Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1925-04-02 · Heft 14 (2.4.1925) · page 18

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
66 (1925)
Issue
Heft 14 (2.4.1925)
Date
1925-04-02
Page
– (sequence 18)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2446951-2450337-2450351--72082-2529418
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

10 entity mentions

Teste 18 Nr. 14 Der Israelit Ohr, auch regten Referate über jüdische Themen zu lebhafter Debatte an. Mit Genugtuung dürfen wir aber auch auf das Chanuka-Fest, das wir zu Gunsten unserer Kinderhilfe veranstalteten, zurückblicken. Es vereinte Mitglieder, Gönner und Freunde unserer Vereinigung zu frohen, erhebenden Stunden, und ergab einen schönen Ueberschuß, der zur Hälfte der Frauen- Vereinigung, zur Hälfte dem Mädchenhort zugeführt wurde. Auf geistigem Gebiet hatten wir den Vorzug, Herrn Dr. Joseph Breuer zu hören, der in einem Vortragszyklus über das Thema „Jüdische Lebensweihe im Zeichen des erwachenden Morgen 's" sprach. Der stets lebhafte Besuch beweist, wie der verehrte Dozent sowohl durch die Wahl des Stoffes, wie auch durch interessante Vortragsweise seine Zuhörer zu fesseln weiß. Die Zahl der Vorträge am Abend beschränkten wir dieses Jahr. Doch fei hier eines Vortrages von Herrn Redakteur S. Schachnowitz über Mefsianische Verirrungen Erwähnung getan, der eine große Hörerschar vereinte und großes Interesse erweckte. Wir bringen auch an dieser Stelle unsere Blumenablösung, zum Besten der Kinderhilfe, in empfehlende Erinnerung und wissen, daß bei jedem freudigen Anlaß auch für diese schöne Einrichtung freudiges Verständnis vorliegt. Auch möchten wir hier unsere jüngste Einrichtung, die Telegramm-Formulare erwähnen, deren Erlös gleichfalls unserer Kinderhilfe zu Gute kommt. Wir fügen noch den Wunsch hinzu, daß alle beteiligten Mitglieder auch weiter den Wert und den hohen Sinn unserer Jüd.-Frauenvereinigung verstehen und einschätzen, daß wir rüstig weiter schaffen, und wirken können zum Wähle der Allgemeinheit und im erhebenden Bewußtsein, helfen und trösten zu können, wo immer unsere Hilfe und unser Eingreifen am Platze ist. Ein Nachkfesl für die Wohltätigkeit. Für das Heim des Jüdischen Frauenbundes in Reu- Jfenburg opferte man am 26. März ein gut Teil der Nacht und auch manches Schsrflein in Form von „Einkäufen". Was waren aber diese Opfer an Zeit, Schlaf und Papierlappen im Vergleich zu den Opfern, die die Darsteller und Darstellerinnen in wachenja monatelanger Arbeit gebracht hatten, um dem guten Werke zu dienen! Auf der von Künstlergeist umwehten Bühne des Reuen Theaters führten kunstbegabte junge Leute ein Jugendwerk Goethes: „Das Jahrmarktsfest zu Plundersweilern" auf. Dazu spielte ein Orchester, ebenfalls aus Laienkünstlern bestehend, unter Leitung des Herrn Kapellmeisters Arthur Holde ganz vortrefflich. Gefangseinla^en von Künstlern des Opernhauses und prächtige Solotänze (einstudiert von Frl. Erna Jakobi), fügten sich harmonisch ins Ganze ein und brachten soviel Aktuelles in das Rokokomilieu, daß die Grenze zwischen Klassisch und Modern, Kunst und Leben ganz verwischt ging. Ein Jahrmarkttrubel im alten Frankfurt mit Krämern, Hausierern, Bänkelsängern. Komödianten, Bauern und Juden sah man, und eine Aufführung, die dem Jahrmarktpublikum von damals geboten wurde, durfte nun das Vublikum