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Der Israelit · 1925-03-05 · Heft 10 (5.3.1925) · page 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
66 (1925)
Issue
Heft 10 (5.3.1925)
Date
1925-03-05
Page
– (sequence 9)
Language
German
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^us^Weff antf JLet llllusiricrk Beil Hsraelif aje zum Unsere Bilder. 1. R a b b i E l i a a u s W i l n a, in der jüdischen Welt bekannt unter dem Namen „Der Wilnaer Gaon", ist am Pesachfeste 1720 in einem Städtchen bei Wilna geboren und am 5. Sukothtage 1798 im Alter von 78 Jahren in Wilna gestorben. Eine eingehende Würdigung dieser Leuchte in Israel, eine Schilderung von Leben und Lehren des Mannes, der eine eigene Welt von Reinheit und Heiligkeit verkörpert, haben wir jüngsthin den Lesern unseres Blattes unter dem Titel „Jüdische Gestalten" vorgeführt. Das Bild zeigt uns den Gaon in Tallis und Tefilin beim Aufzeichnen seiner Forschungsresultate. Diese Aufzeichnungen und Randglossen bildeten die einzigen Unterlagen für die vielen Werke des Gaon, die später von seinen Schülern und Anhängern herausgegeben wurden. 2. Das Bild auf der Purim-Seite zeigt uns Mdrdechai und E st her vor Achaschwerosch in so herrlicher drastischer Weise, wie kein anderes dieses Genres. Die holde Lieblichkeit Esthers, die vor dem Königsthrone den Stolz und den Adel in Haltung und Gebärde vollauf bewahrt, entspricht vollkommen dem Bilde, das wir von Esther im Herzen tragen, und die entschlossene Entschiedenheit in den Zügen Mordechais enthält nicht minder ganze Kapitel aus der Megillaherzählung. Das Ganze ist ein anmutiges und stimmungsvolles Situationsbild, das das ganze Geschehen wundervoll illustriert. Das Bild entstammt dem Meistergriffel des holländischen Malers Benjamin Prins, eines Sohnes des in Frankfurt noch in aller Erinnerung stehenden unvergeßlichen Liepman Philip Prins, des beliebten Mitarbeiters unseres Blattes, den Bild 3 zeigt. Auch dieses Bild entstammt einer Zeichnung des Malers Benjamin Prins. Liepman Prins wurde geboren am Schuschan Purim 5595, wäre also jetzt gerade neunzig Jahre alt geworden. Nr. 4 und 5 stellen Originalaufnahmen für den „Israelit" aus E r e z I i s r o e l dar. Es sind Episoden aus dem Leben des modernen Jerusalem. Das erste Bild zeigt, wie der Oberkommissar von Palästina, Herbert Samuel, mit seiner Gattin die St. George- Kirche, wo sie einer Feier aus Anlaß des siebenten Jahrestages der Eroberung Jerusalems beigewohnt hatten, verlassen. Zur Rechten des Oberkommissars ist der englische B i s ch o f in seiner Amtstracht zu sehen. Das andere Bild zeigt uns das Ehrentor zur Eröffnung der König George Avenue in Jerusalem. Aller Augen sind nach rechts gerichtet, wo Herbert Samuel gerade eine Ansprache hält. Das sechste Bild zeigt uns eine jetzt zur Einführung gelangende neue palästinenische P o st - marke mit der hebräischen Aufschrift und Wertbezeichnung neben der englischen und arabischen und der Ruine des Dav-idstores in der Mitte. 7. Die Radierung derSynagogeFried- Kinderecke. Snnaaoae an der Friedberger Anlage zu Frankfurt a. Radierung von Alfred Vietze. berger Anlage dürste die beste aller bisherigen Wiedergaben sein. Sie entstammt der Meisterhand des Architekten Alfred Vietze hier und ist im Verlage der „Memoria", Frankfurt a. M. erschienen. Die Aufnahme im „Israelit" ist nach einer uns vom Verlage zur Verfügung gestellten Original-Radierung erfolgt. Das Blatt ist in sämtlichen jüdischen Buchhandlungen zu sehr mäßigem Preise zu haben und eignet sich auch zu Geschenkzwecken. ' Die Briefe der Großmutter. Von Heinrich Einstädter. Die Herbstfeste waren vorübergegangen und mit ihnen die letzten warmen Sommertage des Jahres. Wie Zeichen himmlischen Wohlgefallens dünkten uns die wechselnden hellen Goldbildchen, die noch Suckaus die Sonne auf die Gegenstände in der Festhütte gemalt hatte und die uns so treu in Erinnerung geblieben waren, daß ihre bloße Vorstellung gleichzeitig das ganze Hochgefühl auslöste, das alles, was mit ihnen im Zusammenhang von uns wahrgenommen worden war, in uns erzeugt hatte: die angenehme Wärme, der Duft des Laubes und nicht zuletzt der Wohlgeschmack der Speisen, die in reicher Fülle uns Kindern dargeboten worden waren. Jetzt schon, nur wenige Tage später, hatte die Natur ein ganz anderes Aussehen erhalten. Dichtes Gewölk zog tief am grauen Himmel dahin, Regengüsse, die stundenlang anhielten, machten den Aufenthalt im Freien unbehaglich, und kühle Winde verursachten, daß auch in den noch ungeheizten Wohnungen, es ungemütlich und wenig einladend ausschaute. Dieses Gefühl steigerte sich noch an einem Freitag, als infolge des „Reinemachens" und der üblichen geschäftlichen Vorbereitungen auf den Schabbos für alle, die sich nicht selbst an ihnen beteiligen, kein rechter Platz für einen ruhigen Aufenthalt in der Wohnung vorhanden war. Die Fußböden waren naß, die Fenster standen offen, damit es schneller trocknen könne. Mutter und Schwestern hatten an dem „kurzen Freitag" kaum Zeit, Rede und Antwort zu geben, und der Vater hatte im Geschäft so viel zu tun, daß man ihn heute nicht in Anspruch nehmen konnte. Desto sehnlicher erwarteten wir den Abend. Als wir nach beendigtem Gottesdienst das Wohnzimmer betraten, da bot es einen ganz überraschenden Anblick. Schon beim Oeffnen der Tür drang uns eine Welle von Licht und Wärme entgegen, und noch bevor wir sie schlossen, hatten wir das Gefühl wohligsten Behagens durch das Gepräge, das eben der Freitagabend trägt. Mutter und Schwestern erhoben sich von ihren Sitzen und aus ihren Augen leuchtete uns der Schabbos entgegen. „Mutter, du siehst anders aus als am ganzen Tage," rief ich, indem ich ihr in die Arme stürzte, und als Vater und sie mir W

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