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Der Israelit · 1925-03-26 · Heft 13 (26.3.1925) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
66 (1925)
Issue
Heft 13 (26.3.1925)
Date
1925-03-26
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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26 März Der 3 s r n e I t t 9\r 13 ®e*tc 7 schwersten Gtunben des Lebens eine tapfere Weggenossin gewesen, als Mutter, die nur das eine Hochziel für das Glück ihrer Kinder hatte, daß diese einmal brave, im Leben brauchbare Menschen und gute thoratreue Juden werden. Der erste Kantor der Adas Jeschuru in Cöln, Herr Lehrer Söffe, rief bewegten Herzens als Freund des Hauses, der Verblichenen den letzten irdischen Friedensgruß zu. Kein Auge blieb tränenleer als er schilderte, in welch feinfühlender Weise diese Fromme die rm» mn-iirr nonn erfüllte, wie sie jedem Armen gastlich ihr Heim öffnete, jedem ortsfremden Jehudi die Möglichkeit gab in Recklinghausen zu leben. Als man das o"nv v'2 verließ, da wußten alle, die Armen, die ganze Gemeinde und die Fernstehenden, daß wiederum ein Edelreis vom Baume des jüdischen Volkes gefallen. Wien, 16. März. Am 13. März ist im Wiener Rothschild-Spital Rabbiner Dr. Leo V a r d o w i c z im 70. Lebensjahr gestorben. Der Verblichene, ein hervorragender Gelehrter, wirkte 30 Jahre lang als Rabbiner in Mödling. Berlin, 22. März. Hier starb plötzlich am ni'2?"v der Bibliothekar der Jüdischen Gemeinde Dr. I. Renzer Im 58. Lebensjahre. Er galt als gründlicher Kenner der neuhebräischen und der spätrabbinischen Literatur. Auch -als gelegentlicher Kangelredner war er gerne gehört. Eine zu berherzigende Anregung. Während selbst in radikal-neolog gesinnten Kreisen, denen unsere heilige Lehre mit ihren Vorschriften ein mit sieben Siegeln verschlossenes Buch ist, n7>’» rmn noch immer als ein wohlbekanntes Gebot gilt, das von ihnen, sei es aus Pietät oder aus religiöser Ueberzeugung, auch eingehalten wird (bis auf ganz vereinzelte Pflichtvergessene, die cni> nmm leider auch den lebten dünnen Faden, der sie mit der Gemeinschaft des abrahamitifchen Hauses noch verknüpfte, freventlich zerreißen), ist das Gebot von der Auslösung des erstgeborenen Sohnes so manchen der Thora entfremdeten jüdischen Eltern völlig unbekannt, welchem sie aber, so man sie in taktvoller Weise darauf aufmerksam macht, trotz minder religiöser Gesinnung, wohl gerecht würden, ohne hierbei auf irgend welche Widerstände zu stoßen. Zwei Fälle, die ich in verhältnismäßig kurzer Zeit persönlich erlebte, bestätigten meine Annahme. Zwei frischgebackene Väter, beide sogenannte liberale Glaubensgenossen vom. echten Schrot und Korn, stellen mir mit berechtigtem Stolz ihre jungen Stammhalter vor, die längst durch einwandfreie, ja streng orthodoxe t in den Bund Abrahams ausgenommen wurden. Auf meine Frage, ob diese Erstlinge am einundreißigsten Tage ihrer Geburt auch ausgelöst wurden, machten die beiden Väter, von denen der eine, nebenbei bemerkt, Dr. jur; ist, recht lange Gesichter und schämten sich nicht, mir mit der Gegenfrage darauf zu antworten: „Was? Wie? wo befindet sich eine derartige Vorschrift?" — „In derselben Bibel und von demselben Gott stammend, der uns nV’» mxn geboten hat," war meine Antwort und ich Dezeichnete denselben genau die betreffende Textstelle. — „Unerhört," meinte der eine akademisch gebildete Vater -ganz entrüstet, „daß