Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 66 (1925)
- Issue
- Heft 13 (26.3.1925)
- Date
- 1925-03-26
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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perausgegeben »oa Jet fomiesogganifofion deg flgudas-Jisgoef itt DeiiffeStond JJ. Jahrgang Frankfurt a. Al., 26. TNärz (925 / 30. Adar 5685 Nummer Z <Da(äffina~ IPochc g?cjf ach SjSSS Slufpuf! Gemeinsam mit der Deutsch-Holländischen Palästina-Verwaltung hat sich die Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel entschlossen, am kommenden pessach, dem Feste des Frühlings und der Befreiung, dem wir entgegengehen, eine 3tafäffina~lDoche ZU veranstalten. Diese palästina-lVoche soll dazu dienen, die von der Agudas Israel und den Amsterdamer pekidirN geschaffenen Institutionen im heiligen Lande aufrechtzuerhalten und auszugestalten, vor allem die bestehenden Schulen, in welchen etwa 1000 Kinder unterrichtet werden, zu vergrößern, das Torastudium zu fördern, Waisen, Kranken und Siechen Hilfe zu leisten, der Fülle orthodoxer Einwanderer in den ersten Wochen ihres Aufenthaltes in Erez Jisroel helfend beizustehen; dann aber auch alle auf produktiven Erwerb gerichteten Bestrebungen zu fördern und zur Gesundung der wirtschaftlichen Verhältnisse beizutragen. AieWakatkirra-Woche soll de« festen Willm der tradilions- IreuenAudenyeitöt-lrunden, an demAuföauWalÄkinas im Geiste derWora. auf allen Gebieten des religiösen, kulturellen und sozialen Levens iHren vollen Anteil zu nehmen. Jede Spende^ groß und klein, ist willkommen. — Die Gemeinden werden ersucht, insbesondere Sie synagogalen Eingänge der letzten Festtage Erez Jisroel zu widmen. Die Jugendgruppen haben wir gebeten, durch Sammlungen während der Halbfeiertage Beiträge für die Palästinasammlung zu erwirken. — Beiträge werden von den Vertrauensmännern der Palästina-Zentrale sowie der Deutsch-Holländischen Palästina-Verwaltung und unmittelbar auf Postscheckkonto der Palästina-Eentrale Frankfurt a. Bl. Nr. 63900 und der D. h. p. V. Nr. 9553 entgegengenommen. Über das Ergebnis der Sammlung wird öffentlich quittiert. Amsterdam, Berlin, Irankfurt a. W. VellM-koMiulifeke TalWaa-Lentrate Taläftina-Ilerwaltung der Agudas-Iisroel Ortsgruppen und Jugendgruppen. Von Gottfried Goldfchmidl in Hatberstadt. Schon dem Namen nach ist die Gliederung «in Unsinn. Ortsgruppen vereinigen die Aguda- Mitglieder eines Ortes. Demnach wären die Jugendlichen zweimal vereinigt, zuerst durch die Ortsgruppe, sodann durchs die Jugendgruppe. Das stimmt aber nicht, wie jedermann weiß. Diillmehr sollte die Ortsgruppe die ortsansässige Aguda minus Jugend, und die Jugendgruppe die ortsansässige Aguda minus Alter umfassen. Deshalb mutzten die Namen lauten: Altersgruppen, Jugendgruppen. I ** ^)amit stimmt es aber erst recht nicht. Denn rin großer Teil der Jugend sitzt nicht nur in der Jügendgruppe, sondern auch in der Ortsgruppe. And wie es Kinderspezialärzte gibt. von denen die Kinder bis zum vierzigsten Lebensjahre behandelt werden, so gibt es Jugendgruppen mit Jugendlichen bis zum vierzigsten Lebensjahre und darüber. Man mutzte darum schon sieben, also die Jungen aus der Ortsgruppe und die Alten aus der Jugendgruppe weisen. Das wäre dann in der Tat ein äußerst korrektes Verfahren und eine Sutzerst grotze Dummheit zugleich. Es geschieht nämlich in den Jugendgruppen nichts, was das würdige Alter noch nicht wissen dürfte. Es geschieht auch in dm Ortsgruppen nichts, was zu unreif für die Jugend^ wäre^ Die Ortsgruppen sammeln Jahresbeiträge und Kopfsteuern, arbeiten für den