Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 66 (1925)
- Issue
- Heft 5 (29.1.1925)
- Date
- 1925-01-29
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Nr. 3 Der Israelit Blätter besonders der Zeirei Agudas Iisroel zur Hebung des Schulwesens und die Arbeit für Bodenankauf in Erez Iisroel. Jerusalem. Demnächst findet in Jerusalem die erste Landeskonferenz der eifrig arbeitenden und sich von Tag zu Tag vergrößernden palästinensischen Arbeiterorganisation Poale Agudas Ji-roel statt. Allseits wird starkes Interesse hierfür bekundet. SiedNc. (A. I. P. B.) Die unbeschreiblich "große, die gefaulte polnische Orthodoxie umfassende Strömung zur Besiedlung des heiligen Landes, hat begreiflicherweise auch hier helle Begeisterung ausgelöst, und es wurde ein Spczialkomitee gegründet, das eine „Siedlicer Agudakolonie" schaffen soll, wofür große Beträge flüssig gemacht wurden. Amsterdam. Im großen Saale der Diamantenbörfe sprach am Dienstag abend Herr Oberrabbiner Dr. T. L e w e n st e i n aus Zürich vor einem zahlreichen Publikum über die Ausgabe der Agudas Iis - roel in Westeuropa. Der Redner zeichnete das Wesen des Agudagedankens und verweilte dann hauptsächlich auf den praktischen Arbeitszielen der Organisation insbesondere dem Aufbau des Keren Hatorah, den die Keneffio Gedauloh beschlossen hat und den jeder wahre torahtreue Jude fein wärmstes Interesse zumenden müsse, sowie auf der praktischen Erez Jisroel-Arbeit der Aguda. Alsdann setzte sich der Pedner mit den gesinnungsoerwandten und zum Teil gegnerischen Strömungen insbesondere dem Misrachi in maßvoller und ruhiger Weise auseinander. An den Vortrag schloß sich unter Leitung des Vorsitzenden Herrn Rabbiner L. H. Saarlouis eine Diskussion an, an der sich namens des Misrachi die Herren Frank, Davids und Koppelmann beteiligten. Der Redner beantwortete die an ihn gestellten Fragen eingehend. Der Vorsitzende schloß die Versammlung mit dem Wunsche, daß bald die Zeit gekommen sein möge, in der kein thoratreuer Jude mehr außerhalb der Reihen der Agudas Iisroel zu finden fein wird. Newyorl. (A. I. P. B.) Unter dem Namen „Hatechia" wurde von orthodoxen Juden ein Verein gegründet, der in Erez Iisroel die Kombination von Jeschiwoth nach ungarischem, beziehungsweise litauischem Muster und einer Kolonie schaffen soll. Es ist beabsichtigt, für amerikanische Knaben abseits vom städtischen Getriebe eine Jeschiwoh zu errichten, die eine einwandfreireligiös-talmudische Erziehung gewährleistet, wobei auch etwas profaner Unterricht erteilt wird. Die Kolonie selbst soll den der Jeschiwoh Entwachsenen, Gelegenheit bieten, sich als Landarbeiter anzusiedeln. Warschau. (A. I. P. 23.) Der gefeierte Gaon Red Jsser Salman Melzer, Rösch Jeschiwoh in Sluck ist nach Jerusalem gereist, um einer Berufung an die Jeschiwoh „Ez Chaim" Folge zu leisten. Nürnberg. Am 4. Januar fand vom Keren Hathora aus im überfüllten Saale des Luitpoldhaufts unter Leitung des Herrn Dr. E i f e m a n n ein Werbevortrag des nn'viw» von Keim, Hx. Rabbiner Latz i a n, zu gunsten der notleidenden nio'v' in Litauen statt. Redner gestaltete auf breiter geschichtlicher Grundlage den Gedanken aus, daß unseres Volkes Kraft und Wehr, Unbezwingbarkeit und Zukunft heute nur noch auf einem, dem letzten großen Gute beruht, das uns nach dem Verlust von Land und Tempel verblieben ist, der Thora. Dieses letzte Bollwerk zu behaupten ist ein Gebot der Selbsterhaltung. Stärkste Thorazentren des Ostens jedoch find erschüttert und kämpfen