Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 66 (1925)
- Issue
- Heft 4 (22.1.1925)
- Date
- 1925-01-22
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 6 Nr. 4 i Ü 3 5 t ü 6 l H 22. Januar 1925 lUt<&avn. Die notleidenden Jeschiwoth in Angarn. B u d a p-e st, 21. Dezember. Die Leitung der Tomchei Thora in Ungarn arbeitet mit großer Energie. Nach der jüngst zusammengestellten Statistik der Leitung befindet sich in den ungarischen Jcschiwoth ungefähr 1500 Bachurim, die einer materiellen Mandats in Palästina zu unterstützen, und er würde,! wenn es angeht» sich zu diesem Zwecke mit einer anderen j jüdischen Körperschaft oder jüdischen Körperschaften oer-! binden. j Mr. N. Lazarus, der diesen Zusatz vorschlug, führte i aus, der Zweck bestehr darin, daß der Deputiertenrat I bei der Jewish Agency vertreten sein könne, gegenwärtigen konstitutionellen Statuten sei der Board Züdische Landwirte in Amerika. New y o rk, 5. Jan. jüdischen Landwirtschaftsgesell-^ Unterstützung bedürfen. In Budapest selbst hat diese: nicht imstande, eine Einladung der Jewish Agency an- Aktion einen guten Erfolg -gehabt. Hingegen verhält sich J zunehmen. Mr. Philipp Guedalla unterstützte Mr. die Provinz einstweilen ganz passiv. Es wird dies nicht j Lazarus. Major Isidor Salmon, Mitglied des Unteraus den schlechten Willen der in der Provinz wohnenden? Hauses, sagte, eine Resolution genüge, man könne die Juden zurückgeführt, sondern'auf technische Mängel'der Verfassungsänderung entbehren. Colonel Waley Cohen Leitung, der weder geeignete propagandistische Kräfte brachte ein Amendement ein, wonach „der Board sich noch eine Presse zur Verfügung steht. Rabbmerkonfecenz über die Agunolhfrage in Polen. Warschau, 13. Januar. zuni Zwecke der Ausübung des britischen Mandats für Palästina mit : irgend einer anderen jüdischen Körpers schüft verbinden solle." Die ordentliche Sitzung schloß sich unmittelbar der j außerordentlichen an. Für die Zeit der Abwesenheit i von Mr. H. S. Q. Henriques wurde Lord Rothschild m o i is A f r ... .... zum Präsidenten des Board gewählt. Am 8. Schwär findet hier eme Konferenz sämtlicher I , _ , , . . _ ^__n-ii. ..._if”j...v -l Es wurde ein Brief von Lord Curzon verlesen im Der Direktor der Nach den i schast und Leiter der Zeitung „Iewish Farmer", Herr s Benjamin C. Stone, teilte in einer Vorlesung im Erj ziehungsverein mit, daß in den Vereinigten Staaten 75 000 jüdische Landwirte mehr als eine Million Morgen Land bearbeiten. Das Eigentum der jüdischen Landwirte in den Vereinigten Staaten hat einen Wert von mehr als hundert Millionen Dollar. Die jüdische Landwirtschastsgesellschaft instruiert die jüdischen Landwirte in allen Angelegenheiten der Landwirtschaft durch besondere Sachverständige. In i^er Stadt M e r i k o und Umgebung haben sich 150 Mische Landwirte zu einer „Jüdischen Landwirtschaftsgesellschaft" vereinigt. Das Ziel der Vereinigung ist, die jüdische landwirtschaftliche Kolonisation im Lande zu fördern. (ITA.) Rabbiner Polens statt, welche sich hauptsächlich mit der Agunothfrage zu befassen hat. Nach der letzten Statistik j gibt es in Polen 10 000 Agunoth. Es handelt sich um sofortige materielle Hilfe sowie um Zukunftsfragen. Erbarrtichcs ans Litauen. K o w n o , 15. Januar. Gegen dieRabbiner vonKowno, die denTag, an welchem im litauischen Sejm über das Zwangssonntagsruhegesetz abgestimmt werden sollte, als einen Fast- und Bettag proklamierten und die jüdische Einwohnerschaft aufgesordert hatten, sich an diesem Tage in den Bethäusern zu versammeln, wurde, wie bekannt, eine Untersuchung eingeleitet. Nunmehr verlautet, daß die Verhandlung gegen die Rabbiner vor einem militärischen Gericht anberaumt worden ist. Die Anklage stützt sich auf Artikel 129 des Strafgesetzbuches, welches eine Gesängnisstrase bis zu drei Jahren wegen Nichtbefolgung von Anordnungen