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Der Israelit · 1924-11-13 · Heft 46 (13.11.1924) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
65 (1924)
Issue
Heft 46 (13.11.1924)
Date
1924-11-13
Page
– (sequence 20)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 Nr. 19 Punkt für die Angehörigen unserer Gemeinschaft nicht nur in Polen und Rußland, sondern auch bei uns in Deutschland werden. Trotz alledem hat auch die Leitung des Keren Hatorah in Deutschland dem Religionsunterricht ihr Augenmerk zugewandt. Hätte sie solches unterlassen, so würde ich nie und nimmer meine Zustimmung zu dem nun veröffentlichten Aufruf erteilt haben. Die von Herrn Oppenheim erwähnten Fälle, die von einer sträflichen Gleichgültigkeit unserer Kleingemeinden gegen den Religionsunterricht für die schulpflichtige Jugend sprechen, zeugen allerdings von einem kulturellen und religiösen Tiefstand unseres Volkes. Ich könnte aus meiner eigenen Erfahrung von gleichen Tatsachen berichten. Der Grund dieser Gleichgültigkeit kann ich mir nur aus dem einen Umstand erklären: •p/vnn ian? *ipk bv Werl sie verlassen deine Thora. Nicht der Keren Hatorah mit seinen beschränkten Mitteln vermag hier Remedur zu schaffen, sondern es ist Sache der zuständigen Rabbinen, die Gemeinden aus ihrer Lethargie aufzurütteln. So ist es meinem zuständigen in zwei Fällen gelungen, bei schwebenden Gehaltsverhältnissen die Gemeinde rechtzeitig auf ihre Pflichten aufmerksam zu machen und den Religionsunterricht für die schulpflichtige Jugend zu retten. In einem anderen Fall unterließ es der um seine Mithilfe ersuchte Rabbiner rechtzeitig einzugreisen, und trägt daher die alleinige Schuld, daß die schulpflichtigen Kinder einer frommen Gemeinde schon seit zwei Jahren keinen Religionsunterricht erhalten. Die mit dem Keren Hatorah in Fühlung stehenden aefetzestreuen Verbände, wie Freie Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums, die Agudas Jisroel, und nicht zuletzt der Bund gesetzestreuer Gemeinden in Halberstadt sind seit Jahren bemüht, den kleinen Gemeinden Beihilfen zur Erteilung des Religionsunterrichts zu gewähren. Das gleiche Ziel verfolgt auch der Keren Hatorah. Gleich Herrn Oppenheim stellt er als Endziel, daß auch nicht ein einziges jüdisches Kind ohne Religionsunterricht bleibt. Laut Aufruf ist es der innigste Wunsch der Leitung, daß wieder wie früher „auch die kleinste jüdische Gemeinde ihren jüdischen Lehrer hat, daß jeder Lerneifrige einen Lehrer findet." Ich selbst habe für die nächste Sitzung den Antrag gestellt, daß bei genügenden Mitteln sämtlichen Kleingemeinden ausreichende Zuschüsse zum Religionsunterrichte bewilligt werden, gegen die Verpflichtung, daß in betreffender Gemeinde bezw. Religionsschule wöchentlich einige Stunden „gelernt" wird. Und nun noch ein Wort zur Umgestaltung des Religionsunterrichts. Wenn ich vorhin von schablonenmäßigem Unterricht sprach, so wollte ich hierdurch meinen Kollegen in keiner Weise zu nahetreten. Weiß ich doch, daß viele Kollegen diesen Unterricht im Sinne unserer heiligen Thora erteilen. Ich wollte hierdurch nur das System treffen. Soll der Keren Hatorah Subventionen zur Verfügung stellen, so kann er auch mit Recht verlangen, daß der Religionsunterricht sich das Ziel setze: Thorakenntnis zu verbreiten. So schreibt auch Ehrmann in seinem Werke „Durchs Jahr". Wie gewinnen wir unsere Kinder für das Judentum?" Durch Religionsunterricht, jüdischen, mosaischen, systematischen