verzweifelt um ihre Existenz. Ergreifende Einzelheiten, Berichte von geradezu heldischem Geschehen (Kampf gegen Sowjets, Einkerkerungen» Flucht bei halbnacktem Leibe, Lernen und Lehren unter Hunger und Kälte, Verschuldung der m'E?’, der greise Ehofez Chajim beim Rettungswerk, u. v. m.) zeigten die Tragik und Hilfswürdigkeit der Lage in ganzer Größe. Die Wucht des Tatsachenmaterials an sich potenzierte sich in der Rede- und PersönlichkeitskrasL des Vortragenden geradezu zum Erlebnis. Was Worte nicht sagten, sprach das Herz. Die Herren Rabbiner Dr. Klein und Dr. Vreslauer-Fürth vollendeten den Abend durch kürzere Ansprachen. Der Zeichnungserfolg war ein entsprechend bedeutender. Einige Tage später fand ein zweiter Vortrag statt. Kiel. Sonnabend, den 27. Dezember 1924, fand hier eine öffentliche, zahlreich besuchte Keren Hatyora-Versammlnng statt. Das Hamburger Keren Hatorah- Direktvrium entsandte die Herren Rabbiner Kalmanowitsch-Rakow, Rabbiner Dr. Breslauer-Fürth und S. Osterfetzer-Altona, um dort die Keren Hatorah-Jdee zu propagieren. Den begeisternden und überzeugungsvollen Worten der Referenten gelang es, das Interesse für den Keren Hatorah bei allen Anwesenden aus das wärmste zu wecken, und die sofort veranstaltete Sammlung hatte ein recht erfeuliches Ergebnis. Es wurde zugleich, für die weitere stabile Arbeit eine Keren Hatorah-Kommiffion, unter dem Vorsitz des Herrn Rabbiner Dr. A. Posner gewählt, die sich ans den Herren David Bertenstahl, Vorsteher; Lenfchitzki, Vorsteher; Chajim, Lehrer; Czapnik, Kalter, Rauch, Locker zusammensetzt. In der am Sonntag nachmittag abgehaltenen ersten Sitzung der Kommission mit Herrn Ostersetzer, der ihnen über die Einzelheiten der Organisation ausfühlich berichtete, zeigte sich, daß die Herren mit ernstem Eifer an die Arbeit gehen, und es ist zu erwarten, daß ihre Arbeit für den Keren Hatorah fruchtbringend fein werde. Lodz. (A. I. P. B.) Der Sejmdeputicrte Oberrabb. Schaptta gewährte einem Korrespondenten des agudistischen Organes „Die jüdische Stimme", ein Interview über den Stand der Lubliner Jeschiwoh, deren Bau durch die antisemitische Hetze des Vereines „Rozwoj" unterbrochen wurde. Eine Volksversammlung erzwang, unter dem Hinweis, daß die Jeschiwoh eine Gefahr für Polen bedeute, ein polizeiliches Bauverbot. Nach dreimaligen Unterbrechungen ist endlich durch diplomatische Intervention des Senators Mendelsohn eine endgültige ministerielle Bauerlaubnis erwirkt worden. Die Zwischenzeit hat Oberrabbiner Schapira bekanntlich benützt, um im Auslande mit der allweltlichen Keren Hathora-Zentrale Geld aufzubringen. Breslau. Dis hiesige Ortsgruppe der Agudas Jisroel veranstaltete am letzten Tag Ehanukoh ein „Kinderfest" mit anschließendem „Teeabend für Erwachsene" zu gunsten des Keren Hatauroh, das sehr stark besucht war, und für alle Teilnehmer angenehm verlief. Herr Rabb. Dr. Lohn hielt eine Ansprache an die Kinder, Herr Rabb. Dr. Hossmann die Festrede. Bei dieser Gelegenheit erfolgte auch die Vorführung des Films „Opfer des Hasses", welcher verständnisvollen Beifall erntete und dem Wiener Hiifsroerk etwas einbrachte. Auch das Ergebnis für den Keren Hatauroh war befriedigend, wenn es auch durch die großen Unkosten, welche die Vorbereitungen und Darbietungen verschlangen, geschmälert wurde. Im ganzen sind hier bisher ca. 1500 Mk. für „Keren Hatauroh" aufgebracht worden. Halberstadt. Vor kurzem hielt in den hiesigen Agudagruppen ein fremder Redner einen Vortrag über jüdisches