Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 66 (1925)
- Issue
- Heft 5 (29.1.1925)
- Date
- 1925-01-29
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2446951-2450337-2450342--71885-2529211- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
WMMWWWWNNWWWM Seite 6 Nr. 5 Der I s r cre l i t 29; Januur 1925 Er war aber nicht nur ein mim sondern ein überaus großer i3v- Von einer bewunderungswürdigen Vescheidenheit war sein Auftreten jedermann gegenüber, so daß der Unkundige nicht ahnen konnte, welch gewaltiger Geist und welch ungeheures Wissen in diesem Manne lebte. Er liebte die Menschen, und die Menschen liebten ihn. Zwischen seiner geliebten Gemeinde Posen und ihm hatte sich ein inniges, fast familiäres Verhältnis entwickelt. Ganz besonders aber zwischen ihm und seinen Schülern, von denen zahlreiche v'vdn ’*pnt>n und manche Rabbonim geworden sind. Die Art seines Lehrens war eine so liebevolle, dem Schüler angepatzte, datz er es verstand, auch bei einein niv'v von Teilnehmern verschrobenen Wissens und Könnens jedem gerecht zu werden. Er lietz es nicht zu, datz ein Schiurteilnehmer, der eine absurde Frage gestellt hatte, i"n beschämt wurde, sondern beantwortete die Frage so, datz nach Möglichkeit die Berechtigung der Frage wahrscheinlich erschien. Sein großes Herz zeigte sich auch besonders in seiner Art, wie er v'ivn übte. Noch der 80 jährige geschwächte Grers ging vom sn-mn n»a morgens, ohne Frühstück genossen zu haben, zu befreundeten Geschäftsleuten, wenn es galt, für durchreisende a’»:n 'i'vbn Geldmittel zu besorgen. Sein inniges Familienleben zu schildern, zu erzählen, wie er an seinen drei Töchtern und deren Nachkommen hing, wie auch an den Kindern seines verstorbenen Bruders, denen er Vater und Mutter ersetzte und die ihm eigene Kinder waren, ist bei einem Manne mit so großem Herzen überflüssig. Als ich das Glück hatte, ihn vor einer Woche zum letzten Male bei einem Besuche ln Frankfurt dis Hand zu küssen, war ich Zeuge, wie er seinem geliebten Neffen sein nun nvo übergab, und wie aus seinem Daterauge der heiße Wunsch sprach, datz aus seinem Hause die nun nie weichen möge. Der schwerste Schlag, der ihn traf, war für ihn die Notwendigkeit, aus seiner Heimat, aus seiner Gemeinde, aüs seinem nvbv n'u weichen zu müssen. Jedoch schon auf dem Wege nach Frankfurt a. M., als er einige Tage in Berlin im Hause seiner Nichte rastete, beglückte ihn die Liebe, die ihm von seinen Angehörigen, seinen Posenern, seinen Schülern und seinen Kollegen, den Rabbonim, entgegengebracht wurde. Und als er dann in Frankfurt a. M. eine zweite Heimat gefunden, als er das große Glück hatte, daß sich um ihn Schüler gesammelt hatten, die im Banne dieses Großen am Dorne der Thora tranken, als Führer in Israel wetteiferten, ihn zu ehren, da wurde sein Schmerz um; sein verlorenes Posen er Paradies, sein nvbvv'2 in stille Wehmut verwandelt und kn heißen Dank .gegen Gott, der ihn hierher geführt, und gegen die Männer, die ihn dadurch beglückten, datz sie ihm die Möglichkeit gaben, Thora zu lernen, Thora zu lehren. Dank, heißen Dank empfinden wir alle, die ehemaligen Mitglieder der Gemeinde Posen gegen alle die, die unfern Meister geehrt und geliebt haben, gegen die Anstalt, die ihm schützende und liebevollste Unterkunft gewährt hat, gegen die Aerzte, die ihm mit seltener Treue das Leben verlängert und das Ende erleichtert haben. Wir würden diesem p'isi mn t»?