und wie sie alle heißen, sicher nicht. Könnte Religionsunterricht, könnten Religionsbücher, Religionsschulen unsere Kinder für das Judentum gewinnen, sie müßten längst gewonnen sein! Der Keren Hatorah möchte jeder, auch den kleinsten jüdischen Gemeinde einen Lehrer geben. Das erfordert jährlich Millionen. Soll der Keren Hatorah seine Ziele verwirklichen, so müssen ihm reichliche Mittel zufließen. Es ist Pflicht jedes Einzelnen, den Keren Hatorah zu stützen und zu fördern. Insbesondere sollte es jeder Kollege als eine Ehrenpflicht betrachten, in seiner Gemeinde Pionierarbet für den Keren Hatorah zu leisten. Kollegen in Stadt und Land, in Ost und West, Nor. und Süd. Das deutsche Judentum befindet sich am Scheideweg, der Lehrerstand im Niedergange, die jüdische Volksschule wird von der Bildfläche verschwinden. Die Zukunft unseres Standes liegt in den jüdischen Religionsschule. Diese lebenskräftig zu erhalten, ist das Ziel des Keren Hatorah. Darum werbet mit allen Kräften für denselben. Der Worte sind nun genug gewechselt. Wir wollen jetzt auch Taten sehen, l'vim non rb irwsfc nb Es ist nun Zeit, für Gott zu wirken. Aus der Bewegung. Halberstadt, 31. Okt. Herr Dr. Nathan Birnbaum ersucht uns, folgende berichtigende Bemerkung zu unserem Berichte über seine Rede beiHder Zentralratssitzung zu veröffentlichen: „Ich habe nicht nur über das Nachlassen des Znius und der alten jüdischen Sittlichkeit in der Gasse des Ostens, sondern ganz besonders auch über den Tiefstand der Jüdischkeit in der ostjüdischen Frauenwelt gesprochen. Ich habe auch nicht gesagt, daß dem Hebel „nur" durch Gründung guter Mädchenschulen . begegnet werden könne. Ich führte vielmehr aus, daß zur Lösung der schweren Frage auch noch ganz anderes gehört, als bloß die orthodoxe Mädchenschule, daß es aber jedenfalls höchste Zeit sei, diese in vollem Ausmaß zu verwirklichen." Halberstadl, 4. Nov. Heute spraL vor den hiesigen Agudogruppen Wolf S. Jacobson-Hamburg über Thora und Keren hatorah und fand mit seinem eindrucksvollen Vortrag eine dankbare Zuhörerschaft. Nach dem gut besuchten Vortrag verblieb der Redner eine Stunde mit den Mitgliedern der Mädchengruppe, um sie für Der Israelit Blätter die Bees Jakob-Schulen in Polen zu erwärmen; und daß ihm das gelang, zeigten die glänzenden Augen und heißen Wangen feines Publikums, das alsbald danach über die Arbeitsteilung eifrig beriet. Wien, 3. Nov. Die „Jüdische Presse" hatte im Frühjahr dieses Jahres unter dem Titel „Der jüdische Minister" einen Artikel veröffentlicht, in dem schwere Vorwürfe gegen den jüdischen Minister in Litauen, den bekannten Rechtsanwalt Dr. Rosenbaum erhoben wurden. Der Artikel ist damals unter Quellenangabe auch in die „Blätter" übernommen worden. Dr. Rosenbaum fühlte sich durch diesen Artikel beleidigt und hat nunmehr durch seinen Rechtsvertreter Dr. Gelber in Wien erreicht» daß die „Jüd. Presse" die Vorwürfe zurückzieht. - Der Artikel habe aus Informationen beruht, die Herr Dr. Rosenbaum „als vollkommen unrichtig bezeichnet". Gleichzeitig kündigt das Blatt die Deröffentkichung eingehender Informationen über die Verhältnisse in Litauen an. Wien. (A. I. P. B.) In der Chanukawoche findet in Hamburg eine orthodoxe Erziehungskonferenz statt, in welcher sowohl jüdische Schulfragen für Deutschland, als auch die Erziehungsprobleme des Ostens zur Erörterung gelangen sollen. Eine Reihe von Pädagogen aus Deutschland, Oesterreich, Litauen und Polen haben ihr