der Regierung vorseht. Vor dem Militärgericht wird sich auch der Senior der Dajanim Ka r k zu verantworten haben, dessen mutiges Aufteten in der Frage des Zwangssonntagsruhegesetzes noch in Erinnerung ist. Der Kreischef von Wilko wischt hat zahlreiche nichtlitauische Bürger, die im Kreise Wilkowischk zum Teil schon seit mehreren Jahren wohnen, verständigt, daß sie in kürzester Zeit Litauen zu verlassen haben. Unter den Ausgewiesenen befinden sich mehre Bürger ans dem „okkupierten Litauen" (Wilna und Kreis), aus dem Kreise Suwalky usw. Am meisten betroffen sind die Juden. — Gegen diese Maßnahme des Wilkowischker Kreisschess wurde an maßgebender Stelle interveniert. R»»stlaiid. Die stcllifttschen Erhebungen unter den Inden in Rußland. Moskau, 7. Januar. Die von der Sowjetregerung eingesetzte Sondertommission zwecks Durchführung einer Volkszählung und Vermögensschätzung unter der. städtischen jüdischen Bevölkerung Rußlands in Verbindung mit der jüdischen Landsiedlungsbewegung hat ihre Arbeiten begonnen. Zunächst wurde die im Jahre 1923 in der Sowjetunion durchgeführte allgemeine Volkszählung zugrunde gelegt. Nunmehr wird in 15 Bezirken mit einer dichten jüdischen Bevölkerung eine neue speziell jüdische Zählung vorgenommen. Die wirtschaftlichen Verhältnisse der jüdischen Kaufleute, Fabrikanten, Beamten und Handwerker bilden den Gegenstand eingehender Erhebungen. Die Arbeiten müssen so schnell beendet sein, daß sie uns eine Unterlage für die im Frühjahr beginnende Siedlungsarbeit dienen können. (I. T. A.) ' Board of Deputies. London, Am 21. Dezember hielt der Board (Deputiertenrat der englischen Juden) eine liche Sitzung ab, um die Verfassung des Rats (Board) einer Revision zu unterziehen. Es wurde beschlossen, in das Statut eine Klausel des Inhalts aufzunehmen, daß der „Board" die größten Anstrengungen machen wird, um die Regierung bei dxr Ausübung des britischen 25. Dez. of Deputies autzerordent- Znsammenhang mit dessen Rede, in welcher er sagte, „die russische Regierung bestehe hauptsächlich aus ur-! sprünglichen Juden, die sich wie Geier aus den russij scheu Volkskörper stürzten." Lord Curzon hat die ani geblichen Tatsachen, auf die seine Mitteilungen basieren, j beigefügt. Herr Lucien Wolf wird die Richtigkeit dieser . Tatsachen zu prüfen haben. Zu dem Bericht des Pressekomitees bemerkte Mr. I. I. Lauda, der jetzige Innenminister Sir William Johnson-Hicks verfüge über eine gewisse Kenntnis des Ausländerproblems. Es wurde im Parlament berichtet, daß 90 o;o der Fremden schon vor dem Kriege in England gelebt hatten. Ern kürzlich erschienenes Blaubuch bewies an Hand der Verbrecherstatistik von 1922, daß die Anzahl der Verbrecher unter den Fremden verhältnismäßig gering sei: 2 °/o der gesamten Verurteilten, oder 1048 im Ganzen. Herr Isidor Salmon sagte, es sollen keine weiteren Fremden ins Land komnt,ett, solange die Arbeitslosigkeit im Lande arrhält. Mr. d'Avigdor Goldsmid stimmte für Annahme des Berichts des Joint Foreign Committee über jüdische Arbeit bei der fünften Völkerbundstagung. Er sagte dann, das Joint Foreign Committee habe keine Schritte in der Angelegenheit des Sonntagsruhegesetzes in Litauen, unternommen, da es um eine Intervention nicht ersucht worden war. Jedoch hat das Komitee die Präsidenten des Deputiertenrates und der Anglo-Jewish-Assvciation gebeten, zu erwägen, welche Schritte in bezug auf die Zwangs-Sonntagsruhe in Osteuropa unternommen werden können. Die Vorlage über das Numerus clausus- Gesetz in Ungarn wird nach Fertigstellung der Akten dem ständigen -internationalen Gerichtshof überreicht werden. Dr. Jochelmann protestierte, daß nichts Wesentliches mit Hilfe des Völkerbundes getan worden sei. Mr. Gehar Nissi, der kürzlich in Litauen war, sagte, daß 95 "•> der Geschäfte in Händen von Juden seien, die übrigen 5 o/o betressen kooperative