Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1924-11-13 · Heft 46 (13.11.1924) · page 17

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
65 (1924)
Issue
Heft 46 (13.11.1924)
Date
1924-11-13
Page
– (sequence 17)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2446951-2450286-2450330--71688-2529004
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

^Hälfet* fieeausgegeßen non de* fandesorgonifation der Ngndnr-Aisroel in Denifefifond ^0. Jahrgang Frankfurt a. M., den ^3. November ^924 / ^6. Nlarcheschwan 5685 Nummer syiK1? rinn nViitt , " Am vielfachen Wünschen aus agudiflifchen Kreisen gerecht zu werden, hak sich die Verwaltung des Keren Hajifchuw bereit erklärt, für den Vodenkaus in Emek Iesreel auch Teilzahlungen zuzulassen. Der Preis des Bodens, welcher bereits entsteint und zu jeder Art von Bebauung vorzüglich geeignet ist, beträgt pro Dunam (SIS Quadratmeter), Dollar 16. Mark 69.20, Von dieser Summe sind 30 Prozent sofort bei Bestellung zu erlegen, die Restsumme in zwei vierteljährlichen Raten. Arba Amaus (4 Ellen) in Erez Iisroel im Sinne des Krakauer Beschlusses find zum Preise von Mark 5. —> erhältlich. Die Palästinazenkrale ist auch bereit, zu Geschenkzwecken eine Besitzesurkunde darüber direkt an die gewünschte Adresse zu senden. Bei Aebernahme des Bodens haben sich die Läufer zu verpflichten, diesen in keiner dem jüdischen Religionsgesetz widersprechenden Weise zu verwenden und ferner bei evtl. Veräußerung des erworbenen Bodens dem Keren Hajifchuw das Vorkaufsrecht einzuraumen. Karten sowie sonstige Auskünfte stehen den Interessenten zur Verfügung. Palästina-Zentrale der Agudas Iisroel Frankfurt a. M., Eschenheimer Anlage 31. Postscheckkonto Arankfurt a. M. Rr. 53 900. Was ist und was will Keren Hatorah? Von Woif S. Jacobson in Hamburg. „Wäre die Thora nicht, Himmel und Erde hätten keinen Bestand!" Was Keren Hatorah ist, was er anstrebt und erreichen möchte, sagt uns der erste Paragraph seines von der Zentralratssitzung der Agudas Iisroel in Krakau einstimmig gutgeheißenen Statuts: ' Aufgabe des Keren Hatorah ist die systematische Sammlung und Bereitstellung aller in Betracht kommenden Mittel, die zur dauernden Verbreitung und intensiven Pflege von Tauroh und Jiro in allen Volkskreisen ohne Unterschied des Standes, Berufes, Lebensalters und Wohnsitzes, insbesondere aber zur Förderung der Jugenderziehung erforderlich sind. Der Zentralrat hat das Statut und diesen seinen Grundparagraphen einstimmig gutgeheißen; doch das will wenig besagen gegenüber der in allen gutjüdischen Herzen lebendigen Gewißheit, daß es keinen Juden geben kann, der nicht an der Lösung dieser Aufgabe Mitwirken wollte. Keinen Juden — er mag Agudist oder Zionist, Misrachist oder keiner Organisation angehörig sein — wird es geben, der nicht Herz und Hand, moralische Mitwirkung und materielle Förderung einem Werke angedeihen läßt> das allein die Zukunft von Seele und Körper, von Judentum und Judenheit, von Himmel und Erde sichert. Es gilt die Zukunft aller sichern, „insbesondere durch Förderung der Jugenderziehung", im Sinne der Lehre und der Gottesfurcht! Wer aufmerksamen Blickes die Ereignisse des letzten Jahrzehnts verfolgt hat, weiß, wie furchtbar es gegenwärtig, unter der Jugend aussieht, wie der Krieg hunderttausende von jungen Menschen, geistig und räumlich, entwurzelt hat. wie im Osten die Jeschiwaus verödet wurden, wie im Westen das unter dem Eindruck der Kriegserlebniffe erweckte religiöse Gefühl bald durch den aufreibenden Brotkampf der Nachkriegsjahre mit ihrer wahnsinnigen Geldgier ertötet wurde, wie in Amerika, in ganz besonders erschütterndem Ausmaß in Südamerika, Unkenntnis und religiöse Verwahrlosung unter der Jugend immer mehr um sich reißt, wie Abfall, Mischehe und grenzenlose Assimilation um sich greifen, und daß eine grauenhafte Zersetzung des ganzen jüdischen Volkskörpers stattfinden muß, wenn es nicht gelingt, unsere Jugend wieder zu einer jüdischen Jugend zu erziehen. Keren Hatorah will das! Keren Hatorah will, getragen von der Zustimmung unserer geistigen Führer, gefördert durch die Sympathie aller einsichtigen Männer und Frauen, versuchen, dem AbfallHalt zu gebieten, mit dem Aufbau wieder neu zu beginnen. Keren Hatorah will, im Osten wie im Westen, in Europa wie in Amerika, besonders aber in Erez Iisroel, das Erziehungswerk aufbauen: jüdische Kindergärten, jüdische Chadorim, jüdische Volks- und höhere Schulen gründen und bestehende in ihrer Arbeit fördern und ausgestalten, vor allem aber die Jeschiwaus im Osten und im Heiligen Lande, die die Reservoire unserer Kraft bilden, vor der Gefahr des Unterganges retten. Jedes Land soll.die Probleme der Erziehung nach seinen besonderen Verhältnissen