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Der Israelit · 1925-01-15 · Heft 3 (15.1.1925) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
66 (1925)
Issue
Heft 3 (15.1.1925)
Date
1925-01-15
Page
– (sequence 15)
Language
German
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IHäffcr fieeausgegeften oondee landesovganifafion der Jlgudas-Jistoel in DeuffeBfand II« Jahrgang Frankfurt a. M., den k5. Januar (925 / (9- Teweth 5685 Nummer 2 Heimstätten-Aktion des „Keren Hajischnw" der Agudas Jisroel. Der erste gröbere Bodenkauf der Aguda in Erez Jisroel ist vollzogen und weitere Käufe ftehen in naher AnssiHi. In diesem Stadium erhalten wir zahlreiche Anfragen von seiten unserer Mitglieder, was nunmehr mit dem Boden geschehen solle. Nach eingehendsten Erörterungen dieser Frage ist der Beschluh gefaht worden, sofort in eine grobe Aktion zur Errichtung und Weitergabe vorbereiteter Heimstätten einzutreten, die in ihrer weitgehenden Berück- < sichtigung der bisherigen Berufe der S Einwanderer und in ihrer durch Erstellung grober Serien erreichten Billigkeit die neue Form der jüdischen Kolonisation in Palästina darstellen, die der breiten Masse unseres Mittel st andes die Niederlassung ermöglicht und innerhalb dieses Rahmens auch die Beschäftigung zahlreicher gelernter und ungelernter jüdischer Arbeitskräfte gestattet. Die Initiative zu dieser neuen Bewegung geht von der Palästinazentrale der Agudas Jisroel aus, aber die Teilnahme steht allen Juden offen, die sich mit der in einem jüdischen Palästina selbstverständlichen Forderung einverstanden erklären, dab in den zu begründenden Ansiedlungen durch Ortsstatut Vorsorge gegen öffentliche Verletzung des Religionsgesetzes und für die dauernde Erhaltung der durch die Thora geforderten religiös-kulturellen Institutionen im Geiste des überlieferten Judentums getroffen werde. Zunächst sind die folgenden Typen von Ansiedlung in Aussicht genommen, deren eifrige Propagierung wir unseren Vertrauensleuten zur Pflicht machen: Heimstätten zu etwa 2 00 Pfund.*) Diese gelten für’ Einwanderer mit städtischen Berufen, die aller Wahrscheinlichkeit nach die grobe Mehrzahl bilden werden. Solche Heimstätten umfassen einen Bauplatz von einem Dunam (brutto), ein einfaches, aber für bescheidene Ansprüche durchaus genügendes Haus, einen vorbereiteten Garten, aus welchem mit geringer Mühe der eigene Bedarf einer Familie an Gemüse- und Geflügelzuchtprodukten gewonnen werden kann. Diese Art Heimstätten eignen sich nicht nur für Einwanderer mit städtischen Berufen, sondern auch für solche, die aus eigenem Vermögen, aus Zinsen oder andersei 'igen Einkünften einen kleinen Züschsb zu ihrem Lebensunterhalt haben. Das eigene Haus, eigenes Gemüse, Geflügel und Eier, spcster auch Obst usw. ermöglichen es den auf diese Weise Angesiedelten, mit viel geringeren Einkünften, wie auch >nit einem viel geringeren ursprünglichen Anlagekapital auszukommen, als bei den bisherigen Ansiedlungsformen. Heimstätten zu etwa 3 0 0 Pfund. Diese sind als Erwerbsheimstätten mit landwirtschaftlichem Hauptberuf gedacht. Sie umfassen auber obigem eine Bodenfläche von 5 Dunam für Geflügelzucht oder Mi chwirtschaft. Eine solche Fläche reicht für jede dieser beiden Betriebsarten in einem genügend groben Um- *) Die Ziffern beziehen sich aus äariptllche Pfund als der in Palästina geltenden Währung (diese stehen um 3 Prozent höher als engl. Psundb Als Erfüllungsort, gilt zunächst Frankfurt a. M. als Sitz der Palästinazentrale der Agudas-Jisroel. fange, um bei normaler Arbeit den vollen Unterhalt einer Famiüe sichrrzustellen. Die Palästinazentrale der Agudas Jisroel wird bei einer gröberen Zahl von Siedlern diesen für entsprechende Verkehrsbedingungen, für Wasserleitung und Elekirizi ät, für technische Hilfsmittel zwecks Bodenbearbeitung und Bewässerung und alle anderen erforderlichen zentralen Einrichtungen, sowie vor allem auch für Fachleute, die die Ansiedler bei ihrem Uebergang zu neuen Berufen beraten, zur Seite stehen. Bei diesem System kann auch Gemüsebau als Hauptberuf, sowie auch die Anlegung von Baumpflanzungen in Betracht gezogen werden. Die letztere Form eignet sich besonders für Leute, di; erst in etwa 6 Jahren ihre Ueberstsdlung bewerlstel igen wollen, und die ihre eigene Arbeitskraft nicht landwirtschaftlich betätigen wollen. Neben den beiden obigen Normalfällen, die für Fami ien von durchschnittlicher Erötze (5 Köpfe) gedacht sind, sollen auch Heimstätten für sehr kleine und für sehr grvtze Familien vorgesehen werden. In solchen Fällen sind Varianten der obigen Beispiele bis zu Lst. 100 für kleine Familien ohne Landwirtschaft und bis zu Lst. 400 für grotze Familien m i t Landwirtschaft vorgesehen. Im übrigen sollen die Ansiedler nicht an bestimmte Formen gebunden werden. Vor allem wird Gelegenheit geboten sein, auch Famllien mit reichlicheren Mitteln in einer jedem E'nfall angevab'en Form ansässig zu machen. Die obigen Beispiele wollten nur für die grobe Mehrzahl der Fälle sorgen, deren knappe Geldmittel (nach den bisher in den jüdischen Kolonisa'ionsbestrebunaen gelinden Auffassungen) eine selbständige Niederlassung zu Unrecht als unzureichend galten. Die nachstehende Aufstellung zeigt die Verteilung der Kosten für die oben dargestellten Normaltypen. Heimställen zu etwa 200 Pfund für mittelgrobe Familien mit städtischen Berufen oder Existenzformen: Boden, 1 Dunam Bauplatz (brutto) ca. Pfd. 5.