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Der Israelit · 1924-12-18 · Heft 51 (18.12.1924) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
65 (1924)
Issue
Heft 51 (18.12.1924)
Date
1924-12-18
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Sette 14 Nr 51 sammen mit Thorarollen in den Händen, Sabbatailieder im Munde, und nach der Thoravorlesung würde dort ein K ö n i g s g e b e t für den Gesalbten des Herrn, Sabbatai Zewi verrichtet. Aus der jungen Gemeinde in L o n d o n berichteten die Boten, daß diese ganz im Banne Sabbatais sei und ihren Rabbiner Jakob Sasportas, der sich dagegen wandte, fortgejagt hätte. Er versuche sich jetzt ohne Erfolg in Hamburg gegen den Sabbataiglauben einzusetzen. Man habe über ihn das Todesurteil gesprochen. Zu diesen Tatsachen, die man in entsprechender Aufmachung und Ausschmückung gut dosiert verbreitete, kamen noch allerhand wunderliche Dinge, die kein Bote überbrachte und kein Brief meldete. Auf hoher See in der schottischen Zone sei ein Schiff aufgetaucht mit buntseidenen Segeln, Wimpeln und Tauen und mit einer Flagge, die die Wappen der zwölf Stämme Israels trägt. Die gesamte Bemannung, vom ersten Kapitän bis zum letzten Kohlenjungen, spreche nur hebräisch . . . In London gingen Engländer Wetten ein über den Zeitpunkt, da Sabbatai den Davidthron in Jerusalem besteigen werde. In A v i g n o n habe die kleine Gemeinde das Joch der päpstlichen Beamten, die ihr hart zusetzten, abgeworfen, und rüste sich, nach Jerusalem auszuwandern. In Bayern und Hessen, bei Fürth und Nürnberg, reißen die Juden die Dächer ihrer Häuser ab, verschleudern ihre Warenlager und verpacken ihre Habe auf Planwagen, die bereits angespannt des Rufes harrend daständen . . . Aus Polen, Wolynien, Litauen, P o d o l i e n und der Ukraine ergießen sich bereits die Judenmassen auf alle Land- und Seestraßen, die nach dem heiligen Lande führen... Täglich überbrachten Sendboten neue Huldigungsschreiben von Gemeinden, Vereinen und Privaten an Sabbatai. All dieses steigerte den Mut derer um Sabbatai ins Unermeßliche. Sabbatai selbst ging ihnen nicht rasch genug mit. Er mußte zuweilen gestoßen und gerüttelt werden. Das besorgten Jachini und Primo gründlich. (Fortsetzung folgt.) Kinderecke. Beim Anzünden der Lichter. Von S. Sah *). Du liebes trautes Chanuka, bist aller Kinder Wonne. Wir harrten dein, nun bist du da. du dunkler Tage Sonne. . Gegrützet fei dein Lichterschein, gegrüßt dein frohes Singen. Dein Licht strahlt uns ins Herz hinein, dein Lied wird Lust uns bringen. Mit silberhellem Glanze blinkt so freundlich die Menorah,- Aus ihrem Glanz und Schimmer winkt das ew'ge Licht der Thora. Und hör' ich gar den Jubelsang aus froher Brust erschallen, dann möchte ich mit frommem Dank in Gottes Tempel wallen- Der Herr hat Wunder uns getan, gab Licht und Lust uns wieder. Drum zünd' ich heut' ihm Lichter an und fing' ihm Jubellieder. *) Aus „Feierklänge", Gedichte zu Chanuka und Purim. Frankfurt 1923, I. Kauffmann. Der Israelit 18. Dezember 1924, Chanukka. Von Heinrich Einstädter. Dem Gewühl des Bahnhofs entwindet sich an einem kalten Winterabend ein Herr. Er tritt hinaus auf den freien Platz, überquert ihn raschen Schrittes und eilt durch eine