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Der Israelit · 1925-07-02 · Heft 27 (2.7.1925) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
66 (1925)
Issue
Heft 27 (2.7.1925)
Date
1925-07-02
Page
– (sequence 20)
Language
German
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Seite 20 Nr. 27 Der Israelit 2. Juli 1928 Bibel, die so viele Prophezeihungen über den Wiederaufbau Palästinas enthält, soll in den Dienst dieses Aufbaues gestellt werden. Wenn man bedenkt, so schließt Herr Olsen, daß im Jahre 1924 nicht weniger als 10 Millionen Bibeleremplare verkauft wurden, so bekommt man eine Vorstellung davon, welche Millionenbeträge für Palästina aus diesem Verkauf zu holen wären. der einen großen Palast errichtet, die Tafel mit herrlichem Speis und Trank belegt, und dann erst den lieben Gast zum Eintritt und Genuß einlädt. * Bleibt der Mensch aus der Höhe seiner Aufgabe, so ist er in diesem Sinne Krone der heiße Tropfen. „Verliere ich mein Augenlicht?", jammerte Adam. „Nein," sprach Gott, „es sind herrliche Perlen, die ich in meiner Gnade dir und deinen Nachkommen geschenkt, damit sie in den Stunden tiefster Wehmut und Beklemmung sich einstellen und euch Trost und Erleichterung schaffen." (Statistisches aus Wien.) Die „Statistischen Nachrichten" bringen aus den Ergebnissen der Volkszählung vom 7. März 1923 die Gliederung der Wiener Bevölkerung nach Religionsbekenntnissen. Von den 1,865.780 Einwohnern, welche als Bevölkerung Wiens am 7. März 1923 gezählt wurden ,sind 1,518.830, das sind 81,4 o/o der Gesamtbevölkerung, Katholiken, 205.513, das sind 10,8 o/o der Gesamtbevölkerung Juden, 89.132, das sind 4,8 o/o der Eesamtbevölkerung Protestanten, 33.087, das sind 1,8 o/o der Gesamtbevölkerung Konfessionslose, 14.911, das sind 0,79 o/g der Gesamtbevölkerung Aitkatholiken. Bon dem Rest sind 3403 griechisch- oder armenisch-katholisch, 5331 entfallen auf sonstige Bekenntnisse, während von 1074 Personen das Bekenntnis nicht angegeben wurde. Die Zahl der Juden hat sich gegen das Jahr 1910, wo 175.318 Bekenner der mosaischen Religion ermittelt wurden, absolut (um 26.195 Personen) und auch relativ (von 8,6 o/o aus 10,6 <Vo der Gesamtbevölkerung) vermehrt. Von den 202.513 Juden wohnen 59.722 lm Gemeindebezirk Leopold stadt, wo sie 36,5 o/o der Bevölkerung bilden. Ferner zählten dre Bezirke Alsergrund 23.746 —25,1 «/o, Landstraße 14.204 —9,83 o/o, Innere Stadt 10.462 — 24,3 o/o, Brigittenau 17.572 18,04 o/0, Mariahilf 8941 16,4 o/o, Neubau 9838 15,6 o/0, Iosesstadt 6932 13,8 o/0, Hietzing 5977 — 4,6 o/o und Döbling 5665 =10,2 o/0 Juden. Ainderecke. Von der Schöpfung. Als Gott in den Tagen der Schöpfung das Metall hervorbrachte, welches wir Eisen nennen, überkam Angst und Bangen alle Bäume im 'Walde und sie zitterten bis aufs letzte Blatt. „Das Eisen," klagten sie, „wird unser Verderben sein, es wird uns den Garaus machen." „Warum die Angst?" wandte sich das Eisen zu den Bäumen, „ich werde euch nichts anhaben können, so lange nicht Jemand von euch mir den Stiel liefert und so die Hilfe leistet." -Ä - Vom Nevi-Mnsa-Frst in Palästina. Blick auf eine polizeilich stark bewachte Jerusalemer Straße. (Original-Aufnahme für den „Israelit". Schöpfung. Wehe aber, wenn er von der gegebenen Bahn abweicht, er ist dann letzter Rest und bleibt hinter Mücke und Ameise zurück, die ihm im Schöpfungswerke vorangingen. * * # In der Stufung von unten nach oben unterlcheidet man vier Grade: „Domem" (Mineral), „Zomeach" (Pflanze), „Chaj" (Lebewesen, Tiere usw.), „Medaber" (redender und denkender Mensch). * ■ * * * Wie Adam zum ersten Male den Tag sinken sah, warf er sich weinend zur Erde und meinte, dieses sei der über ihn verhängte Tod. Es überfiel ihn Schlummer. Und als er die Augen öffneten, sahen sie der lachenden Sonne entgegen. Da jubelte er auf und wußte, daß es so Brauch der Welt sei in ewigem Wechsel von. Tag und Nacht, von Sonne und Schatten, Blühen