und Umständen lösen; alle sollen aber von dem einen Grundprinzip getragen sein: dauernde Verbreitung und intensive Pflege von Tauro und Jiro in allen Volkskreisen. Um Ueses große und erhabene Ziel zu erreichen ist aber erforderlich: „die systematische Sammlung und Bereitstellung aller in Betracht kommenden Mittel". Unter Mittel sind nicht nur finanzielle Mittel verstanden: das Ziel zu erreichest bedarf es auch großer pädagogischer Mittel — es gilt die Schaffung von Lehrbüchern, im Westen die Intensivierung des Jüdischen, die Verjüdischung des Profanunterrichts, — im Osten die Lösung wichtigster Probleme wie Mädchenerziehung, um das schwierigste zu nennen, usw. — also nicht nur finanzieller Mittel, aber vor allem finanzieller Mittel. Denn die Seele braucht den Körper und das alte^Wort bleibt ewig wahr: „Wenn kein Mehl, dann keine Thora!" Und es sind ungeheuere finanzielle Mittel nötig! Sie sind nur aufbringbar, wenn jeder einzelne „die Idee des Keren Hatorah als höchste Notwendigkeit begreifen wird; als einen großen ^zentralen Thorafonds, berufen, alle thorastützenden Kräfte zu sammeln und allmählich der materielle und organisatorische Mittelpunkt und Träger des jüdischen Erziehungswesens und des Thorastudiums in allen Ländern zu werden." Die große Aufgabe wird ein großes Geschlecht finden. Weil es kein Entrinnen mehr gibt. Weil sie mit Naturgewalt an unsere Türen pocht. Neben regelmäßigen Jahresbeiträgen bietet sich mannigfache Gelegenheit, die Hingabe an den Keren Hatorah zu betätigen. An seinem Barmizwohtage, an welchem der junge Mensch selbstverantwortlich in das Pflichtenleben der Thora eintritt, soll er für Keren Hatorah werben. Hochzeit sfreude und Bris Mil0h- Feier werden durch Spenden für Keren Hatorah gekrönt. Das Andenken teurer Angehörig e r soll durch Spenden für den Keren Hatorah dauernd ein gesegnetes bleiben. Wochen der Erholung und des Kuraufenthalts sollen nicht verstreichen, ohne daß neben der Sorge um den Körper die um die geistigen Güter des jüdischen Volkes durch reiche Zuweisung an den Keren Hatorah ihren Ausdruck findet. Bei den Spenden für die Tauro soll niemals die für die Erhaltung der Tauro, für den Keren Hatorah, vergessen werden. Kurz: jedes Geschehnis, das die Seele in Schwingungen versetzt, löse das Bekenntnis zur Tauro durch die Spende an den Keren Hatoryh aus! Neben dieser Hingabe jedes einzelnen müssen aber auch Gemeinden, Vereine, Organisationen, von ihren gesamten Esnnahnißn einen Teil dem Keren Hatorah zusließen lassen; die von der Keren Hatorah-Zentrale festgesetzten Sammelzeiten für Keren Hatorah müßten überall eingehalten, die Keren Hatorah-Zentrale von jedem als die Instanz betrachtet werden, die die eingehenden Gelder sachlich und überparteilich verteilt. Um den Gedanken des Keren Hatorah in allen Ländern heimisch zu machen, seine Organisation überall durchzuführen, ist es nötig, daß — gemäß § 9 des Statuts — in allen Ländern Direktorien gebildet werden, welche ihrerseits wieder an allen größeren Orten Kommissariate schaffen, denen ausschließlich die Arbeit für Keren Hatorah obliegt. Die Besten in jedem Lande, die Tatkräftigsten in jeder Stadt müssen gewählt werden, sie müssen ihre ganze Energie der einen Aufgabe widmen; nur dann ist Hoffnung auf Lösung der Aufgabe. Da neben den Bedürfnissen der Allgemeinheit, die die Zentrale aus ihren Mitteln befriedigen soll, jedes Land auch feine Sonderbedürfnisse hat, deren Versorgung vielleicht beeinträchtigt erschiene, wenn alle durch das Direktorium in einem Lande gesammelten Gelder an die Zentrale gingen, so bestimmt der § 6 des Statuts, daß von den innerhalb eines Landes „für die Zwecke des Keren Hatorah im Laufe eines Geschäftsjahres gesammelten Beiträgen in der Regel 50 Prozent zwecks satzungsgemäßer Verwendung im eigenen Lande verbleiben". „50 Prozent der jeweiligen gesammelten Beträge sind am Ende des Kalendermonats der Zentrale des Keren Hatorah zu überweisen. Die Zentrale »hat das Recht, den Ländern mit schlechter Wirtschaftslage oder relativ zahlzahlreicheren Thoralehrstätten einen größeren Prozentsatz der gesammelten Gelder für bestimmte Zeit zu belassen." Aus diesen 50 Prozent, die im Lande verbleiben, sollen die Crziehungsstätten des betreffenden Landes unterstützt werden, des betreffenden Landes und, wenn alle Länder sich einen vom deutschen Landesdirektorium in seiner konstituierenden Sitzung gefaßten Beschluß zu eigen machen, Erez Iisroel; denn, wenn irgendwo, so gilt hier gewiß der Grundsatz: „Die Bedürftigen Erez Jisroels stehen im gleichen Range wie die Bedürftigen der eigenen Stadt." Es ist ein altes Wort, daß Schwert und Tauro zusammen vom Himmel kamen und den

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.