Keten Hatoräh, für Erez Jisroel, für Notleidende und Flüchtlinge, für Mikwoaus in Rußland und Mädchenschulen in Polen, für Agudagesmnung Und Verbreitung ihrer Idee (oder sollten wenigstens all dies tun). Die Jugendgruppen tun dasselbe (oder sollten es wenigstens tun). Nun gibt es aber nur eine Thora für Israels Jugend und Alter, nur ein Erez Jisroel. nur eine Agudaidee, und die daraus erwachsenden Aufgaben sind nicht nach Jahrgängen geteilt. Die Scheidung in Orts- und Jugendgruppen ist auch. sachlich ein Unsinn geworden. Wie'waren doch die Jugendgruppen entstanden? Vor dreizehn Jahren, als der Ägudagedanke eben begonnen hatte, organisatorische Wurzel zu schlagen, als man allerorten die gottesfürchtigen Männer gerade in Ortsgruppen gesammelt Hatte, da erkannte man, daß der Agudogeist schon von Jugend auf gepflegt werden müsse. Die Jugend wurde aufgerufen. folgte jubelnd und scharte sich zu Gruppen. Das war gut so. Dmn das erleichterte den Ueberbllck; und Jugend wird am besten durch Jugend geworben und gewonnen. Die Zahl der Jungtrupps wuchs schnell, und schon am 15. Kislew 5673, also vor zwölf Jahren, schlossen sie sich unter der Führung von Gerson Lange s. Ä. zu der Agudas Jisroel-Jugendorganisation in Deutschland zusammen^ Es war diese Gründung auch gut, um den Gegensatz zu klären» der zwischen der liberal-jüdi.chm Jugendorganisation» der sogenannten neutralem der ziomstischnationaljüdischen einerseits und der positiven Thorajugend anderseils bestand. Diese reinliche Scheidung ist längst geglückt. Die unter dem Panier der Agudas Jisroel ausgebildete und durchbildete Jugend hat keinerlei Sonderausgabe mehr für sich zu erstreben, sie wird vielmehr in die Aguda hinein schon geboren und erzogen. Sie kann in den Ortsgruppei^-alles leisten, was sie zu leisten hat (und leistetdarin tatsächlich mehr als die Alten). Sie kann von der Ortsgruppe aus ihre Zirkel zur Werbung und Ausbildung der ganz Jungen veranstalten, 'sie kann von der Ortsgruppe aus ihre Schiurim einrichten: sie kann Sonder-Diskussionssitzungen Hallen, um die Novizen aus -er Befangenheit und dem Herzklopfen beim Aussprechen von Gedanken zu befreien und rednerisch zü üben — kurz, die Jugend kann innerhalb der Ortsgruppe alles tun, dessen sie bedarf. Die Jugendgruppen als Nebenorgane sind überflüssig geworden. Nicht nur als überflüssig aber, sondern geradezu als schädlich hat sich allmählich die Trennung in Orts- und Jugendgruppen herausgebildet. Setzen wir den Fall, durch eine glückliche Zufälligkeit steht der Besuch eines Mannes bevor, der als „auswärtiger Redner" eingesponnen werden kann. Flugs schreibt die Jugendgruppe hin, um ihn sich zu sichern. Gemächlicher trottet die Ortsgruppe hinterdrein. Jede möchte die seltene Gelegenheit als Eigentat für sich buchen. Im günstigen Fall einigt man sich, und der Vortrag wird vor der „Vereinigten Orts- und Iugendgruppe" gehalten. Derlei Konf.ikte gibt es mehr. Doch wäre das noch erträglich. Schlimmer ist schon die Verzettelung der Arbeit. In dem leider selteiM Fall, daß beide Gruppen geschäftig sind, weitz die eine von der anderen nichtsauftauchende Probleme werden verschiedenartig behandelt, meist nicht so gründlich und erschöpfend, wie es bei gemeinsames Durchsprache möglich wäre. Ziehen die Ortsgruppen die Kopfsteuer ihrer Mitglieder für die Gesamtaguda ein — die Jugendgruppen mit verschwindenden Ausnahmen tun es nicht imb setzen ihre Mitglieder damit formal äußer Agudamitgliedschaft. Es liegt da nicht böser Wille vor: vielmehr glauben die Jugendgruppen durch Leistung des Kopfbeitrags an die Jugend-