der vielen hier mündenden Straßen seinem Hause zu. Er hat kein Auge für die Ausstellungen in den Schaufenstern, kein Ohr für die Ruse der Straßenverkäufer und für die Einladungen der Türhüter vor den Vergnügungsstätten. Sein Blick sucht Licht im Dunkel, aus der Stille tönte ihm Musik. Eine Frau trifft die letzten Vorbereitungen für den Abendtisch. Dann läßt sie die fleißigen Hände sinken. Sie sieht hinaus in den dämmernden Abend. Hört nahende Schritte,^obwohl kein Laut die Stille durchdringt. Spürt Wärme, wo der Frost schon beginnt, die Scheiben mit Blumen zu bemalen. Tauscht schweigenden Mundes Worte der Liebe, innigen Händedruck und herzliche Umarmung, während sie wie versteinert hier sitzt. Versteinert?— Nicht doch! Ihr Mund lächelt. — Am Fenster drängen sich Kinder. Bestaunen kleine, bescheidene Kerzchen, die noch nicht einmal brennen. Werden nicht müde, sie anzuschäuen, zu vergleichen, zu bewundern. Und malen sich in ihren Köpfchen — wer weiß, zum wievielten Male? — das ganze große Wunder aus, bis es endlich, mit einem Jubelruf begrüßt, zu ihnen hineintritt, zwischen Vater und Mutter: der Chanukko. ♦rrrn '■»un n mmm '.nvana . ’jisin nwi? 'Vsi •oVa iva '•»nnsa man nvarftav '•»nnma «ns iD *r.a «masv i'nn '»i pr ,'innan tpaw!? ein ♦•»awn phm •»ns n« nxan Kreuznach. C. A K der Schule unter Dr. Dessau und Prof. Feilchenfeld, am 23. November abhielt. Zweck^dieser Prüfung sollte nicht sein, zu zeigen, was der einzelne Schüler oder die einzelne Klaffe konnte, dazu ist eine auf einen Tag beschränkte Prüfung nie in der Lage. Hauptzweck war, die innere Struktur des jüdischen Unterrichts zu zeigen, wie derselbe in 15 innerlich verbundenen und auseinander aufgebauten Gruppen einen Unterricht verbürgt, der von den untersten Anfängen des Alphabeths zum selbständigen Lernen von emporsteigt und wie jeder Schüler seiner Individualität entsprechende Anregung finden kann. — Neben diesem hauptsächlich beabsichtigten Zweck erreichte die Prüfung, daß man ein Bild von der aufopfernden Tätigkeit der Lehrer und von der Lernlust der Schüler gewann, zu deren Ermunterung die Schulkommission 17 Prämien überreichen ließ. Mit dem Wunsche sVvnV’ w t6i ixyv vvr daß die Eifrigen nicht müde, die Langsamen nicht entmutigt weder, mögen, entließ der Direktor die hochbefriedigte Versammlung. Bei dieser Gelegenheit mag darauf hingewiesen werden, daß die Schule auch sonst Vorteile bietet, die sie für jeden Vater, insbesondere in Bayern, als Zufluchtsstätte vor als Bildungsstätte für fia ■PTI nT,n besonders empfiehlt. Mit den Zielen einer sechsklaffigen Realschule verbindet sie in den drei oberen Klaffen handelswissenschastlichen Unterricht. In den kleinen Klaffen läßt sie den einzelnen Schüler umso besser fördern. Für auswärtige Schüler findet sich gute Verpflegung und gewissenhafte Beaufsichtigung bei Lehrern der Anstalt oder in anderen gut empfohlenen Häusern. _- ■; Leser, die im Snfevateitteil netter Waren oder sonstige Charakter« aus ihre Znoeri prüfen. Unsere allseitig bekannte Spezialität: Herren-, ünahen- und Varmizwok-Kleidung in streng 1 & D Verarbeitung «r ist ««»schließlich Sache der enthaltene« Empfehlungen ri< «ngaben religionsgesetzlichen Vermischtes. Vegesack-Bremen. 