Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 66 (1925)
- Issue
- Heft 48 (26.11.1925)
- Date
- 1925-11-26
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 8 Nr. 48 Der Israelit H. November 1928 ihr Schwiegersohn, Herr Samuel F l e i s ch m a n n - Nürnberg herrliche Züge aus dem Leben der Verstorbenen. Zum Schlüsse sprach noch ihr Schwager, Herr Lehrer Schloß -Mellrichstadt von dem edlen Wirken und Streben der Entschlafenen, von der wahren Liebe und Freundschaft gegen ihre Verwandten. Möge Gott die Trauernoen trösten, ihnen die tiefe Wunde heilen, welche ihnen der Tod geschlagen. ' Nürnberg, 20. November. In den in voriger Woche verörsen'lichter. Nachruf' für die Heimgegangene Frau Ottilie Sichel, geborene Levi, haben sich zwei unliebsame Druckfehler eingeschlichen. Die Heimgegangene war die Gattin des vor ungefähr vier Jahren verstorbenen Herrn Don Sichel (nicht Dajon), des langjährigen ersten Vorsihend',' t't: Adaß-Jisroel-Gemeinde in Nürnberg. Nastätten. 18. November. Am i? 'v war es 50 Jahre, daß Lehrer und Kantor Mannheimer sein Amt in unserer Gemeinde und in den Gemeinden Holzhausen und Miehlen angetreten hat. Aus Anlaß dieses seltenen Jubiläums hat unsere Gemeinde einen Festgottesdienst veranstaltet, zu welchem Herr Bezirksrabbiner Dr. Weingarten aus Bad-Ems erschienen war, um die Festrede zu halten. Im Anschluß an. den Wochenabschnitt rühmte er die Pflichttreue des im Amts ergrauten Beamten, der seinen heiligen Beruf immer treu und gewissenhaft erfüllt hat. Der Vorstand der Gemeinde sowie zahlreiche Gemeindemitglieder ehrten den Jubilar durch reiche Geschenke, und auch viele Bürger ließen es sich nicht nehmen, ihre Glückwünsche schriftlich und mündlich zu übermitteln. Die ganze Feier zeugte von der Beliebtheit, die Herr Lehrer Mannheimer im Lause der Jahre sich in allen Kreisen der Bevölkerung' erworben hyt. Vermischtes. Frankfurt a. 21t., 17. November. Die Schriften des hebräischen Literaturvereins Mekize Nirdamim sind erschienen. Es kommen in diesem Jahre zum Versand: Der Gaonäische Kommentar zur Mischnaordnung Täharoth zugeschrieben Rabbi Hai Gaon. Nach Handschriften herausgegeben und mit textkritischen und erklärenden Anmerkungen versehen von Dr. I. N. Epstein, zweites Heft. Berlin 1924. Sefer Megillat ha-Megalle von Abraham bar Chija zum ersten Male herausgegeben von Dr. Adolf Poznanski, revidiert und mit Einleitung versehen von Prof. Dr. Julius Guttmann. Berlin 1924. Der Vorstand des Mekize . Nirdamim ersucht die Abonnenten, den Mitgliedsbeitrag von Goldmark 10.— dem Kassierer Herrn Max Mainz in Firma L. Mainz sen., Bankgeschäft, Frankfurt a. M., Goethestrahe 10, (Postscheckkonto Nr. 50719) baldigst einzusenden. Neu hinzukommende Abonnenten können Heft 1 des Gaonäischen Kommentars (so weit noch vorhanden) zum Preise von Goldmark 5.— erhalten. Berlin, 20. Nov. Gegen den-.Haupthetzer der „judenreinen" Insel Borkum, Pastor M ü n ch m e y e r, ist ein Untersuchungsverfahren wegen Betrugs an der Gemeinde durch die Staatsanwaltschaft eingeleitet worden. Außerdem schwebt gegen ihn ein Verfahren wegen Lotterievergehens. Das von der Kirchenbehörde — wie schon mitgeteilt — gegen Münchmeyer eingelektete Disziplinarverfahren ist eben auf die erwähnten Vergehen zurückzuführen. Düsseldorf, 5. November. Die Einweihung des Denkmals für die jüdischen Gefallenen fand.hier am Sonntag, den 1. November, unter größter Beteiligung der Kameraden der Düsseldorfer Ortsgruppe der jüdischen Frontsoldaten statt. Der Ehrenvorsitzende der Ortsgruppe Düsseldorf widmete den gefallenen Kameraden der Synagogengemeinde Düsseldorf zu Herzen gehende Worte. Der Vorsitzende, Kamerad Lewin