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Der Israelit · 1924-12-11 · Heft 50 (11.12.1924) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
65 (1924)
Issue
Heft 50 (11.12.1924)
Date
1924-12-11
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 14 Nr. 50 Der Israeli 11. Dezember 1924 eines Phantomes wegen einen Mann verschmähst, der allein imstande ist, Dir eine Königskrone zu Füßen zu legen." „Wo hast Du die Königskrone her?" fragte Sarah. „Von Dir, Sarah. Du hast mein Leben umgewandelt, meine Liebe zu Dir machte mich zum Suchenden und zum Erlöser, machte aus dem stillen, ruhigen Kassato den Messias Nehemia chakohen . . . Und nun, da ich komme, Dir Dein eigenes Gechenk zu Füßen zu legen, stößt Du mich mitsamt der Krone zurück . . ." Sarah schwieg. „Laß den Mann, der Dir nicht gehört und Dir niemals gehören wird und komm mit mir." Er versuchte ihre Hand zu ergreifen. Sie stieß ihn barsch von sich und erhob sich in ihrer vollen Majestät. „Du weist mich zurück, Sarah, und ich räche mich nicht an Dir, aber an ihm, der Dich verschmäht und dennoch in seinem Banne hält . . . Es soll nicht mehr sein. Ich werde Eingang beim Kadi finden, wo man für den Messias von Smyrna schon läüge ein Auge hat . . ." „Du willst den Angeber spielen," sagte Sarah hoch aufgerichtet mit tötender Verachtung. „Es ist nicht ganz Angeberei. Aber seine Kraft soll er erproben. Auge im Auge mit den Machthabern soll er seine Wunderkraft erproben und kundtun, was wahr und echt an ihm ist und was falsch und betrügerisch. All die bisherigen Zeichen und Wunder waren Schaum und Dunst, Zufall oder gut angelegter Betrug. Ich werde ihm Gelegenheit zu einem richtigen Wunder geben, mit dem er sich seinen Ruhm, mit dem er sich Dich erkaufen soll. Ich gehe von hier nach Konstantinopel ..." „Noch kann ich es verhindern," stieß Sarah in wallendem Zorn hervor. ' „Freilich kannst Du es, indem Du mich hier verrätst, daß sie über mich herfallen und mich totschlagen. Tue es Sarah, ich warte daraus. Möge dies eine Probe für meine Kraft fein ..." Sarah kehrte ihm den Rücken und lief, wie von Dämonen gejagt, davon, aber noch hatte sie nicht die Kraft, etwas zu unternehmen. Sie ging in ihr Gemach und dachte nicht einmal daran, sich Licht geben zu lassen. Sie schloß die Türe von innen ab, und warf sich aufs Bett. (Fortsetzung folgt.) Vermischtes. Berlin, 1. Dez. Die große Erziehungsschwierigkeit der Weltstadt bildet der Mangel an geeigneten Lehrkräften für Privatschiurin. Die Interessen werden es dankbar begrüßen, daß der Bachurim-Verein des Rabbinerseminars eine Vermittlungsstelle eingerichtet hat. (Adresse: A. S. Stein, Nr. 24, Elsasserstraße 20.) Berlin, 12. Nov. Adolf Hitler hatte seinerzeit gegen Dr. Ludwig Holländer, den Vorsitzenden des Zentralvereins, einen Prozeß angestrengt, weil ihm in einem Artikel der C. V.-Zeitung der Vorwurf des Vaterlandsverrates gemacht wurde. Er ließ die Strafverfolgung verjähren und das Verfahren wurde auf feine Kosten deshalb eingestellt. Neuerdings erklärt der Anwalt Hitlers der Presse, daß Hitlers Verhaftung diesem Veranlassung gab, von der Fortführung der Prozesse Abstand zu nehmen, und daß der Beklagte selbst die Möglichkeit gehabt hättß, den Prozeß fortzuführen und Beweise für seine Behauptungen zu erbringen. Hierzu stellt Dr. L. Holländer folgendes fest: 1. Hitler ist in Nr. 16 der C. V.-Zeitung ein Vaterlandsverräter genannt worden. Er hat diese Bezeichnung auf sich sitzen lassen und hat den Versuch, sich durch ein öffentliches Gerichtsverfahren hiervon zu reinigen, fallen lassen. 2. Durch Urteil des Volksgerichts München vom 1. April 1924 ist Hitler des Hochverrats schuldig gesprochen. Hierdurch ist der Beweis des Verrates in aller Oeffentlichkeit gegeben. Diese Tatsachen genügen, um das Verhalten Hitlers zu kennzeichnen. Königsberg. 