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Der Israelit · 1924-12-11 · Heft 50 (11.12.1924) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
65 (1924)
Issue
Heft 50 (11.12.1924)
Date
1924-12-11
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Frankfurt a. M., den 11. Dezember 1924 14. Aislew 568b Nr. 50 Begründet von Dr. Lehmarm ln Mainz. monaUtch; Ausland: Btettet- Koste» des Ctreifband-Ver» ' England 4 sh.; Frankreich Jugoslawien 70 Dt«.; Litauen 7.50 Lit.; 25?1®” 4 deutsche Goldmark zum Tageskurs oder 8 Zloty; Schweiz 5 */*" Tschecho-ElowakeiW Kronen ^Ungarn BO000 Kronen; Dänemark 5 Kronen; . Norwegen 8 Krone«; Schweden 8.60 Krone». Einzelnummer.dreißig Goldpfennige. ... agr«rv...,mf,,^--------—- Der Israelit erscheint jeden Donnersrag. Inserate 80 Goldvienntge, für Stellensuche»»» 80 Goldpf.» für die stebengespaltene Nonpareille-Zeile. Die 78 mm breite Reklamezetle: letzte Tertseite 1.20 Mk., vorletzte TertseiteMk.; Ehiffregebühr in Höhe eines doppelte« Fernbriefportos. Rabatt «ach Tarif. Bet laufende» Znferatauftragen tarif«. Preiserhöhung jederzeit Vorbehalte«. Jnferatenannahme durch de« Verlag des Israel« G.m. b. Frankfurt a. M.» Gr. Eschenheimer Straße 88, Tel. Hansa 6843 sowie durch fiimtl. Anuoncen-Erped. des In- und Auslands Alleinige Jnferatenannahme für Frankfurter Geskdäftsan,eigen: Jul. Schmidt, Langeftratze 7, II. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit.^. Zahlungen direkt an' den Berlqg aufPostslbelttontoFrankfurt (Main) Nr. 1880S. — Auherdew an: Postsparkasse Wien Nr.786Q8 — Postsparkassenamt Budapest Nr. LH4S& — PostscheaamiZürtch Nr. VM 7294 —' Jukafso^Bartk Rotterdam — Püstschsckaml Amsterdam — Böhmische Unionbank in Prag — Banca Marmaroach, Blank & Co. in Bukarest — Filiale des Wiener Bankvereins in Agram. y y y Y V V » V Schönstes Varmizwo Geschenk; DIE PSALMEN übersetzt und erläutert von Rabb.S.R. Hirsch Ln ff. Leinwanvband Mk. 10.— Borzugsausgabe in Halbleder auf Büttenpapier gedr. Mk. SV.— Zu beziehen dirch alle Buchhaadlungen jnfrfrftlhA AA AAhAAA AAAst A*** * ft ft ft Aftftft Zur Geschichte der Don Dr.-Leo DeutschkSuder in Wie«. Die Keren Hathora-Zentrale veröffentlicht im zweiten Heft ihrer Plätter (in hebräischer Sprache) die von ihr gesammelten historischen Materialien Über die Jeschi- «oth m polnisch Litauen (Wilna) u. Litauen (Kowno) In den folgenden Heften wird die Sarttmlüng fortgesetzt und über die Jeschirvoty der übrigen Länder (Polen. Slowakei) berichtet werden. Bon dem 'riker wird es als schmerzlicher Mangel empfunden, daß für die Geschichte der •tHÜN « weichen seit Jahrtaufen. seine geistigen gehegt, und gepflegt we. ejj! mnS!cl, terial fehlt So konnte b. '»her dl« Geschichte der Jeschiipoth nicht geschrieben °>«den. Wahrend andere Völker jede- Jublläw. " 'rg°nd-m?r ihrer Kulturanstälten gern benutzen, ^ereP wicklungsgang zu beleuchten, n mir Je^c Notiz über Gründer und Grü ^düngen von Thoraänstalten aus dem Dunkel mü. suchen; zumeist bleiben dann diese Xder reichen Vergangenheit unseres V °«*!L Welt verborgen. Der Grund für diese Ta. unschwer zu smden. Reflexion und Schöpf n . f1 gehen nicht parallel nebeneinander her; diie gedeiht nur, wenn die andere erlahmt. SolM. % unsere Hochschulen in vollster Blüte standen, ftV Wechselstrom zwischen Lehrer und Schüler sich mit unversiegbarer Kraft aus des Judentums Mitte sich in das jüdische Volk ergüß, fanden sich nur wenige, die Neigung und Eignung hatten, ruckschauend die Früchte des Vergangenen zu sammeln. Und in der Pflicht des Tages und auch der Nacht/jede'Spanne Zeit dem Lernen und Lehren -u weihen, ward kaum ein Tag bestimmt, der als „Jubiläumsfest" einem Chronisten die Äufgabe schuf, den gleichförmigen Lauf des Lebens seiner Anstalt für die Nachwelt zu verzeichnen. Die Kette, die von den Hochschulen des Altertums bis zu den Jefchiwöth der Gegenwart reicht, ward nie gelockert. Haben sich auch die Kulminationspunkte im Laufe der Jahrhunderte vom Orient nach dem Okzident und hier wieder von einem Land nach dem anderen verschoben, immer konzentrierte sich die Forschung um das alte, ewige Gesetzt und belebte seine Träger. Die Gegenwart bietet ein anderes Bild. Der Reichtum der Thoralehrstätten, die besonders in Osteuropa