Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 66 (1925)
- Issue
- Heft 21 (21.5.1925)
- Date
- 1925-05-21
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Nr. 11 streng gefeiert wird, und daß dort am Schabbos kein Geschäft geöffnet ist. Den Dank der Agudas Jisroel Jugendorganisation an den verehrten Führer brachte Herr Boley zum Ausdruck und überreichte dem Jubilar als äußeres Zeichen dieser Dankbarkeit einen silbernen Kidduschbecher mit eingegrabener Widmung. Tief bewegt dankte Herr Wolfs für all die ibm gewordenen Ehrungen und gab dem Bewußtsein Ausdruck, daß der Allgütige und die Beschäftigung mit feiner Thora ihn geleitet und frisch erhalten hätten. Cs folgt sodann das Referat des Landrabbiners Dr. de Haas-Oldenburg über „Geistund Geld". Ausgehend von der dem Gebote der Sefiroh zu Grunde liegenden Wahrheit, daß alle irdischen Güter niemals den Zweck, sondern immer nur die Mittel zum menschlichen Wirken bedeuten dürften, daß besonders im jüdischen Kreise alles Irdische sein Ziel und seine Vollendung im Geistigen, in der Thora finden müßte, gab der Redner einen Ueberblick über die Zustände im deutschen Judentum. Er wies nach, wie der innere, religiöse Verfall den äußeren Niedergang verursacht habe, und daß nur die Rückkehr zum Lernen und Ueben der Thora Besserung und Heilung bringen könne. Er schloß mit einer eindringlichen Mabnung zur Förderung des Keren Hathora. In der Diskussion betonte zunächst Herr Aschend o r f f -Norden die Notwendigkeit eines engen Zusammenschlusses und sodann sprach Herr Rabbiner A b e r- Bremen über den künftigen Aufbau des Keren Hattauroh. Die Zahnung des Referenten, den Keren Hattaurob zu fördern, wurde nachhaltig von den Herren Lehrer Klein-Norden, Landrab.viner Blum-Emden, Lehrer R u d a-Wilhelmshaven unterstützt. Leider hatte dieselbe zunä«^ keinen befriedigenden Erfolg. Die für den Keren Hattauroh veranstaltete Sammlung hatte ein wenig günstiges Ergebnis. Das ist außerordentlich bedauerlich, denn die Fortsetzung der bisher so gut begonnenen Arbeit im Bezirk läßt sich unter den schwierigen Verhältnissen, unter denen die Organisation heute leidet, nur dadurch ermöglichen, daß die Gemeinden und ihre Mitglieder weit mehr als bisher zu den notwendigen Ausgaben beitragen. Zu dem Ergebnis der Sammlung nahmen nochmals Landrabbiner Dr. de Haas, Herr van Dyk-Aurich. und Herr Lehrer Klein-Norden das Wort. Herr. Dr. Charig-Emden machte Vorschläge, wie die Sammlung ertragreicher gestaltet werden könnte. Eine kleines Rededuell zwischen den. Herren Knurr-Aurich und Jogas Wolff-Aurich wurde von Herrn Max v. d. Walde-Emden beschwichtigt, der dem Jubilar, Herrn Wolfs, das Treuegelöbnis der Jugendgruppe Emden überbrachte und mit der Versicherung schloß, daß die Agudas Jisroel-Jugend in Ostfriesland die von Herrn Wolfs gelehrten Traditionen Hochhalten werde. Herr Simon Nordheimer-Emden brachte dem Jubilar die Wünsche seiner Gemeinde dar. Daran schloß sich ein formschöner, herzbewegender Vortrag des Herrn Leo Mumk-Köln über die Pflicht, das Alter und die Weisheit zu ehren. Der Redner führte aus, daß nur d i e Gemeinschaft auf Bestand und Blüte rechnen kann, die ihre Alten und ihre geistigen Führer ehrt, und schloß mit der Mahnung, unsere Talmide Chachonim zu verehren und zu fördern. Nachdem gegen 8K Uhr die Tagesordnung erschöpft war, hielt eine gemütliche Kaffeetafel die Teilnehmer noch längere Zeit beisammen. Aus