10. Dez. Der Verein der Leiter und Leiterinnen jüdischer Erziehungsanstalten Deutschlands hält cm 3 und 4. Januar 1925 seine 2. Vereinstagung in Berlin im Reichenheimschen Waisenhause ab. Beginn der Tagung: am 3. Januar nachmittags 5 Uhr und am < Januar vormittags 10 Uhr. Tagesordnung: Geschäftsbericht vom Vorsitzenden, Direktor Peritz- Königsberg — Probleme der Anstaltserziehung, Ref. Direktor Dr. Feist-Berlin, — Die Merkmale der psychoputischen Kinder, Ref. Dr. med. Götz-Berlin — Die Erziehung anormaler Kinedr, Ref. Direktor Bein-Beelitz — Das Reichsjugendwohlfahrtsgesetz, Ref. Direktor Baronowitz-Repzin und Obermagistratsrat Ollendorf- Berlin, — Der wirtschaftliche Aufbau unserer Anstalten, Ref. Direktor Plaut-Berlin, — Interne Vereinsangelegenheiten. — Gäste sind zur Versammlung willkommen. Würzburg, 27. £>tt. Nun hat auch die Israelitische Kultusgememde unserer Stadt ihren im Kampfe für das Vaterland Gefallenen ein Ehrenmal errichtet in Form einer schlichten Ehrengrabstätte auf dem israelitischen Friedhof. Sieben nebeneinander liegende Gräber gefallener Offiziere und Soldaten wurden mit einer nach künstlerischen Motiven (Entwurf von Stadtbaurat Kreuter) erstellten steinernen Umfassungsmauer umgeben, jedes der Gräber mit einem Grabstein versehen und die ganze Anlage gärtnerisch ausgeschmückt. An beiden Seiten der Mauer sind die Namen der Gefallenen verzeichnet. Würdig und eindrucksvoll wie die Ehrengrabstätte selbst war auch die Feier, mit der sie gestern übergeben wurde. Außer den sehr zahlreich versammelten Angehörigen der Israelitischen Kultusgememde hatte sich eme größere Anzahl geladener Gäste auf dem an der äußeren Faulenbergstraße gelegenen Friedhof eingefunden. Im Halbkreis um die Ehrengrabstätte herum gruppierten sich die hiesigen Krieger- und Regimentsvereine mit ihren Fahnen. Eine kleine Sängerschar leitete mit einem Liede die Gedächtnisfeier ein. Nach einem von Oberkantor E f chw e g e vorgetragenen Gebet ergriff der Vorstand der Verwaltung der Kultusgemeinde, Justizrat Dr. Haas, das Wort, um mit herzlichen Worten die Ehrengrabstätte in treue Obhut der Kultusgemeinde zu nehmen. Rabbiner Dr. H a n o v e r hielt darauf die Weiherede. Der Vorstand des hiesigen' Frontbundes jüdischer Soldaten, Rechtsanwalt Schloß, feierte die treue Kameradschaft, die im Felde alle ohne Unterschied der Konfession einte, und bedauerte den heutigen entsetzlichen Zwiespalt in unserem Volke. Dann beschloß Oberkantor E s ch w e g e die Feier wieder mit einem Gebet. Staatsbankoberkassier Hauptmann a. D. Moser legte im Namen der Bezirksobmannschaft Würzburg des Bayerischen Kriegerbundes einen Kranz an der Ehrengrabstätte nieder. Ebenso Gewerkschastssekretär L a n ghans für das Reichsbanner Schwarzrotgold, ferner je ein Vertreter der Reichsvereinigung ehemaliger Kriegsgefangener des Reichsbundes der Kriegsbeschädigten und des Reichsverbandes der Kriegsbeschädigten. Basel, 3. Dez. Zu der in einer der letzten Nummer gebrachten Nachricht von der Errichtung neuer „gottesdienstlicher Mittelpunkte" in Basel wird uns von gut unterrichteter veite geschrieben: Es handelt sich bei den neuen Minjanim (die in anderer Form schon lange existierten) keineswegs um Ansätze zu einer Gemeinde- Bildung, die auch von den namentlich aufgeführten Herren durchaus perhorresziert wird. Sind ja in Bafel, dank der hingebungsvollen Lebensarbeit unseres Rabbiners, eines würdigen Schülers Israel Hildesheimers bn. keinerlei Reformen in Gebetbuch oder Gottesdienst vorhanden, die einen Austritt halachisch geboten erscheinen lasten könnten. Eine Gefährdung der Gemeindeeinheit wäre nur dann zu befürchten, wenn eines Tages die unleugbar vorhandenen, mit dem jetzigen Regime unzufriedenen liberalen Elemente Oberwasser gewännen. Davon kann aber zurzeit keine Rede sein. Rabbiner, sowie gegen die Kaschrut-Kommission auf Zurückziehung der öffentlichen Warnungen, die gegen de» Kauf von Fleich bei Silbermann erlassen worden sind. Diese Warnungen wurden erlassen, weil sich Silbermann von dem Verdacht nicht reinigen konnte, daß er Fleisch von nicht rituell geschlachtetem Vieh als Koscherfleifch verkauft hat. Nach mehrtägiger Verhandlung, nachdem mehrere Rabbiner als Zeugen vernommen waren, die den Richtern die Kafchrut-Vorfchriften erklärten, wies das Gericht die Klage Silbermanns ab mit der Begründung, daß in der Kaschrutfrage die Rabbiner als