Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 65 (1924)
- Issue
- Heft 46 (13.11.1924)
- Date
- 1924-11-13
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 14 Nr. 46_Der Israelit__• _' 13. November 1924 «Af&evf Solomon QflatHan oevsfovben. Bestätigung ist erlangt worden für das Testament des verstorbenen Herrn Albert Solomon Nathan in Pietermaritzburg, Südafrika, dessen Tert wie folgt lautet: Dies ist mein letzter Wille und Testament des Albert Solomon Nathan in Pietermaritzburg, Pröüinz Natal, südafrikanische Union, von gutem Stande, naturalisierter britischer Untertan, Akademiker. Ich widerrufe, annulliere und erkläre für nichtig alle Willenserklärungen, Codizille oder andere testamentarischen Akte, die ich bisher gemacht oder errichtet habe und wünsche, daß sie von keinerlei Kraft oder Wirksamkeit sein sollen. Ich instruiere hierdurch die Erekutoren dieses meines -Testaments und die bevollmächtigten Verwalter .meines Vermögens, die im Nachfolgenden namhaft gemacht werden, denen ich hierdurch gebe, vermache und hinterlasse, alle meine Besitztümer und Effekten, bewegliche und unbewegliche, einerlei ob sie sich im Besitz, im Heimfall, Nacherwerb oder in Anwartschaft befinden, wo sie auch sich befinden mögen und ohne irgendwelche Ausnahme, zu treuen Händen jederzeit für die im Folgenden aufgeführten Zwecke. E r st e n s zu bezahlen alle meine richtigen und gesetzlichen Schulden, die Kosten für Sterbebett, Leichenbegängnis und Testamentsauslagen sowie eine Summe von nicht über Lst. 150 (Lst. Hundertundfünfzig) für einen Grabstein, der errichtet werden soll in her Nähe desjenigen meines inniggeliebten verstorbenen Bruders Samuel Solomon Nathan, in dem hiesigen jüdischen Friedhof auf Town Hill Pietermaritzburg und daraus eine Inschrift anzubringen ähnlich derjenigen auf meines Bruders Grabstein. Zweitens: Was meinen Kleidervorrat und die Gegenstände des persönlichen Gebrauchs betrifft, so wünsche und verfüge ich, daß diese nicht verkauft werden, sondern dem seinerzeitigen Lehrer der hiesigen jüdischen Synagoge emgehändigt werden sollen, damit er sie nach seinem Ermessen unter die armen und würdigen Mitglieder der hiesigen jüdischen Gemeinde verteile. Was meine Juwelen betrifft, so wünsche und verfüge ich, daß meine Testamentsvollstrecker meine goldne Ahr und goldene Kette erbschaftssteuerstei meinem Vetter zweiten Grades, Jack Äronson in Nairobi British Afrika, aushändigen und den Rest meiner Juwelen zwischen dem genannten Jack Aronson und seiner Schwester Sophy Aronson in Durban Spinster ebenfalls erbschaftssteuerftei verteilen, wobei Sophy Aronson die erste Wahl hat. Was die Photographien meiner Familie und insbesondere das vergrößerte Bild meiner tiefbetrauerten, innigstgeliebten Mutter betrifft, so weise ich meine Testamentsvollstrecker und Vertrauensträger an, dasselbe der Hebräischen Gemeinde in Pietermaritzburg Pine Street als ein Andenken steuerfrei zu übergeben in Anbetracht des Vermächtnisses, das ihr im Nachfolgenden bestimmt wird. Was mein Mobiliar oder andere Gegenstände von geringem Werte anbetrifft, so wünsche ich, datz dieselben verkauft werden und der Erlös frei von Gebühren oder Erbschaftssteuern dem Rabbiner Bender in Cape Town oder seinem Amtsnachfolger eingehändigt werde zum Zwecke der Almosenverteilung unter armen und würdigen Juden am Platze oder in anderer Weise wie er es für zweckmäßig halten möge. Drittens: als Legate gebe und vermache ich: a) die Summe von hundert Guineas (Lst.. 105) Sterling