#/, nicht gerecht werden, wenn wir flicht erzählen würden, daß dieser Mann, der die verkörperte Güte und Milde schien, ein Mann von Eisen und Erz wurde, wenn es galt, einen von ihm für richtig erkannten pi pvv zur Ausführung zu bringen. Keine Rücksicht gab es da, keine Schwierigkeit, die sich ihm entgegentürmten. Ein diesbezüglicher Vorgang, der sich in Posen vor nicht zu langer Zeit abspielte, wird ihm unvergessen bleiben, ebenso wie seine Festigkeit, die bei einem jüdisch-politischen Vorgang der jüngsten Zeit ihm sein Handeln vorschrieb. Wir danken alle m, der uns den teuren Mann trotz seines schwächlichen Organismus unter sichtbaren Wundern so lange erhalten hat, und werden bis zu unserm letzten Atemzuge das Andenken dieses p'is in Ehren halten! Dr. M. C.-Berlin. Die Beerdigung. Am Dienstag morgen füllte eine überaus große Trauergememde die große Fnedhofshalle der Israelitischen Gemeinde bis zum letzten Platze. Aus allen Kreisen der hiesigen jüdischen Bevölkerung hatten sich die Trauernden singefunden nach dem Worte: vai-ip nav ti"n, auch viele auswärtige Trauergäste üüd Rabbiner äuS näh. und fern. Als erster Redner sprach Herr Rad-, biner Dr. Hossmann, der . in formschöner Rede die Größe des Verstorbenen schilderte und derL Vertust der „Zeder des Libanon, des Mächtigen der- Thora" in warmen Worten beklagte. Herr Rabbiner, Dr. Jacob H o r o v itz fügte dem Bilde als Freund in. herzlich empfundenen Worten, weitere Wesenszüge hinzu. Herr Rabb. Dr. B o nd r, Mainz, sprach im Namen der „Vereinigung triditwnell-gesetzestreuer Rabbiner", die den großen „Maure Häüroo" dadurch anerkannt und geehrt hatte, daß sie ihn nach dem Tode. David Hoffmanns an., die Spitze ihrer Halachischen Kommission stellte. Tiefen Eindruck machte ein im östlichen Rahmen gehaltener Hesped des Herrn Rabbiner K a r p e l, Leiters der Schneider'- schen JeschiwM Herr Rabbiner Dr. Silberb erg, Berlin, früher in Posen, ein früherer Schüler des Verstorbenen, stattete in ergreifenden Worten den heißen, letzten Dank der Schüler und Jünger weit und breit ab, verbunden mit dem Gelöbnis, sein Andenken hoch zu halten und in seinem Geiste weiter zu wirken. Auch Herr Rabbiner Dr. Wreschner, Homburg, dankte dem väterlichen Freunde, von dem er sich stets Rat und Belehrung in zweifelhaften halachischen Fällen geholt hatte. Er dankte zugleich auch für den Posen er Rabbrnerverband. Herr Jacob Rosenheim überbrachte drei Grüße, den der Agudas Jisroel, der Israelitischen Religionsgesellschaft und zuletzt den Abschiedsgruß eines kleinen Jungen, in dessen Liebe .sich, der vom Greise aus die Jugend ausgeühte Zauber widerspiegelte. Er zeichnete den Mann, dem die Halächa nicht nur Theorie, sondern geistiges Eigentum war, dem alles im Leben sich zum Objekt halachischen Denkens gestaltete und der dabei selber reichste menschliche Lebenssülle ausströmte. Herr Naphtali F r o m m als Neffe sprach herzlichen Dank im Namen der Familie aus. Zuletzt sandte noch auf dem Wege zum Grabe Herr Rabbiner Dr. Mannes aus Schwabach dem großen Toten den letzten Scheidegruß nach. Es war Mittag geworden, als die: