Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 66 (1925)
- Issue
- Heft 13 (26.3.1925)
- Date
- 1925-03-26
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 Nr. 13 Der Israelit 26. März 1928 Frage: Hat diese Agency der Verwaltung im vergangenen Jahre einen Rat erteilt und wenn ja, in welcher Form und im Zusammenhang womit? Antwort: Einem Mitglied der Kommission wird allwöchentlich eine Unterredung im Regierungshause bewilligt, und die Kommission korrespondiert in Verwaltungsangelegenheiten mit den Regierungsdepartements. Frage: In welcher Weise und in welchem Ausmaß arbeitet die Agency in wirtschaftlichen, sozialen und anderen Angelegenheiten mit der Agency zusammen? Antwort: Die Kommission wird von der Verwaltung bei der Festsetzung der Anzahl der Einwanderer, denen die Einreise bewilligt wird, zu Rate gezogen und die Zionistische Organisation beteiligt sich durch ihre Büros in Gurona an der Auswahl derselben. Die Zionistische Kommission unterhält ein vollständiges Erziehungswerk für das jüdische Volk. Die Ausgaben betrugen im Jahre 1922-23 110 000 engl. Pfund. Die Zionistische Organisation erhält mit einem jährlichen Kostenaufwand von 90 000 äg. Pfd. eine medizinische Vereinigung, die Hadassah. Frage: Welchen Anteil hat die Agency an der Entwicklung des Landes? (Statistiken über die erzielten Resultate?) Antwort: Die Zionistische Kommission hat verschiedene Abteilungen zur Unterstützung von landwirtschaftlichen Siedlungen, von Handel und Gewerbe. Indirekt hat sich die Kommission an verschiedenen von der Regierung unternommenen öffentlichen Bauarbeiten beteiligt. So streckte sie der Regierung das Geld zum Bau einer geschotterten Straße vor, welche von der Hauptstraße zwischen Jaffa und Jerusalem nach den Ortschaften Rischon-Zion und Rechovoiy abzweigt und den obersten Teil einer Landstraße bildet, die nach Gaza geführt werden soll. Die jüdische Vau-Kooperativgenossenschaft. eine von der Zionistischen Organisation unterstützte Körperschaft, bewirbt sich um die Verträge für den Bau von Straßen und andere öffentliche Arbeiten. Unter den von ihr für die Regierung durchgeführten Arbeiten nennen wir die Straße Tiberias-Semak und andere Straßen in Galiläa zum Gesamtpreise von 150 000 Pfd.; ferner den Bau einer Seitenlinie der Eisenbahn für die Armee in Pethach-Tikwah: den Bau von Baracken in Jenin und eines Negierungsbüros in Ramleh. Der Gesamtwert dieser Regierungs- und Armeeverträge betrug bis Ende 1922 nahezu 200 000 äg. Pfd. Frage: Welche Schritte wurden im Einvernehmen mit der Regierung Sr. Majestät unternommen, um die Mitarbeit aller jener Juden zu sichern, die gewillt sind, sich an dem Aufbau der jüdisch-nationalen Heimstätte zu beteiligen? Antwort: Die palästinensische Regierung steht in Verbindung mit einer Anzahl Organisationen außer der Zionistischen Organisation, welche die Mitarbeit bei der Ansiedlung der Juden in Palästina zum Ziele haben. Dies sind insbesondere der Palestine Economic Board, die Jewish Colonisation Association und der Palestine Development Council, der von den Juden der Vereinigten Staaten ins Leben gerufen wurde, ferner die Alliance Jsraelite Universelle, die ihren Hauptsitz in Paris hat, und das Joint Distribution Committee zur Unterstützung von Kriegsopfern, das jüdische Waisen in Palästina erhält. Ein- und Auswanderung. Frage: Welche Maßnahmen wurden getroffen, um die jüdische Einwanderung zu erleichtern? Antwort: Es wird auf die Berichte über palästinensische Verwaltung verwiesen. Außerdem wurde ein Beamter der palästinensischen Regierung dem britischen Konsulat in Triest zugewiesen, um bei der Auswahl der Immigranten und der Beschaffung der Visa mitzuhelfen. Dieser Beamte wurde jetzt nach Warschau versetzt, welchen Weg die Masse der Auswanderer nimmt, und das Büro in Triest wurde gesperrt. Frage: Welche Maßnahmen wurden getroffen, um die Rechte und die Lage der anderen Teile der Bevölkerung sicherzustellen? Antwort: Die allgemeinen Regeln für' die Einwanderung nach Palästina, die sich nach -der wirtschaftlichen Aufnahmefähigkeit des Landes, für neue Siedler richten muß, schützt die anderen Teile der Bevölkerung vor ernstlichen Beeinträchtigungen der wirtschaftlichen Verhältnisse. Die Zahl der Arbeitslosen wird jeden Monat durch Umfrage in allen Bezirken sorgfältig zusammengestellt. Wenn sich aus den Ziffern ergab, daß eine beträchtliche Anzahl von Leuten ohne Arbeit war, (einerlei ob es sich um neue Siedler oder alte Einwohner des Landes handelte) wurde die Einwanderung für eine Zeitlang eingeschränkt. Frage: Welche Maßnahmen wurden im Einvernehmen mit der Jewish Agency getroffen, um die geschlossene Ansiedlung der Juden im Lande zu fördern (Zahlen!)