begrüßte dann besonders die erschienenen Spitzen aller staatlichen, - städtischen und militärischen Behörden. Der 1. Vorsitzende der Synagogengemeinde Düsseldorf, Herr F e l s e n t h a l, nahm das Denkmal in seine Obhut, als ein Vermächtnis mit der Zusicherung, dieses dauernd zu pflegen als Symbol treuer Gesinnung und Dankbarkeit, worauf Herr Rabbiner Dr. Eschelbachir die Weihere de hielt. Nach dieser eindrucksvollen Rede sprach im Namen der^ Bundesleitung des Vorstandes des westdeutschen Landesverbandes Herr Landesgerichtsrat a. D. Rechtsanwalt Dr. Weinberg. Im Namen der Stadtverwaltung Düsseldorf legte Bürgermeister G e u ß e n einen Kranz nieder und dankte im Namen der Stadt für das herrliche Denkmal. Kurz und wirksam sprach Exzellenz General D i e f f e n b a ch , der in Galauniform erschienen war Eine ganze Reihe benachbarter Ortsgruppen waren erschienen. Die evangelische Gemeinde, die vorher schon der Ortsgruppe ein warm empfundenes Sympathieschreiben geschickt hatte, war mit mehreren Herren vertreten und ließ durch Herrn Pfarrer I a c o b i begrüßende Worte sprechen. Im Namen.der „Deutschen Friedensgefellschaft" legte Frau Kapitän Müller ein Trauerangebinde nieder. Kranzniederlegungen erfolgten weiter von Militärvereinen, vom Bund deutscher Kriegsgräbermrsorge, vom Roten Kreuz, vom Verband der Kriegsbeschädigten. Auch unsere nichtmilitärischen jüdischen Vereine ließen es sich nicht nehmen, das Denkmal zu. ehren. Mlawa, 17. Nov. Nun find die ersten Schritte getan, die Esraidee in Polen zu verwirklichen. Die erste Esragruppe wurde in Mlawa durch Frl. Cerko Korn gegründet, die im Aufträge, der Palästinazentrale Frankürt inzwischen einen Posten als Leiterin einer Jerusalemer Mädchenschule antrat. Die Leiterin ist eine erprobte pädagogische Kraft mit großem ma-imv für das Thorajudentum. Wir hoffen, daß es unserer Esraschwester gelingt, die Heranwachsende Jugend mit jüdischem Geiste und Liebe für alles Heilige zu erfüllen. Briefkasten. S. G. in W. Abonnement bis 31. Dez. d. Is. bezahlt. Es ist ausschließlich Sache der Leser, die im Inseratenteil enthaltenen Empfehlungen ritueller Waren oder sonstige Angaben religionsgesetzuchen Charakters auf ihre Zuverlässigkeit zu prüfen. »ückerkranke; Aleuronai - Gebäcke von allen Autoritäten empfohlen MAGENKRANKE: ßodenbadi’s Grahambrot NÄHRMITTELFABRIK FRIEDRICH GÜNTHER Verkauf Hermes weg 8—12 - Hansa 3862 u.795 sowie in den Filialen der Brotn. Keksfabrik Osthofen G. m. b. H. Esch-Original lispe'si Oefen sind ausgespr. Dauerbrenner und werden der soliden Ausführung- und der Fußbodenca^vürmung wegen bevorzugt Roeder-Herde, Grudeherde Esch t Co., Zeit 23 Fernsprecher Hansa 1156-57 seif 1QO Jahren bewährh von Millionen getrunken nTubiMiims - Posen ohne Aufschlag überall erhältlich. -- i rni*M**ri , , », ftf.aiMin riAn ■■ Frankfurter Berichte „Der große Sijuin". Der. große Sijum des »--Vereins nahm am letzten Sonntag nachmittag in der Liederhalle bei guter Beteiligung einen guten Verlauf. Eingeleitet wurde die Feier mit einem großzügigen Hadron des Herrn Seminarrabbiners Dr. Neubauer aus Würzburg. Es war kein Hadron gewöhnlicher Art, sondern eine mit allem nötigen Rüstzeug unternommene große Exkursion durch weite talmudische Gebiete, um uns den logischen Aufbau einer Halacha, von ihrem ersten' Ursprünge bis zu den letzten Ausläufern und Auswirkungen, in klaren Gedankengängen und ebenso klarer übersichtlicher Äusdrucksweise zu zeigen; ein erlesener Genuß für talmudische Feinschmecker, und fast zu reich ausgestattet für einen Festanlaß. Man bekam im Laufe des schönen Abends bei Speis und Trank noch manch schönes Wort zu hören. Einen