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Der Israelit · 1924-12-25 · Heft 52 (25.12.1924) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
65 (1924)
Issue
Heft 52 (25.12.1924)
Date
1924-12-25
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Sette 14 9ti. 52 11 Uhr *pn, Herr Dr. W. Hosmann. — N12K» Herr H. Frankenthal. — ‘jwn, Herr H. Halpern. — 12 Uhr „Gemoro", Herr H. Halpern. — „Mischna", Herr Lehrer Hirscybrrg. — 2 Uhr „Raschi", Herr M. Novak. — »/«Z Uhr „Gemoro", Herr Dc. W. Hosmann. llirr "N. Herr M. Novak, „Gemoro", Mitglieder. - 4 Uhr «n, Herr H. Halpern. Agudas Aisroel-Wädcheugrup-e. Sonntag abend 8 Uhr, Sanitätskurs, Herr Dr. Rothschild. Montag, 9 Uhr abends. „Newiiin", Herr Lehrer Unna. Dienstag, abends J/29 Uhr, „Dinim", Herr Dr. W e g e r. Mittwoch, abends y*9 Uhr. Aussprache. Donnerstag, abends '^9 Uhr^ „19 Briefe". Freitag abend nach Schul, „Sidro". — 8 Uhr abends gemütl. Zusammensein, Hanauerlandstr. 17. Samstag, ^1». Uhr „Tillim", Herr Louis Kahn. — 11 Uhr jvßN wis, Herr H. Frankenthal. — 4 Uhr ,Tvm, Herr Lehrer Hirschberg. Kesyamidrasch, Hfteudftratze 18. Allabendlich zwischen Mincho und Maariw dth wn sowie Samstag morgen 11 Uhr „Aus der sidra", Herr Rosenzweig. Freitag abend nach Schul sowie vor Sabbatausgang halbstündiger Dortrag des Herrn B. Rachelsohn über Gmoro-Schiur des Herrn Dr. Isaak Breuer, Sonntag y,S Uhr vorm., Dienstag, Mittwoch und Donnerstag abends ^9 Uhr. V"N 71-12N- Allabendlich von Sonntag bis Donnerstag Ostendstratze 18, 6—V28 Uhr abends „Gemoro Megilla', Rabbi Salomon Weber. V- I. A. (Frankfurt a. M.) 1. D. I. A.-ii^'-^, Samstag abend ö'U—PU, Sonntag morgens von J/28—9 Uhr und Donnerstag abends von 8—9 Uhr N2'V, Friedderger Anlage 4, Zimmer 4. Leiter Bbr. Dr. Ehrmann. 2. JÜd.-medizinischer Kurs bei Bbr. Dr. Hofmaun, Escherstzelmer Anlage 1. Donnerstag abends 8V2 Udr. Thema. 3. Arbeitsgemeinschaft: Jüdische Weltanschauungsftagen, Sonntag abends 8Vu bei Bbr. Dr. Js. Posen, Am Tiergarten 42 III. 4. Stellenvermittlung. fei^SSfS5‘ Es sucht Stellea. für einen orthodoxen Ä. Dr. chem., der IV2 Augenarzt. Jahre in einem Labob. für einen orthodoxen ratorium tätig war. Zahnarzt. b. Ein Assiflenzart. c. Ein Kinderarzt. Takirmd-Iyora-Wereirr. Dereinslokal: Gemeinde-Synagoge Börneplatz. Freitagabend: nach Schluß des Gottesdienstes Dortrag. Samstag, 11—12 Uhr Herr S.Unna. — 3'U Uhr: zum Wochenabschnitt, Herr Rabb.-Ass. Lipinsky. — 3/4 Stunden vor Nacht rriyv, Herr S. Unna. — Sonntag, 91/2 Uhr vorm. mm; Herr S. Unna. — nach Dlmcho 8^21; Herr S. Unna. Montag: 6Vi Uhr abends. npjp 7% Agadische Stellen aus dem Talmud. Herr S. Unna. Mittwoch: 6fl4 Uhr abends, a'NV' H^v», Herr Dr. Bra un. Donnerstag: 8V2 Uhr abends, mm» Herr S. Unna. S chiur für Damen: Mittwoch: 6'U Uhr abends, am, HerrS.Unna. Bon Sonntag bis Freitag morgens nach Schul bezw. -my Herr Oberkantor E. Groß bezw. Herr S. Unna. Fortbildungsunterricht für junge Leute, Knaben und Mädchen täglich mehrere Stunden; Anmeldungen an Ad. D orszaun, Am Tiergarten 52 (H. 4878). Schiurim in der Synagoge „Hermesweg". Don Sonntag bis Freitag morgens nach Schul niv» bezw. *jro jnto. HeöeLzeitev. 7p» n2W reitag abend 4.05. amstagmorgen 8.— Samstag nachmittag 4.—- Samstag abend 5.20. Wochengottesdienst: Morgens 7.05. Nachmittags 4.— Tefilin-Legen am Morgen 7.05. LöstBlumenabzugunstenunterernährter Kinder. Iüd. Frauenvereinigung. E. 83. Hansa 2825. Postscheckkonto 42 258. DerAsraelit v Familiennachrichten. Barmizw 0: Walther, Sohn des Herrn A. Rosenthal, Schumannstr. 