in zahlreicher Fülle vorhanden sind, droht zu schwinden. Manches berühmte Lehrhaus, an'dessen Spitze noch vor einem Jahrzehnt ein Gaon mit leuchtendem Namen stand, hat seine Pforten geschlossen, so manches Beth Hamidrasch mit historischer Vergangenheit hat die heimatliche Scholle verlassen und in anderen Ländern und Weltteilen neue Zette aufgeschlagen; so mancher Stätte droht aber auch, aus Mangel an materieller Kraft, geistiger Untergang durch wesensfremden Einfluß. Dem Keren Hathora ist die heilige Aufgabe erwachsen, in dieser schweren Zeit den Bedrängten zur Hilfe zu eilen. Geführt von den anerkannten Gaonim der Jetzzeit rüft er das ganze jüdische Volk zur Mitarbeit auf, zur Rettung der jüdischen Vergangenheit und der jüdischen Zukunft. Die Mehrheit unseres Volkes weiß nichts von dem namenlosen Unheil, das ihm droht, wenn Thoralehre und Thorastudium aus dem Herzen des Jehudi weichen, wenn die Quellen unserer ständigen Verjüngung versiegen. Die Mehrheit unseres Volkes weiß ferner nicht, wieviel an geistiger Kraft und an geistigen Schöpfungen gefährdet ist. Der Keren Hathora will es durch nüchterne Publikation aller Welt zeigen und beginnt im vorliegenden Heft seiner „Blätter", die jüngste Geschichte unserer stolzesten Geistesstätten, der Jefchiwöth, zu veröffentlichen. Wir beginnen mit Litauen (frühere Gouvernements Wilna und Kowno), welches noch in der Gegenwart das reichste Netz von Hochschulen esitzt. Wir führen den Leser , nach Woloschin, Rabbi Chaim, der hervorragende Schüler Wilnaer Gaon, begründet hat, um das Berts seines Meisters zu erfüllen. Fast ein 'dert war die Thora hier weit geöffnet, ll des Lebens für die Größten und Kaum e mer im ehemaligen russischen b, Öe^y mäcgftv Jahrhun ein QM Riesenreich, der dort nicht seine geistige Schulung empfangen hat — bis die Regierung durch ein Edikt die Schließung der Anstalt verfügte. Erst nach dem Kriege ist es gelungen, dem Lernen dort wiederum eine, bisher noch bescheidene Pflanzstätte zu «richten. Wir berichten ferner von Slonim und Mir, die nach dem Muster des alten Woloschin auch in unseren Tagen das Licht der Lehre in unverminderter Stärke verbreiten. Unter dem Glanz zweier Namen, deren Träger Rabbi Israel Meir Haköhen (Ehofez Ehaim) und Rabbi Chaim Ojser Grodzensky sind, strömen wie einst in glücklicheren Friedensjahren wiederum viele Hunderte von Bachurim nach Wilna und Radin, ebenso nach Slobodka und Telschi, wo Rabbi Mosche Mordchai Epstein und Rabbi Josef Bloch das Erbe der Väter verwalten. Unter dem Druck wirtschaftlicher Rot, die das kleine Land yicht zu bezwingen vermag, schicken die Führer sich an, Zweige ihrer Anstalten in andern Ländern zu errichten, und schon ward im Heiligen Lande unter der Fahne Slobodkas für fünfzig Thorajünger ein Heim geschaffen. Schließlich weisen wir noch auf das reiche Netz jener von Nowogrodek ausgehenden Lehrstätten hin, die durch eine einzigartige Verbindung von Thauro und Muffor jene stahlharten Charaktere schuf, die in dem traurigen Kapitel religiöserVerfolgungen der Jetztzeit durch bolschewistische Banden ein Märtyrerleben in der .Verteidigung ihres Ideals , Jahre hindurch führten und führen. Unzählige sind in den Kampf gegen übermächtige Gewalten dahingegangen, viele hungernd und frierend ins Elend geflüchtet. Der große Führer und Gründer dieses Jeschiwohtyps, Rabbi Josef Josua Horowitz, der Jahrzehnte hindurch seinen Jüngern das Ideal vorgelebt, physischen und seelischen Anfechtungen in jeder Lebenslage zu trotzen, hat in den Bandenkämpfen seine Seele ausgehaucht. Doch der Geist dieses Lehrers und seiner Lehre lebt in den zahlreichen Stätten fort, die seine Schüler errichteten, so in der Nähe von Wilna, in Pinfk, Bialistock, Meserycz, Warschau und andern Orten. Auch nach der Ukraine pilgern sein« Jünger, um die Lehre des Meisters zu verbreiten und achten der Gefahr nicht, die ihnen dort m besonderem Maße droht. Es sind schlichte ungefärbte Berichte, die wir aus erster Quelle, zumeist von den Leitern -er Jefchiwöth selbst, empfangen haben. Sie vermitteln ein treues Bild von dem unermüdlichen Ringen ungezählter Tausender nach geistiger unseelischer Vervollkommnung und haben den An- 1

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