besonderen' Glanz verlieh dem Feste die Anwesenheit und eine Ansprache des bekannten „Ponjewescher Raw", Rabbiner Kahnmann. Ihm zur Seite saß ein jüngerer Kollege aus Litauen, „Schawlaner Raw", der auch seinerseits das Anrecht auf die „Nähe des Ponjewescher" durch . eine gehaltvolle Thorarede dokumentierte. Der rührige Herr Emanüel Kaufmann begrüßte im Namen des o"v-Vereins. Von Frankfurter Talmide Chachomim erfreute Herr N. A. Saffra mit einer geistvollen talmudischen Auseinandersetzung und Herr Herz Holpern mit einer kurzen Drascha zur Verbindung von Schluß und Anfang des Talmuds. Herr Redakteur S ch a ch n o w i tz behandelte in humoristischen Sätzen die bitter ernste Frage, ob man in der kritischen Zeit befugt sei. Feste zu feiern und wies nach, daß der allererste große „Sijum-Haschaß", der A bschlust des.Talmuds..im fünften Jahrhundert gewißlich in keiner wirtschaftlich besseren Zeit vor sich gegangen ist. Der gemütliche Teil litt bei den vielen Reden keine Not. Es wurde gesungen und auch chassidisch getanzt. Ein auswärtiger Chasan, Herr Solomon Saffra z. Zt. Darmstadt, gab Meisterstücke polnischen Chasonus zum Besten. Das Benschen wurde wie üblich versteigert und erbrachte den Beweis, daß die Liebe und die Opferfreude bei all den Krisen nicht erstorben sind. Nicht darf der Bericht schließen, ohne ein Wort des Dankes an eine Anzahl von Frauen der Gemeinde, die den kulinarischen Teil vorbereiteten und in wahrer Selbstverleugnung während der ganzen Feier — wie Mutter Sarah „im Zelte" — hinter den Kulissen mit liebevoller Hand und heiterem Sinne alles .aufs beste richteten. Beratungsstelle für jüdische Durchwanderrr. Die Beratungsstelle für ostjüdische Flüchtlinge schreibt uns: „Es ist in letzter Zeit häufig vorgekommen, daß in schwindelhafter Weise in unserem Namen und auch im Namen verschiedener hiesiger angesehener Persönlichkeiten bei. einzelnen Firmen und. bei Privatsamilien angerufen wurde. Der Anrufende empfiehlt gewöhnlich' irgend einen jungen Mann zur Unterstützung, der dann einige Minuten später erscheint und in den allermeisten Fällen ganz ansehnliche Beträge erhält: Auf.diese Weise habem wie wir feststellen konnten, die Betrüger große Summen den guten Zwecken, für die sie bestimmt waren; entzogen. Wir richten hierdurch an die jüdische Oeffentlichkeit die dringende Bitte, in jedem Einzelsall sofort telephonisch rückzufragen und festzustellen, ob nicht ein Schwindel vorliegt. Diese kleine Mühe ist zur wirksamen Bekämpfung dieser trauxigen Erscheinung im Wohlsahrtswefen unbedingt nötig." , - Mues aus der Ä. I. G Starker Besuch der Rausch Chaudesch Kislew-Feier bewies, wie schnell die Idee der Erez Jisroel-Abende sich Freunde geschaffen hat. Der Abend brachte eine bunte Fülle, von eindrucksvollen Rezitationen aus Erez Jisroel- Dichtungen aller Zeiten, angefangen beim alten: bsr Vaa nnm bis ' zum schwungvollen Schlußkapitel des Breuerfchen „Nationalheims", das den Abend beschloß. Starker Beifall dankte den Rezitatoren, die es verstanden, die Dichtungen, durch schwungvollen Vortrag lebendig erstehen zu lassen, ^uch an dieser Stelle sei den jugendlichen Künstlern: den Damen Frl. Ruth Frankenthal und Frl. Jetta Rosenheim sowie den Herren Manfred Neuberger und Jacob Rothschild für ihre Darbietungen gedankt. / ... Am Montag, den 20. cr. findet gemeinsam mit der Mädchengruppe der Frauenvereinigung ein gemütlicher Heimabend statt. Die Mitglieder unserer Mädchengruppe werden zu dieser Veranstaltung in unser Lokal, Hanauer Landstraße 17» höflichst eingeladen und bitten wir um zahlreiches Erscheinen. Der HeE Sprachkurs für.Damen am Dienstag abend von 5.15 bis 6.15 Uhr findet in