erbschaftssteuerfrer dem Charles William Holdgate in Pietermaritzburg, Buchhalte», in Anerkennung der Dienste» die sein verstorbener Vater und er selbst viele Jahre lang meinem verstorbenen Bruder Samuel und mir selbst geleistet haben, aber ich verfüge und wünsche, datz er von diefer Summe fünfzig Guineas (Lst. 52.10) Sterling für den Ankauf irgend eines dauernden Andenkens verwende, das in seiner Familie zum dauernden Gedächtnis meines verstorbenen Bruders Samuel und meiner selbst aufbewahrt bleiben soll. b) Die Summe von fünftausend Pfund (Lst. 5000) Sterling der Verwaltung von Grey's Hospital Pietermaritzburg Natal zur Errichtung eines Saales — der als Albert Nathan Gedächtnisstiftung gekennzeichnet werden soll —, über »dessen Haupteingang eine Tafel mit passender Inschrift anzubringen ist. Ein solches Gebäude soll so bald wie möglich nach meinem Tode errichtet werden, und die besagte Summe von fünftausend Pfund (Lst. 5000) Sterling soll der besagten Verwaltung sofort üusgezahlt werden, nachdem der Vertrag für die Errichtung eines. solchen Gebäudes von dem Unternehmer und der Verwaltung unterzeichnet sein wird. c) Die Summe von fünfhundert Pfund (Lst. 500) Sterling jährlich für die Periode von fünfzig (50) Jahren vom Tage meines Todes an gerechnet an die besagte Verwaltung von Grey's Hospital in Pietermaritzburg, wobei die erste Zahlung fällig und zahlbar sein soll drei Monate nach meinem Tode und alsdann jährlich an meinem Todestage zur Unterhaltung eines solchen Gebäudes und zum Zwecke der Aufrechterhaltung eines solchen Saales. Die erste jährliche Zahlung von fünfhundert Pfund (Lst. 500) Sterling mag zur Ausstattung des besagten Saales verwendet werden. Ich wünsche weiter, datz der besagte Saal für arme. Patienten reserviert werden soll, wobei solche jüdischen Glaubens wenn möglich zu bevorzugen sind. d) Dem Präsidenten der Hebräischen Gemeinde von Pine Street Pietermaritzburg Natal, diejenige Summe,. welche die besagte Gemeinde mir schulden mag, sek es in Form einer Hypothek zu meinen Gnusten oder an Zinsen darauf zurzeit meines Todes, frei von Erbschaftssteuer. Dieses Vermächtnis soll der Bedingung unterworfen sein, datz ein Akt errichtet wird, der vorsieht, datz das verpfändete Grundstück niemals wieder verpfändet werden darf» und datz, wenn dieses Grundstück zu irgend einer Zeit verkauft werden sollte, der Erlös nur für den Ankauf eines anderen Grundstückes zur Benutzung durch den jüdischen Rabbiner oder Lehrer verwendet werden darf und datz das so gekaufte Grundstück ebenso wieder derselben Bedingung unterworfen ist und niemals verpfändet werden darf. e) Meiner Cousine zweiten Grades, der besagten Sophy Aronson die Summe, die sie mir schulden möge in Form einer Hypothek oder von Zinsen, die zur Zeit meines Todes fällig sein mögen, frei von Erbschaftssteuer. Viertens: Ich erteile meinen Vertrauensträgern Vollmacht, meinen Besitz und meine Effekten, bewegliche und unbewegliche, durch. Privatvertrag oder öffentliche Versteigerung zu jeder Zeit und zu solchen Bedingungen zu verkaufen und zu realisieren, wie sie dies für zweckmäßig halten, mögen, jedoch unter folgenden Einschränkungen: a) Die Grundstücke Nummer 242 und 244 Church Street Pietermaritzburg, jetzt bewohnt von Saville, Chapman u. Co., sowie das Grundstück, das als „Nathans Chambers" bekannt ist, sollen für einen Zeitraum von fünfzig Jahren nicht verkauft werden, sondern sind in gutem Zustande zu erhalten, gegen Feuer und wenn nötig gegen Aufruhr zu versichern aus den