Hachschorath Hajischuw" in der Veröffentlichung von mit den Tatsachen nicht übereinstimmenden Gerüchten, und mit der Verschleppung dieser Angelegenheit eine politische und eine geschäftliche Tendenz verfolgten. Die Angeklagten Agudisten ließen aber nicht locker und erzwangen ein Din Thora in Jerusalem. Bei dieser Verhandlung wurde einwandfrei festgestellt, daß der in Frage kommende Bodenkomplex von mehreren jüdischen und nichtjüdischen Vermittlern angeboten wurde und sogar die arabisch-muselmanische Gesellschaft darum verhandelte, die es sich bekanntlich zur Aufgabe gemacht hat, den Bödenkaus durch Juden, zu verhindern. Nach. eingehenden Verhandlungen wurde ein Urteil gefällt, auf Grund dessen die ganze Anklage in sich zusammenbrach und das im Interesse Ser Wahrheit in. ihren Einzelheiten veröffentlicht werden soll: ' 1. Die „Hachschorath Hajischuw" darf unter keinerlei Umständen etwas unternehmen, um den Bodenkauf der Agudisten rechtsungültig zu machen. -v. 2. Das freiwillige Angebot der Agudisten,.?-,für den Fall, daß. es sich erweisen. sollte, daß die „Hachschorath.. Hajischuw" um den Boden verhandelt hat, beziehungsweise diesen weiterverkauft hat, die Hälfte des Vödenkomplexes an diese abzutreten, kann von Gerichtswegen nicht beeinflußt werden, da der Kauf einwandfrei getätigt worden ist. .3. Es ist nicht erwiesen, daß die Agudisten von den angeblichen Verkäusverhandlungen des Hachschorath Hajischuw" wußten. Es ist aber notorisch, daß große Gefahr bestand, daß dieser Boden neuerlich: in arabische Hände komme, was von der „Hachschorath Hajischuw" - ausdrücklich bestätigt wurde. . Die Palästinazenirale der Agpdas Jisr.oel in Polen veröffentlicht eine Erklärung, die sich mit demselben Thema beschäftigt. Es wird festgestellt, daß die Agudas . Jisroel alle Bödenkäufe in Palästina ausschließlich durch die Frankfurter Weltzentrale tätigt und-sie in keinem Falle irgendwelchen Auftrag an Einzelpersonen zum Ankaiste von Boden erteilt hat. 'Eie legt weiter Wert darauf, festzustellen, daß es die Agudas Jisroel, zurzeit als Julius Holländer in Pä- ~ lästina weilte, und den Kauf eines großen Bodenkomplexes abschließen wollte, die diesbezüglichen Verhandlungen sofort abbrach, weil sie in Erfahrung gebracht . hatte, daß auch „Hachschorath HajischuwüMdas gleiche Terrain verhandelt, wiewohl sie dabei erheblichen Schaden erlitt. Zum Schlüsse ist der Kaufabschluß nicht mit der „Hachschorath Hajischuw", sondern mit Privatleuten zu- stände gekommen. Solcher Art ist die Handlungsweise von Agudas Jisroel. und es bedarf keiner Kommentare, wenn tendenziös zionistische Meldungen das Ansehen von. Agudas Jisoel in den Schmutz zerren wollen. Jerusalem. Der Präsident der agudistischen Landesorganisation in Argentinien, Herr Masel, ist zu mehr-, wöchenlichem Aufenthalte in Erez^ Jisroel. eingetroffen. Er wurde von den dortigen Landes- und Ortsorgani- - sationen feierlichst empfangen. ' y Warschau, In den nächsten Tagen beginnt in Warschau ein. Halbmonatsblatt „Erez-Jisroel-Blätt" zu erscheinen: Es wird literarischen und wirtschaftlichen Fragen im Zusammenhang Mt Erez Jisroel dienen. .. f.

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