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Der Israelit · 1925-06-25 · Heft 26 (25.6.1925) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
66 (1925)
Issue
Heft 26 (25.6.1925)
Date
1925-06-25
Page
– (sequence 20)
Language
German
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r II t t! \ Seite 4 Nr. 13 D e r Israel it Blätter . '3unt :192fr Nochmals Mon und der Berg Skopus. Herr Dr. Heinrich Cohen schreibt uns: Die Anmerkung der Redaktion der „Blätter" in Nr. 12 zu meiner Entgegnung auf den Aufsatz des jungen Agudisten unter dieser Ueberschrift nötigt mich zu folgenden kurzen Feststellungen: . - Aus der der Eröffnung der Universität „beigelegten Bedeutung" ist wenig oder nichts über ihren künftigen Charakter zu entnehmen; denn entsprechend der religiösen und politischen Richtung der einzelnen Redner ist naturgemäß auch die Beurteilung unterschiedlich, die sie diesem Ereignis zu teil werden lassen Naturgemäß verbindet hiermit Weizmann andere Erwartungen wie etwa Rabbi Kook '"i- Bon entscheidendem Einfluß für den zukünftigen Charakter der Anstalt wird lediglich die Persönlichkeit des Dozenten sein. Daß die bisherigen Berufungen zu Beanstandungen religiöser Seite keinen Anlaß geben, hat auch mein Kritiker nicht bestritten. Eine „Entweihung und Entwürdigung unseres Heiligtums" kann man daher in der Begründung der Universität, wie sie sich uns bisher darstellt, nur dann sehen, wenn.man grundsätzlich die Errichtung einer Universität in Jerusalem ablehnt. Daß diejenigen Kreise, die bereits für die Diaspora die Beschäftigung mit den allgemeinen Wissenschaften für unzweckmäßig halten, denselben Standpunkt auch bezüglich Crez Jisroel vertreten, ist selbstverständlich, und es liegt mir fern, ihr Verhalten irgendwie zu kritisieren. Das „Berliner Seminar" konnte aber mit Recht in seinem Begrüßungsschreiben an die Jerusalemer Universität (vergl. Nr. 15/16 des „Israelit") darauf Hinweisen, daß seinerzeit die religiösen Führer in Deutschland eine Synthese von Tauroh und allgemeiner Wissenschaft angestrebt haben. Ob die Herstellung dieser Synthese geglückt ist oder nicht, mag für die jetzige Erörterung dahingestellt bleiben. Jedenfalls ist „Tauroh im Derech Erez" bis zum heutigen Tage das Erziehungsideal in Deutschland geblieben. Selbst diejenigen aber, die in der Art und Weise, wie man hier dieses Ideal zu verwirklichen trachtet, keine Möglichkeit der Verwirklichung höchstgespannter jüdischer Erziehungsideale sehen, wissen vorderhand kein anderes Mittel, in Deutschland die Jugend der Tauroh zu erhalten. Beaknnt ist weiter, daß in der Kriegs- und Nachkriegszeit auch im Osten mit Zustimmung und Förderung der Rabbiner Schulen mit dem gleichen Bildungsideal gegründet wurden. Daß die gleiche Notwendigkeit auch für Erez Jisroel vorliegt, wird man nicht ohne weiteres leugnen können. Aber selbst dann, wenn man derartige Erziehungsinstitute für Erez Jisroel für entbehrlich oder gar schädlich hält, steht es denjenigen, die selbst derartige Anstalten und unjüdischere Anstalten besucht haben und auch weiterhin ihre Kinder in derartige Anstalten schicken, schlecht an, die Errichtung der Jerusalemer Universität als Entweihung und Entwürdigung