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Der Israelit · 1925-02-12 · Heft 7 (12.2.1925) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
66 (1925)
Issue
Heft 7 (12.2.1925)
Date
1925-02-12
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Sette 6 Nr. 7 Der Israe 1 it .12. Mrüär ÄMS Deutung für den Wiederaufbau Palästinas als die Steuergesetzgebung Grabskis war. Allein Agudas Jisroel hat großes Verdienst daran, daß sie immer wieder auf die Unmöglichkeit hinwies, ein Land bloß durch das unermüdliche Klappern mit der Sammelbüchse und die- Anrufung der Opferwilligkeit des Volkes aufzubauen. Agudas Jisroel zeigte, wie denn bas„utilecum dulci", die gute Tat mit den guten Geschäften zu verbinden sei. Nachdem die Propaganda ln dieser Richtung— wie gesagt, nicht bloß dank dieser Propaganda — unerwartet gute Früchte zeitigte, geht jetzt die Tätigkeit der Agudas Jisroel hauptsächlich dahin, die zersplitterten Kräfte zu sammeln und zur Erweiterung, Fortsetzung und Vollendung der kühnen Ansätze anzuspornen. > Gestern fand im Büro der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel in. Warschau eine Versammlung der Vertreter der orthodoxen Warschauer .Gruppen, welche sich mit privatem Kapital und für.Privatzwecke an der Aufbauarbeit in Erez Jisroel betätigen zu wollen, statt. An der Tagung waren ca. 30 Gruppen durch.120 Delegierte beteiligte> Die Versammlung nahm einen sehr günstigen Verlauf und trug viel zum engeren Zusammenschluß und zur Koordinierung der Arbeit bei. Vor allem wird viel Energie durch den einhelligen Beschluß, einen gemeinsamen Rat zu bilden, der unter dem Protektorat der Agudas Jisroel für die Realisierung der gemeinsamen Interessen Sorge zu tragen hat, erspart werden. Gewisse Schwierigkeiten bereitet die Visafrage, die sich in den letzten Tagen ganz besonders verschärfte, indem der englsche Paßkontrolleur weitere Begrenzungen einsührte. Touristen bekommen vorläufig überhaupt keine Visa. Emigranten-Kapitalisten nur insofern, soweit sie äußer den 500 Pfund, die sie aufweisen müssen, ein Alter von 25 Jahren erreicht haben. Diese unerwartete Begrenzung (man erwartete eher Erleichterungen) rief allgemeine Konsternation hervor. Fortdauernde Erschwerungen für Palästrnareisende aus Polen. Warschau, 8. Februar. Entgegen aller Erwartungen hat der englische Generalkonsul in Warschau die erschwerenden Bestimmungen für Palästinareisende aus Polen nicht aufgehoben. Unter denjenigen Juden, die für die kommenden Paffah-Tage als Touristen nach Palästina gehen wollten, herrscht über die Praxis des britischen Generalkonsulats große Erbitterung. Wie das Warschauer Palästinaamt dem I. T. A.-Vertreter mitteilt, haben sich mehr als 1000 Pesonen aus Polen zu einer Palästinareise aus Anlaß der Passah-Tage gerüstet. Jeder dieser Touristen hätte ungefähr drei Wochen in Palästina verweilt. Wenn man ausrechnet, daß ein Tourist täglich ein Pfund ausgibt, so kommt man zu dem Resultat, daß durch die Nichteinlassung der Touristen aus Polen etwa 20 000 Pfund Palästina verloren gehen. (I. T. A.) Der neue Oberrabbiner von Krakau. (Von unserem Korrespondenten.) Krakau, 10. Februar. Das Krakauer Rabinat, seit 22 Jahren, seit dem Tode des Rabbi Schimeon Sofer V"sr verwaist, konnte nun glücklich besetzt werden, und zwar mit einem Enkel des letzten großen Rabbiners, einem Urenkels des„Chatham