? Antwort: Verweist auf die Berichte über die palästinensische Verwaltung von Juli bis Dezember 1920, 1921, 1922, 1923! Bevollmächtigung der Zionistischen Organisation, Immigranten ins Land zu bringen; Anzahl der Immigranten; Auswanderungsländer: Ansiedlung auf dem Lande. Frage: Welches sind die Erfolge dieser Maßnahmen? Statistik der Immigranten (Geburtsland, Religion, Rasse, Beruf, Alter und Geschlecht). Geographische Verteilung innerhalb des Landes in den städtischen Zentren und den Landbezirken. Einige statistische Daten über die Auswanderung. Antwort: Genaue Daten über die Verteilung der Immigranten in den Städten und auf dem Lande stehen nicht zur Verfügung, doch hat bisher die starke Bautätigkeit in den größeren Städten die große Masse der Einwanderer dorthin gezogen. Die gegenwärtige jüdische Bevölkerung verteilte sich nach der Volkszählung von 1922 folgendermaßen: In Stadtbezirken 68 622, in Landbezirken 15172. Bei einer ungefähren Zählung im Jahre 1920 betrugen die Zählen 80200 bezw. 10—370. Näheres in den Berichten der Palästina-Verwaltung vom Juli 1920 bis Dezember, 1921, 1922 und 1923. Für uns ist an diesen Antworten die Tatsache bemerkenswert, daß die englische Regierung der ersten, entscheidenden Frage des Völkerbund-Jnquisitoriums mit nicht mißzuverstehenver Deutlichkeit ihre in dem Churchill-Weißbuch niedergelegte Auffassung entgegenstellt, daß es sich in Palästina nicht um eine das Land s e l b e r in eine jüdische Heimstätte umwandelnde Aktion handle, sondern um ein „jüdisches Heim" innerhalb eines arabisch-jüdischen Palästina. Kein Wunder, daß der unentwegt nationalistische „Jewish Chronicle" dieses neueste Bekenntnis der englischen Regierung wiederum zum Anlaß nimmt, um England in den schärfsten Ausdrücken Wortbruch und Betrug vorzuwerfen. „Ein abscheulicherer Bruch eines Vertrages" -— sagt das Blatt — „als er sich in diesen Antworten offenbart, dürfte in der ganzen Weltgeschichte kaum seines Gleichen finden, während der schamlose Zynismus der Regierungserklärung einfach klassisch zu nennen ist." Herbert Samuel habedas Land, entgegen den Bestimmungen des Mandates, wie eine beliebige Kron-Kolonie verwaltet und in Gemeinschaft mit Churchill durch alle möglichen Drohungen Weizmann und seine Kollegen in ihrer Unfähigkeit und politischen Feigheit gezwungen, bei dieser Sabotage der Balfour-Erklärung und des Mandates mitzuwirken. Diese Politik finde Nun durch die Antworten an den Völkerbund ihre feierliche Bestätigung; damib aber seien — woran weder die Anzahl der wirtschaftlichen Projekte noch die Gründung einer hebräischen Universität etwas ändern könnten — die nationalen Aspirationen des jüdischen Volkes, föweit sie sich an das Mandat knüpften, zunichtegemacht. Wir vermögen weder die Voraussetzungen anzuerkennen, von. denen das englische Blatt ausgeht, noch die Schlußf o l g e r u n g e n, zu denen es gelangt. Was die englischen Staatsmänner den zionistischen Unterhändlern etwa in verschwiegenen Konferenzzimmern gesagt haben wögen, um in ihnen überschwängliche, aber trügerische Erlösungshokwungen wachzurufen, wissen wir nicht; derallein maßgebende Text der Balfourerklärung gab zu solchen Hoffnungen jedenfalls keinen Anlaß, und nur Schwärmer, Sensations-Journalisten oder politische Abenteurer konnten d a r a u s den Schluß ziehen, daß Sir Herbert Samuel dem Sehnsuchtsrufe des nsnn niwb Erfüllung zu bringen berufen sein sollte. Die Desavouierung dieser Hoffnungen, wie sie 1922 die Churchill-Instruktion brachte, wae daher unseres Erachtens nicht nur kein Betrug, sondern ein Akt kluger und vorausschauendee Politik, die genau so gut im Interesse der Juden liegt wie