hinzustellen. Dagegen ist es leider angebracht, Besorgnis zu hegen für die zukünftige religiöse Entwicklung - der Universität. Diese Besorgnis kommt auch in dem erwähnten Schreiben des Berliner Seminars zum Ausdruck. Geben sich nun die Dozenten des Seminars einem „unverantwortlichen Illusionismus" hin, wenn sie diese Entwicklung zum Bösen, die mein Kritiker für unvermeidlich ansieht, nicht für unbedingt notwendig halten? — Ist vielleicht auch Dr. Moses Auerbach der dieses Schreiben mitunterzeichnet hat, deswegen ein „saturierter westeuropäischer Akademiker"? Ich bin mir bewußt, daß auch diese Ausführungen „an der Oberfläche bleiben", aber sie haben dennoch wohl zum Ausdruck gebracht, was m. E. gesagt werden mußte. Dr. Heinrich Cohen. Aus der Bewegung. Fankfurt a. Ak. Die Agudas Jisroel teilt mit, daß die Arbeit auf dem Jksalboden, sowie die Errichtung einer Siedlerschule bereits vor Monatsende beginnen wird. Die Leitung übernimmt Herr Davis Trietfch. Anstatt der ursprünglich projektierten Holzhäuser werden massive Häuser durch die Herren Architekt Levy und Zimmermeister Heinrich erstellt, ohne daß ein Mehrpreis gegenüber den Holzhäusern erzielt wird. Men. Mittwoch, den 17: Juni, fand vor 'dem' BezitckKgericht in Strafsachen Wien I.' die abschließende Verhandlung gegen dem Palästinafahrer Henoch Tieger statt,, der wie bekannt, infolge übermäßiger Aufregung bei l seiner Intervention im zionistischen Palästinaämte bezüglich Visaerteilung mehrere Einrichtungsgegenstände zertrümmerte. Henoch Tieger gab an, daß er vom zionistischen Palästinaamt kein Visum erhalte, weit er: Agudist sei. Er, sei schon.über ein Jahr in Wien und' es hatten hunderte. Palästinafahrer, deren Qualifikation wohl in parteipolitischer Hinsicht, aber nicht in Bezug auf ihre Fähigkeiten als Handwerker entsprachen, das Visum erhalten, während Agudisten stets unberücksichtigt bleiben. Henoch Tieger wurde zu zehn Schilling Geldstrafe, bedingt -mit einjähriger Bewährungsfrist verurteilt. Der Richter entschied fiir dieses milde Urteil, da er die Aufregung als berechtigt anerkannte. Sehr scharfe Worte fand er für die häßliche parteimäßige Behandlung der Visaerteilung durch die Zionisten, die einem Zionisten, der nicht Handwerker ist, eher ein Visum erteilen, als einem Agudisten, der ein Gewerbe beherrscht, wiewohl nach gesundem Menschenverstände anzunehmen wäre, daß die Zionisten jeden Juden, der am Aufbau Erez Jisroels Mitarbeiten will, freudigst begrüßen müßten. Antwerpen. Mittwoch, den 10. Juni, veranstaltete die Aguda-Ortsgruppe Antwerpen eine öffentliche Sijums e i e r für den Das Jomi in der Diamantenbörse. Oberrabbiner Abgeordneter Meier S ch a p i r o erzielte mit seinem dreistündigen Referate über Agudaprobleme großen Enthusiasmus bei seiner taüsendköpfigen Zuhörerschaft. Am 11. Juni wurde zu Ehren Oberrabb. Schap i r o s eine Abschiedsfeier arrangiert, an der sich eine bedeutende Anzahl von Juden beteiligten, die sich Dank der Werbearbeit des gefeierten Volksführers als neue Anhänger der Agudaidee bezeichneten. Zum Schlüsse begleiteten nahezu 500 Menschen den verehrten Gast. Warschau. Im Zusammenhänge mit einer Jta-Meldung hat die „Jüdische Zeitung" in Buenos-Airos unter dem Titel: „Wieder die Agudas Jisroel" .einen Artikel veröffentlicht, in dem die Behauptung aufgestellt wird, daß die Agudas Jisroel in Polen geheime Verhandlungen mit der polnischen Regierung wegen Einführung der polnischen Unterrichtssprache gepflogen hat. Diese tendenziösen Ausstreuungen veranlaßten, die Warschauer Zentralleitung der Agudas Jisroel zu einem offiziellen Dementi, das den ganzen Kampf für das Schulwesen in Polen in objektiver Weise schildert. 