von heute mitgenießen, und noch vieles dazu, woran Johann Wolfgang Goethe nicht gedacht hat. Das aufgeführte Stück betraf Szenen aus der Esthergeschichte, gesehen mit den Augen der „Gegenwart", der Goetheschen Gegenwart. Ein Serenissimus- Ahasverus (Fritz E M m e l) wurde von einem H a m a n „beraten", den Josef K l i b a n s k y mit viel Humor und Geschick auf die Bühne stellt. Im Schlußakte sah man einen atemlos schnaufenden und mauschelnden Mordech a i, der allem anderen eher entspricht als unserer Vorstellung von dem Judenbefreier zur Zeit des Ahasverus. Jedoch wird uns versichert, daß diese Figur vom jungen Goethe so geschaut und gewollt ist, womit diesem auch die Verantwortung für den wenig versöhnenden Abschluß zufällt. Biblische Bilder in Schattenkarikaturen von Hott selig vorgeführt, bildeten den Abschluß. Man war für den entbehrten Nachtschlaf vollauf entschädigt und die Leitung konnte am Rampenlichts zufrieden einen reichen Ueberschuß zu Gunsten des Heimes zählen. Rabbenu Saadja Gaon. Am 7. März hielt Herr Prof. Dr. Unna, Nürnberg, in der hiesigen Agudas Jisroel Orts- und Jügendgruppe einen Vortrag über Rabbenu Saadja Gaon. Redner entwarf ein anschauliches Bild zunächst über die politischen Verhältnisse, in denen die Juden gegen Ende des Gaonaeifchen Zeitalters in der babylonischen Anfiedlung unter der weltlichen Leitung des Exilarchats und der geisngen Führerschaft des Gaonats lebten. Durch das Emporblühen der Talmud-Hochschulen in Sura und Pumbeditah war Babylonien der Mittelpunkt des jüdischen geistigen Lebens geworden und hatte Palästina geistig überflügelt. Die Bestrebungen von palästinensischer Seite, diese geschichtliche Entwicklung zu Gunsten Palästinas aufzuhalten, verstand der Gaon Saadja infolge feiner überragenden Größe in friedliche und rein wissenschaftliche Bahnen zu lenken, zum Segen der Reinerhaltung der Ueberlieferung. Auch die Versuche des Exilarchats, das die weltliche Behörde darstellte, sich das Gaonat, die geistige Leitung, unterzuordnen, scheiterte an der kraftvollen Persönlichkeit des Gaon Saadja. Alle diese Kämpfe konnten das Ansehen des Gaonats nicht verringen, trugen vielmehr zur Stärkung und Anerkennung der heiligen Ueberlieferungen bei. Redner entwickelte dann noch in meisterhafter Weise die literarische Tätigkeit des Gaon Saadja, indem er in populärer Weise den Gedankengang seiner großen Werke wiedergab. Reicher Beifall lohnte die überaus interessanten und belehrenden Ausführungen des Redners. Aidusch Hachamoh. Sonntag abend 7 Uhr spricht Herr Rabbiner Dr. Josef Breuer im Mekor Chajim (Langestr. 18) über „Ki dusch Hachamoh". Israelilische Kur- und Lrholungsanstatten. Das Israelitische Erholungsheim Baden-Baden, die. Israelitische Kinderheilanstalt Bad Nauheim, das Israelitische Frauenheim Bad Nauheim und die Kuranstalt für arme Israeliten in Bad Soden i. T. werden am 22. April d. Js. wieder geöffnet. Midraschim zu Hagadah schel Peffach. Der Vortrag im Liwjath-Chen diesen Samstag nach Mincho im Hör.fale Friedberger Anlage (4.43 Uhr) behandelt die M i d r a f ch q u e l l e n zur „Hagadah fchel Peffach". Gäste willkommen. Verhör. Wir werden ersucht, bekanntzugeben, daß an der rabbinill-ben Lehranstalt des Herrn Rabbiner Dr. Jioff* mann am Sonntag, den 5. April, 4 Uhr nachmittags, im Hörfal der Synagoge Börneplatz ein öffentliches. Verhör