Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 65 (1924)
- Issue
- Heft 51 (18.12.1924)
- Date
- 1924-12-18
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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Aus'Wel f umf JLef> Dllusfricrfc Beila^G zum„3sraeli Jüdische Kunst im Dienste des Chanukafestes. Von Erich Toeplih in Frankfurt a. 7N. Mit 2 Abbildungen. Die Menorah des Channukafestes ist in zwei Typen bekannt geworden. Der eine Typus hat sich aus dem Standleuchter entwickelt, er stellt einen baumartigen achtarmigen Leuchter dar. Der andere! Typus läßt sich auf die Wandlampe mit einem Lichtschirm zurückführen und! hat diese Gestalt bis heute ziemlich ge-j treu bewahrt. Die Standleuchter find > zumeist für den fynagogalen Gebrauchs bestimmt und erreichen zuweilen! erheblche Abmessungen. Besonders iriji ] Osteuropa finden sich schöne Exemplare, j aus Messing und Bronze, die zuweilen i mit reichem Rankenwerk geschmückt sind. > Ein solcher Leuchter ist auch im Museum i jüdischer Altertümer in Frankfurt I am Main ausgestellt. In derselben Sammlung befinden sich kleinere Stücke, die aus Frankfurt stammen und vor denen einer mit reichem figürlichen Schmuck und Glocken verziert ist. In derselben Vitrine sind auch einige Wandmenoroth aufgestellt, die eben- \ falls wie der zuletztgenannte Leuchter^ aus Silber gefertigt sind. Die Lichtj1 schirme haben stets Schmuckmotive auf .i | zu weisen, die den eigentlichen Zweck i, J dieses Leuchterteiles bald vergessen!I lassen. Die Wandmenoroth, bei dene: £ sich in einem Schilde ein siebenarmiger Leuchter befindet, das von zwei Löwen flankiert und voll einer Krone überdacht ist, sind zumeist Franksuter Herkunft. Durchbrochene Stücke in Filigranarbeit stammen häufig aus dem Osten, während die nur kn einem Exemplar vertretene Gattung von Leuchtern, die das Oelwunder darstellen, nach Italien zu lokalisieren sind. In einer zweiten Vitrine sind die mehr, volkstümlichen Stücke vereinigt, die nur einfache Ornamente als Schmuck zeigen, es find Leuchter aus Messing, aus Zinn und auch solche aus glasiertem Ton. Die Gesellchast zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler gibt dieses Jahr zu Chanukka als erstes Heft Beiträge zur jüdischen Kulturgeschichte eine kurze Monografie über die Menorah des Ehänükkafestes heraus, in der auch über die hier nicht besprochenen Typen näheres zu finden ist. Unsere beiden Abbildungen zeigen eine Wandmen o r a h au s I t a! i e n mit reichem Renaissanceschmück und eine aus Prag, die aus der Rokokozeit stammt. Es wäre zu wünschen, daß die modernen Ausführungen die alten Kunsttraditionen wieder aufnehmen und auch in qualitätsmäßiger und ästhetischer Beziehung nicht hinter den Werten der Vergangenheit zurückstehen mögen. Jugendfürsorge an der Israelitischen Volksschule zn Frankfurt a. M. Bon Dr. med. Siegfried Oppenheimer in Frankfurt a. M. Italienische Menorah (Museo Civico, Turin) Mit Erl. der Ges. z. Erforsch-, jüd. KunstdenkmälerLaus Band 3/4 ihrer Mitteilungen- Prager Menorah (Muses Cluny, Paris) Zeichnung a. b. Vorbilders. der Ges z. Erf. iiib. Kunstdenkmäler. Seit mehr als 12 Jahren besteht an der Israelitischen Volksschule ein Jugendpflegeausschuß, welchem die Aufgabe obliegt, alle Humanitären Bestrebungen, welche den Gesundheitszustand der Schüler und Schülerinnen zu heben trachten, zusammenzufassen. Die Entbehrungen der Kriegs- und Nachkriegsjahre waren geeignet, unterernährte und gesundheitlich gefährdete Kinder aus allen Schichten unserer jüdischen Bevölkerung in die größte Ge- ■ fahr zu bringen. Der Mangel an Nahrung, die Enge der Wohnungen, in welchen oftmals Gesunde mit Kranken nicht nur das Zimmer, sondern bei den ärmeren Familien auch das Bett teilen mußten, die häufig fehlende Gelegenheit zur Körperpflege legten dem Jugendpflegeausschuß die Pflicht aus, trotz aller Schwierigkeiten, welche sich ihm durch den Mangel an Geldmitteln und den infolge des Krieges empfindlichen Mangel an Nahrungsmitteln entgegenftellten, sich der Fürsorgetätigkeit mit allen Kräften zu widmen. Für die Körperpflege stand den Schülern der Anstalt das im Kellergeschoß untergebrachte Schulbad zur Verfügung. Das Schulbad ist ein warmes Brausebad, welches allen hygienischen Anforderungen im weitesten Maße entspricht. Trotz des Mangels an Geldmitteln, trotz der Schwierigkeit der Kohlenbeschafsung gelang es fast ohne Unterbrechung während der Wintermonate diese für die Körperpflege unentbehrliche Einrichtung aufrechtzuerhalten. - In den letzten Kriegsjahren sowie m den Jahren nach dem Kriege hat das Milieu der Schüler der Anstalt sich nichtunwesentlich verändert. Während früher der größte Teil der Kinder den Kreisen der ärmeren jüdischen Bevölkerung entstammte, sind in den Nachkriegsjahren infolge des materiellen Niederganges auch schon vor Inkrafttreten des Grundfchulgefetzes, das die Kinder aller Stände vereinigt, zahlreiche Kinder des M i t t e l st a n d e s der Volksschule zugeführt worden. Dem Jugendpflegeausschuß erwuchs hierdurch die Aufgabe in vermehrtem Maße seinen Schutzbefohlenen seine Fürsorge angedechen zu lassen. Die schulärztliche Untersuchung der Kinder ergab, daß bis vor zwei Jahren fast sämtliche Kinder unterernährt, blutarm und in ihrer körperlichen Entwicklung zurückgeblieben waren. Eine Umfrage stellte fest, daß ein erheblicher Teil der Schulkinder ohne ein warmes Frühstück zum Unterricht erschienen war. Wollte man das Entstehen schwerer Erkrankungen verhindern, so galt es vor allem den Ernährungszustand der Kinder zu heben. Schon vor dem Kriege war für eine kleine Zahl der