unserem. Lokal, . Hanauer Landstraße 17, statt und nicht in der Realschule. folgenden Kursen können noch Anmeldungen entgegengenommen werden: Herren: r,aer» von 7.45 bis 8.45 Uhr, Dienstag: 8.30. bis 9.30 Uhr; D am en : Montag 7 bis 8 Uhr, Dienstag 5.15 bis 6.15 Uhr im Lokal. Honorar: monatlich (also 8 Stunden) 5 Mark. Der Geschichtskürs des Herrn Redakteur Schachnowitz ällt diesen Sonntag wegen Verhinderung des Dozenten aus. Nächster Kurs Sonntag, den 6. Dezember, pünktlich 8.45 Uhr.' . Im Rahmen der von der Zentrale für Jüdische Wohlahrtspflege, Langestraße 30, veranstalteten Wohlfahrtskurse, zu welchen die Mitglieder unserer Gruppe höflichst eingeladen sind, finden die nächsten Vorträge statt: Mittwoch, den 9. Dezember sowie 23. Dezember pünktlich S>Yi Uhr. Eintrittskarten sind bei dem Vorstand der I. G. erhältlich. Eine neue Frauen-Lhewca (msö'iaiff)* Analog dem schon längere Zeit bestehenden nix»->»iV- Verein hat sich vergangene Woche am rr-> Kislew eine Anzahl Damen aus den Kreisen der Gemeinde „Israelitische Neligionsgesellschaft" zu einer Frauen-Chewra zusammengeschlossen, die unter dem gleichen Namen demselben Mizwoh-Zweck dienen will, indem sie in i"n gegebenen Fällen das Wachen bei Frauen ehrenamtlich ausübt. In der Gründungsversammlung wurden die Statuten beraten und angenommen. Bei der vorgenommenen Vorstandswahl wurden in den Vorstand gewählt die Damen: Frau- -Lina Benjamin/ Frau Esther Lange, Frau Felice O p p e n Heime r, Frau Helen Posen, Frau Rebecka Sänger, Frau 'Sophie Schwarzschild, Frau , Johanna Wohlsarth. Die Chewra, die in den Kreisen der Gemeinde lebhafter Sympathie begegnet, und deren Gründung vom Rabbinat empfohlen wurde, zählt bereits eine in Anbetracht -der kurzen Zeit ihres Bestehens erfreuliche Anzahl von Damen zu ihren Mitgliedern. Chanukah-Ferer. Wie bereits kurz mitgeteilt, veranstalten die Jüdische Frauenvereinigung e. V. und die Agudas Jisroel Jugenvgruppe am Montagden 14. Dezember 1925, in sämtlichen Räumen des Zoologischen Gartens (präzise iyz Uhr) eine C h a n u k a-F e i e r, zu der hiermit alle Mitglieder und Freunde Herzlichst eingeladen werden. Bewährte Kräfte werden ihr Bestes tun, den Abend für alle Teilnehmer zu einem recht genußreichen zu gestalten. Der Reinertrag ist für unsere. Wohlsahrtsbestrebungen bestimmt. Karten zum Preise von Mt 2.5Q, 4.50 und 6.25 eins ch ließ lich Steuer sind, bei der Firryg S. und D. Löwenthal, Steinweg 3, sowie bei den jüdischen Buchhandlungen erhältlich. ' Frau Samt el Grünebaum,i"p. Im ehrwürdigen Patriarchenalter von 82 Jahren starb Frau G r ü n e b a u m, „die Soldatenmutter", wie sie hier vielfach genannt wurde. Denn nicht allein eine Gastgeberin, eine mütterliche Freundin war sie all den Gästen, die besonders in der Kriegszeit nach hartem Dienste in ihrem Heime ein schützendes Dach und labende Nahrung fanden. Vom rückhaltlosen Vertrauen aller, auch der Gewissenhaftesten, getragen, konnte sie mit ihrem ihr vor vier Jahren in den Tod vorausgegangenen Gatten Samuel Grünebaum n"s. lange Jahre ein beliebtes und gutbesuchtes rituelles Restaurant unterhalten, das später, weit nach draußen verlegt, zur wahren Zufluchtsstätte für alle wurde, die in den Kasernen, fern vom jüdischen. Milku, leben mußten. Auch für die Krankenhäuser wMde die Koscherkost aus dem Hause Grünebaum bezogen,"sind mit dem guten Essen erhielten die Kranken manch gistes Wort der Liebe und Ausrichtung. Erst vor wenigen Jahren, kurz vor dem Tode, des Mannes, konnten die Ehegatten ein fünfzigjähriges ungemein glückliches. Zujammenleben mit der Feier der goldenen Ho ch z eit krönen. Auch nach dem Tode des Mannes setzte die Witwe . ■ .1 3