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Der Israelit · 1925-01-15 · Heft 3 (15.1.1925) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
66 (1925)
Issue
Heft 3 (15.1.1925)
Date
1925-01-15
Page
– (sequence 17)
Language
German
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15. Januar 1925 Der Israelit Blätter Nr. 2 Leite 3 zurichtenden wöchentlichen Inkassos — ist ausnahmslos sofort durchzuführen, die Einführung des Spendenbuches, die Einsetzung eines Keren Harorah-Schabbos und das Schnodern für Keren Hatorah, die Organisierung der Barmizwoh-Aktion ohne Verzug vorzunehmen. Jeder einzelne Teilnehmer der Plenarversammlung verpflichtet sich durch Annahme dieser Entschließung ausdrücklich, feine ganze Kraft für den Aufbau des deutschen Keren Hatorah einzusetzen. Appronin-Abrechnung für K. H. in Deutschland vom 1. April bis 15. Dez. 1924 Einnahmen: JL Ausgaben: Tournee: Deutsche K. S).- Sanoker . . 30 350.50 Zwecke . . Rackower . . 1350.00 K. H.-Wien . . Sammlung L. A. I. Org. . . Direkt. ... 24 866.20 Spesen und Materialien . . Darlehen an A. I. I. O. Bestand . . . 76 566.70 Guthaben der 21.3. bei K. H. i. D. tt. Ausst. Guthaben der K. H.-Zentr. bei K. H. lt. Ausst. M 17 475.55 29 490.00 3 307.75 5 151.00 614.00 20 528.40 *76 566.70 520.50 4 520.28 Keren Hathora in Deutschland. Wie aus den bereits veröffentlichten Berichten über die Tagung des Keren Hatorah in Hamburg bekannt ist, wurde anläßlich dieser Tagung ein Beschluß gefaßt, dahingehend, daß „in der Frage der Behebung der geistigen Not aus dem Lande der deutsche Keren Hatorah die auf diesem Gebiet segensreich wirkende Freie Vereinigung und Agudas Jisroel Jugendorganisation weitgehendst unterstützt, daß aber darüber hinaus eine Statistik aufgestellt wird, welche jedes jüdische Kind in Deutschland, das ohne Religionsunterricht aufwächst, erfaßt. Unter Zugrundelegung dieser Statistik soll sich alsdann der deutsche Keren Hatorah an die weiteste jüdische Oeffentlichkeit wenden, um große Mittel aufzubringen, damit die Frage des Religionsunterrichts in die Hand genommen und geregelt werden kann." Die Vorbereitungen für die Aufnahme dieser Statistik und für die Versendung eines Fragebogens an alle jüdischen Lehrer Deutschlands sind unter Leitung zweier hervorragender Vertreter des Lehrerstandes bereits im Gange und der Fragebogen wird an alle jüdischen Lehrer in Kürze versandt werden. Wir bitten jedoch schon heute, um die Angelegenheit zu beschleunigen, .sämtliche jüdischen Lehrer Deutschlands auch auf diesem Wege, uns ihre Wünsche und Anregungen zur Frage der geistigen Not auf dem Lande, insbesondere zur Frage des Religionsunterrichts in lehrerlosen Gemeinden zukommen zu lassen, damit diese Anregungen und Wünsche weitgehendst berücksichtigt werden können. Zuschriften in dieser Angelegenheit erbitten wir an das Büro des Landesdirektoriums des Keren Hatorah in Deutschland, Hamburg 1, Schauenburgerstraße 15—19. Die Hamburger Lrziebvngsbonfereaz am 29. Dezember 1924. (Fortsetzung.) *) Bericht über bte Nachmittagssitzung. Die Leitung der Nachmiltagssitzung lag in Händen des Herrn Dir. Dr. Neuhaus-Lsipzig. Als erster hielt Herr Dr. Leo Deutschländer- Wien ein kurzes Referat über den „Profanunterricht an jüdischen Schulen". Referent bezog sich auf seine Arbeit in der Dr. Birnbaum- Festschrift und führte dann etwa folgendes aus: Der Profanunterricht soll anders erteilt werden, als an rein deutschen Schulen. Dabei soll jedoch das Maß des an anderen Schulen geforderten *) Siehe den ersten Artikel in der vorigen Nummer des „Israelit".! Pensums nicht herabgesetzt werden. Gegen eine gewisse autonome Gestaltung des Profanunterrichts ist gar keine absolute