der Bewegung. Dorlragsreise Wolf Iacobson. lieber die von Herrn Jacobson, dem rührigen Vertreter des deutschen Keren Hathora in der letzten Zeit gehaltenen Vorträge erfahren wir: Hannover: Gründung eines Kommissariats unter Vorsitz von.Rabb. Dr. Freund. Am Vortragsabend traten über 100 Mitglieder bei.' Der Keren Hathora beabsichtigt, in Hannover in nächster Zeit eine Talmud Thoraschule zu eröffnen. H a l b e r st a d t: Der Vortrag brachte erfreulichen Mitgliederzuwachs. Im Anschluß daran fanden Aussprachen mit dem Vorstände der deutschen Landesorganisation statt. Magdeburg: Kommissariat Magdeburg unter Vor^ fitz von Rabbiner Meier. Mitgliederzahl einstweilen 46. Verhandlungen wegen einer in Magdeburg einzurichtenden Talmud Thora sind im Gange. Eschwege: Nach gut besuchtem Vortrag traten etwa 30 Mitglieder bei. Das Kommissariat wird geleitet von Herrn Ravbiner Dr. Baßsreund, Julius Löwenstein und Willy Cohn. Treysa: Der Vortrag, der in der Synagoge stattsand, wandte sich insbesondere an die hessischen Gemeinden, die ehemals eine bedeutende Rolle unter den deutschen Juden spielten und die auch heute noch über das Menschenmaterial verfügen die zur Ver- . tiefung des Thorästudiums der jüdischen Gesamtheit die größten Dienste zu leisten hätten. Kommissariat unter Leitung von Herrn Max Baum. Frankfurt a. M. In den Räumen der hiesigen Agudas Jisroel-Jugendgruppe fand eine Vollsitzung des O r g a n isatio ns Vorstand es der Agudas Jisroel- Jugendorganisrrtion statt, die sich mit einer Reihe aktueller Fragen befaßte. Die Tagesordnung für den vom 2. bis 4. August stattfindenden Delogierten- und Bundestag würde festgesetzt. Die Stellung der Lehrsekretäriate zum Keren Hathora Der Israelit Blätter wurde eingehend erörtert. Der von Gottfried Gold-- schmidt-Halberstadt in den „Blättern" unterbreitete Vorschlag der Verschmelzung von Orts- und Jugendgruppen wurde einstimmig als völlig undiskutabel bezeichnet. Nach längerer Unterbrechung soll in den nächsten Wochen das Organ der A. I. I. O. wieder erscheinen. Emsland. Das Bezirkssekretariat Emsland sendet uns zu unserer Notiz in Nr. 7 dieser Blätter aus Wunsch des Vorstandes der Gemeinde Lingen folgende Berichtigung: „Es war auch vorher eine- Schechitcr in Lingen, aber sie wurde von Schauchtim ausgeübt, deren Kabboloh nicht erneuert worden ist." Dasselbe trifft übrigens, wie wir hören, auch auf Meppen zu. Zürich. Die schweizerische Halästinazentrale der Agudas Jisroel hat die Verpflichtung übernommen, eine Klaffe der Mädchenschule in Tel-Aviv für. ein Jahr vollständig zu unterhalten. — Einen stark empfundenen Mangel hat die schweizerische Landesorganisätivn der Agudas Jisroel durch Herausgabe eines Nachrichtenblattes behoben, dessen erste Nummer am 5. April 1925 erschienen ist. Luzern. Am letzten Pessachtage hielt Herr Dr. Deutschländer (Wien) in der hiesigen Aguda einen Vortrag, der über den augenblicklichen Stand der palä st inen fischen Verhältnisse — Land und Leute und deren nationale und religiöse Aufbaumöglichkeiten betreffend — orientierte. Die Arbeit der Aguda müsse in gleicher Weise religiös-kulturell wie nationalökonomisch eingestellt sein. Der fromme, palästinensische Jude bittet heute den tatkräftigeren, im Golus noch weilenden Bruder, um geistige Unterstützung durch Schaffung von Schulen. Gleichzeitig müsse der Boden in Erez Jisroel in die Hände frommer Juden übergehen. Durch einen