Erscheinen zugefagt. Subotica. (A. I. P. B.) Nach langen Bemühungen ist es gelungen, eine Organisation der orthodoxen Gemeinden Jugostaviens zu schaffen. Die konstituierende Versammlung fand Sonntag den 28. Tischn (26. Okt.) in Senta statt. Das Präsidium besteht aus den Herren S. Pollak, Senta, Oberrabb. Deutsch und Hermann Deutsch, Subotica. Das Rabbinerkomitee besteht aus den Rabbinern von Senta, Subotica, Petrovo Selo und Jlok. Der Leitung gehören noch sechs Vertreter der verschiedenen Gemeinden an. Äls Ehrenpräses wurde der Landesrabbiner Alkaly, Belgrad, gewählt, der die Bestrebungen der Orthodoxie mit großer Hingebung gefördett hat. Die konstituierende Versammlung hat an den König ein SieQtü'QmQstehcftamm abgesandt. Lodz. (A. I. P. B.) Der Wojwode von Lodz hat auf Grund der eingebrachten Wahlproteste endgültig entschieden,, daß das strittige Mandat der Aguda zuzuerkennen tst. Somit besitzen die Agudisten in Lodz von^ 35 Mandaten 14. Lodz. (A. I. P. B.) Nach einer längeren Unterbrechung fand am Donnerstag den 25. Ttschri die erste Plenarsitzung des Kultusvorstandes der Lodzer Gemeinde statt. Bekanntlich hat die agudistische Fraktion, gegen die Konstituierung des Präsidiums protestiert und dem Proteste wurde auch stdttgegsben. Laut Verordnung des Regierungskommissars war diese Sitzung geheim und sie mußte in polnischer Sprache geführt werden. Präsident Neumann hat die Sitzung tatsächlich in polnischer Sprache geleitet, wogegen. alle Fraktionen Proteste eingebracht haben. Der einzige Punkt der Tagesordnung war die Wahl des Präsidiums. Als Präsident wurde ein Unparteiischer mit 15 Stimmen gegen 14 agudistische Stimmen gewählt. Dieses Wahlresultat war der Erfolg des Paktes, den die unparteiischen Orthodoxen mit den Zionisten geschlossen haben. Da laut diesem Pakte als Vizepräsident ein Zionist gewählt werden sollte, verließen die agudistischen Eemeinderäte vor der Wahl des Vizepräsidenten den Sitzungssaal, so daß der Vizepräsident bloß mit 15 Stimmen bei 'Abwesenheit aller anderen Gruppen gewählt wurde. In die Dertretungskörperschaft wurden die Agudisten gemäß ihrer Stärke gewählt. j Lodz. (A. I. P. B.) Sowohl in Alerandrow wie Pabiamc und Brezezin sind die neuen Schulbauten für Unterbringung der agudistischen Lehranstalten beendet worden. Die Schulhauser machen einen ausgezeichneten Eindruck und befriedigen die Wünsche der Schulbehörden in bezug aus Hygiene und pädagogische Einrichtung vollauf. Jerusalem. (A. I. P. B.) Die neugegründete orthodoxe Arbeiterorganisation Poale Agudas Jisroel bittet all jene, die ihre* Bestrebungen fördern, besonders aber die gesinnungsgenössische Presse, ihr mit Zusendung von Zeitschriften und Büchern für ihre Bibliothek behilflich zu sein. Lodz. (A. I. P. B.) Sowohl in Lodz wie m Warschau ist das Statut des Schomrei Schabbos-Vereines von der Behörde legalisiert worden. Durch die behördliche Sanktion sind die Vereine in die Lage versetzt worden, eine großangelegte intensive Propaganda entfalten zu können. In Lodz steht an der Spitze der Schomrer Schabbos-Bewegung der Strikower Rebbe, Rabbi Henoch Sender, in Warschau der Radziminer Rebbe. Als Ehrensekretär der Schomrei Schabbos- Organisation ist Herr Eliasar Gerschon Friedenson gewählt worden, unter dessen Leitung ein spezielles den Schabbosfragen gewidmetes Organ unter dem Namen „Der jüdische Schabbos" erscheinen wird. Wilna. (A.J. P.B.) Mit dem 12. Tischn begann ein orthodoxes Wochenblatt „Das Wort" in Wilna zu erscheinen. Als Herausgeber zeichnen M. Kralic und I. Schub, als Redakteur Jakob Mowschowoih. Lodz. (A. I. P. SB.) Das einzige orthodoxe Frauenjournal, die Monatsschrift „Beth Jakob" hat den ersten Jahrgang vollendet. Die Monatsschrift hat von Nummer zu Nummer sowohl an äußerer Form wie an gediegenem Inhalt gewonnen. Den zweiten Jahrgang beabsichtigt Beth Jakob mit einer Festnummer zu beginnen. 