der so fromme Mohel, der meinem. Kinde den jüdischen Stempel aufdrückte, mich darauf nicht aufmerksam machte!" — Was sollte ich nun dem Manne mit seinem Universalwissen darauf erwidern? Ich sagte ihm: „Erstens ist ein Mohel noch lange kein Seelsorger, zweitens auch kein Prophet, um zu wissen, daß Ihr Sprößling auch 1122 ist und drittens konnte er nicht wissen, daß Sie als gebildeter Vater so was nicht wissen." Nachdem ich den Vätern sagte, daß diese Vorschrift, fo lange die auszulösenden Kinder am Leben sind, nicht verjährt und sie zur nachträglichen unverzüglichen Vollziehung verpflichtet sind, wurde die Auslösung ohne jede Verzögerung und mit der größten Bereitwilligkeit seitens Der Eltern 1121 xna nachgeholt. Diese meine angeführten Beispiele stehen zweifellos nicht vereinzelt da und dürften ähnliche Fälle in erklecklicher Zahl ihresgleichen finden, fo daß an so manchem Erstgeborenen unbewußt diese Unterlassungssünde noch haftet. Da nun dieses versäumte heilige Gottesgebot nachzuholen ist, somit ein ] v my» und da nach T's? und anderen v'pvion 'ims (siehe 'w rrs? njn mv insbesondere daselbst>rv'7'v 'an vv2 rr0 und im bei Unterlassung seitens der Väter oder der Auszulösenden selber dem vn n*a obliegt und dieses Gebot von Ort und Zeit unabhängig ist (siehe i'rn dhi22 rvu^n crasn) so wäre es meines Erachtens nw 2ia*tm ein 72212 ppvi wenn jeder von ihnen in seinem Rabbinatsbezirk ^22 mm ins Nachforschungen anstellen würde, um alle Säumigen und die mit den Vorschriften unserer p^nm wenig Vertrauten zu dieser am-im nw mrv zuzuführen, deren Ausübung nichts im Wege steht, weil selbst der größte Indifferente selber willig, ja so mancher mit Freude einhalten bezw. nachholen dürfte, wie dies die angeführten zwei Fakten ki3i r-'p' o’w s-s) wohl bestätigen. ' wsp Zur A"frechterhaltung dieser nvv sollte es kein Mohel künftighin unterlassen, gleich bei dern'"« n'12 mwo wo es siq um ws i-w 1713 bandelt, die Aufmerksamkeit der Eltern auf diese göttliche Vorschrift zu lenken und sie über alles Nähere entsprechend zu belehren. Äie die waltenden Priester ihres heiligen Amtes, sollen dafür sorgen, soweit dies in ihrem Bereiche liegt, ihr 721p wenigstens von dem Makel der Nichtauslösung fernzuhalten. Jacob Teßler, Nürnberg. Gefahr!! (Ein kurzes Wort an die jüdischen Eltern und Erzieher in Stadt und Land; an alle an der jüdischen Jugend interessierten Kreise!) Unser Inneres erbebt und unser Körper erzittert, wenn man „Gefahr" uns zuruft; denn wer möchte nicht sein Leben oder gar seinen Besitz erhalten, so lange als irgend es möglich. Selbstlose Menschen fürchten auch für das Leben Anderer, für den Besitz Anderer. Mehr noch Jisroels Menschen. Jisroel Menschen — in der Stunde der Gefahr — seien auch bedacht auf die restlose Erhaltung ihres Volkslebens, ihrer Volksseele, ihrer Tauroh! Gar oft schon ward der Augenblick der Gefahr zu spät erkannt. Viele Beispiele könnten das beweisen, und man sollte aus ihnen dis Lehre ziehen, selbst in Zeiten scheinbarer Ruhe, so scheinenden Friedens, offenen Aüges, ängstlich, diese wichtigsten Lebensgüter zu überwachen. Auch heute droht Gefahr! Gefahr der jüdischen Volksseele! Gefahr der Tauroh! Wo sind die großen Scharen jüdischer Jugend, wo die Massen derer, die wllstg und überzeugt das geistige Erbe ihrer Eltern hochzuballen gewillt sind? Ihr antwortet mir: Agudoh! Esra! Misrachi! Achdus! Verein