— Haus von 3—4 Räumen (bei Serienbau) ,. ,. 100.— evtl. Werkstattraum od. deral. „ „ 20.— vorbereitende Arbei'en für den Hausgarten. Strahen, Lellunaen usw. sowie Anteil an Kosten von Schule. Synagoge. religiösen Beamten, Fachleuten, Arzt ulw. (einschl. Diverses und Unvorhergesebenes) ,. „ 60.— kleiner Esflügelhof (komplett) „ „ 15.— insgesamt Pfd. 200.— Heimstätten zu etwa 300 Pfund für mittelgrobe Familien mit Geflügelzucht oder Milchwirtschaft als Hauptberuf: dieselben Beträge wie oben, jedoch statt Werkstattraum ein Stall im gleichen Betrage Pfd. 230.— dazu an lebendem Inventar (und zwar entweder 400—r00 S'ück ©eflüpel oder 3—4 S'ück Milchvieh) nrl. 5 Dunam Boden für den Landroirtschaftsbettieb „ 100.— insgesamt Pfd. 300.— Heimstätten für kleinste Fami i;n mit städ.ischen Berufen lassen stch ungefähr zur Hälfte der obigen Kostenziffer von Pfund 200 erstel.en, also Pfd. 100.— solche für kleine Familien mit Landwirtschaft zum halben Preis der obigen Heimstätten von Pfund 300, also „ 150 — oder bei reichlicherer Ausstattung „ 200.— für besonders grobe Familien dürften sich die Kosten bei städtischem Hauptberuf stellen auf „ 300.— und bei landwirtschaft.ichem Hauptberuf (gröberer Haus- und gröberer Vtehstand) auf „ 400.— Alle obigen Ziffern sind approximativ zu verstehen und selbstverständlich Aenderungen je nach der Entwicklung der wirtschaftlichen Lage unterworfen. Wegen näherer Informationen wende man sich an die Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel, Eschenheimer Anlage 31. Verhandlungen zwischen Agudas Jisroel und Zionistischer Organisation? Gegenüber einer tendenziösen Londoner Drahtmeldrmg des Jerusalemer „Doar Hajaum" sei hierdurch festgestellt, daß am 3. Januar auf Grund einer Anregung von zionistischer Seite zwischen Dr. Pinchas Kohn und Dr. Weizmann eine Aussprache stattfand, die vertraulichen und unverbindlichen Charakter trug. Alle von zionistischen Blättern darüber gebrachten Nachrichten beruhen auf willkürlichen Kombinationen. Tätigkeitsbericht des deutschen Keren hathorah. Erstattet der Hamburger Tagung Es ist nur eine kurze Arbeitsperiode, über die wir zu berichten die Ehre haben. Auf dem Delegierten lag in Halberstadt im Februar d. Js wurde Hamburg zum Lorort des deutschen Keren Hathora gewählt. Bis die vorbereitenden Arbeiten, die Wahl zum deutschen Landesdirektorium und zum Verwaltungsrat beendet waren, verging einige Zeit, so daß das Landesdirektorium erst Ende April d. Js. feine konstituierende -Sitzung zu Hamburg abhalten konnte. Die lausenden Geschäfte wurden in 13 Sitzungen der Hamburg-Altonaer Mitglieder des Landesdirektoriums erledigt. Der Rahmen für die Arbeiten des deutschen Keren Hathara war von vornherein durch die Beschlüsse der Kenessio Gedaulo gegeben, die für Deutschland zu verwirklichen unsere Aufgabe ist. Gelöst ist diese Aufgabe noch nicht. in, wir sind zufrieden, wenn sich hier und dort ganz bescheidene Ansätze hierzu zu zeigen beginnen. Das Landesdirektorium möchte den Aufbau des Keren Hatorah in Deutschland nach 3 Richtungen hin in die Wege leiten: 1 die Organisierung des Limmud fördern, 2. die Bereitstellung erheblicher Geldmittel für die Zwecke des Keren Hatorah erwirken, 3. einen Merkas Hachinnuch gründen, welcher unter Leitung eines prominenten PKgagogen, gemeinsam mit Vertretern der verschiedenen Unterrichtsanstalten, die Bearbeitnng schulpolitischer und pädagogischer Fragen zu übernehmen hätte. Da die ersten Wochen der praktischen Arbeit ergaben, daß dieser Aufgabenkreis ein zu großer ist, so haben wir das Dritte zurückgestellt, und vorläufig unsere Kräfte auf die ersten beiden Komplexe konzentriert. Nach dem alten Grundsatz: ..Im ejn Kemach ejn tauroh" kann iedoch eine Organisierung des Limmud nur dann Erfolg haben, wenn vorher die Mittel zur Durchführung dieser Pläne, vor allem aber auch die Gelder zur Sicherung des Bestehenden, das oft durch die Ungunst der Zeiten schwer gefährdet war und noch ist, bereitgestellt sind. X

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