13. November l924 Spendenlisten der Palästina-Zentrale der Augudas-Jisroel vom 23. Oktober 1924. Keren Hathora. Günzenhausen: M. Rehseld 10. Frankfurt: Gedenkbuch-Erträge: Hochzeit Jos. Altmann Sulzberger 165.45. Spenden: Bär Adler» Hintersteinau 10, Paul Speier. Frankftrrt a. 22L 10. Nathan Rothschild, Frankfurt a. M. 5, Samuel Wevtheimer, Frankfurt a. 921. 20, Frau Rabbiner WoÄ, Schw. Franken 5. Siegfr. Risch 10, Jak. Wechsler 10, Lipmann Rakow 8. Salomon Gutmann 20, Abr. Haas 10, Nathan Schüler 10» Schnodergelder dch. Herrn Leop. Oppenheimer 11» Minjan Lipmann Bär 47. Jfaak Nußbaum 10» Siegfr. O. Wrefchner, anl. Jahrzeit seiner sel. Mutter 20. N. N. 5. Salomon Rothschild 7, Leop. Schwab an!. Vortrag d. Herrn Rabb. Duckesz 5. Schaare Zedek-Hospttat. Ansbach: dch. Herrn Rabb. Dr. Braver 30. Burgpreppach: Leop. Traub 16. Günzenhausen^ M. Rehfeld 7. Lohr: Bernhard Hirsch 6. Kitzingen: Herm. Schönfärber 20. R. Al. b. H. Aschaffenburg: Leo Schloß 3. Burghaun: Lehrer Strauß 50. Burgpreppach: Leop. Traub 25. Kitzingen: dch. Herm. Schönfärber b. Ausrufen 37. Michelstadt: dch. Lehrer Bick 50. Reu-Strehlitz: Dr. S. König 15. Stuttgart: Dr. Ansbacher 1. Vacha: Frau Clara Goldschmidt 16. Acren Erez Iisroel. Burgpreppach: Dr. Michalsky 3. Marburg: Hugo Heinemann 34. München: I. Holzinger 5. Keren Hajifchuw. Ansbach: dch. Rabbiner Dr. Brader 100. Frankfurt: Frl. Marcus 2. Günzenhausen: M. Rehseld 7. Aausch-Lhaudefchspende. BirsteiN: 23. Frankfurt: 6. Halberstadt: 51. Karlsruhe: 27.35. Nürnberg: 65. Oldenburg: 12. Schwabach: 27. Sprendlingen: 12. Schmittafonds. Berlin: S. Koörblum 10. Frankfurt a. Dl.: Jak. Schnerb 11.71, H.PetchertS. LhaNogeld. Burgpreppach: Leopold Traub 14. Dinslaken: dch. Dr. Rothschild 65. Guxhagen: Js. Katzenberg 29. Halberstadt: dch. Dr. Schlesinger 495.88. Michelstadt: Lehrer Bick 6. Reichenbach: 13.15. Siegdurg: Jos. Strauß 15.50. Schönlanke: Frau Rabb. Dr. Bamberger 188. Erez Iisroelsonds. Achim: S. Heilbronn 5, Alfred Heilbronn 3. Adelsdois: Agro de Taanife 45. Berlin: Rechtsanwalt Dr. A. Löb 3. Berolsheim: Agro de Taanife 17. Breslau: Ortsgruppe 20. Brückenau: Agro de Taanife 35. Burghaun: Abraham Strauß 3. Dinslaken: dch. Dr. Rothschild 10. Düsseldorf: I. Mogendorff 20. Cllingen: Agro de Taanife 18. Frankfurt: Jak. Strauß 50- Freiburg: Simon Epstein 20. Gelsenkirchen: Sanitätsrat Dr. Rubens 15. Gunsenhausen: M. Rehsetd 31. Hamburg: Felix Strauß 70, Samson Goldschmidt &, Hannover: Heinrich Eichelberg 10. Halberstadt: Alfr Feuchtwanger 5. Heinsfarth: 10.17. Hüttenbach: 4.50. Horb: Rabb. Dr. Schweizer 24. Heilbronn: Posen 25. Köln: Leo & Julius Bier 6. Kitzingen: dch. Heinrich Schönfärber 363. Kreuznach: Agulnik Pension 35. Michelstadt: dch. Lehrer BM 3. Nürnberg: kleine Spenden 2.75, Agro de Taanise 51. Oberlauringen: Js. Steinhäuser 5. Siegburg: dch. Jos. Strauß 11.50. Sugenhetm: Agro de Taanise 25. Stuttgart: I. Schweizer 12, Dr. Ansbacher 9. Treuchtlingen: Agro de Taanise 12.75. Würzburg: Lipmann Guttmann 5.

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