jüdischer Akademiker? und wißt nicht, daß nur ein winziger Bruchteil unserer Jugend dort sich ersieht. dort erzogen wird. Tausende stehen außerhalb! Tausende werden täglich fortgerissen vom Strudel des Alltags! Tausende sind uns längst ganz entfremdet! Sie alle heißt es gewinnen! Ein lebendiges, mächtiges Bollwerk wollen wir unserer Tauroh errichten, den Stürmen i der Zeit trotzend. Hier kann und muß jeder helfen! Unzählige junge, jüdische Menschen werden in den nächsten Wochen die Haupt- und Provinzstädte aufsuchen, mn dort Lehrlings- oder Kommisstellen anzutreten. Eltern und Erzieher! Habt ihr dafür gesorgt bei der Bern.ssmabl a"ch peinlichst genau geprüft den 6>eis derer, die jetzt Einfluß gewinnen werden auf Euer Kind? Hoffentlich ist es so. Wenn nicht, heute kann das noch gut gemacht werden. Die Stellenvermittlungsorgane der orthodoxen Vereine werden all den Suchenden gerne helfen. Lehrer und Führer! Habt ihr die Euch anvertraute Jugend aufmerksam gemacht auf die Gefahren der Stadt? Habt Ihr jüdische Milieu ihnen geschaffen im kommenden Wirkungskreis, daß sie sich nicht vereinzelt fühlen wenn die größte Probe ihres Lebens sie zu bestehen haben? Wenn nicht, dann wendet Euch an Rabbonim. an Lehrer, an Führer in der Stadt! Sie müssen Euch helfen! Begeisterte jüdische Jugend in der Stadt! Stehen Cure Wächter auf dem Posten, daß auch keiner von all den vielen Euch entrinne? Seid Ihr bereit, diese aufblühenden jüdischen Knospen mitzuerziehen? Sagt ein kräftiges: „Ja"! Sorgt für Schiurim '«nter bewährter Leitung! Sorgt für gemütliche Stunden iüdisch-belehrenden Inhalts! Nur s 0 ist die Jugend zu erhalten: sie wird — fromm erzogen — auch weiter einwirken auf ihre heimatliche Landgemeinde. Kein Volk ohne Jugend! Keine Bewegung ohne Jugend! Wollt Ihr, daß auch wir erstarken, daß unser Judentum erstarke? Dann arbeitet mit uns! Vermischtes. Berlin, 25. Februar. Die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden teilt uns mit, daß sie ihr bereits angekündigtes Gesamtverzeichnis der geschlossenen und halboffenen Einrichtungen der jüdischen Wohlfahrtspflege in Deutschland herausgegeben hat. (Erschienen bei F. A. Herbig, Berlin.) Das 75 Seiten starke Büchlein ordnet in übersichtlicher Tabellenform im 1. Teil die Anstalten und Einrichtungen nach dem Zweck, dem sie dienen, und im 2. Teil nach Ländern und Provinzen. Das Buch enthält Angaben über Namen, Adressen, Gründungsiahr, Träger, 'Bettenzahl, Personal, und vor allem auch über Aufnahmebedingungen und Zweck. Dieses Anstalisverzoichnis wird allen jüdischen Gemeinden, WohlfahrtSw-ganisationen, Vereinen. Anstalten und interessierten Einzelpersonen ein willkommener Führer sein. Es ist gegen Voreinsendung von Mk. 1.50 bei der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, Berln C. 2, Rosenstraße 2-4 zu beziehen. Mansbach. 3. März. Für die durch die Versetzung des Lehrers Berliner nach Burghaun erledigte hiesige Volksschullehrer- und Kultusbeamtenstelle wählte die Gemeinde Lehrer Hatz in Gladenbach als Nachfolger. Melsungen, 3. März. Lehrer Dillhof, der nach seiner Pensionierung als Religionslehrer hier verblieben war, hat der Gemeinde das Amt gekündigt. Die Gemeinde wählte nun Löwenstein aus Jeßberg, bisher im besetzten Gebiet, als Lehrer und Vorsänger. Leipzig, 1. März. Der Verband Jüdischer Gesetzestreuer E. V. hielt seine Generalversammlung ab, auf der der Vorstand den Jahresbericht erstattete. Die Mitgliederzahl hat sich erfreulicherweise in den letzten Monaten sehr gehoben. Seitens des Kassenführers wurde der Kassenbericht erteilt, der für 1924 in Ein- und Ausgabe balanziert. Dagegen weist die Kaffe der Mikweh, welche gesondert geführt wird, ein Defizit von M 2460.