Empfinden, der aller orthodoxen Weltanschauung so wesensfremd war, daß nach Einsprüchen in der 'Diskussion am selben Abend sich vielfach der Wunsch regte, ein Eegenreferat zu hören. Der Aufgabe unterzog sich gestern Herr Albert S. Jacobson und erwarb sich lebhaften Dank der Versammlung, als er darlegte, was nach unserer Auffassung zu der Hebung des jüdischen Empfindens in der Jugend geschehen könne. Obwohl dem emstündigen Vortrag eine lange Aussprache folgte, ist das Verlangen noch nicht gestillt, und besonders die Jugendgruppe beabsichtigt, an weiteren Abenden das Thema durchzusprechen. Cassrl. Am 14. Januar sprach in unsrer Ortsgruppe Herr Direktor Dr. Carlebach ans Hamburg über „Prophetie und Weisheit". Er erklärte eingangs den Unterschied zwilchen P-ovhetie und Weisheit, indem er aus dem jüdischen Schrifttum aus Midrasch und Mischnah charakteristische Proben gab. Zweck der Weisheit sei, die Welt dem Gottesgesetz untertan zu machen. Er führte überzeugend aus, daß die größte Lehre und das höchste Ideal des Judentums in der Einheit Gottes zu finden fei. Mit Gottesfurcht fängt alles an, ohne Gottesfurcht ist nichts. Herrlich war dis Erzählung von der F'-au Weisheit und Frau Torheit. Der Weise geht mit der Gegenwart, Sch"i1 für Schritt, der Provhet überspringt alles und baut sein Haus in die Unendlichkeit. Der Provhet schaut Weltzusammenhänge, die keiner ahnt. Seitdem der Tempel zerstört, ist die Weisbeit an die Weisen und die Prynhetie, an Kinder und Narren, gegangen. Er schließt: Wir haben keinen Mann mehr, der uns die Augen öffnet, aber wenn wir uns vertiefen in die Bibel, dann wird uns manches verständlich. was wir sonst nicht wahrnehmen. Dieses nur in groben Zügen ein Auszug aus dem große Begeisterung anslösenden Dortrage. Norden (Ostfrsld.). Am Sonntag, den 11.. ds. Mts. hatte die Agudas Iisroel-Juaendgruvpe zu einem Vortragsabend einaeladen. Als Referent war Herr Lehrer R u d a - Wilhelmshauen erschienen, der das Thema „Der Weg des Juden" behandelte. Mit g^-'ßer Aufmerksamkeit lauschten die Zuhörer anderthalb Stunden den zu Herzen gehenden Worten des Referenten und reicher Beifall war der Lohn des trefflichen Vortroges. Spendenlisten. Aauda-Hauptfonds. Alzenau: Joseph Hamburger 10. Aurich: Ortsgruppe 22.50. Achim: S. Heilbronn 7, A. Heilbronn 5. Berlin: E. Simon 2, M. Schlewinsky 3. Bocholt: NN. 7. Ereglingen: Benjamin Oberndörfer 10, ders. vom Chanulaspiel 6. Danzig: dch. L. Nachmann 30 Gulden. Freiburg: Leooold Weil! 1. Halbcrstadt: F-au Bachmann zum 17. Tewes 10. Ladenburg: Gebrüder Kaufmann 20. Mainz: dch. Hugo I. Eahn 30. Mannheim: Alfred Kalter 8.40. Oldenburg: Lehrer Menberg 5. Schwabach: Fr. Herz 2. Alarkeneelös. Fischach: Klara Maier 23,20. Frankfurt a. M.: Fritz Strauß 20. Gersfeld: Lehrer Katz 24. Halberstadt: Klara Bachmann 96. Karlsruhe: Jakob Allmann 70. Mannheim: Siegmund Würzburoer 10. Schwabach: dch. Rabb. Dr. Mannes 6. Sammelbüchsen. Halberstadt: 43, Rosa Auerbach 26,20, Bachmann 17. Jchenhausen: Babette Neuburger, Levi Erlanger, L. Paim, H. Gradmann 23. Mannheim: dch. Hilmar Heinemann, stud. jur. 50. 