9. Dez. Große offentliche Ehrungen wurden dem Stadtoerordn e t e n Sigmund Wolfs und seiner Gemahlin anläßlich ihrer Silberhochzeit zuteil, was in Bremen, das Hochburg , des Antisemitismus ist und deshalb Klein-Bayern genannt wird, doppelt wohltuend wirkt. Es erschienen zur Beglückwünschung der gesamte M a g i st r a t unter Führung des Bürgermeister Dr. Wittgenstein, Vertreter sämtlicher Fraktionen des Stadtverordnetenkollegiums unter Führung des Vorsitzers Professor Hohnholz, Vertreter des Realgymnasiums, des Lyzeums, des Gewerbe- und Handelsvereins, der evangelische Geistliche der Stadt, der Vorsitzer der Ortskrankenkasse: ferner gratulierte der Landrat des Kreises Blumenthal, der Postdirektor, die Oberschwester des Hartmannsstiftes (Städtischen Krankenhauses) im Namen sämtlicher Schwestern. Kostbare herrliche Blumenkörbe sandte das Stadverordnetenkollegium seinem hochverehrten Herrn Kollegen und seiner Gemahlin, das Lehrerkollegium des Realgymnasiums seinem hochverdienten Dezernenten. Herr Wolfs ist seit zirka 15 Jahren Mitglied der Stadtverwaltung UNd der einzige Jude im Staate Bremen, der ein öffentliches Amt bekleidet. Herr W. ist Mitglied der Schulkommission, Dezernent der sozialen Fürsorge und des Realgymnasiums, Mitglied des Wohnungsamtes, Vorsitzer des Ausschusses der Ortskrankenkaffe, Ehrenmitglied des Ausschusses zur Errichtung eines Ehrenmales für gefallene Krieger. Die Kaiser Friedrich- Loge U. O. B. B. in Bremen ehrte den Jubilar durch Entsendung ihres Herrn Delegierten Bruder Dr. Hes, welcher unter herzlicher Ansprache ihm eine silberne Medaille mit der Widmung anläßlich. seiner Silberhochzeit überreicht. Der Jubilar dankte in tiefbewegten Worten. Als Schuloorsteher und Mitglied des Ausschusses der Synagogengemeinde wirkt Herr Wolfs schon seit langen Jahren. Aürth, 10. Dez. Die jüdische Realschule in Furch arbeitet in ihrer Art an Wiederaufbau und Wiedergutmachung. Sie versucht aan^ aioyn TTnrfr indem sie das Mißverhältnis verringert, das in den meisten Ländern des Westens zwischen, jüdischem und nichtjüdischem Wissen besteht. Das Ideal jüdischen Wissens kan freilich auch sie nicht vermitteln, dazu steht sie'zu sehr zwischen den Anforderungen des Lebens und des Staates. Aber sie gibt den Kindern, auch solchen anderer Schulen, die Möglichkeit, täglich 2—4 Stunden zu sitzen und zu lernen. Sie pflegt alle jüdischen Disziplinen, Thorakunde in weitestem Umfange. Daß sie hierbei aus richtigem Wege ist, zeigte die öffentliche Prüfung, die der neue Direktor Dr. Elias anknüpfend an die besten Zeiten CAR3 CH Liebfrauenstr. 8-10 Neue Krame 27 Bei der Buchhandlung Goldschmidt G.rn.b. H., Hamburg, Grindelallee 85, ist ein I u d a i c a - K a t a l o g 5685 erschienen, der alle Gebiete der jüdischen Literatur, einschließlich der letzten Neuerscheinungen in achtzehn Abteilungen umfaßt. Der Katalog wird auf Verlangen gratis versandt. -Säär KOHLEN» GASHERDE st'ationäreu.transportable i KACHELOFEN | | miFpatentRauchgäsbrennung j IwftSCHEREIMASCHINENl fforstköfkrfCnotftufs! beeinfluOt das WobIbef i nd«n , ln gOMHeatw Wafew «erantworrüch S. s;; tn Frankfurt in Fulda Druck aUgemetnen Teil und das Feuilleton V

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