stattfindet. WohltätigkeitsveranstaitunL. Zu Gunsten der Frankfurter Kinderhilfe führt ein Kreis kunstfroher junger Leute am Dienstag, den 7. April, V/2 Uhr abends, im Hochfchen Konservatorium das Kammerspiel von Stefan Zweig „Legende eines Lebens" auf. Das Stück kommt in Frankfurt zum ersten Male zur Aufführung. Die Soirntagsvortrage im Mekor Chajim. Eine eigene Bedeutung hatten auch dieses Jahr die in größerem Rahmen veranstalteten Sonntagsoorträge des Mekor Chajims. Herr Rabbiner Dr. Joseph Breuer behandelte in seinen T'n a ch -Vorträgen die ersten Kapitel des Buches M a l a ch i. Herr Redakteur S. Schachnowitz beleuchtete in sechs Geschichtsvorträgen die Zeitgeschichte des Wilnaer Gaon (Dubner Magid), Rabbi Akiba C g e r und „C h a f f a m S o f e r"; zwei Vorträge dieses Dozenten hatten Megillas Esther zum Thema. Herr Robb. Dr. B o n d i, Mainz, sprach über Talmudische Zeitgeschichte. Ein Vortrag des Herrn Gustav Kaufmann lautete: „Betrachtungen zur Weltschöpfung". Herr Emil G o l d f ch m i d t sprach über „Die Alten von Attuna'. Zwei Vorträge des Herrn Holpern behandelten „Chanukah" und „Die vier Parfchijaus". Herr Dr. W e g e r sprach über das Thema „Der Bezriff des Masel in Israel". Zwei Vorträge des Herrn B. Rachelsohn brachten nnen „Chanukarückblick" und „Betrachtungen zur Geulas Mizrajim". Herr Dr. S. Ehrmann sprach über „Perek Schiroh". Herr Dr. W. H o f m a n n referierte über den .Frankfurter Minhag". Zu erwähnen ist noch neben den fast täglichen Schiurim der Vortragszyklus des Herrn Dr. S. Ehrn a n n ''e am Samstag abend über „Chassidismus". Für nächsten Sonntag, nachm. 7 Uhr, ist ein Vortag des Herrn Rabbiner Dr. Joseph Breuer über .Kidusch Hachamoh" vorgesehen. . Berelnskalender. Merei« WeSor Gyastm. Samstag, 127* Uhr in der Frauensynagoge der Klaus nuN V“10, Herr Professor A. Weyl. — nachm. &UUbx im Vereinslokale Langestraße. „Mißroh"; Herr Dr. Hofmann. Sonntag abend 7 Uhr im Vereinslokale Langestraße 18. Voriraa des Herrn Rabbiner Dr. Jof. Breuer über „Kidusch Hachamoh". Sonntag und Mittwoch früh nach Schul müD Dtpn; Herr Red. Schachnowitz. — Sonntag vorm. 9V4 Uhr und Dienstag abend ü Uhr „Gemoro"; Herr R. A. G. Posen. — Montag abend 7 Uhr „Gemoro". Herr Rabbiner Dr. Jos. Breuer. — Montag abends 8aU Uhr (auch ,Donnerstag) ..Gemoro", Herr Dr. Eliefer Posen. — Dienstag früh nach Schul .Mischnah", Herr Rektor Falk. — Allmorgendlich nach Schul Misch na-Mitgliederlernen. Jeden Abend 9 Uhr v"w-Lernen. Alltäglich von 2—7 Uhr mittags: Gelegenheit zum Lernen jeglicher Art (auch Schiur-Lernen). Dozent-Herr Herz Halp ern. Fahrzeits-Stiftungen: Sonntag, 5. April. Schlaumoh Simon Kallmann- Stiftung, Montag, 6. April. Carl Kallmann-Stiftung. Agudas Aisroer-Angeudgruppe. Alltäglich von 8—12 Uhr vorm.: Gelegenheit zum Lernen, von 12—1 Uhr „Das Faumi". Herr Herz Holpern. Sonntag, 8 morgens Chumifch mit Rafcht; Herr Leopold Oppenheimer. — 2Uhr mittags. Milgliederlernen Ö7X "N- Montag,> t/2 9 Uhr abends (auch Dienstag), „Gemoro", Herr Herm. Hirfchberg (Hegelstratze 13. — 7*9 Uhr ab tnx "n (Mitglieder). — 7$ Uhr ab „Gemoro", Herr H. Halpern (auch Donnerstag). — */49 „Mifchna". Mitgliederlerneu. — 9 Uhr ab „Dinim", Herr G. Schnerb. 