43. Synagoge Unterlindau. 27. Dezember. - Personalien. Kassel, 10. Dez. Herr Dr. med. Joses P r a g e r in Breslau, der erst türzlich aus Palästina zurückgeleyrt ist, hielt im Saale der Landesbibliothek eine Rede über seine Reiseeindrücke. Seine Berichte fanden bei den zahlreichen Zuhörern ungeteilten Beifall. Hoof (Kr. Kassel), 10. Dez. Herr Lehrer Meier Rothschild, der seit 1881 in reichem Segen dahier, seiner ersten und einzigen Stelle, gewirkt, ist am 1. November in den Ruhestand getreten. Hamburg. 12. Dez. Mit großem Schmerze werden es viele, die die Tragik der Zeit aus ihrer Muttergemeinde nach allen Richtungen zerstreut hat, vernehmen, daß der vielfach bewährte langjährige ->rwz der altehrwürdigen Wreschener Gemeinde, Herr Samuel Schotter, am 8. Kislew nach Engang des hl. nw das Zeitliche gesegnet hat. Es ist, als ob der Mann, mit dem die letzte Periode des vollen Gemeindelebens in Wrefchen verknüpft war, den Zerfall desselben nicht lange überdauern sollte. Es ist buchstäblich auf ihn anzuwenden das Wort, das unsere Alten dem Schrifworte zusügen, das bei seinem Scheiden von der Zeitlichkeit in den ewigen Sabbat verlesen wurde: nvi rwa »min ms <rmn mr Der Gemeinde Glanz und Eckstein ist er gewesen. Mit inniger Gottesfurcht und Thoraliebe ausgestattet, seinen Sinn ganz und gar auf die Erfüllung der mir» eingestellt, wirkte er in vorbildlicher Pflichttreue und Dienstbereitschaft zum Segen der Gesamtheit in Gemeinde und im Vereinsleben, im besonderen als langjähriger ’saa und Leiter der nsmp man — wie auch als brm, der durch seine Geschicklichkeit und Beflissenheit auch in die wertere Umgebung zur Vollziehung des 7 nna berufen wurde. Besonders fei feine echt jüdische Gastlichkeit hervorgehoben, die er mit seiner gleichgesinnten Gattin, einem edlen Sproß der Familie Mürels, in glänzendster Weise betätigte und besonders in den schweren Kriegsjahren zur schönsten Entfaltung brachte. Man muß es beobachtet haben, wie dieser Mann, der schon die Last der Jahre und seines siechen Körpers schwer trug, persönlich in Krankenhaus und Kaserne eilte, um Verwundeten und »Soldaten Erfrischungen zu bringen und die Unterbringung der jüdischen Gefangenen aus der Umgebung in den einzelnen Häusern organisierte. Das war echte hrt und wahre Liebe, die ihn beseelte und ihm ein ewiges Gedenken in den Herzen seiner vielen Verehrer sichert, i'm jvm fN'3»i psio n" apn iva Enk bv mym man bz Wer einen Frommen beweint, dessen Tränen wertet der Heilige als Perlen." — Wir beugen uns trauernd voller Demut dem, Willen des Herrn und erhoffen es für den Verklärten: külsheim (Baden), 10. Dez. Die hiesige Gemeinde veranstaltete am nzw eine Abschiedsfeier für unseren allverehrten Lehrer Herr Levy, der nach 54 jähriger Dienstzeit, davon 33 Jahre in hiesiger Gemeinde, ununterbrochen in vorbildlicher Weise tätig war. Die Feier wurde Samstag früh nach dem Gottesdienste in der festlich mit zartem Grün geschmückten Synagoge im Beisein aller Gemeindemitglieder mit einer eindrucksvollen Festrede des Herrn Bezirksrabbiner Dr. Greilsh e i m e r - Mosbach, eingeleitet. Als weitere Ehrengäste sah man die Herren Stadtpfarrer Eck von der politischen Gemeinde, Herrn Bü.gecmeijter Spengler nebst einem Herrn vom Gemeinderat. Für das hiesige Lehrerkollegium Herr Oberlehrer S e i tz. Rach der Predigt, die