Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 66 (1925)
- Issue
- Heft 18 (30.4.1925)
- Date
- 1925-04-30
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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66. Jahrgang. Frankfurt a. M., den 30. April 1925 6. Ijar 5685 Nr. 18 ver Israelit | Ein Centralorgan ffir das orthodoxe Judentum Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Abonnemeüt ab Januar 1834: Deutschland 1 Goldmark monatlich; Ausland: Vierteljahrpreise (entsprechend dem deutsche» Inlandspreis zuzüglich Kosten des Streifband-Versandes) Deutfch-S »erreich: Schilling 6.-; Amerika l Dollar; England 4 sh.; Frankreich 15 Fr.; Belgien 15 Fr.: Holland3 fl.; Italien 80 Lire; Jugoslawien 70 Din.; Litauen 7.50 Sit; Rumänien 300 Lei; Polen 4 deutsche Goldmark zum Tageskurs oder 5 Zloty; Schweiz 8 Fr.; Tschecho-Slowakei 38 Kronen: Ungarn7OOOOKronen: Dänemark 6 Kronen; Norwegen fi Kronen; Schweden 8,50 Kronen. Einzelnummer dreißig Goldpfennige. Der Israelit erscheint seden Donnerstag. Inserate 40 Goldpf. für die stebengespaltene Nonpareille-Zeile. Abonnenten zahlen bei Stellengesuchen und Familienanzeigen nur SO Pf. Die 76 mm breite Reklamezeile: letzte Textsette 1.6O Mk., vorletzte Textsette 3.— Mk.; Thtffregebühr in Höbe eines dopp. Fernbrtefportos. Rabatt nach Tarif. Bet laufenden Jnserataufttäge« tarifm. Preiserhöhung jede Verlag des Israelit G.m. b. H., Franks, a. SR., so«, durch siimtl. Annoncen-Exped. des In- und Auslands._„_... _ _ .. Geschäftsanzeigen; Tut. Schmidt, Langestraße 7, U. Platzvorfchrifte» ohne Verbindlichkeit. Ängen direkt an den Verlag auf Postscheckkonto Frankfurt (Main) Nr. 18808. — hau 311190757. - Postscheckamt Zürich Nr. VM 7354 - Inkasso-Bank Rotterdam Bukarest - Filiale Außerdem au: Postsparkasse Wien Nr. 798O6 — Postsparkaffenamt Budapest Nr. 18434 — Postscheckkonto — PoMcheckamt Amsterdam Nr. 34 869 — Böhmische Nntonbank in Prag — Banca Marmarosch Blank & Co. in : des Wiener Bankvereins in Agram. WWWO Hormon Derkags-AkliengefelWast SvanMuvt 1? ä cfi f ( c IDocfie c v f cfi c i n t: Dom Sinn des Judentums Ein Sammet buch zu <§firen eJtaffian ®irn6aums ß)erausgege6en von A. L. Raplan und m. latidau. 320 Zeilen mif einem jBifdmis eJtaifian DirnöaurnZ Treis in gedieg. §eimvandband DH&. 10.— Inhaltsverzeichnis: Geleitwort Dem Meister zum Grub, Wolf S. Jacobson, Dem Meister zum Gruß. Adolf Kretz, Nathan Birnbaum u. die Jugend. Berthold Feiwel, Ein Brief. Persönlichkeit und Werk. Dr. Josef Meisel, Selbst-Emanzipation. Samuel Rappaport, Der Gottsucher. Simon Dubnow, Drei Stufen des Nationalrsmus. _ w Leo Herrmann, Wandlung und Wende. tans Kohn, Um die Ewigkeit, oseph Carlebach, Stil und Persönlichkeit im jüdischen Schrifttum. Max Landau, Nathan Birnbaum und das jüdische Volk. Umkehr. Pinchas Kohn, Umkehr. Josef Wohlgemuth, Die Bußfertigen und die vollkommen Gerechten. , , Marttn Buber, Eine chassidische Büßpredigt. Von jüdischer Weltanschauung. Jechiel Jakob Weinberg. Gedanken über Judentum. - SacobRosenheim, DieWurzel desÄithettscherr. leier Munk, Das tägliche Gebet. Von jüdischer Gläubigkeit. Abraham Elijahu Kaplan, In den Spuren der Jir'a Salomo Birnbaum, Das Reich der Rätsel Bernhard Tag, Religiöse Problematik und jüdische Religiosität. Von jüdischer Art. Ernst