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Der Israelit · 1925-05-07 · Heft 19 (7.5.1925) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
66 (1925)
Issue
Heft 19 (7.5.1925)
Date
1925-05-07
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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7. Mai 1925 Israelit Nr. 19 Seite 6 liefern wir einen eleganten Kneifer mit Gläsern. Double ohne Fassung, der eigens für Nase und Gesichtsbildung hergerichtet wird. Es ist nicht mehr nötig, daß Sie sich mit schlechtpassenden Gläsern, falsch und schief sitzenden Kneifern behelfen, die Augen dadurch vernachlässigen und schädigen. Besprechen Sie sich mit unseren Fach leuten ohne Kaufverpflichtung, wir beraten Sie gut und bedienen Sie sehr preiswert. Lieferung für alle Kassen Örihozentnscke Kneiier'Gesßllschait, Opernplatz. Für die Reise Feldstecher, Operngläser von 20.— Mk. an. Schutzbrillen und Kneifer in allen Farben worden und das Ehepaar Wachtel hatte gegen ihn ausqesagt. Wachtel ist inzwischen seinen Wunden erlegen Die Geschäftsinhaber der Tauentziettsteaße. Kurfürstend amms und der Rankestraße wollen sich, wie der „Vossischen Zeitung" mitgeteilt wird, zu einem Schutzverband zusammenschließen, um qegen die jugendlichen Demonstranten zu protestieren, die sich jeweils am Nachmittag in diesen Straßenzügen sammeln und die jüdischen Kunden belästigen. Die Lifenbahnkataslrophe im polnischen Korridor. Berlin, 3. Mai. Das fürchterliche Eisenbahnunglück im polnischen Korridor brachte auch über einige jüdische Familien in der Ostmark und drüben in Litauen schweres Leid. Zwei auch in Deutschland wohlbekannte Herren aus Kowno, Notel L i p s ch i tz , der Herausgeber des „Sichron Jakow" von Jakob Lipschitz und M. Sch mule witsch, Leiter der Jabne-Schule, die in Sachen dieser Schule auf einer Reise nach Berlin begriffen waren, befanden sich ebenfalls im Unglückszuge und konnten sich fast als einzige von den Passagieren des gänzlich zertrümmerten Wagens wie durch ein Wunder retten. Der Deutsche Tierschutzverein und das rituelle Schächten. München, 1. Mai. In Ergänzung des Berichts, in der jüngsten Nummer über die Verhandlungen des Verbandes der deutschen Tierschutzvereine in seiner siebzehnten Jahresversammlung, werden uns noch folgende Einzelheiten mitgeteilt: Nor der Behandlung des Antrages Westphal-Düsieldorf auf Durchführung des Betäubungszwanges für alle Schlachttiere hielt der Kölner Schlachthofdirektor einen sachlichen Vortrag über die Betäubungsapparate und erklärte, daß z. Zt. kein einziger von ihnen als ideal zu bezeichnen wäre. Daraus fußend, erklärte zunächst Oberbahninspektor.von E u e n aus Landshut, daß man das Schächten demgemäß unmöglich zu Gunsten des Betäubens verbieten dürfe. Polizeipräsident a. D. B a st i a n -München wünschte, daß angesichts des in einigen Jahren zu erwartenden neuen Strafgesetzbuches, in dem der Tierschutz-Paragraph neu formuliert werden soll, der Antrag Düsseldorf (Westphal) von den Antragstellern zurückgezogen werde. Sehr wirkungsvoll betonte darauf Geheimrat Volkmar -Büdingen, daß die allgemeine Fassung des Antrages, durch die die religiösen Gefühle der Juden verletzt würden, unmöglich sei. Man könne nicht auf der einen Seite Tiere schützen und auf der anderen Menschen verletzen. Wohl stimme er dafür, das Schächten aus einen Umfang zu beschränken, der für einen Fleischverbrauch der Juden notwendig sei. Nachdem noch eine Reihe von Gegnern gesprochen batten, ergriffen, wie schon berichtet, die Herren Rabbiner Dr. Jacob H o r o w i tz -Frankfurt a. M. und Nabb. Dr. Stein -Schweinsuri nacheinander das Wort, deren vorzügliche Ausführungen sichtlichen Eindruck machten. Damit war bestens der Boden vorbereitet für den Vermittlungsvorschlag des Herrn Kommerzienrat S. F r ä n k e l -München, die ganze Materie zurück- Zustellcn. Sehr warm gegen den