Abneigung bei den zuständigen Behörden festzustellen. Die jüdischen Bildungselemente sollen für den Profanunterricht reichlich verwendet pierden. Für dm Mathematikunterricht z. B. müsse eine Sammlung von unseren Zwecken entsprechend eingekleideten Aufgaben hergestellt werden,- für Botanik etwa eine Erweiterung des Schmeil, die sich mit der Fauna und Flora der Bibel und von Erez Jisroel näher befaßt. Für den Geschichtsunterricht ist ein spezieller Anhang dringend erforderlich. Für den Deutsch:nle> richt weist der Referent mit Nachdruck auf sein bekanntes Buch „West-östliche Drchterklänge, ns’H dw" hin. Im ganzen sind zwei Wege zur Besserung des Deutschunterrichts möglich: 1. Ein gutes bestehendes Lesebuchwerk wird in toto übernommen, die uns nicht liegenden christlichen, historischen und moralisierenden Stoffe werden eliminiert und durch für uns geeignete jüdische ersetzt. 2. Man beschränkt sich auf einen Anhang jüdischen Charakters, entsprechend dem Alter der Kinder in Unterstufe. Mittelstufe und Oberstufe eingeteilt: dieser Anhang wird neben dem bisherigen Lesebuch benutzt. Letzterer Weg ist für die momentane Lösung des Problems der bequemere. Referent formuliert seine Ausführungen als Antrag und stellt sie zur Debatte. Der Korreferent, Herr Dir. Dr. Carlebach- Hamburg, begrüßt grundsätzlich Dr. Den sch- . länbers Ausführungen, rollt jedoch noch einmal ' den ganzen Fragenkomplex auf, indem er das! Problem stellt: Wie machen wir den Profan-! unterricht für uns ertragreicher? Ein I Versteckspielen vor der Behörde darf grundsätzlich nicht sein, aber die Freiheit der Schule! ist so weitgehend, daß man sie nicht unbenutzt Hassen soll. Kein Leyrer kann sich der Pflicht I entziehen, seinerseits einen Beitrag zu liefern,! daß seine Schüler einen weiten, umfassenden Blick ■ für das Jüdische, das uns Interessierende be- > kommen. In der Mathematik z. V. kann j man Hinweisen auf Jbn Esra, auf die Zeit der i großen jüdischen Mathema iker. Im Gesangsunterricht müssen mindestens 75 °/o dem jüdi- I scheu Lied gewidmet werden. Kein Schulrat der Welt wird daran hindern. Der Z eichen - und Handfertigkeitsunterricht muß in der Hand eines denkenden jüdischen Lehrers! sein, der nicht vorübergeht an künstlerischer Züdischer Schrift, an den vielartigen Emblemen; der jüdischen Kultur, an den Bildern und Photographien des heiligen Landes. In der Geographie ist die Einstellung auf das Jüdische besonders leicht: denn durch unser i Golusschicksal gibt es kein Fleckchen Erde, wo j tDtr nicht Heimatsbestehunaen hätten: man denke j nur an Spanien, Polen, Frankreich, die Ehamj pagne, Süddeutschland. Nordafrika usw. usw.! Hier gerade ist ein Anhang zum bestehenden! Geographiebuch notwendig, aber auch leicht ber- - zustellen. Im Geschichtsunterricht müßte man vom jüdischen Gesichtspunkt ausgehen: so würde sich die Geschichte Roms, Griechenlands, der deutschen Kaiser, der Neuzeit usw. ganz anders darstellen lassen. Referent weist auf Kohuts und Prof. Berliners Werke bin. Für die Geschützte der Neuzeit muß eine Klcinsammlung einsetzen: dadurch gewinn! nicht nur der jüdische, sondern auch der profane Unterricht. Im Deutschen ist vor allem die Pflege d e r deutschen Sprache int Auge zu behalten. Es ist kein Unrecht, im Unterricht z. B. die Schriften von Hirsch und anderen, ja sogar auch gute jüdische Zeitschriften zu benutzen. Referent weist auf die Versuche von Dir. Dr. Elias hin. Man stellte unter vier Aufsatzthemen ein jüdisches, nur wenige Schüler wählten das jüdische. Der Aufsatz muß Zn den Dienst der jüdischen Welt- und Lebensanschauung treten, vor allem muUen die Grenzstoffe, die sich mit dem Profanen berühren, herangezogen werden. Das