1. Es wird mit Entrüstung zurückgewiesen, daß die Agudas Jisroel Geheimverhandlungen mit der polnischen. Regierung wegen Einführung der polnischen Unterrichtssprache geführt habe, weil Agudas Jisroel, die die Anerkennung vom jüdischen Cheder nach Muster der neu reorganisierten Jefsaude Hathora fordert, prinzipiell ihre Wünsche öffentlich mit voller Klarheit und Schärfe zum Ausdrücke bringt, was aus den zahlreichen Resolutionen der verschiedenen Agudakonferenzen und den Reden der Aguda-Abgeordneten in Sejm und Stadtrat, sowie allen übrigen Körperschaften deutlich zu erkennen ist. 2. Aus dem von der polnischen Regierung anerkannten orthodoxen Lehrplane ist zu entnehmen, daß täglich sechs Stunden jüdisches Wissen in jüdischer und hebräischer Sprache gelehrt wird, während zwei Stunden profanem Wissen gewidmet werden. Dem gegenüber wird in den jiddischistischen und Tarbusschulen wesentlich mehr polnisch unterrichtet; im übrigen ist dort der ganze Lehrplan auf absolute Assimilation eingestellt. Diese beiden Grundtatfachen als solche geben von vornherein ein klares Bild über die Einstellung der Agudas Jisroel zur polnischen Sprache. 3. Es ist unwahr, daß die Agudas Jisroel gegen andere jüdische Schulen Stellung genommen hat, im Gegenteil der agudistische Abgeordnete Lewin aus Sambor hat in öffentlicher Rede im Sejm Subsidierung sämtlicher jüdischer Schulen gefordert, wiewohl er keineswegs dazu verpflichtet gewesen wäre, weil diese Schulen gegen den Geist der jüdischen Tradition verstoßen. -Er lieferte hierdurch einen Beweis der Toleranz der Orthodoxie, die stets bestrebt ist, sich zu verteidigen, aber niemand anderem zu schaden. Diese Toleranz steht in scharfem Gegensätze zu dem häßlichen Verrat des Abgeordneten Prilucki. . 4. Cs ist Tatsache, daß die ganze öffentliche Meinung in Polen, mit Ausnahme der linksstehenden Jiddischisten mit ungeheurer Aufregung und Verachtung den Uebergriff Priluckis gegen den jüdischen ChfAev urüfgenÄmmön hat.- ' - ' - ,v : : ’’ 'Vp *. j -. . r -? ■ r f . - -.vt „L Man sieht, wie weit die, Verdrehung, der. Tatsachen betrieben wirh> und wie^ man bemüht "ist, anstatt di« riU? iigen VeriÄter des jüdischen Volkes zutadeln^. durch Äeyrätsgeschrei gegen Ägüdas Jisroel die antisemitische Taktik zu kopieren. Schließlich wird bemerkt, dah die Agudas Jisroel sich durch keine, di« .Täqachen. .verHreHenheir - 'An^ tzriffe von ihrem hohen Ziele in der Verwirklichung des Agüdapro'gramines abhalten lasten' wird.; ‘ v Warschau. Dieser Tagereist der Pabianicaer Raw, Rabbi Mendel Alter, ein Bruder des Gerer Rebbep, nach Erez Jisroel. : Warschau. Amtlich wird verlautbar, daß der C h o f e z E häjim derzeit nicht nach Erez Jisroel zu reisen beabsichtigt. . - Warschau. Die