Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 66 (1925)
- Issue
- Heft 9 (26.2.1925)
- Date
- 1925-02-26
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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0ei'e 8 Nr. 9 y { t T c r r* p' i j t konserenz keine Stellung genommen wurde. Nur vom Standpunkte des Vaters — und mit den Erfahrungen des früheren Schülers — sind die Ziele, die wir Väter von der jüdischen Schule auf dem Gebiete des jüdischen Unterrichtswerkes erwarten und an denen wir Mitarbeiten wollen, dargelegt. 2. Neue Methoden. Von Lehrer Hermann in Amkower-Lauenburg. (Pomm.) Vor mir liegt der Bericht der Hamburger Erziehungskonferenz, aus welchem mich, den jüdischen Religionslehrer, vor allem die Frage nach der künftigen Gestaltung des hebräischen Unterrichts angeht. Was auch zu diesem Thema dort gesagt worden ist: aus jedem Munde klang immer wieder das Eine heraus: So wie bisher geht es nickt weiter! Es muß etwas geschehen, wenn dem deutschen Judentum die von seinen Bekennern aller Richtungen ersehnte Wiedergeburt beschieden sein soll. Und das wichtigste Mittel zur Erreichung dieses Zieles ist eine brauchbare Methode, die in einer hebräischen Fibel und einem sich daran anschließenden Lesebuche zu schaffen sei. Mit dieser speziellen Aufgabe ist Herr Rektor Stern-Frankfurt betraut worden, der sie im Verein mit Kollegen ausführen soll. Wenn ich nun mir gestatte, zu dieser Frage ein Wort zu sagen, so aus dem Grunde, weil wir schon eine solche Fibel besitzen, so daß Herr Rektor Stern-Frankfurt, an dessen Befähigung zur Lösung des schwierigen Problems ich, ohne die Ehre seiner Bekanntschaft zu haben, durchaus keinen Zweifel hege, sich nicht besonders zu bemühen brauchen wird, falls man sie ohne Voreinnommenheit prüft und praktisch versucht. Es ist das bv d 'mbnm iso 'mb np'nvn my nsw nx'vnb isd ■pann noDn 'pn ds? v'nnv pvtjm nVpii nunn nvV mo*» mit dem Haupttitel jwS das 1921 erschienen und in einer zweiten, erweiterten Auflage neuerdings herausgekommen ist. Wenn auf der Erziehungskonferenz in Hamburg u. a. gefordert worden ist, das Kind solle in mm mit 'Ni sowie in die nwa eingeführt werden, so wird der Verfasser -dieses Werkes, Rabbiner Dr. Daniel Fink in Berlin-Wilmersdorf, Güntzelstraße 44, dieser Forderung gerecht. Das Werk ist im Selbstverläge des Verfassers zu haben und durch alle Buchhandlungen zu beziehen. Was die Verwendbarkeit dieses Buches betrifft, so ist der Unterricht anhand dieses Werkes in hohenr Matze geeignet, den pädagogischen methodischen Anforderungen der Gegenwart zu entsprechen. Hier liegt jene schöpferische Methode zu Grunde, die — um nur eine der ungeahnten Vorzüge hervorzuheben — das Kraftgefühl des Schülers weckt; und ist erst dieses Lustgefühl im Schüler wach geworden, der das Hebräische nicht als aufgezwungenen Drill' empfinden, sondern als die Lade lieben und verehren lernen soll, in der das Heiligtum der Religion aufbewahrt ist, dann ist das Wichtigste im Unterricht vollbracht, dann wird — um die herrlichen Worte des Rabbiner Dr. Klein auf dem 25jährigen Gründungsfeste der Agudas-Jsrael-Jugendgruppe in Nürnberg zu zitieren-die Jugend „sich heimfinden auf den Boden des jüdischen Gesetzes, dann wird sie in den Welten des jüdischen Geistes nie geahnte Schätze finden, die in stärkstem Maße geeignet sind, das jugendliche Freudebedürfnis zu befriedigen — nie geahnte, reiche und — edle Freuden." Die theoretische Begründung seines Werkes gibt