Antrag auf ein Schächtverbot setzte sich auch der Schweinfurter Vertreter Lang, "nd zwar aus Rücksichten der religiösen Toleranz, ein. Mit 35 gegen 18 Stimmen wurde der Antrag Fränkel angenommen und die Vertagung beschlossen. Es schien so, als sei damit auch der bereits berichtete klrefelder Antrag auf Betäubungszwang bei Bullen süss erste erledigt. Die logische Berechtigung dieser Anno-,me betonte auch Kommerzienrat Fränkel. Es wurde jcborfj die Versammlung noch einmal über diesen Punkt nngehört und es ergaben sich 24 Stimmen für und 24 Alumnen gegen eine Behandlung des Antrags Crefeld. Mit 28 gegen 24 Stimmen wurde dieser Antrag a n g e - n in men. Verein zur Förderung ritueller Speisehäuser. Hamburg, 5. Mai. Der Verein zur Förderung ritueller Speisehäuser, c' A., zu Hamburg, der seit 25 Jahren bemüht ist, dem '^senden und Erholung suchenden jüdischen Publikum un-elle Verpflegung zu verschaffen, hat in letzter Zeit wiederum seine durch die wirtschaftlichen Verhältnisse der kriegs- und Nachkriegszeit gehemmte Tätigkeit in vollem Umfange ausgenommen. Das von ihm herausgegebene Verzeichnis ritueller Speisehäuser und Bezugsquellen im In- und Ausland ist erheblich erweitert worden. Das demnächst erscheinende Heft wird.bezüglich der Vereinigten Staaten Nordamerikas zum ersten Male wichtiges Nachweismaterial enthalten. — Die Herausgabe der Hefte erfordert eine außerordentlich mühe- und verantwortungsvolle Arbeit. Im Laufe der Zeit hat es sich nun herausgestellt, daß dem Vorstand des Vereins Fragen zur Entscheidung Vorlagen, die über seine Kompetenz hinausgingen und Zuhilfenahme von Instanzen nötig machten, die außerhalb der Verwaltung standen. Um diesem Uebelstande abzuhelfen, hat der Vorstand kürzlich seine Kaschruth-Kommission so umgewandelt, daß diese nunmehr aus drei Rabbinen und zwei Nichtrabbinen besteht. Hierdurch ist es möglich geworden, daß Fragen halachischer Natur, zu deren Lösung die Kom- ,-nission als solche nicht kompetent ist, von den drei Rabbinen selbständig und unabhängig vom Vorstand erledigt werden. Diese Neugestaltung der Dinge ermöglicht es auch den mit dem Verein in Verbindung stehenden Rabbinen, etwa austauchende Schwierigkeiten durch direkte Verhandlung mit dem Rabbinerkollegium des Vereins zu beseitigen. Endlich wird durch die getroffene Einrichtung dem jüdischen Publikum die Gewähr geboten, daß die Maßnahmen des Vereins bezüglich der Aufsicht über die Speisehäuser in religionsgesetzlicher Beziehung absolut einwandfrei sind. Es steht zu hoffen, daß die oben geschilderte Aenderung in der Geschäftsführung der Kafchruth-Kommission dem Verein weitere Freunde zuführen wird. Eine bedeutende Zunahme der Mitgliederzahl ist unbedingt erforderlich, wenn der Verein imstande sein soll, seine Aufgaben restlos zu erfüllen. Der Oberrabbiner von Kairo gestorben. London, 3. Mai. Der Oberrabbiner von Kairo und Abgeordneter des ägyptischen Parlaments, Rabbi Ben Simon, ist im Alter von 55 Jahren verschieden. Rabbi Ben Simon war ein Gelehrter von großem Ansehen. Er verfaßte mehrere Werke über Bibel und Talmud und gab auch eine Uebersetzung des Schulchan Aruch in arabischer Sprache heraus. (I. T. A.) 500 jüdische Siedler-Familien in der Krim auf ihrem Boden besläkigl. Moskau, 1. Mai. Noch bevor die Sowjet-Regierung ihr bekanntes Dekret über die Zuweisung von Siedlungsland an jüdische Familien herausgegeben hatte, siedelten sich in der Krim etwa 500 jüdische Familien auf einer Landfläche von 18 000 Desjatin (54 000 Morgen) an. Sie besaßen bis jetzt kein legales Recht auf den von ihnen bearbeiteten Boden. Die Regierung beschloß nun am 21. April, dieses Land den Kolonisten zu den gleichen Bedingungen, wie sie für die anderen jüdischen Siedler auf Grund des Kolomfationsplanes der Regierung bestehen, als Eigentum zu übergeben. (I. T. A.) Paiäftfna. Die Palästina-Anleihe. Jerusalem, 