und Vergehen, Sommer und Winter. Gott aber sprach: „Es wird deinem Geschlechte immer auf bange Nacht Heller Morgen, auf starren Winter goldener Frühling erblühen." Am sechsten Tage wurde der Mensch geschaffen, groß, fertig und vollendet. Um die Mittagszeit wurde er mitsamt dem ihm aus der Seite geschnittenen zur Seite gestellten Weibe ins Paradies gestellt. Gegen Abend schon beging das erste Menschenpaar die schwere Sünde des Ungehorsams. Und mit Nachtanbruch sollte der Tod die Ungehorsamen treffen. Es war aber S a b b a t beginn, Eintritt des ersten Sabbat zur Weihung und Krönung der Weltschöpfung. Und Sabbat warf sich verteidigend vor den göttlichen Thron und flehte: „Du hast mich, Herr der Welt, gesegnet und heiliggesprochen. Ist das der Segen und das die Heiligung, daß mit meinem Eintritt die ersten Menschen sterben?" Und Gott hörte auf das Flehen des Sabbats und schob die Strafe hinaus. Da stimmte Adam ein Loblied zu Ehren des Sabbat an. (Mismor Schir lejaum Haschabbos). Sabbat aber antwortete: „Nicht mir ziemt Sang und Preis, sondern es ist gut, daß wir beide Gott danken und lobsingen dem Namen des Höchsten. (Tow nehodoth le-Haschem ulsamer leschimche Eljon.) Der Schomer-ZMzwoh- Verein in Frankfurt a. ZU. (Mit Bild.) „Wie wurde das Licht geschaffen?" fragte Rabbi Simon, Sohn Jehozodoks. „Das kann ich dir sagen," antwortete Rabbi Samuel, Sohn Nachmans. „Als Gott die Welt erschuf, hüllte er sich zur Feier des Tages und in der Freude ob des vollendeten Werkes in einen Festmantel, aus dem so viel Helligkeit ausstrahlte, daß wir nun das Licht haben. Die Bösen, die Gottes Freude um seine Welt trüben, verdüstern das Licht. Darum heißt es: „Und es sah Gott das Licht, daß es gut sei," womit die Taten der Gerechten gemeint ist. Nur einen einzigen Menschen erschuf Gott. Aus daß die Späteren leine Grenzscheidung zwischen sich setzen und der eine nicht behaupte, er entstamme einer höheren Menschengattung als der andere. Wer ein Menschenleben erhält, hat eine ganze Welt erhallen, umgekehrt ist der Verderber eines Menschenlebens ein Weltvernichter. Zu allerletzt, nach vollendetem Schöpfungswerke kam der Mensch. Es gleicht einem Könige, Vom Nebi-Musa-Fest in Palästina: Arabischer Pilgerzug unterwegs. (Original-Ausnahme für ven .»Israelit".) Es ist aber nicht so, daß wenn der Mensch von der Höhe des Menschentums fällt, auf die nächste Stufe des Lebewesens gelangt, sondern viel tiefer, weit unter das Tier hinabsinkt. Daher die Vernichtungskämpfe unter den Menschen, was in der Tierwelt unter der gleichen Gattung nicht zu beobachten ist. Als Adam seinen Sohn Abel verlor und als erster Vater an der leblosen Leiche seines Kindes stand, entrangen sich seinen Augen dicke. Aus der Notwendigkeit heraus, für bessere, gewissenhaftere und würdigere Totenwache in der Gemeinde zu sorgen, als sie bis dahin durch bezahlte Kräfte ausgeübt werden konnte, entstand vor zwei Jahren dieser Verein. Er ist aus der Liebe geboren und übt Liebe Tag für Tag, Nacht für Nacht. Etwa 100 Mitglieder zählt zur Zeit der Verein, im Alter von 17 bis 70 Jahren und noch weiter hinauf und hinunter. Die Opferwilligkeit der jungen Leute und auch der älteren, die Bereitschaft und' die treue Gewissenhaftigkeit bei der Ausübung ihres heiligen Dienstes erregt Bewunderung bei allen, die einmal Gelegenheit hatten, Zeugen dieser Liebesarbeit zu sein. Die Organisation des Dienstes liegt in der Hand eines wachsam auf seinem Posten stehenden Vorstandes und funktioniert in allen Fällen vortrefflich. Einmal in der Woche, am Sabbatvormittag, kommen die Mitglieder zu einem Schiur zusammen. Das Bild zeigt uns den Verein Schomer Mizwoh bei dem einzigen freudigen Anlaß des Jahres, bei der C h e w r o - S u u d o, und ein Blick darauf besagt schon, wie sich hier Alt und Jung die Hand reichen zur Ausübung eines wesentlichen Teiles des natfTon.

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