2. April 1938 Dienstag, 729 Uhr abends „Gemoro", Herr Dr. W. Hof mann. Samstag, 10 Uhr morgens „Gemoro", Herr Dr. I. Posen. „Kizzur", Herr Louis Kahn. — 11 Uhr yan, Herr Dr. W. Hofmann. — »vis max, Herr H. Frankenthal. — wn» «err H. Halpern. — 12 Uhr „Gemoro. Herr H. Halpern. — „Mifchna", Herr Lehrer Hirschberg. — */& Uhr „Gemoro". Herr Dr. W. Hofmann. — „Gemoro", Mitalieder. — 3/4 Stunde vor Nacht „Hagada schel Peffach", Herr Dr. S. Ehrmann. Agudas Zisroet-Mädcheugruppe. Montag, 9 Uhr abends. „Newiim", Herr Lehrer Unna. Dienstag, abends 7»9 Uhr, „Dinim", Herr Dr. W e g e r. Samstag, 72II Uhr „Tillim", Herr Louis Kahn. — 11 Uhr man Herr H. Frankenthal. — 4 Uhr nun. Herr Lehrer Hirsch herg. tfltvfatß $ßeit-&etein. Samstag nach Mincho (3/45 Uhr) im Hörsaal Friedberger Anlage: „Midraschim zur Hagada schel Peffach"; Herr Redakt. S. Schachnowitz. Mesyamidrafch, Hkendstraße 18. Allabendlich zwischen Mincho und Maariw tnx «n sowie Samstag morgen 11 Uhr „Aus der Sidra", Herr Rosen zw ei g. Freitag abend nach Schul sowie vor Gabbatausgang halbstündiger Dortrag des Herm B. R ach elsohn über rajp Gmoro-Schiur des - Herm Dr. Isaak Breuer. Sonntag 7-9 Uhr vorm., Dienstag, Mittwoch und Donnerstag abends V29 Uhr. v"«? man* Allabendlich von Sonntag bis Donnerstag Oftendstratze 18. x\il—lfß Uhr abends „Gemoro Schkolim". Rabbi Salomon Weber. M. A. A. (Frankfurt a. M.) 1. Iüd.°medizinifcher Kurs bei Bbr. Dr. Hofmann. Eichersheimer Anlage 1. Donnerstag abends 81/2 Uhr. Thema „Arzneimittel am Peffach". 2. Arbeitsgemeinschaft: Jüdische Weltanschauungsfragen, Sonntag abends 87, bei Bbr. Dr. Z. Posen, Am Tiergarten 42 III. 4. Stellenvermittlung. Cs besteht Niederlaffungs- Es suchen Stellea. Ein Zahnarzt. b. Ein Chemiker. Möglichkeit: a. Einen Augenarzt, bei Uebernahme einer Einrichtung. b. Einen Spezialarzt für Hals, Nasen u. Ohren. Hatmud-Mora-Werei«. Dereinslokal: Gemeinde-Synagoge Bömeplatz. Samstag, 11—12 Uhr »p-» jrrtw; Herr S.Unna. — 37« Uhr: »»»a zum Wochenabschnitt. Herr Rabb.-Aff. Lipinsky. — eine Stunde vor Nacht nvs hv man- Herr S. Unna. Sonntag, 97- Uhr vorm, xavi Herr S. Unna. — nach Mincho: ünraa; Herr S. Unna. — Ferner nach Mincho, Einführung in das Verständnis und die Vortragsweise der Hagadah; Herr Lehrer und Kantor I. B. Levy. Montag. 67^ Uhr vorm, abends aptf’ pir Agadifche Stellen aus dem Talmud, Herr S. Unna. Dienstag, abends 7 Uhr xava, Herr Rabb. Dr. I. Hoffmann. Schiur für Damen: Don Sonntag bis Freitag morgens nach Schul niffa bezw. -rny Herr Oberkantor E.Groß bezw. Herr S. Unna. , Fortbildungsunterricht für junge Leute, Knaben und Mädchen täglich mehrere Stunden; Anmeldungen an Ad. Dorfzaun, Am Tiergarten 82 (H. 4878). Schiurim in der Synagoge .Hermesweg". Herr Lehrer I e l e n. Don Sonntag bis Freitag morgens nach Schul bezw. 11a» ösra '211 Lernverein Unterlindeu. tVereinsräume Unterlindau 231. Jeden Freitag abend unmittelbar nach dem Gottes-- dienst Vortrag des Herm Rabb. Dr. Horooitz oder des Herrn Dr. May. Montag und Dienstag abends 87, Uhr: v'Nvs 'Oüj. Herr Rabbiner Dr. Horovitz. Mittwoch abends87,Uhr: v'iiVxa v'X'ai (Königsbücher). Herr Dr. M ay. — 6 Uhr abends Schiur für Damen. Herr S. Unna. Samstag. 6% Uhr, Vortrag, Herr Dr. May. HeSehetterr. ix naw Freitag ab'end 6.25. Samstagmorgen 8.— predigt Samstag nachmittag 4.30 Samstag abend 7.45. A) och eng ot Lesdienst: Morgens6.30. Nachmittags 6.30 Mittwoch morgen 6.15 <Lhomez--Verbot 9.10. Tefilin-Legen am Morgen 4.40.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.