Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 66 (1925)
- Issue
- Heft 14 (2.4.1925)
- Date
- 1925-04-02
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Der Israelit Nr. 14 Seite 7 2. April 1925 Welt-IeWwah in Jerusalem. Jerusalem, 26. März. Das Oberrabbinat von Palästina hat in Jerusalem ein großes Grundstück für den geplanten Bau einer Weltjeschiwah erworben. Es ist die Aufführung eines monumentalen Gebäudes auf einem Hügel in der Nähe des Diskin-Waisenhauses geplant. Wie erinnerlich, hat Oberrabbiner Kuck während feiner Anwesenheit in den Vereinigten Staaten auf der Konferenz der „Union der orthodoren Rabbiner Amerikas" den Plan der Errichtung einer Weltjeschiwah in Jerusalem entwickelt. Die Union stimmte dem Plane zu und beschloß, die Mittel für den Bau und die Erhaltung der Jejchiwah auszubringen. In diesem Zwecke wurde ein Komitee ernannt. Der Araberstreik zur Begrüßung Balfours. Jerusalem, 27. März. Die Palästinensisch-arabische Erekutive' veröffentlichte am 22. März eine Proklamation, in welcher zu einem allgemeinen Streik am 25. März, an welchem Tage Lord B ä l f o u r in Palästina eintrifft, aufgerufen wird. Die kleine kommunistische Gruppe „Frakziath Hapoelim" schloß sich der Agitation gegen Lord Balfour an und veröffentlichte eine Proklamation gegen den „Imperialisten" Balfour und die zionistische Bewegung, die als ein „Werkzeug des britischen Imperialismus" bezeichnet wird. Trotz der Versicherungen der arabischen Exekutive, daß keinerlei Unruhen beabsichtigt werden, erregte der Umstand Besorgnis, daß gerade in der Zeit der Anwesenheit Lord Balfours in Palästina die großen moslemitischen Feiertage, der Festmonat Ramadam, begangen werden. Ein Teil der arabischen Presse wendet sich ziemlich scharf gegen die Anti-Balfour-Deklaration. Besonders die Zeitung „El Carmel" gibt in entschiedener Form dem Verlangen Ausdruck, statt gegen die hebräische Universität zu agitieren, eine Bewegung für die Errichtung einer arabischen Universität ins Leben zu rufen. Streiks und Gebete, so schließt die Zeitung, werden keinerlei Wirkung erzielen. Die Palästina-Regierung teilte der arabischen Exekutive in einem 22. März datierten Schreiben mit, die Regierung erhebe keine Einwendungen gegen die .Organisierung eines friedlichen Streiks, sie werde aber die strengsten Maßnahmen zur Unterdrückung jeder öffentlichen Demonstration ergreifen. Die Palästinensisch-arabische Exekutive teilte sodann der Regierung mit, die Exekutive mache die Relgierung und die Zionisten für die Folgen öffentlicher Kundgebungen zu Ehren Lord Balfours verantwortlich. Solche Kundgebungen, heißt es zum Schluß, würden traurig enden. (I. T. A.). Briefkasten. K. S. 1. Die Medizin des Talmuds von Dr. med. Preutz. 2. M. Rappaport, Das Recht des Talmuds. Beide Werke können Sie durch jede bessere jüdische Buchhandlung beziehen. E. D. K. Das Gedicht kann nur für Chanucka in Betracht kommen. L. N München. Am besten suchen Sie das Geeignete durch Aufgabe eines Inserates in unserem Blatte. H. P. in Hamburg. In der Gummimantelsrage. wissen wir selber nicht mehr als in den Veröffentlichungen unseres Blattes enthalten ist. L. G. Würzburg. Abonnementsbetrag eingegangen. D. K. in W. Wir bringen Ihre Erklärung zur Kenntnis, daß das pn’ri in diesem Falle eine nbp njmn ist. und kann daher nicht mm» man sondern nviws man sein und daher das »pp ohne? wn. Das