1. Mai. Eine Anfrage der Palästinensisch-Arabischen Nationalpartei (Gemäßigte Nationalisten) bezüglich der Palästina-Anleihe beantwortete die Palästina-Regierung wie folgt: Es ist in diesem Augenblick unmöglick, zu bestimmen, mann und auf welche Summe die geplante Palästina- Anleihe der Regierung aufgelegt werden wird: jedenfalls werden zu gegebener Zeit alle Einzelheiten der Oeffentlichkeit bekannt gegeben und alle notwendigen gesetzlichen Bestimmungen getroffen werden. Sollten die Engagements für die Anleihe beendet sein, bevor ein Repräsentantenrat in Palästina gebildet worden ist, so wird gleichwohl die Anleihe begeben werden, ohne daß man auf Zusammentritt des Repräsentantenrates warten wird. — Am 28. Februar d. I. haben die Kronsagenten in London der Palästina-Verwaltung Vorschüsse aus die geplante Anleihe von 1330 000 Pfund gewährt. Diese Vorschüsse wurden mit Billigung des Staatssekretärs für die Kolonien zugleich mit den verfügbaren Ueberfchüsien der Verwaltung für die palästinensische Eisenbahn, Telegraph und Telephon, sowie zur Deckung eines Teils der Ablösungssumme für die Jaffa-Jerusalem-Eisenbahn verwendet. Eine spezielle gesetzliche Bestimmung für die Verwendung dieser Vorschüsse ist nicht getroffen worden, da die Billigung der Zinsenzahlung durch die Beratende Körperschaft (advisory Council) ausreichend war. Ein Bericht über das Anleihewerk wird zu gegebener Zeit veröffentlicht werden. Das Anleihe-Projekt wird dem britischen Parlament erst dann unterbreitet werden, wenn die Garantie der britischen Regierung gewährt werden würde. Die Zinsen werden auf die Diskontrate der Bank von England gezahlt: sie betrugen anfangs 3 Prozent, wurden im Juli 1924 auf 4 Prozent und im März 1925 auf ^.Prozent erhöht. (I. T. A.) Ein arabisches prokestmemorandum an den Völkerbund. Jerusalem, 1. Mai. Die Palästinensisch-Arabische Executive sandte ani 27. April ein neues Protestmemorandum an den Völkerbund, in welchem nochmals gegen die zionistische Politik in Palästina Protest erhoben wird. Das Memorandum zerfällt in zwei Teile, von denen der eine für den Völkerbundsrat, der zweite für die Mandatskommission des Völkerbunds bestimmt ist. In dem Memorandum an den Völkerbundsrat wird insbesondere gegen Artikel 2 des Palästina-Mandats, der die Errichtung eines jüdischen Rationatyeims in Palästina, sowie gegen Artikel 4, der die Anerkennung der Jewish Agency betrifft, Protest erhoben. Der Völkerbund wird ersucht, die Errichtung einer nationalen' und verfassungsmäßigen Regierung in Palästina, in welcher Araber und Juden nach dem Verhältnis ihrer Zahl im Lande vertreten fein sollen, zu veranlassen. In dem für die Mandatskommission bestimmten Memorandum wird darüber Beschwerde geführt, daß die Kommission in ihrer letzten Sitzung im Oktober 1924, da das Palästina-Mandat zur Verhandlung stand, nur einer Partei das Wort gab, nämlich Sir Herbert Samuel, der ein Jude und ein ergebener Zionist sei. Die Arabische Executive spricht ihre Entrüstung über die Stellungnahme Sir Herbert Samuels in seinem mündlichen Bericht an die Kommission aus und ersucht die Mitglieder der Kommission, persönlich nach Palästina zu kommen, und die Beschwerden der arabischen Bevölkerung an Ort und Stelle auf ihre Berechtigung hin zu prüfen. Zum Schluffe wird in dem Memorandum gegen die- Herrn Ruthenberg gewährten Elektrizitäts-Konzessionen, sowie gegen die der Jewish Colonisation Association (J.C.A.) in Athlit und Kabarah gewährten Konzessionen Protest erhoben. Endlich wird gegen die Nichtausschreibung der Wahlen in die Stadtverwaltungen und gegen die steigende jüdische Einwanderung protestiert. (I. T. A.) Unsere allseitig bekannte Spezialität: Herren-, Anaben- und darmizissk -Neiäung in streng "1 V D Verarbeitung CARSCH Liebfrauenstr. 8-10 Neue Krame 27

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