Mieteinnahmen der Häuser selbst. Der lleberschutz dieser Mieteinnahmen fließt den allgemeinen Einkünften meines Vermögens zu. b) Me zur Zeit meines Todes in meinem Besitz befindlichen unbeweglichen Güter sollen erhallen werden, bis sich eine günstige Gelegenheit zu ihrer Verwertung bietet, aber wenn möglich wünsche ich, daß meine Vertrauensträger den Verkauf und die Verwertung dem vorerwähnten Charles William Holdgate übertragen. c) Alle Pfandbrief- und Hypothekenforderungen, die ich zur Zeit meines Todes besitze, sollen bei Fälligkeit gekündigt werden, wenn dies ohne ungebührliche Härte oder Verluste für meinen Besitz geschehen kann und sie fallen dann in staatlichen oder in städtischen Obligationen angelegt werden, die wenn möglich nicht weniger als 4 °/o jährlich tragen. d) Alle Aktien und vorübergehenden Anlagen irgendwelcher Art, die ich bei meinem Tode besitze, sollen ebenfalls gekündigt oder verkauft und in Sicherheiten der unter c) erwähnten Art angelegt werden. e) Was den Rest meiner Anlagen und Sicherheiten betrifft, so wünsche ich, datz sie bis zu ihrer Fälligkeit erhalten bleiben, und daß sie dann in Sicherheiten der unter c) erwähnten Art angelegt werden, und ich ermächtige hierdurch meine Vertrauensträger im besonderen, die Anlagen von Zeit zu Zeit zu verändern. Fünftens: Ich weise meine Vertrauensträger an, innerhalb drei Monate vom Tage meines Ablebens an gerechnet und alsdann alljährlich aus den verfügbaren Geldern und aus dem Einkommen aus Mieten und Anlagen, die folgenden jährlichen Zahlungen zu leisten; nämlich: 1. Meinen Cousins zweiten Grades, dem besagten Jack Aronson und der besagten Sophy Aronson, einem jeden von ihnen die Summe von dreihundert Pfund (Lst. 300) Sterling. 2. Der Blanche Harris, der Tochter des verstorbenen Henry Jsaacs in der Wellington Street East, Higher Broughton, Manchester, England, die Summe von zweihundert Pfund (Lst. 300) Sterling. 3. Der Fanny Levy geb. Jsaacs, Tochter des verstorbenen . Henry Jsaacs in Manchester, England, ehemals in Bury Road, Broughton, die Summe von zweihundert Pfund (Lst. 200) Sterling. 4. Der Charlotte Ellenband, der Tochter von Frau Ellenband geb. Esther Nathan in Manchester, Lancashire, England, die Summe von zweihundert Pfund (Lst. 200) Sterling. 5. Der Ckssy Aaron Davis, der Tochter von A. I. Davis in der Elizabeth Street, Cheetham, Cheshire Hill, Manchester, England, wo sie geboren ist, und deren Ehemanns Name ich vergessen habe, die Summe von dreihundert Pfund (Lst. 300) Sterling. 6. Dem David Davis, Sohne des verstorbenen A. I. Davis in der Elizabeth Street, Cheetham, Cheshire Hill, Manchester, England, wv er geboren ist, die Summe von zweihundertfünfzig Pfund (Lst. 250) Sterling. 7. Der Hebräischen Gemeinde in Pine Street, Pietermaritzburg. Natal, zehn Pfund (Lst. 10) Sterling für die Erhaltung der Gräber meines verstorbenen Bruders Samuel und meines eigenen und eine weitere Summe von fünfzig Pfund (Lst. 50) Sterling, um „Kaddisch"-Gebete zu sagen für meine verstorbenen Eltern, Bruder, Schwester und mich selbst. 8. Der Hebräischen Gememde in Pietermaritzburg Pine Street, die Summe von zwanzig Guineas (Lst. 21) Sterling zur Erinnerung an meine lieben Elter«. 