Beerdigungsfeierlichkeiten, die schon am frühen Morgen begannen, zu Ende waren und man die irdischen lieberreste, von denen sich em großer Geist, eine Leuchte des Judentums gelöst hatte, in die kalte Erde senkte, Oberrabbiner A. van Lorn y'Sf. Haag, 23. Januar. Im achtundsiebzigsten Lebensjahr ist der allverehrte hiesige' Oberrabbiner van fioen aus seiner reich gesegneten Wirksamkeit abberusen worden. Einer der ältesten Schüler des Regenerators des.holländischen Judentums, Dr. Dünner,'bekleidete er jahrelang den Posten eines Konrektors am Amsterdamer Rabbinerseminar, wurde 1888 Ooerrabbmer von Gronrn-- g e n und 1908 das geistliche Oberhaupt der Haager Gemeinde. Oberrabbiner 9T. van Loen Herr van Loen war eine von Gottesfurcht- und Menschenliebe erfüllte, vornehme Persönlichkeit^ die durch Ruhe und Klarheit des Denkens imponierte und aus wahrer Herzensgüte heraus insbesondere much auf sozialem ' Gebiete Vorbildliches geleistet hat. Strengste Orthodoxie verband er mit vielseitigem Interesse für alles Jüdische und Menschliche. Die Bestattung vollzog sich Unter überwältigender Teilnahme aller Kreise der Bevölkerung. Es sprachen außer dem Bürgermeister Vertreter des Kirchenrats, Rektor Wageniüar, die :Oberrabbiner Pereira, Hirsch, Palm ch e, Rabb. Saariouis und eine große Zahl, vou Vereinsvertretern. Auch die politischen Blätter brachten warme Nachrufe. masui Bekanntmachung Zahlreiche ausschließliche Mitglieder unserer Gemeinde haben Aufforderungen zur Teilnahme an der am 1. Februar ds. Js. stattfindenden j "Wahl von Delegierten für 'die Hauptversammlung des Landesverbandes! Preußischer Synagogengemeinden erhalten. Demgegenüber weisen wir darauf hin, daß unsere Gemeinde dem ■ genannten Verbände nicht angehört, und daß daher unsere Mitglieder j ein Wahlrecht zu dieser Verbandsversammlung nicht besitzen; die i Teilnahme an der Wahl sollte daher unterbleiben. Unsere Gemeinde ist Mitglied des „Preußischen Landes ver-; bandes gesetzestreuer Synagogengemeinden (Sitz Halberstadt),; der als selbständiger Landesverband von der Staatsregierung paritätisch! neben demBerliner Landesverbände anerkannt ist und für den gegen-! wärtig Wahlen nicht stattfinden. Der Vorstand der Synagogengemeinde i „Isr. Religionsgesellschaft“ Frankfurt a. M.; Für nur M. 1.20 können einige Herren an einem streng koscheren r. Privathause terlnehmen. Gegend Sandweg. Off. u. 13881 an die Erp. BB Für mein Vetter suche ich Linkeirat in gutgebend. Geschäft, das am Sonnabend geschloffen ist. Mein Vetter ist 28 Jahre alt, zux Zt. Leiter einer Lederhandlung im abgetretenen Gebiet. Er mutz Liesen Posten demnächst aufgeben, da erfür Deutschland optiert hat. Er ist ein tüchtiger, fleißiger Kaufmann, schlank, von angenehmem Acutzern u Wesen. Etwas Vermögen vorhänd. Gefl. Angeb.. möglichst mit Bild. a. M. Schwarz. Berlin W. 62, Wormserstr. 11. Heirat vermittelt in besten Jüdischen Kreisen Frau Rothengatter, Frankfurt a. M., Kl. Friedbe» gerstr. 9 ll. Telef. Römer 239. W o deckt man am besten seinen Bedarf an TI7 3 Fleisch-uJnrslim? , B e i J. Sussmann & Co., Berlin C. 54, Grenadierstratze 7. Unter Aufsicht der Isr. Synag -Gem. my Versand nach überall. Wiedcrverk. hoh. Rab. Spez:Uns. altberühmte Krakauer Salami, dünne W ü r st ch e n (Sozies'chen.) i ■ Neu aul dem Markt! Victor8 Rasierpaste! in unvergleichlich. Güte Chem. Labor. „Ravi“, I— Frankfurt a. M., Eckenheimerlandstr. 