Dr. Daniel Finken seinem vor kurzem erschienenen Buche: „Die Grundlegung jüdischer Lehre für Haus und Schul e", zugleich als praktische Einführung in den Gebrauch der vom Verfasser herausgegebenen D'Ti»^ jupV dargestellt. Was ich über dieses von echter Liebe zum Judentum diktierte Werk zu sagen habe, habe ich in den „Blättern für Erziehung und Unterricht", dem Organ des jüdischen Lehrverbandes dargetan. Hier möchte ich nur kurz berichten, daß ich nach dem prnaV bereits einige Jahre Hebräisch unterrichte. Die formenbildenden Worte sind von der ersten Stunde an greifbar. Selbsttätigkeit (Schreiben und sprachliches Formen der Redeeinheiten und Kombinationsbildung), das befriedigende Gefühl der Freude am Können und Erkennen wie am deutlichen FortschWiteN von Stunde zu Stunde: das sind Kräfte, die Len Erfolg unzweifelhaft gewährleisten. Selbst Die schulentlassene Jugend, ehemalige Besucher aller Schulgattungen, lassen sich durch die Finksche Methode in Unterrichtskursen fesseln. Es wird — zunächst in Kursivschrift — geschrieben, es werden die Wortformen auf Grund der von Dr. Daniel Fink entdeckten Sprachgefetze von den Schülern selbst gebildet, das Geschriebene wird gelesen, aus dem Deutschen wird ins Hebräische und aus dem Hebräischen ins Deutsche mündlich und schriftlich übersetzt. Gegenüber der weitverbreiteten Ansicht, daß mit der Quadratschrift unbedingt begonnen werden müsse, möchte ich aus meiner Erfahrung feststellen, daß die Kursivschrift außerordentliche Vorteile vor der Quadratschrift besitzt. Letztere ist vor allem zeitraubend, erstere zeitsparend, die Kursivschrift ist auch viel leichter erlernbar. Siebenjährige Kinder, auch sechsjährige schon, erlernen sie fast spielend. Soll mit dem sinnlosen bbbb der bisherigen Unmethode Schluß gemacht werden und das Geheimnis der hebräischen Sprachgesetze und exakter grammatikalischer Einsicht erschlossen werden, so bedarf es hierzu einer ohne Schwierigkeit anwendbaren Darstellungs- Möglichkeit; und diese besitzen wir in der Kursivschrift. Die Quadratschrift wird mehr und mehr gemalt als geschrieben; und Dr. Daniel Fink stellt selber mit Recht die Frage, wozu man denn überhaupt eine Kursivschrift habe, wenn sie nicht gewisse Vorteile böte. Was die Befürworter der Quadratschrift zu ihrer Auffassung verleitet, scheint mir — auch hierin habe ich Erfahrung — eine oar zu äußerliche Rücksicht auf die Meinung der Eltern ihrer Schüler zu sein, die auch an der mittelalterlichsten Methode festhalten wollen, weil sie in einer modernen Methode eine Gefahr für den religiösen Geist sehen. Diese Eltern bedenken nicht, daß die heutige Zeit ein ganz anderes Maß von Wissen und Können auch in profanen Kulturgütern von dem jüdischen Schüler fordert, so daß mit Zeit und Kraft sehr ökonomisch verfahren, werden muft. Diese Rücksicht also geschieht auf Kosten der Methodik/ Wenn der Wille der Hamburger Erziehungskonferenz ein ernster ist hinsichtlich der Erneuerung des Thorastudiums, dann müssen solche Rücksichten fallen. Was wir uns aber keinesfalls verhehlen dürfen, ist He Tatsache, daß nach der Finkschen Methode nicht nur die Schüler, sondern auch die — Lehrer umlernen müssen. Nun sind aber die besten Vertreter unserer Religionswissenschaft in der Regel die ältesten Lehrer. Sie werden in vielen Fällen kaum die Elastizität des Geistes und des Willens aufbringen, um hier mitzumachen. Diese aber gerade werden zu allererst erkennen müssen, daß mit Worten von einer Besserung