Aguda-Ortsgruppe Warschau hat eine Beth-Jakob-Schule für vorderhand 500 Mädchen eröffnet. Warschau. Die Warschauer Zeirei Agudas Jisroel hat zur Ausbildung der Aulim auf dem Gebiet der Landwirtschaft eine Siedlerschule eröffnet. Auch die Poale Agudas Jisroel, Ortsgruppe Warschau, eröffnet eine ähnliche Schule. Jerusalem. Die linksgerichteten Arbeiterorganisationen setzen ihre Propaganda für den Bolschewismus auch im heiligen Lande in Wort und Tat fort. Dies verursacht unausgesetzt Zwistigkeiten, die der Polizei schon viel zu schaffen gaben. Vergangene Woche fand zwischen Misrachisten und Mitgliedern der Histadrüth hoowdim hakloli eine scharfe Auseinandersetzung statt, die mit einer wüsten Schlägerei endete. Die Polizei konnte nur mit Mühe Ordnung schaffen und stellte über ein Dutzend Verwundete fest. Es wurden mehrere Verhaftungen vorgenommen. Przemyfl. Am 10. Sivän ist Grdßrabbiner Markus Friedmann aus Sadagora, Präsidialmitglied des Keren Hathora-Direktorrums und der Palästinazentrale für Oesterreich, in Przemysl angekommen. Am Bahnhöfe wurde er von einer überaus zahlreichen Menge empfangen und begrüßt. Ueber Veranlassung des Sadägoraer Rebben wurde eine Sitzung der, bedeutendsten Persönlichkeiten der Stadt einberusen, um eine Keren-Hathora- Zentrale für Mittelgalizien ins Leben zu rufen. Großrabbiner Friedmann hielt ein einstündiges Referat über die Aufgaben des Keren-Hathora im allgemeinen und die sich daraus ergebenden Pflichten für'die Judenheit Mittelgaliziens. Das Referat löste bei sämtlichen Anwesenden Helle Begeisterung , aus und es wurde an Ort und Stelle die Keren-Hathora-Zentrale für Mittelgalizien gegründet sowie folgende Herren in die Leitung gewählt: Oberrabbiner Markus Friedmann, Sadagora, Ehrenpräsident, Herr Jakob Hirschfeld, Präsident, die Rabbiner Osias Wiederkehr und Zwi Glaser als Aufsichtsräte, ferner Zwi Steiner und Israel. Rapaport, Alter Folger, Mordchei Laub, Meier Herzig, Schmuel Babad, Feiwisch Alpen, Abraham Fried, Antfchel Meiersdorff, Schmul Scherz, Schmul. Wilf, Jehuda Schatz, Meier Leib Reich und einige Zeirim, in die verschiedenen Kommissionen. .Großrabbiner Friedmann hat .die Jeschiwah „Ez Chaim", welche vor einigen Monaten von ihm gegründet wurde, visitiert und wurde von den jugendlichen Talmidim mit einer feierlichen Ansprache begrüßt. Die Schule zählt bereits 70 Hörer und macht einen ausgezeichneten Eindruck. Tel Aviv. Der Warschauer Philantroph M. A. Lö wen ro llt hat in Tel Aviv Boden erworben um eine Jeschiwah zu errichten. Er begibt sich demnächst zu dauerndem Aufenthalte nach Tel Aviv. Er wird dort eine Papierfabrik errichten, und sich uni Wohl und Wehe der Jeschiwah kümmern. Gura-Hümora. Die Aguda-Ortsgruppe Gura-Humora, die trotz ihres jungen Bestandes erfreulicherweise eine intensive Tätigkeit in Stadt und Umgebung wie auch in der ganzen Bukowina entfaltet," hat Samstag, , den . 13. Juni, einen öffentlichen Vortxag des Kü.ltusrates Rafael Poker aus Jassy veranstaltet. Das zahlreich erschienene Publikum folgte den Ausführungen mit großem Interesse. Für die Veranstaltung bemühte sich" der be-; kannte Agudaführer Jakob Apter. '

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