70. Vertret. überall ges. Schadchen, der in feinen, streng orth. Kreisen der Schweiz eingeführt ist, gesucht. Off n. F. T. 1237 an AlaHaascnstein & Vogler, Frankfurt a. M. 3336 Ev. '2000 Mk. Zuschuß z. j Haush. feit. d. n. sehr rüst. Laters, feith. Volksschull.,, sowie 10,000 M Barmitgift> nebst sehr reichh. Ausstattg. j werden einem relig. Herrn,! auch jüng. Witwer, behufs j Eheschließung mit einem sehr ansehnl.! Mädchen, Mitte 20, mit I Ia Referenzen in jeder Be-' ziehung geboten. Gegenj Heirat mögl Interessenten i wollen sich baldigst unter! 13970 an die E«p. wenden. Aus Polen stammender, in Deutschland langjähriger Angestellter, nicht unvermögend, 38 Jahre alt) sucht in ein gut eingeführtes und gutgehendes Geschäft in Grotzstadr oder deren nächsten Nähe Einficiraf Offert, mit Bild, das zurüügesandt wird, uut 13963 an Die Erp. Elegante Herren - MaOsclineiderei J. Wolkowitz 8 Co. Berlin, Oranienburgerstratze 9/10 Eingang Gr. Hamburgerstr. Tel. Norden 7416. Solide Verarbeitung auch ohne nvyv Saison - Neuheiten. Billigste Preise. Suche für meine Tochter, 27 Jahre, Mit 10 Mille Vermögen, Möbel u. Aussteuer, passende Partie. Beamter oder Kaufmann m. sich. Einkommen evtl, auch Einheirat. Off unt. 15974 an die Erp. Köln. Feine, jüdische Familie in Köln nimmt sofort oder später jungen Herrn oder junge Dame in volle Pension. Ritueller Haushalt. Ia. Rei ferenzen. Angeb. u. E. V. 1149 an Ala-Haasen-1 stein & Vogler, Köln, j Schadchen, der in orthodoxen Kreisen eingeführt ist, gesucht. Off. unter O F. 3415 Z. an Orell Fühli - Annoncen, > Zürich ^Schweiz). Aus" .' an Herrenbekanntschaft suche ich für meine Freundin, 35 J. alt, jüng. aussehend u. v. außerordentl.sympath. Äußeren, Akademikerin, mit gutgehender zahnärztl. Praxis, von vornehmem, selten gütigen Wesen, tüchtig im Haushalt, im Besitze einer vollständ. elegant. Wohnungseinricht., (Speise-, Schlaf-, Herrenzimmer), einen religiösen, gebildeten, gesunden, charaktervollen Gatten, mit gutem Auskommen, bis zum Alter von 45 ^Jahren. Witwer ohne Kind nicht ausgeschlossen. Zuschr. erbeten unter B. Z. 431 an die Expedition ds. Bl. meinen 23 Jahre, Ostjude, in Deutschland geboren, anst. Familie, tüchtiger Mensch, Teilhaber eines Textil-Engros- und Detail-Geschäftes suche nicht über 22 Jahren. Es wird mehr Wert auf Herzensbildung als auf äußere Schönheit gelegt. Entspr. Vermögen erwünscht. Off , mögl. mit Bild, unter H B. 44 an Auuoncen-Exp. Max Gerstmann, G. m. b. H.. Krefeld. Tücht. Kaufmann, 28 I., symp. Erscheinung, orth., aus bester ostjüd. Familie, wünscht Einheirat. Gefl. Zuschriften unt. 18026 an die Erp. Für nahe Verwandte, tüchtiges, intell. Mädchen, anfangs 30. hübsche Erscheinung, m.Barvermögen, kompl. Ausstatt, u. Möbel, suche ich einen passenden Gatten. Witwer m Kindern nicht ausgeschl. Off. u. F. T. B. 374 an Rudolf Mofse, Frankfurt a. M. Für geschäftstüchtig., rel. jungen Mann, von stattl.. Aeußern, Mitte 20, Lmkeirat in gutgehendes Geschäft gesucht. Angeb. mit genauen Angaben u. 15999 a. d. Exp. Welche streng orth. Fam. in Bielefeld möchte solides Fräul. f. einige Wochen in Pension nehmen. Off. an die Exp. unter 16002 2