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Der Israelit · 1925-04-08 · Heft 15-16 (8.4.1925) · page 17

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
66 (1925)
Issue
Heft 15-16 (8.4.1925)
Date
1925-04-08
Page
– (sequence 17)
Language
German
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1 1 illustrierte Beil 3sraefif oqe zum „ \ z.dXq dk ,: .1.4. [Die Hagada als Kunstwerk. Von Erich Toeplih in Frankfurt a. M. (Mit einer Abbildung.) Nach zwei Richtungen kann die künstlerische Bedeutung der Haggadoth bewertet werden, nach der buchtechnischen und, wenn Illustrationen beigegeben werden sollen, auch nach der malerischen Ausstattung. Für die buchtechnische Ausstattung gilt es, einen klaren Satz und eine gute Verteilung des Satzes auf die Seite zu erzielen, für die Bilder, durch künstlerisch-einwandfreie Lösungen den Inhalt zu erläutern. In beiden Fällen stellen die Haggadoth anderen Büchern gegenüber keine Besonderheit dar, allein die große volksbildnerische Aufgabe, die diesem „Volksbuch par exellence" innewohnt, lassen seiner äußeren Gestalt erhöhte Bedeutung zumessen. Cs fehlt nicht an gutgemeinten, aber leder immer noch nicht befriedigenden Versuchen, an die Stelle des in Verfall geratenen Alten Neues zu setzen, das entweder nicht vom alten Gewände loskommen oder aber in traditionsloser Ungebundenheit der gestellten Aufgabe nicht gerecht zu werden vermag. Im Vorjahre gab die „Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler" eine Uebersicht über die historische Entwicklung, die von den letzten selbständigen Handschriften an bis zum Verfall der Drucke führte, und die auch die ersten Anfänge der Wiederbelebung in jüngster Zeit zeigte. Der Wendepunkt dürste an der Stelle zu finden sein, an der die Schreiberkunst die Führung verlor; durch die beigefügte Abbildung soll diese wieder in Erinnerung gebracht werden. Schrift und Bildschmuck sind im vorliegenden Falle eine Copie der Amsterdamer Haggadah von 1695, der die meisten späteren Handschriften in Nordeuropa nachahmen. Je enger die Anlehnung an das Vorbild ist, um fö unfreier und unerfreulicher die Lösung. Wer sich eingehender mit der Angelegenheit befassen will, der findet eine Schwester dieses Typus in der Linelsammlung des Kunstgewerbemuseums und kann außerdem in der Schausämmlung des Museums jüdischer Altertümer einige Exemplare der gedruckten und der späteren, geschriebenen Haggadoth kennen lernen. (Während der Ausstellung im Kunstoerein vorübergehend entfernt.) der Formen zeigen würde. Der Bildschmuck sollte ähnliche Wege einschlagen und sich ganz besonders von Veräußerlichung frei halten, die ein steriles Weiterschleppen alter Vorlagen ohne Verständnis für den dahinter wirkenden Geist ergeben müßte. Häufig genug fehlt selbst die Kenntnis des gegebenen Bildinhalts, weil statt einer Beschäftigung mit den Texten, die ihnen zu Grunde liegen, ein oberflächliches Abzeichnen der alten Vorlagen geübt wurde und noch geübt wird. Auf diese Art und Weise schleichen sich oft falsche Zusätze und Mißverständnisse in n . j** rM* o*? ’&v -r"V pp rwst prr^ i».*?) iwn 1VN M2222 NA0!S1^p»rl0lv T f» \ ■ . I •’ "T » /-..••.»ndp» rvxwiixao\ii»pp'i'.'n!V^>^ Unsere Bilder. 1) Rabbiner Dr. Arthur Cohn, Basel, der nach Mjähriger Amtstätigkeit in ölen Ruhestand getreten ist. (Siehe Artikel an anderer Stelle.) 