Sofer"» Rabbi I. N. Kornitzer, bisher Oberrabbiner in Zelasch (Slowakei). Die Einführung fand Donnerstag»' den 5. Februar, unter imposanten Feierlichkeiten statt,' wie wir sie in Krakau und auch in anderen Städten bei solchen Anlässen noch nicht gesehen haben. Der gesamte Vorstand mitsamt den Mitgliedern' des Gemeinderates fuhren dem Rabbiner eine große Strecke entgegen. Am Bahnhof in Krakau begrüßte eine nach Tausenden zählende Menge den einziehenden Führer. Polizei zu Fuß und zu Pferd bildeten Ehrenwachen und hielten die Ordnung aufrecht. Das jüdische Viertel atmete Festesstimmung, die Häuser hatten Fahnen- und Girlandenschmuck angelegt. Etwa 30 000 Menschen dürften auf der Straße Spalier gebildet haben, als die Ehrenwagen sich zur Synagoge bewegten. Es war ein kaiserlicher Empfang in jeder Beziehung. In der alten Schul, die nur 1000 Plätze saßt, halten die Ordner genug zu tun, um den Andrang aufzuhalten. Dort fand die erste Begrüßungsfeiern chkeit statt. Zunächst ergriff der Präsident der jüdischen Gemeinde, Dr. Landau, das Wort zu einer herzlichen Begrüßung des neuen Oberrabbiners und zur Würdigung der historischen Tatsache, daß-nun das Krakauer Oberräbbinat, mit der Berufung eines Enkels des letzten Oberrabbiners, und Nachkommen einer großen , Ahnenreihe, wieder hergestellt sei. Tiefbewegt ergriff dann der neue Oberrabbiner selbst das Wort und dankte für das ihm entgegengebrachte Vertrauen. Er entwickelte sein Pro gramm und gelobte, alle Kräfte für die Arbeit zur Förderung der Thora und des jüdischen Geistes im Sinne des Rabbi Schimeon Sofer einzusetzen. Am Sabbatvormittag fanden weitere Vegrüßungsfeierlichkeiten statt und am Nachmittag erfreute der Herr Oberrabbiner die Gemeinde mit einer geistvollen Droscho, wie man sie wohl lange in Krakau nicht gehört hat. Cs mußte wiederum bedauert werden, daß nur einige Tausend Hörer Einlaß in die Alte Schule bekommen konnten. Nach dem Maäriiwgebet wurde der Herr Oberrabbiner von etwa tausend Menschen durch die festlich alluminierten Straßen nach Hause begleitet. Möge das Wirken des neuen Oberrabbiners der Gemeinde Krakau zum Segen gereichen. iitattjti. Sabbatschändung als „Wohltat". W i l n a, 3. Februar. In dem in Wilna erscheinenden „Wort" lesen wir eine Vermahnung des Wilnaer Rabbinates, die das jüdische Herz zu erschüttern vermag. Zur gleichen Zeit, da sich die jüdische Bevölkerung in Wilna mit aller Kraft für den Sabbath einsetzt und, nachdem sie im Kampfe unterlegen ist, das schwere Opfer auf sich genommen hat, zwei Tage in der Woche zu ruhen, zur gleichen Zeit erachten es Vorsteher sozialer und philanthropischer Vereine für geboten, sog. Wohltätigkeitsseste am Feitag abend zu veranstalten, was natürlich immer mit gröblichsten Sabbatentweihungen verbunden ist. Im Aufruf teilt der Waad Harabonim mit, daß er in seiner letzten Sitzung beschlossen hat, energisch gegen diejenigen vorzugehen, welche sich erlauben im Namen der.Wohltätigkeit Viele zu öffentlichen Sabbathentweihungen zu verleiten. Die jüdische Gesellschaft wird gebeten, solchen Veranstaltungen jede, Unterstützung zu versagen. religionsgeset Lässigkeit zu prüfen. Für die bevorstehenden Mäskenfeste unübertroffeneAuswahlaußergewöhnl. preiswerter und Materialien ifiit ^0 cm br., Seiden-Imttat in' besond. AQQ 460 groß. Farbensortiment p. 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