ersetzt das p: nur bei pa ns non-J Wenn in dem epp ein wn wäre, müßte das p'Tn« eine mm» mm sein und eine nbp nvun kann nur nöWD man sein. Vermischtes. Leipzig, 15. März. Man schreibt uns: Ein gewisser Berko Neleuberg (Berel Neliber) aus Jwenez, Gouvernement Minsk (Rußland) war in deutscher Kriegsgefangenschaft im Gefangenenlager zu Plöhm, dann in Cottbus, und schließlich vielleicht auch in Sielow. Seit Jahren ist er verschwunden. Falls ein Leser dieser Zeilen etwas über den Mann, fein Schicksal und seinen Aufenthalt weiß, wird Nachricht erbeten an Rabbiner Rogosnitzky, Leipzig, Salomonftr. 25b. Berlin, 16. März. Das soeben erschienene Handbuch für den Preußischen Landtag gibt auch diesmal wiederum Angaben über die Religionsbekenntnisse der Mitglieder des Landtags. Daraus ist zu ersehen, daß sämtliche Mitglieder der Zentrumspartei katholisch sind. Von den 110 deutschnationalen Abgeordneten sind 100 Protestanten und 10 Katholiken. Deutsche Volkspartei, Wirtschaftspartei und Deutsch-völkische Partei sind durchwegs evangelisch. Von der sozialdemokratischen Fraktion haben nur 26 ihre Religion positiv angegeben, die übrigen bezerchneten sich als Dissidenten und füllten die Ruorik Religionsbekenntnis nicht aus. Nur 5 der Abgeordneten des Preußischen Landtages haben sich als jüdisch bezeichnet. Drei von ihnen gehören der Demokratischen Partei, zwei der Sozialdemokratischen Partei an. . London, 13. März. Der Senat der Londoner Universität benachrichtigte die Palästina-Regierung, daß die Universität, der Anregung der Palästina-Regierung entsprechend, beschlossen hat, das klassische Hebräisch anstatt einer anderen allen Sprache als Prüfungsfach für die Erlangung der Akademikerwürde emzuführen. Das Prüfungsprogamm umfaßt Bibelstunden, jüdische Geschichte, Geographie Palästinas und hebräische Grammatik. Berlin, 21. März. Am 1. März 1925 hat die neuerdings errichtete „Haupt st eile für jüdische Wanderfürsorge und Arbeitsnachweise", Berlin, ihre Tätigkeit ausgenommen. Die Stelle bezweckt, das gesamte Netz der ehemaligen Prooinzialkassen der jüdischen Wande'frürsorge in kürzester Zeit zu neuem Leben zu erwecken. Außerdem will sie überall dort, wo jüdische Arbeitsnachweise noch nicht bestehen, solche gründen und mit anderen örtlichen und provinziellen Sozialeinrichtungen zentralisieren. Bad Brückenau, 15. März. Man schreibt uns: Das staatliche Mineralbad Bad Brückenau (Utfr.) als Spezialbad für Nieren- und Harnkranke eröffnet sene Betriebe am 1. Mai. Seine Heilquellen sind auf Jahrhunderte alten Ruf begründet. Von ganz hervorragender Bedeutung ist die „W ernazer Qunelle", welche in ihrer harntreibenden Wirkung alle bis jetzt gerühmten und in Ansehen stehenden Brunnen weit übertrifft. Besonders wirksam ist dieselbe bei chronischen Entzündungen des Nierenbeckens und der Blase, während die „Sahl - Ouelle" als ein kohlensaures Cisenwasser von großer Klarheit und angenehmem Geschmack bei leichtester Verdaulichkeit als wichtiges Kurmittel bei Blutarmut, Bleichsucht und Frauenleiden bestens bekannt ist. Die Lage des Bades am Südabhange des Rhöngebirges, umgeben von prächtigen Wäldern und lieblichen Auen, rechtfertigt seine Bezeichnung als „Perle der Rhön" in jeder Beziehung. Das Bild bietet Leidenden und Rekonvalescenten als klimatischer und Terrainkurort alle Borzüge. 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