gleiche gilt auch für den ntzusprachli.chen! Unterricht. So z. V. wären zu benutzen alte' Jahresberichte der Alliance israe'.itr universelle, Munks Einleitung zum Sohar, die englischen jüdischen Zeitungen, die große jüdische Literatur in englischer Sprache, die in Amerika erstanden ist, Zangwills Schriften, Byrons hebr. Melodien usw. Allgemein gilt: Man muß den Mut haben, das jüdische Pferd vor den Wagen des Profanunterrichts zu spannen. . . In der Diskussion weist Herr Dir. Dr. Neuhaus auf S. R. Hirschs Artikel bin: „Wie wirken wir sittlich auf unsere Kinder?" Schöne Handschrift, saubere und korrekte Zeichnungen und Skizzen sind ethisch wirksam. Bei Schulausflügen ist viel mehr auf das jüdische Moment hinzuweisen. Jüdische Bilder gehören in! ein jüdisches Schulhaus.! Dr. Streim-Hamburg sagt,' die positiven; Erfolge im alten jüdischen Geschichtsunterricht - seien sehr gering. Daher verweise man den gesamten jüdischen Geschichtsunterricht in die allgemeine Geschichtsstunde.! Herr Gottschalk-Emden berichtet über Erfahrungen. die er mit Deutschländchs jüdischem ' Lesebuch machte und empfiehlt die Benutzung des ' jüdischen Vilderkalenders für den Gesamtunterricht. Dr. Hallemann-Leipzig spricht über den Wert des Profanunterrichts für unsere jüdischen Kinder. Gute jüdische Lehrer müssen durch ihre jüdische Lebensführung den Vrldungswert der -profanen Fächer bei den Schülern vertreten. Rektor Stern-Frankfurt: Für jüdische Volksschulen wird es sehr schwer sein, sich vom gegebenen Lesebuch koszusagen. Daher empfiehlt er einen jüdischen Anhang zum Lesebuch. Herr Lichtenstädter-Hamburg fordert einen Anhang zu den Lehrbüchern der Heimatkunde, Zoologie. Naturkunde usw. Das beste jüdische Lesebuch mit sehr gutem Erzählerton. besonders für die Unterstufen, versehen mit guten Illustrationen, das muß das Ziel der zu beginnenden Arbeit sein. Dr. Halberstadt-Berlin: Konzentra tionsunlcrrkcht soll gehandhabt werden: verliest eine dazugehörige Verordnung des preußischen Kultusministeriums. Dr. Strauß-Leipzig, empfiehlt, für die neueren Sprachen geeignete Lektürestoffe über jüdische Probleme ausarbeiten und herausgeben zu lassen. Herr cand. phu. Ullmann - Hamburg empfiehlt die Beschaffung eines Geschichtsbuches nach dem Format der synoptischen Tabellen von Peters-Wetzel. Dr. Leo Rothschild-Köln fordert eine pädagogische Zeitschrift, die unseren Zwecken und Zielen dienstbar ist. Wenn das nicht möglich Zist, so rät er zur VeröffenEichung von Konferenzergebnissen durch Rundschreiben, Austauschhefte usw. Dir. Dr. Neuhaus empfiehlt den Austausch d»r Protokolle von wissenschaftlichen Konferenzen. Im Schlußwort stellt Herr Dr. Deutschländer den Antrag, für. die Ausarbeitung von Anhängen zu den bestehenden Lehrbüchern für die einzelnen Fächer Obleute zu ernennen. Nachdem dieser Antrag angenommen ist. werden die Vertreter für die emze'nen Fächer gewählt. Ferner stellt er folgenden Antrag, der angenommen wird: Die Versammlung bittet Herrn Rektor Stern, die Bearbeitung einer hebräischen Fibel und eines sich daran anschließenden Lesebuches im Verein mit Kollegen zu übernehmen. Damit ist dieser Punkt der Tagesordnung erledigt. Dr. I. I. (Fortsetzung und Schluß folgt.) Ans der Bcweipml'!. Berlin. Am 6. Januar fand im Hause der „Joachimsthaler Loge" ein Vortrag des Ponivefcher Raw und seines rührigen Begleiters W. Jakobson über die Ziele und Notwendigkeit des Keren hatorah statt. Der wohlgefüllte Saal lohnte die zündenden Wote der Redner mit schallendem und klingendem Beifall.. Dr. H. Carlebach, der Suwalker und der Kriniker Raw vervollständigten die Reihe, und so gestaltete sich, unter Leitung

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