Gesellschaften. Die Partei. der Kleriker sei augenblicklich die mächtigste Steuersystem sei äußerst schädlich für die Juden. Die Diskussion über den Bericht wurde vertagt. EinJmUtabiMet Zionislenführer gegen das freie Erziehungsfysiem in Erez Jisroel. N e w y o r k, 16. Januar. Isaak Müller schreibt in der links gerichteten zionistischen „Neue jüdische Zeitung" Brocklyn: Wir erfahren von zurückgekommenen Touristen und durch Korrespondenzen von der intensiven Aufbauarbeit in Palästina. Doch fragt es sich, ob die großen Energien auch tatsächlich für das ganze Judentum aufgewendet werden. Ist wirklich der Wille vorhanden, unsere Zukunft mit unserer reichen Vergangenheit zu verknüpfen? Wird dort ein traditionell jüdisches Leben geführt werden? Wir hören, daß auf den von den Geldern des Keren Kajemeth und des Keren Hajesiod geschaffenen Kolonien weder ein Bethaus noch ein Sefer Thora oder sonst ein Zeichen jüdischer Tradition zu finden ist. Selbst Einzelpersonen müssen erst bei der Leitung auf umständlicher Art Bewilligungen einholen, um ihr Leben traditionell gestalten zu können. Trauungen werden fastdurchweg ohne Chuppo-we-Kiduschin vollzogen. In Petach Tikwah waren fromme Arbeter gezwungen, wegen der Koscherkost ein gesondertes Spital zu gründen. Thaurolos ist das Thauroland, man spricht die heilige Sprache,. aber ihr Inhalt fehlt! Die Bibliothek der Ltobotkaer Jeschiwoh in Hebron. I e r u s a l e m, 16. Januar. Durch die Uebersiedlung der Slobotkaer Jeschiwoh nach Hebron ist die Frage der Beschaffung von Seforim für diese Jeschiwoh in den Vordergrund gerückt. Ein Komitee hat sich konstituiert, das eine großzügige Sammelaktion entfaltet. Es appelliert in einem Ausruf, der. in sämtlichen jüdischen Zeitungen veröffentlicht •^as wird, an die gesamte jüdische Oeffentlichkeit Seforim zu sammeln und dorthn zu senden. Schweiz Bund jüdischer Gemeinden in der Schweiz. Zürich, 16. Januar. Vor kurzem tagte im Hotel Bristol zu Bern die Delegiertenversammlung .des JsraelitischenGemeindebundes. Aus allen Teilen der Schweiz waren Delegierte erschienen. Die Tagung wurde durch den Präsidenten des Gemeindebundes, Herrn Dreyfus- Brodsky, eröffnet. Aus dem von ihm erstatteten Geschäftsbericht geht hervor, daß der Ausbau der Organisation des Gemeindebundes Fortschritte mache. Herr Saly Mayer berichtete über die Tätigkeit der von der letzten Delegiertenversammlung in Baden eingesetzten Kommission, die zu prüfen hatte, wie der Gemeindebund der in letzter Zeit in der Schweiz immer weiter um sich greifenden antisemitischen Hetze entgegenwirken könne. Dem Herrn Prediger Messing er sprach der Präsident im Namen des Gemeindebundes den Dank für seine erfolgreiche Tätigkeit in dieser Kommission aus. Bei den Neuwahlen wurde Herr Dreyfuß- B r o d s k y wieder einstimmig zum Präsidenten des Gemeindebundes gewählt^ Auch die-übrigen Mitglieder des Zentralkomitees wurden in ihrem Amte bestätigt. Der Rabbiner von Tiberias lehnt den Eintritt in den TUhrab Harabbonuth ab. Jerusalem, 16. Januar. Nach langen Verhandlungen zwischen dem Misrath Harabbonuth und dem Rabbiner von Tiberias, Rabbiner Moses Kliers, hat, nachdem letzterer den Eintritt in den Misrath Harabbonuth entschieden ablehnte, das Jerusalemer Oberrabbinat einen jungen Rabbiner in Tiberias eingesetzt, der von der orthodoxen Bevölkerung abgelehnt wird. Die Gemeinde steht treu zu unserem bewährten Oberhaupte, Rabbiner Kliers. Briefkasten. W. Illingen. Betrag für Abonnement erhalten. M. in D. Mit vielem Danke akzeptiert. Grutz. Ing. I. R. in B. Sie wenden sich am besten an Herrn Dr. Iac. Leoy, Berlin für B. I. A. K. in Bratislava. Wir möchten Ihre Zuschtift, um keinen Unfrieden zu stiften, nicht veröffentlichen. . Doch werden wir Gelegenheit haben, Ihrer Ansicht in einer demnächst erscheinenden . aussührlichen Darstellung gerecht zu werden.. .