zentralisierten Ankauf sei das Kaufwesen das noch besonders komplizierten türkischen Gesetzen unterliege, viel vereinfacht. — Wie immer bei den Vorträgen von Herrn Dr. Deutschländer, hatte man auch dieses Mal das Gefühl, daß er die realen und idealen Forderungen unseres Volkes als ein tief Verwurzelter kennt und feine Worte trugen den Stempel der Selbstverständlichkeit und Wahrhaftigkeit, denen sich keiner in unserem Kreis verschließen konnte. Der verehrte Redner weckte das Gefühl des Mitarbeitenwollens bei Vielen, was ihm den schönsten Dank bedeuten wird. New Dork. Die beiden Jugendgruppen der Agudas Jisroel in New Aork (Organisation Zeirei Agudath Israel, 122 Columbia St.) hielten am 25. April ihre halbjährige Generalversammlung ab. Im Mittelpunkt der von verschiedenen Berichterstattern vorgetragenen Referate;über die Wichtig? feit der Gesamtaguda und der Jugendgruppen stand ein Antrag zur Gründung einer Palästinakolonie auf den Namen der amerikanischen Jugendorganisation. Die Bewegung zur Ausführung dieser Idee hat in der letzten Zeit große Fortschritte gemacht. Zahlreiche Mitglieder der Jugendgruppen beteiligten sich eifrig am Das Jaumi-Schiur. Der Vorsitzende, Herr Josua S. G o l d, hielt ein glänzendes Referat über die B e d e u - tung der Agudaidee und ihre Verbreitung in Amerika und erweckte damit bei dem zahlreich erschienenen Publikum starken begeisterten Beifall. Nach Schluß der Versammlung, die sich der Begrüßung durch angesehene Rabbonim erfreute, vereinigte man sich, zu einer feierlichen Melawe Malke-Sudoh, die durch mannigfache rednerische und musikalische Darbietungen verschönt war. Der neugewählte Vorstand setzt sich aus den Herren: I. S. Molt, I. M. Gordin, Ch. S. Katz, Ch. Ehrlich, Ch. A. Hubermann, H. Weintraub, B. Hirsch, A. Gleicher, M. Metzger, Ch. I. Vogel zusammen. Haag. Am 3. Mai fand in Haag die Plenarsitzung der Vorsteher der Landesorganisationen der A. I. von" Holland und Belgien statt. Es waren 40 Delegierte erschienen, darunter namens des G. A. der A. I. Rabb. Dr. Pinchas Kohn und Jacob Rosenheim. In Vertretung der Keren Hathora-Zentrale war Direktor Dr. Leo Deutschländer anwesend.. Ferner Oberrabb. Dr. Ritter, . Rabb. Saarlouis und Koppel Spira. Die Versammlung wurde durch Oberrabbiner Hirsch-Zwylle eröffnet. Das erste Referat hielt Rabb. Dr. Pinchas Kohn über die gegenwärtige Lage der A. I. im Golus und in Palästina. Nack' einer Ansprache Jacob Rosenheims referierte Direktor Dr. Leo Deutschländer über den Keren Hathora. Dr.. Stein-Amsterdam berichtete ausführlich über die Organisationstätigkeit in Holland und konnte ein wesentliches Anwachsen der Mitgliederzahl sowie insbesondere der Arbeit für Keren Hathora konstatieren. In ähnlichem Sinne referierte Friedmann-Antwerpen über Belgien. Nach lebhafter Diskussion wird der Zentrale unumschränktes Vertrauen ausgesprochen und ihr gleichzeitig versichert, daß die Westländer sich mit erhöhter Bereitwilligkeit und Opferfreudigkeit in den großen Dienst der Aguda stellen werden. Nach einem Schlußwort durch Oberrabbiner Hirsch-Zwo'lle wird die Versammlung in begeisterter Stimmung beendigt. Haag. Zu Ehren der anwesenden Mitglieder des G. A. veranstaltete die Aguda-Ortsgruppe Haag am 3. Mai ein Massenmeeting. Im überfüllten Saale hielt Jacob Rosenheim eine großangelegte Rede, die Lage der Agudas Jisroel ausführlich würdigend. Dr^ Leo Deutschländer referierte über Keren Hathora und Palästina-Arbeit. Unter dem Eindruck der wirkungsvollen Vorträge wurde im Auditorium spontan für den Keren Hathora gesammelt und beträchtliche Summen gespendet. 