auf alle Anwesenden einen mächtigen Eindruck machte, verlas der Herr Bezirksrabbiner ein Schreiben vom Oberrat der Israeliten, in welcher dieser Dank an den Jubilar ausspricht. In formvollendeter Rede sprach nun Herr Justin Held als ehemaliger Schüler. Herr Stadtpfarrer Eck drückte in herzlichen Worten seine Freude darüber aus, daß es ihm vergönnt fei, einer so seltenen Feier beizuwohnen. Herr Bürgermeister Spengler schilderte den Jubilar in seiner Egenschaft als Lehrer, sowie in seiner amtlichen Tätigkeit und brachte in schönen Worten das friedliche Zusammenleben der Konfessionen in hiesiger Gemeinde zum Ausdruck. Nach der schönen Rede des Herrn Oberlehrer Seitz für das hiesige Lehrerkollegium trugen noch drei Schüler reizende Abschiedsgedichte vor. Zum Schluß sprach der derzeitige Vorstand Max Brückheimer 1. allen Erschienenen den Dank im Namen der Gemeinde wie des Jubilars aus. Als äußeres Zeichen des Dankes überreichte die Gemeinde dem Jubilar einen prachtvollen Ruhesessel. Tief bewegt dankte der Jubilar jedem einzelnen, womit die schöne Feier ihr. Ende erreichte. Vermischtes. Berlin, 20. Dez. Vor dem Schöffengericht Berlin- Mitte fand am 18. November eine Verhandlung gegen den Schutzpolizeibeamten' Schreiber statt, dem zur Last gelegt wird, während der pogromartigen Ausschreitungen am 5. November 1923 im Schönhauser Viertel gemeinsam mit anderen Schupoleuten Mitglieder des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten mißhandelt zu haben. Nach kurzer Beratung des Gerichtshofes verkündete der Vorsitzende, Amtsgerichtsrat Feldhahn, folgendes Urteil: Es ist einwandfrei feflgeflellt worden, daß der Zeuge Danziger von dem Angeklagten Schreiber _ 29. Dezember 1924 fortgesetzt durch Faustschläge ins Gesicht und durch * Koloenstöße mißhandelt worden ist. Ein solches Verhalten eines - Schutzpolizeibeamten verdient eine strenge Strafe. Hinzu kommt noch, daß der Angeklagte hartnäckig geleugnet hat, und daß er den Versuch gemacht hat,. Zeugen zu beeinflussen. Der Angeklagte wird daher wegen fortgesetzter Körperverletzung im Amt zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Ferner wird ihm die Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter auf die Dauer von drei Jahren abgespröchen. Köln, 16. Dez. Im Jahre 1925 veranstaltet die Stadt Köln eine Ausstellung, die die Kulturentwicklung des Rheinlandes im letzten Jahrtausend, seit dessen Zugehörigkeit zu Deutschland (925—1925f auszeigen soll. Unter der Leitung des Rabbiners Dr. Kober und des Fräulein Dr .Moses wird der Ausstellung eine jüdische Abteilung angegliedert sein, die die Kultur des rheinländischen Judentums im letzten Jahrtausend widerspiegeln wird. Die Abteilung wird über das Folgende Aufschluß geben: 1. Oessentlich-rechtliche Stellung der Juden im Rheinlande: Kaiserliche, erzbischöfliche, städlische und sonstige wichtige Urkunden im Original oder in Abbildung; Modelle und Bilder von Judenvierteln. 2. Die jüdischen Gemeinden des Rheinlandes: Synagogen in Abbildungen oder Modellen ,Thorarollen, Thora- Vorhänge, Schilder ' und sonstige Kultusgeräte; Abbiloungen von' Friedhöfen und Grabsteinen usw. 3. Inneres Leben: Kunstgewerbliche Gegenstände des Hauses wie Sabbatlampen, Sederschüsseln, Chanukaleuchter und vergleichen; Hagadas, Megillot, Aobiloungen von mittelalterlichen Judentrachten. 4. Bilder, Briefe und Autogramme aus der Geschichte berühmter Familien. 