9. Dem derzeitigen Vorsitzenden der Hebräischen G». meinden in Colmar, Posen, Preußen die Summe von hundert Pfund (Lst. 100) Sterling zum Andenken an meine verstorbenen Ellern Solomon Nschem Nathan und Esther Nathan (geb. Rosenbaum) um die Gräber meiner Eltern, Brüder und Schwester, welche dort begraben sind, zu überwachen und zu unterhalten, während der lleberschutz nach seinem Ermessen unter arme und würdige Mitglieder dieser Gemeinde verteilt werden kann; eine weitere Summe von zehn Pfund (Lst. 10) Sterling, um Kaddischgebete zu sagen für meine besagten Eltern und meine verstorbenen Brüder und Schwester Kaufmann, Theodor und Laura Nathan, welche dort starben und begraben sind. 10. Dem jüdischen. Waisenhaus in Capetown zum Andenken an meine lieben Eltern Solomon Nochem und Esther Nathan in Colmar, Posen, Preußen, die Summe von hundert Pfund (Lst. 100) Sterling und eine weitere Summe von vierzig Pfund (Lst. 40) Sterling als Aussteuer für zwei arme, bedürftige Mädchen, welche jährlich von der Verwaltung ausgewählt werden sollen. 11. Den A. L. Moses und Henry Solomon-Armenhäusern, Devonshire Street, Mile End, London, verwaltet vom Jewish Board of Guardians, die Summe von vierzig Pfund (Lst. 40) Sterling zum Andenken an meine genannten lieben Eltern. 12. Dem Taubstummenheim, gegründet 1865, in dem Gehöft 101 Nightmgale Lanes, Wandsworth Common London SW., die Summe von dreißig Pfund (Lst. 30) Sterling zum Andenken an meinen verstorbenen Bruder Theodor Nathan, der in Colmar, Posen, Preußen verstorben ist. 13. Der Londoner Wäisen-Hilfsgesellschaft in London Ost, gegründet 1890, in der. Synagoge Chambers Rectory Square, Stepney London- E, die Summe von zwanzig Guineas (Lst. 21) Sterling für meinen verstorbenen Bruder Theodor. 14. Der Suppenküche für die Jüdischen Armen, Butler Street, Spitalfields, London, England, die Summe von zwanzig Guineas (Lst. 21) Sterling zur Erinnerung an meinen verstorbenen geliebten Bruder Theodor. 15. Der Sabbatmahlzeiten-Gesellschaft, gegründet 1869, at II, Newick Road, Clapton London NE. England, die Summe von zwanzig Guineas (Lst. 21) Sterling in liebendem Gedenken an meinen teuren Bruder Kaufmann Solomon Nathan, der in Colmar, Provinz Posen, Preußen verstorben ist. 16. Der Deutschen Hospital-Koscher-Küche in London, gegenwärtiger Ehrensekretär I. Landau ist, die Summe von fünfzig Pfund (Lst. 50) Sterling gum liebenden Andenken an meine teure, einzige Schwester Laura Solomon Nathan, welche in Colmar, Provinz Posen, Preußen verstorben ist. 17. Der Hilfsgesellschaft für das Siechenhaus in Ostlondon, England, die Summe von zwanzig Guineas (Lst. 21) Sterling zum Andenken an meine mnigstgeliebte einzige Schwester Laura, die vorher erwähnt ist. 18. Der Hilfsgesellschaft für das Siechenhaus Nordwest- London, England, die Summe von zwanzig Guineas (Lst. 21) Sterling zum Andenken an meine innigstgeliebte einzige Schwester Laura. 19. Dem Stiefelbeschaffungsfonds für jüdische Schulen, gegründet 1889 in London, England, die Summe von zwanzig Guineas (Lst. 21) Sterling zum Andenken an meine innigstgeliebte einzige Schwester Laura. 20. Der Kleiderbeschaffungsgesellschaft für Frauen in London, England, gegründet 1892, hie Summe von zwanzig Guineas (Lst. 21) Sterling zum Andenken an meine innigstgeliebte Schwester Laura. 21. Der vereinigten „Sisters Dorcas Society" of Higher Broughton, Manchester Laucashire, England, die Summe von zwanzig Guineas (Lst. 21) Sterling zum Andenken an meine innigstgeliebte Schwester Laura. 22. Dem Präsidenten der Hebräischen Gemeinde in Southport, Lancashire, England, die Summe von zehn Pfund (Lst. 10) Sterling, zur Unterhaltung des, Grabes meines verstorbenen lieben Bruders Gustav Solomon Nathan, der dort starb und begraben ist, und um Gebete zu sprechen. (Fortsetzung siehe nächste Seite)