21. Mai 1925 Tel-Aviv. Außer den Räumen für das Büro der Agudas Jisroel in Tel-Aviv find nunmehr auch Räume für eine Knabenschule von Seiten der Palästinazenträle der Agudas Jisroel gemietet worden; die Leitung der Schule hat Herr S. Rabinowitz übernommen. Herr Rabinowitz, ein geborener Jerusalemer, hat seine Ausbildung auf der Breuerschen Jeschiwoh in Frankfurt a. M- und im Lehrerseminar in Köln a. Rh. genossen, seine akademischen Studien absolvierte er an der Universität in Gießen. Das Schulprogramm ist im Einvernehmen mit dem Rabbinischen Rat der Agudas Jisroel in Palästina festgesetzt. . Spendenlisten. Aguda-Hauptfonds. Bres lau: Ortsgruppe 230. \ „ Esch wege: Julius Löwenthal 300. Frankfurt a. M : Ortsgruppe 1024. N. N. 5. Fr ei bürg i. Br.: Joses Dreifuß vom Minjan 65. Simon Epstein 20. Gütersloh: B. Eisenstein 10. H alb erstadt. Frau Bachmann zuin 5. Nissan 10. Ortsgruppe 50, Frau Bachmann zum 6. Isar 10. Hamburg: Ortsgruppe 316. Mannheim: Alsrev Kalter, Ausrusspende 4.20. Nei den stein- N. 10. Irauenhilfe. Breslau: Sammlung einiger Damen der Ortsgruppe 305. Frankfurt a. M.: dch. Emil H. Lehmann 15. - Halberstadt: K. E 60, Frauengruppe 106, B. 10, Frauengruppe 37.50. Keren Hathora. B rück en au: Synagagenspenden 63. Frankfurt a. M.: aj Gedenkbuch-Erträge: Barmizwo-Feiern bei Wilhelm Herzseld 86, Lehrer Reich 14.75, Hippolyt Baer 31, Brismilo-Feicrn bei Phitipp Feijt 100, Hermann Weinberg 65, Harburger 41, Ludwig Oppenheimer 52, Moses Läufer 21, Pidjon habeen bei Fleischmann 15 30, 5) Barmizwo-Summlnngen: Hans Bär iSl, Max Carlebach 40, Adolf Ansbacher 14, Heidingsfeld 10. c) Spenden: Philipp Feist 260, Nathan Stein ünl. Barmizwo f. Sohnes 60. dch. Rabb. Weber ges. im Bees hamidrasch 35. Walter Rosenthal 20, Nathan Rothschild 35, Salomon Rosenselder 20, dch. Dr. Julius Homburger Teilbetrag von Brismilo JoUrdan 20 und von N. P. 10, pon Brismilo Jacob Broch 20, Beer Markus Weil 20, dch. Nath. M. Bier 10, Saul Bodner 10, Ludwig Bergel 10, Salmon Adler 5, Marcus Hirsch Jahrz.-- Sp. 5, Lea Abrahams 25 Gulden, Schnodergelder 27, TeI.°Abl. 19. Freudenbur g: S. Samuel Weil Pidjaun nesesch 13.25, div. 14. Hers seid: dch. Lehrer Emanuel Schnodergeld 3, Sammlung 20, vom Purim-Theater Herssclder Kinder 30, dch. Jos. Bacharach Schnodergeld in Synagoge b., Jahrz. Lehrer Landsberg s. A. 100. Homburg (Saar): Heinrich Levy 20. Karlsruhe: von Brismilo bei Dr. Willi Weil 106.60, Dersteig d. Benfchens beim Sium auf ganz Mischnajis 91. Ulmbach: Feist Nutzbaum 5 Wiesbaden: dch. San. R. Dr. Kornblüm 100. Markenerlös. Alsfeld: Flora Rothschild 20. Berlin: Hanni Lewinski 15.40. Brückenau: Dch. Rost Schuster z. Hochz. Adler Fleischmann 21. Frankfurt a. M.: Fritz Strauß (JugendgrH 40. Guxhagen: Jugendgruppe 15 Halberstadt: Klara Bachmann 15. Halle a. S.: Frau Hellermann 1.60. Jchenhausen: I. Gradmann 9. Karlsruhe: Jacob Altmann 50.?, Mannheim: Sigm. Würzburger 20, G. Dreysutz z. Hochz. Dr. Levi-Jakobsohn 30. München: Arthur Feuchtwanger 10. Nürnberg: Jugendgruppe Chewras Bachurim 20S Sammelbüchsen. Jchenhausen: I. Gradmann 27.78. Marburg: Jugendgruppe 30 45. Münch en: Arthur Feuchtwanger 5. Schwa buch: Mannes 2.40, Feuchtwanger 0.50, Bleicher 7.10, Herz 2. 8v6ä(flie6 In alten Ortsgruppen.