29. Januar 1925 Entwertete Briefmarken. Eduard Sonder-Leipzig, Leopold Weill-Freiburg, David Auerbach-Halberstadt, Mirjam Nachmann-Danzig, 23. Wechsler-London, Ferd. Auerbach-Halberstadt. Frauenhilfe. Bechhofen: Steindecker 20. Berlin: Willi Guggenheim 50. Halberstadt:. Frauengruppe 87, L. 100, Frauengruppe 110. Mainz: Fraueüvereitt 50, Verein Beth Jakob 50. Nürnberg: dch. Rabb. Dr. Klein 125. Sprendlingen: dch. Lehrer Kaufmann 10. Vegesack: Jacob Wolfs 5. Keren Hathora. Amsterdam! W. Birnbaum 10. Aurich: Ortsgruppe der A. I. 60. Bad Mergentheim: Benny Heidelberger 5. Bechhofen: Jsr. Gemeinde 33. Biebrich a. Rh.: Synagogenspende 105. Beuthen (Oberschl.): Synagogengemeinde 30. Berlin-Charlottenburg: Dr. Neumann 5, Wolf Heidenstein 3, NN. 0.50, Martin Jawni 10. Breslau: Agudas Jisroel-Ortsgruppe 400. Burghaun: Sammlung des Herrn Strauß. 53. Emden: Jugendgruppe der A. I. durch Herrn o. d. Walde 14,50, A. J.-Jugendgruppe 20. Eiterfeld: Jacob Kapp 35. Freiburg: Simon Epstein 30, Josef Dreysuß 10, N. L. Weil! 8, Dr. Moseritz 3, Jacob Berlinger 3, Moses Kahn 2, Jac. Picardt 1. Frankfurt a. M.: Dr. med. W. Hirsch 10. Fürth: David Lehmann zu Beginn des „Buches" 20. Sijumfeier bei David Lehmann 36, Buchsammlung zur Varmizwoh-Feier des Jacob Natiel, 4. Kislev , 5685 27. Ellingen: Agudas Iisroel-Jugendgruppe 40. Gronau t. Westf.: A. von Engel 10. Düsseldorf: W. Hollands 2, Kalter 3. M. Wolf 3. D. Aron 3, B. Liebermann 3, NN. 3, Dr. Lehmann 5, Sarah Liebermann 5, Leah Liebermann 5, Friedmann 5, A. Kluger 5. N. Herz 5, Rabb. Dr. Eschelbacher 10, Julius Magendorff 20, Mar Rothschild 25. Duisburg: Mofes Strauß 35, 25. Dresden: Israel Wilder 2,10. Halberstadt (für Beth Jaacob-Schulen): A. J.-Mädchengruppe 436, Frau Dr. Abraham Hirsch 3000, Dr. Emil Hirsch 1000, diverse ungenannt 186, diverse Beiträge 14. Hamburg: M. Schaprco 50, A. Falck 50, Familie Lanzkron 30, Dr. I. David 30, Emil Pohl 20, Js. Herz 20, Mar Schenkolewski 20, E. Schragenheim (Ehanuckofpende) 20, S. Rothschild 20, I. Baer 10, N. Roch 5. Hersfeld: dch. Lehrer Emanuel 117. Hannover: S. Beermann 3. Höchberg: Lehrer Hirnheimer 10, E. Eldod 5. Gurhagen: A. J.-Jugendgruppe (Beiträge) 47, Mo, (Spenden) 26,50. . ' Leer: Haussammlung 107. Ladenburg: Gebrüder Kaufmann (Chanuckoh-Spende) 20. Ludwigshafen: Gsmerndesammlung 30. Lauterbach (Hessen): Mar Stern 10. Leipzig: Hans Kroch 300, M. Molkner 5. Karlsruhe: Dr. Weil 6, Jacob Ettlinger 5, Dr. I. Weil! 5, Dr. Breuer 1, Rabbi Michaheli 1, I. Baruch 1. Köln: Josef Weiß 20, Lazarus Wolf 20, Familie Salomon 10, Ephraim 10, Alfred Löwy 5, Coppel Jacob 4.^ Kettwig: Felix Müller 10. Oberthulba: Kultusgemeinde 31. Obergleen: Jof. Lamm 2,23. Mühlheim (Main): Jsr. Gemeinde 11. Neustadt a. d. Saale: Gemeindebeitrag 50, Dr. Plaut 20. Niederstetten: Oberlehrer Oberndörffer 25,25. Oberseemen: Ludwig Sichel, gesammelt auf Varmizwoh- Feier 4,40, Willy Goldschmidt, Thoraspende 2, A. J.-Jugendgruppe 2. Mainz: Samuel 3. Nürnberg: Jahresbeiträge: Js. Goldberger 30, I. Guldmann 20, H. Efinger 20, M. Lauenstädter 20, B. Adler 20, Salo Feuchtwanger 10, Isidor Neuberger 10, Mar Sachs 10, Albert Ellern 10, Js. Erünbaum 5, Salomon Nußbaum 3. — Spenden: Rudolf Heller 100, dch. Herrn H. Bloch gesammelt 48,40, Dr. M. Katzenberger 20, NN. 5. Osnabrück: gesammelt dch. Herrn I. Heß 35. Schenklengsfeld: Schnsdergelder 30. Sögel (O.-Fr.): gesammelt dch. Herrn Boley 3,50, NN. 2. Schwabach: für die litauischen Jeschiwaus Rabb. Mannes 100, Jehudo Mannes 10, Geschwister Mannes 10, Rabb. Mannes 24, Gerste 10, Vorst. Feuchtwanger 5, Reicher 5, Nagler 5, Graf 5, Herz 5, S. Feuchtwanger 2, diverse 54,20. Treuchtlrngen: Bernhard Fulder 60. Tiefenort: Sal. Ullmann 5. Stuttgart: Karl Kahn 5, Dr. Ansbacher 3. Rimbach: Will). Wertheimer 5, Frau Beruh. Weichsel 3. Wandsbeck: Jul. Meyberg (Blumenablösung) 2.. Mannheim: diverse Spenden 250. Dortmund: diverse Spenden 30.