die einzigen Autoritäten angesehen werden müsten. Lucenz, 26. Nov. Die Lucenzer Talmud Thora feierte die Einweihung ihres neugebauten Lehrhauses, verbunden mit einer Wohnung für Lehrer und einem Wohnraum für die Bachurim. Der Chinuch fand unter starker Beteiligung statt. Nach Maariw hielt Melamed iKlein eine Abschiedsrede, in der er den Kindern hin-! gebungsvolle Liebe zur Thora einschärfte. Nach dem -Abschied gingen die Kinder (Talmidim) und Gäste unter!Führung des Oberrabbiner Hillel Unsdorfer in das! neue Gebäude, vor dessen Eingang Genannter als Präses ides Vereines mit feurigen und von Midrasch-Zitaten ge-! würzten Worten das Lehrhaus feiner helligen Bestimmung übergab. Bei dem Festmahl sprachen die Herren Friedmann, Krakovits, Ing. Grün und Jun. Breuer. Hierauf ergreift Oberrabbiner Unsdorfer noch einmal das Wort, um allen Rednern zu danken. Es möge jeder das feinige dazu beitragen, daß der Verein weitere Anhänger bekomme, denn ohne Unterstützung fei fein Weiterbestehen unmöglich. Nach schön verbrachtem Abend gingen die Gäste auseinander, im freudigen Bewußtsein, daß in Lucexiez, wo bis jetzt alles Jüdische stagnierte, von nun an ein neuer jüdischer Geist herrschen würde. Mosbach, 7. Dez. Für die Lehrer der Bezirke Mosbach, Machingen, Werheim, fand am 23. November dieses Jahres im Hotel „Traube", Mosbach, unter Vorsitz des HerrnBezirksrabbinerGreilsheimer -Mosbach, die erste amtliche Konferenz mit folgender Tagesordnung statt: 1. Wie vermögen wir die Jugend zu religiöser Lebensbetätigung zu begeistern. 2. Welche Methode soll im Uebersetzungsunterricht angewendet werden? Ueber den ersten Punkt referierte, unter allgemeinem Beifall, Herr Lehrer Emanuel Wertheimer -Hardheim in qusführlicher, intensiv-wissenschaftlicher Weise. Als Korreferent fungierte Herr S. Lichtenstetter- Königheim. Die anschließende Diskussion war eine sehr reiche und lehrreiche. Nach Besprechung allgemein interessierender Schul- und Standesfragen nahm die Konferenz einen sehr würdigen, befriedigenden Abschluß. Grotz-Krohenburg a. M., 6. Dez. Am Sonntag, den 3. Kißlew, wurde in unserer Gemeinde ein echt jüdisches Fest gefeiert. Frau Karl Kaufmann Wwe. hatte zur Zeit des Krieges gelobt, wenn ihre Söhne j wieder gesund aus dem Feld nachhause kämen, ein 'Sefer schreiben zu lasten, welches am Sonntag der Synagoge übergeben wurde. Nachdem das Sefer im Haufe der Frau Kaufmann ausgestellt und durch die Baalbattim fertiggeschrieben war, wurde es von den drei ältesten Gemeindemitgliedern zur Synagoge getragen, wo es mit der anderen Seforim am Eingang empfangen , wurde. Beim Eintritt in das Gotteshaus wurde das -Sefer mit Boruch habo und Matauwu von unserem Synagogenchor, unter Leitung unseres Herrn Lehrer Schuster, begrüßt und sodann durch die festlich gelschmückte Synagoge nach dem Almemoer gebracht. Nach i Rezitation einiger Mismorim und Einheben der Seforim, /ergriff unser Provinzialrabbmer Herr Dr. Gradewitz das Wort, um dem Fest die rechte Weihe zu verleihen. Die ehemaligen Kriegsteilnehmer ließen es sich nicht nehmen, dem neuen Sefer wunderbare silberne Klej Kaudesch zu stiften. Fast der ganze Ort hatte geflaggt. Chicago. 26. Nov. Ein in der Geschichte des orthodoxrfchen amerikanischen Judentums bemerkenswerter Prozeß fand jüngst in Chicago statt. Der jüdische Fleischhändler Silbermann klagte gegen mehrere Chicagoer Es ist ausschließlich Sache der Leser, die im Inseratenteil enthaltenen Empfehlungen ritueller Ware« oder, sonstige Angaben religionsgesetzlichen Charakter» ans ihre Zuverlässigkeit zu prüfe«. Unsere allseitig bekannte Spezialität: Herren-, Rnaben- und Tavnnzwok -Rleiäung in streng "1 w 2 Verarbeitung CARSCH Liebfrauenstr, 8-10 Neue Kräme 27 KOHLEN» GASHERDE sl'ahonäreu.lransportable KACHELOFEN mihpatentRauchgasbrenhung WASCHEREIMASCHINEN HorstkothrKnocttX beeinflußt das Wohlbefinden ln günstigster Weise in Frankfurt a. M.; Pädagogische Beilage: Lehrer I. Spir, in Fulda. — Verlag „Israelit", G. m. v. Frankfurt a. M. Druck: Hermon Verlags-Aktiengesellschaft, Frankfurt a. M.

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