allein nichts getan ist. In sehr vielen Kreisen schließlich wird man den Anfang einer Neuerung fürchten aus den allgemeinen Zweifeln gegenüber einem Experiment. Finks eigene Erfahrungen jedoch beweisen, daß das Experiment, um das es sich hier handelt, gelingen muß. Selbstverständlich wird zur Erreichung des Zieles es notwendig sein, tüchtige Berufslehrer auszubilden. Ein Laie in pädagogischer Hmsicht kann bestenfalls sein eigenes Kind im jüdischen Unterricht zum Ziele führen; aber eine ganze Klasse von Schülern kann nicht einem Manne nur deshalb anvertraut werden, weil er zufällig als Chasen oder Schochet fungiert, ohne daß er je die pädagogische wissenschaftliche Befähigung sich angeeignet hätte, und wäre er noch so gelehrt und noch so religiös. Natürlich kann ein sehr begabtes Kind auch nach der mangelhaftesten Methode zum Ziele geführt.werden.. Und wenn bisher Erfolge erzielt wurden, so war es nicht das Verdienst der Methode. (Freilich kann auch von einem „PeMenst" des Begabten nicht hie Rede sein in Ansehung des Wortes msu *p^ 's) F Ä. M ■ 26. Februar 1925 Genies — und das sind unsere allezweifellos — sind von der Methode unabhängig. Zumeist genügen ihnen Anregungen; im ganzen ist ihre Arbeit Selbststudium. Aber der große Durchschnitt unter den Schülern muß methodisch richtig behandelt werden. ^Und diesem Durchschnitt im Klassenunterricht dient in erster Linie Fmks llmivb.pNb. Was in diesem geboten wird, isb das Ergebnis vierzigjähriger Arbeit. Sucht man eine neue Fibel, warum nimmt man nicht Finks Personalien. Emden, 17. Febr. Nach kurzem schweren Leiden verschied am 10. Schewat im jugendlichen Alter von 20 Jahren Moritz Bundheim. Mit ihm ist einer unserer Bestem dahingegangen, einer der sich durch Treue im Beruf und besonderer Treue zum Judentum schon in seiner Jugend allgemeine Beliebtheit erworben hatte. Der Verstorbene war einer der eifrigsten Besucher unserer trnsw und so lange es feine schwachen Kräfte zuließen, hat er nie die Gelegenheit zum Lernen versäumt. Bei der mV würdigte Herr Landrabbiner Blum die stille, bescheidene und fromme -Art des Verstorbenen, der stets ein mustergültiges Beispiel an am brr-,' gewesen. Möge der schwergeprüften Mutter von n"5pn Trost zuteil werden^ im Bewußtsein, daß Moritz Bundheim, bei allen die'ihn kannten, unvergeßlich bleiben wird. -rrann Mönchsrolh, 19. Januar. Herr Sälomon Schulmann und dessen Gemahlin, die voriges Jahr ihre goldene Hochzeit feierten, begingen dieser Tage, ihren 8 0., b e z w. 8 5. Geburtstag. Das streng religiöse Ehepaar erfreut sich aller Beliebtheit. Herr Schulmann ist jeden Morgen bei Wind und Wetter immer einer der ersten im Gotteshause, der Jugend ein nachahmenswertes Beispiel gebend. ruv nsn njr Briefkasten. L. St. in L. Sie schulden für Abonnement vom 1. Januar bis 1. April >925 MN. 1.63. Schweizer Abonnenten und Inserenten!. Wer hat für uns Frs. 15.— in Zürich 7 Enge, eingezahlt, ohne Angabe der Adresse? JULIUSSCHMIDT ANNONCEN-ANNAHME zu Originalpreisen Frankfurt a. M-, Langestr- 7 Telefon Hansa 5842 Postschech-Konto Frankfurtmain 142353^ ♦ Einzige Inseraten-Annahme für Frankfurter Geschäfts-Inserate des „ISRAELIT“ ♦ Annahme von Inseraten . für sämtliche hiesige und auswärtige Tageszeitungen, Wochenu. Fachblätter JULIUS SCHMIDT ANNONCEN-AN NA H ME zu Originalpreisen ■ ■!■ Hil ■ ■ IM— KOHLEN« GASHERDE ätdhonäreu.rransporrable [ KACHELÖFEN , I mil'patenkRaucngäsbrennung ] | WASCHEREIMASCHINEN i Horstkötter, fCnodLG