in dem der englischen Herrschaft. Denn es ist immerhin zu hoffen, dasi die palästinensischen Araber sich einem unzweideutig neutral palästinensischen Staatswesen, in dem sich Juden und Araber zu friedlicher Zusammenarbeit die Hand reichen, schließlich in ihrem wohlverstandenen Interesse willig einordnen werden, während das „jüdische Palästina" des „Jewish Chronicle" und der „Jüdischen Rundschau" von dazumal nur auf der Spitze des englischen Schwertes und unter Strömen jüdischen Blutes aufrecht zu erhalten gewesen wäre. Es ist — darüber sich klar zu werden dürfte im Gegensatz zum zionistischen Wahne hoch an der Zeit zu sein — ein Golus-Erez-Jisroel, das dort drüben auf dem Boden des Gotteslandes zu erstehen beginnt, ein Golus- Erez-Jisroel mit allen Unvollkommenheiten und inneren Widersprüchen, all den Leiden Anmerkungen zu 'S« Don Rabbiner Ar. Winkler in Kopenhagen. I. hat ein kleines Olef. Ru« den vi len Erklärungen darüber fei hier die des Kli Joko anaefübr-: Nach dem M drasch nämlich solle man niit dem Kinde nickt von Breschis. sondern von Woi'kro zu lernen beginnen; das sündenreine Kind sollte sich mit den Lehren von den sündenreinigenden Opfern befassen (Kniai v» '"v is saimn T'nvnD vp’i fl"po .T75V’*ö VT Daber hat das erste Wort des Buches Wajikro ein kleines Olef. Wie dieses der erste Buchstabe ist so sollte uuch der erste Unterricht der Kleinen Wajikro sein. II. btt mp’i »Gott rief Moses heran", hierzu bemerkt der Midrasch: „Was steht am Schlüsse des vorstehenden Abschnittes Chips 's)? ns 'n ms upsd nwa Wie Gott Moses geboten hot". Ein König ließ sich einmal von seinen Dienern einen Palast aufvauen. Unnr diesen aber war einer, der sich da-I durch auszeichnete, daß er auf jedes Stück, das er an dem Bauwerk aussührte, den Namen seines Herrn setzte. Nachdem der Bau fertig war, sprach der König: So viel Ehrung hot dieser treue L jener mir erwiesen, — und nun sollte ich drinnen sitzen und er draußen stehen? Rust ihn doch hinein, daß er zu mir komme! So auch Moses: Bei jedem Gegenstand, den er für dos Heiligtum errichtet hatte, bemerkie er: mpa ns 71 ms TPSD ..Wie Gott Moses geboten hat. Da sagte Hcychem boruch hu: Seht all die Eb'ung, die Mein treuer Diener Mir erwiesen! Und nun sollte er draußen bleiben? Ruft ihn doch, daß er hereinkomme! Daher nwa bs snpm — Damit erklärt sich nach na? 'oab sinn sinn» v»r) aber auch, eine andere Stelle im Midrasch. Ul. Als rrnn zu Moses sagte: nnn »Schreib Dir auf die Worte (t"D nw)\ erhoben die Engel Einspruch, indem Sie sagten: Nach solcher Vollmacht kö wie Moses ja alles Mögliche, was hm beliebte, niederlchreiden! Worauf ,vn erwiederte: . Fern sei es von dem Manne, der in Meinem ganzen Hause bewährt ist (jdkj 'n'n bnn mn\ d. h der sogar bei der Erbauung Meines Hauses sich als treu bewährt hat, bei jederArbeitsverrichtuna NV» ns ',1 ms Ivsn Sowie Gott Moses geboten hat", zu vermerken, daß er sich anmoßen würde, Meine Lehren als die Seinen oder gar umgekehrt, seine eigenen Worte als 'Meine auszugeben! — Aleines Feuilleton. Der Vierzeiler des „Scheloh". Gegenüber der Korrektur, die mein in Nr. 9 des ..Israelit" mitgeteilter „Vierzeiler des Scheloh" von geschätzter Seile erfahren hat. verweise ich auf vbwan Bin von Schlome Soffer (Muncacz 665 Seite iob. wo der absolut zuverlässige und eingeweidte Verfasser von seinem Großvater Radbi Moscke Soffer (Chassam Soser) erzählt, daß dieser den Vierzeiler — in dem von mir mitgeteisten Wortlaute - stets imMinde hatte und im Namerr des Scheloh zur Befestigung des Gottoertrauens weitergab. Daß ihn «Joffes Omez' anführte, und zwar unter Anfügung eines einleitenden Satzes als Fünfzeiler beweist gegen die Autorschaft de» Scheloh nichts. Möglicherweise ist der erste Satz, der hinter den anderen etwas zurücksteht, vom I. O. dem übernommenen Zitate angefüut worden. S-tz. Mischna mit Grsanpzeichen? Zu Anfang des ,v'bip ,minn mmb w isv nivinV 'öa wo darüber gesprochen wird, daß man laut singend lernen soll, heißt es: asan pr "D’asrüi rimpin nininnv nianpn nvwan. Daraus ist zu ersehen, daß der Autor nY»wa mit »rnaVv" vor Augen halt-. Wer weiß etwas von solchen "nrwa", wo befinden sich so.che und was sind es für "ü'avv"?