2) Manaffeben Israel, der bekannte Amsterdamer Rabbi und Vorkämpfer des jüdischen Rechtes, dem es im 17. Jahrhundert gelungen ist, die Pforten Englands für die Juden zu öffnen, wurde 1604 geboren und starb in jungen Jahren auf der Rückreise von England nach Holland. Manasse entstammte einer angesehenen Marrannenfamilie. Mit seinen Werken „Mikwe Jisrael" und anderen Schriften machte er gewaltigen Eindruck nicht allein auf seine jüdischen Zeitgenossen, sondern auch auf Cromwell, der seine Sache vertrat und zum Siege führte. In dem jetzt abgelaufenen Roman „Die Messiasbraut" finden auch die Hoffnungen auf Manasse ben Israel ihren Ausdruck. Das Bild ist von Rembrandt, dem Zeitgenossen Manasses, gezeichnet. ■■■rrTßt&fivwhas'ptjm tw.V ~;3v •'’BwSsrwrwnwsaoarTr-!. In Bene Brak Aus der Haggadah-Handschrift von 1740 im British Museum. Eine Besserung der buchtechnischen Ausstattung der Haggadoth kann nur die Wiedergewinnung der alten Schreibertraditionen herbeiführen, wie es für die deutsche und lateinische Type bereits geschehen ist (besonders in Offenbach). Jede historizistifche Nachahmung würde jedoch nur leere und unfreie Lösungen erzeugen, die statt des Erfassens der Tendenzen und Gegebenheiten der alten Traditionen eine äußerliche Uebernahme die Darstellungen ein, wje es z. B. auch auf dem abgebildeten Blatt der Fall ist. Die rechte Mitte zu finden, die trotz der Freiheit im Gewände die Tradition im Geiste wiederfindet, ist die schwierige Aufgabe unserer Tage. Das Volksbuch, das an jedem jüdischen Haus beim Sedermahl benutzt wird, könnte ein beredter Führer in dieser Bewegung sein. 3) Wild und eigenartig starrt uns ein Monstrum, wie ein Tier aus der vorsintflutlichen Zeit, entgegen. Es ist aber ein Genrebild aus dem trauten jüdischen Gemeindeleben der Vergangenheit. In der Kleinstadt des Ostens wird man das Untier sofort als den erstgeborenen Bock erkennen, der weder gegessen, noch geschoren werden, noch sonst irgendwie der Nutznießung dienen darf, solange er sich kein Gebrechen (om) zuzieht. Er läuft im Osten in der Regel herrenlos, haarbewachsen, durch die kotigen Straßen des Städtchens herum, ein Schrecken der Paffanten, das Gaudium der Jugend. In unserem Bilde, das aus Holland (Muiderberg) stammt und im Amsterdamer „Freitag Abend" erschien, ist das ehrbare Tier auf dem Vorgelände des Friedhofes festgehalten, wie dies in den westlichen Gegenden, auch in Frankfurt, früher allgemein der Fall war. 4) Das Bild zeigt einen jungen Talmudisten, der eine ganze Welt von Heiligkeit und Reinheit in feinen Augen widerspiegelt. Es ist keine Phantasiegestalt, aus dem unbestimmten Schauen eines Künstlers gewonnen, sondern der Typus des mit verzückten Augen weltentrückt in ferne Höhen schauenden Talmudjünglings, wie man ihn in Litauen, Ungarn und Galizien zu Hunderten findet. Das Kunstwerk entstammt dem Meistergriffel Jakob Krestins, eines jungen jüdischen Malers, der in Amerika lebt. 5) 6) 7) Die Preßburger Rabbinerdynastie, umfassend drei Generationen, Rabbi Mosche, Rabbi Schmuel Benjamin und. Rabbi Eimcho Bunim Soser, ist der Stolz des ungarischen wie überhaupt des rabbinifchen Judentums der letzten Jahrhunderte. In einer an anderer Stelle dieser Nummer begonnenen Skizze unter dem Titel „Frankfurts großer jüdischer Sohn", kommt die Jugendgeschichte des ersten in dieser Kette, des „Chaffam Sofer", zur bildhaften Gestaltung. Ein zweiter Aufsatz wird uns Rabbi Mosche Sofer in Prehburg, den eigentlichen „Chaffam Soser" zeigen. Die Aussätze verwerten die Angaben eines Enkels des „Chaffam Sofers", Rabbi Samuel Sofer in seinem V1N- , }

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