— auf. In der sich anschließenden Diskussion wurden Vorschläge gemacht, um die Frequenz der Mikweh zu heben. Das'Publikum soll eindringlichst auf die Wichtigkeit dieser Institution aufmerksam gemacht werden und die Rabbiner sollen aufgefordert werden, durch öffentliche Vorträge und Druckschriften die Gemeindemitglieder zur religiösen Pflichterfüllung anzuhalten. In der anschließenden Vorstandswahl wurden gewählt als Vorsitzender Herr I. V. Sachs, ferner die Herren G. Nathansen, B. Schimmel, B. Dzialoszinsky, W. Reiß, L. Mandelbaum. E. Kestenbaum, I. Lieber, M. Außenberg, N. Schächter und als Beisitzer Dr. G. Nobel und B. Holzmann. Der eingangene Antrag auf Errichtung einer Darlehnskasse wurde einer Kommission zur Bearbeitung übertragen. Es sei darauf hingewiesen» daß die Lehrvorträge des Herrn Vereins-Rabbiner Feldmann allabendlich 7jk Uhr im Verernslokal Färberstraße 4-6 stattfinden. Alkona, 25. Februar. Am vk>v3 nw konnte der Fleifch-Verteilungs-Verein auf ein HOjähriges Bestehen zurückblicken, das durch einen Festgottesdienst am nmn ro» eine besondere Weihe erhielt. Der Rabbiner der Chewro. Herr Jacob Cohen, kennzeichnete in seiner Festrede die Bedeutung und das Wirken des Vereins. Die Glückwünsche des Gemeindevorstandes überbrachte Herr Js. Levy und mit der Rede des Präses, Herrn Pintscher, schloß die eindrucksvolle Feier. Am Chamischo Oßor Bischwat, dem Gründungstage, vereinigte ein Festmahl Freunde des Vereins im Haufe des Herrn L. Koppel. Rach Begrüßungsworten des Vereinsrabbiners brachte Herr Rabbiner Duketz die Wünsche des am Erscheinen verhinderten Herrn Oberrabbiner dar. Durch Diwre Tauro sowie Festlieder gewürzt, velief der Abend in frohester Stimmung. Altona» 25. Februar. Am Sonntag, den 9. Cheschwan, konnte unsere Klaus nach 13jährigem täglichen Lernen ne mvv '120 nvV beenden. Die Teilnehmer und ein großer Teil der Mitglieder, an deren Spitze Herr Oberrabbiner Dr. Lernerversammelten sich im Hause des Vorsitzenden unserer Klaus, Herrn L. Koppel, wo Herr Rabbiner Duketz einen geistvollen Hadran lernte. Bei einem Festmahle, gewürzt durch Diwre Tauro blieben die Teilnehmer bis spät in die Nacht hinein versammelt. Briefkasten. B. E. 182t. Wir empfehlen Ihnen, sich an Herrn Dr. B. Cohn in Stratzdurg, Rue de Gomvetta 7, zu wenden. Dr. H. in S). Ihre Beschwerde haben wir zunächst an die Post weiter gegeben. Don dem Ergehn s verständigen wir Sie. A. R., Lehrer in Memmingen. Abonnement bis 31. Dezember 1921 betatjlt. E. D. K. Das Gedicht kann nur für Chanuka in Betracht kommen. Familiennachrichten. Geburten: Einen Sohn: Moses Bamberger und Frau Clara, geb. Cohn, Würzburg. Es ist ausschließlich Sache der Leser, die im Inseratenteil enthaltenen Empfehlungen ritueller Waren ohne sonstige Angaben rettgionsgesetzlichen Charakters auf ihre Zuverlässigkeit zu prüfen. KOHLEN-GASHERDE sfahonäreu.rransportable KACHELÖFEN mil'patentRaucngasbrenmjng WASCHEREIMASCHINEN norstköfhr, /CnodtX° □□□□□□□□□□□□□□□□□ Bronce BEIN & WED EM Ei ER KAISERSTRASSE 40 □□□□□□□□□□□0000(30

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