5. Wichtige Handschriften und Drucke. Schönlanke, 17. Dez. Zum Erlebnis wurde für uns der vom hiesigen Jüdischen Jugendbund am 17. Kislew veranstaltete Jüdische Kunstabend des Schauspielers Meinhart Maur vom Deutschen Theater in Berlin. Das Programm, in seiner Aufstellung auf höchstem Niveau stehend, lebte mit der Wucht des Gedankens: „Die Seynsucht nach dem Judenrum." Wie z. B. auch der moderne Alfred Kerr ein hinreißendes Bekenntnis des flammenden Willens zum Judentum in seinem „Jeruichalajim" ablegt, das erlebt man bei dem in der Tat künstlerischen Vortrag Maurs, während man es beim Lesen höchstens ahnt. Das phonetische und künstlerische Material und die wahre Inbrunst geben Maur die ,eltene Berechtigung, Interpret jüdischer Poesie zu sein. Was wir hörten, waren: -aim b& D’D233 aVn ]» wrM'N omm Sprechsaal. Soziale Fürsorge und — männliche Mitarbeit. In einer Tageszeitung lese ich: „Die Tatsache, daß man die Männer in der Wohlfahrtspflege entweder nur in gefabenen Stellen als Stadträte, Dezernenten ober an öer Spitze von Privatorganifationen — meist ohne Boroildung hierfür — findet, gibt der Verfasserin Anlaß, m der „Sozialen Praxis", der dieser Aussatz entnommen ist, dem Ausbildungsproblem männlicher Kräfte für die Wohlfahrtspflege nachzugehen." Und nun folgt ein Artikel einer sozialen Helferin, der sich in der Hauptsache oamit befaßt, Möglichkeiten zu suchen, die in der sozialen Tätigkeit „nicht ganz zu entbehrenden Männer" „nach entsprechender Ausbildung" als Helfer heranzuziehen, selbstverständlich aber nur für einen kleinen, eng begrenzten Teil des Fürsorgegebietes, das der männlichen Mitarbeit schlechthin nicht entraten könne. Wenn ich vom männlichen Standpunkt in einer jüdischen Zeitung hierüber einige Worte sagen möchte, so liegt es mir fern, völlig fern, glossierende Betrachtungen Hierüber anzustellen, habe ich doch in jahrzehntelanger Beooachtung genügend Einbl.cke gewonnen, welch reicher Segen in der Wohlfahrtspflege durch unsere Frauenhilfe verbretter wird. Aber — die verehrten Damen mögen mir dieses „aber" verzeihen — vom jüdischen Gesichtspunkt aus betrachtet, können und dürfen vre Aus,uycungen der Verfasserin nicht zu Recht bestehen. Der jüdische Mann braucht nicht erst mit der Verfasserin auf den Weg der Suche nach einer Wohkfahrtsschule zu gehen, er schöpft aus den unvergänglichen Quellen der Tauroh immer und immer wied'ex aufs neue Wissen, reiches Wissen, und eine Tatkraft, die ihn befähigt, unsere Wohlfahrtspflege, die wir mit Gemiluth-Chessed bezeichnen, in ganz anderem Maße erfüllen zu können, als dies durch aktenmäßige Schulung der modernen Zeit erstrebt wird. Die so ganz ins Extreme gerichteten Ausführungen der Verfasserin sind dazu angetan, die Begriffe noch mehr zu verwirren. Sind doch in unseren eigenen Reihen ähnliche Anschauungen gang und gäbe. Kompetenteren möge es überlassen bleiben, vom jüdisch-ethischen Standpunkt diese Frage zu beleuchten. Unsere jüdischen Führer mögen hieraus die Lehre ziehen, daß sie die Wege zeigen müssen, die die jüdische Frau in der sozialen Mithilfe beschreiten soll, ohne daß die Achtung vor dem Mann verringert wird. Zum Schluß nur noch eine Frage: Bin ich rückständig, wenn es mir vorschwebt, daß es nichts'Schöneres und Herrlicheres geben kann, als die jüdische Frau da zu sehen, wo sie das Höchste und Edelste vollbringen kann — in der eigenen Häuslichkeit? GH.

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