Müller, Extase und Kritik. Ernst Simon, Zur Wertung des Alters im Judentum. Robert Weiß, Der Solidarismus der historischen jüdischen Familie. Das Judentum und die neue Zeit. Moses Auerbach, Die Bildungsfrage in der thoratreuen Judenheit Deutschlands. Leo Deutschländer, Die jüdische Schule. Oskar Wolfsbei g. Zum Thema: Religion und Wissenschaft. Aus jüdischer Dichtung. Uriel Birnbaum, Gebete in Sonetten. Hermann Weyl, Die Schöpfung. Franz Rosenzweig,Adaun Aulom/Moaus zur. S. I. Agnon, Bund der Liebe. Max Brod, Elegie an die abgefallenen Juden. Emil Cohn, Im Affenwald. Nahum Norbert Glatzer, Sieben Gleichnisse und Legenden. Hermann Weyl, Der Htttenzug. Bibliographie. Menachem Birnbaum / Bildnis Nathan Birnbaums. Fu beziehen clurck aCtc 6efferen ®uefifiandtungen'und durefi den Vertag. < Ferdinand Lassalle. Am 11. April waren hundert Jahre verflossen, seitdem Ferdinand Lassalle, der Schöpfer der deutschen Sozialdemokratie, in Breslau geboren wurde. Tagespresse und Zeitschriften haben den Gedenktag zum Anlaß genommen, um Wesen und Wirken des genialen Volksmannes zu kennzeichnen, und auch eine Reihe von Büchern ist erschienen, die sich mit Lassalle beschäftigen. Beachtenswert ist insbesondere die kleine, aber außerordentlich interessante Schrift des Wiesbadener Regierungspräsidenten Dr. Konrad Haenisch: „Ferdinand Lassalle. Der Mensch und Politiker in Selbstzeugnissen" (Leipzig, Alfred K r ö n e r), die mit Richard Wagners merkwürdigem Worte beginnt: „Ich habe in Lassalle den Typus des bedeutenden Menschen unserer Zukunft erblickt, welche ich die germanisch-jüdische nennen möchte" und nach einer, trotz ihre Kürze psychologisch tiefdringenden Einführung auf etwa 200 Seiten neben vielem Bekannten einige der wichtigsten Proben aus dem im Herb st 1918 entdeckten literarischen Nachlaß Lassalles veröffentlicht. (Der gesamte Nachlaß erscheint, von Gustav Meyer bearbeitet, in sechs Bänden bei der Deutschen Verlagsanstalt). Im folgenden geben wir einige Bruchstücke aus dem Tagebuch des Fünfzehnjährigen wieder, die deutlich zeigen, wie stark die jüdische Abstammung — trotz völligen Aufgehens in die assimilatorische, schließlich zum Christentum hinführende Atmosphäre des Breslauer Abraham Geigers — die Lebensnote Lassalles bestimmt hat: 2. Februar 1840. In der Tat ich glaube, ich bin einer der besten Juden, die es gibt, ohne auf das Zeremonialgefetz zu achten. Ich könnte wie jener Jude in Bulwers „Leila" mein Leben wagen, die Juden aus ihrer jetzigen drückenden Lage zu reißen. Ich würde selbst das Schafott nicht scheuen, könnte ich sie wieder zu einem geachteten Volke machen. O, wenn ich meinen kindlichen Träumen nachhänge, so ist es immer meine Lieblingsidee, an der Spitze der Juden, mit den Waffen in der Hand, sie selbständig zu machen. ... Mai 1840. Abends brachte mir der Bruder von Madame Direktor den Bericht über die Juden in Damaskus. O, es ist schrecklich zu lesen, schrecklich zu hören, ohne daß die Haare starren und sich alle Gefühle des Herzens in Wut verwandeln. Ein Volk, das dies erträgt, ist schrecklich, es räche oder dulde die Behandlung! . . . Sogar die Christen wundern sich über unser träges Blut, daß wir uns nicht erheben, nicht lieber auf dem Schlachtfeld, als auf der Tortur sterben wollen. Waren die Bedrückungen,