Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 65 (1924)
- Issue
- Heft 41-42 (9.10.1924)
- Date
- 1924-10-09
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Nr. 17 D er Israelit Blätter 9. Oktober 1924 faus Jomtow unser tägliches Lernen, wie spüren wir als „Haus des Lebens", als „Haus der Ewigkeit? dieses mi2p.-7.v2s Dieses kleine Stückchen Raum birgt in seiner Erde Jisraels Kostbarstes, und wieder und immer wieder zog es uns an diesen Ort, diese Stätte des Friedens, wo diese Männer des großen Rufes harren, um Israel wieder zu führen den Weg der Tora, des Lebens. Auch an diese heiligste Erinnerungsstätte knüpft sich manche Sage, fo an die Grabstätte des v>rr, der neben dem nipioy rfrin begraben liegt und auf dessen Grabstein zu lesen ist: „Kein Mann weiß seinen Namen bis zum heutigen Tage!" Zum damaligen Gabbai der Krakauer pm soll ein unbekannter Mann gekommen sein und ihn gefragt haben, was er für die Grabstätte neben dem rfan fordere. Die ungeheure Summe, die dieser forderte, zahlte er gegen die Bestätigung des »«25 sofort. Drei Tage später rief man den Chewregabbe zu einem in einem Krakauer Gasthaus Verstorbenen. Er erkannte sofort jenen Mann, dem er die Grabstätte verkauft und bei dessen Papieren sich auch die Kaufurkunde fand. Trotzdem wollte man den Toten nicht neben dem großen R. Nofson Schapiro beisetzen, und bettete ihn in ein anderes Grab. Am andern Morgen jedoch fand man diese Grabstätte leer; der Tote hatte sich in sein wohlerworbenes Grab selber gelegt. Sagenhaften Ursprungs ist auch das mi2pn M2 gegenüber Rmos Schul, im Volksmund das „Chasnekworis" geheißen. An einem Freitag soll einst, gerade der Schul des k"»i gegenüber, eine Hochzeit stattgefunden haben. Als nach Schul ging, schickt er seinen ....... . . _ Schammes hin, man solle mit dem Musizieren aufhören, aus dem Rheinland. Wie gewöhnlich, erkundigte ich mich da Schabbos nahe fei. Man hörte nicht auf ihn. Als i nach den religiösen Verhältnissen seiner Heimatgemeinde: Rmo aus Schul kam, schickte er seinen Schammes noch-1 Ein Lehrer ist in seiner Heimat seit Jahren nicht. Auch mals, furchtbares Unglück androhend, falls man ihm.'zwei Nachbargemeinden sind lehrerlos. Bis vor nicht nicht folge! Es war wieder vergebens — — und kurze! zu langer Zeit hat ein Wanderlehrer dort Unterricht er- Zeit später stürzte das Haus ein, Braut, Bräutigam, die teilt. Es ist aber für die „paar" Familien zu teuer gelands . aber lassen..wir elend ^verkommen, ihre- Lehrer müssen zum größten Teil mit Jahresgehältern von 500 bis 900 Mark hungern. Das wird sich bitter rächen. In absehbarer Zeit werden diese Schulen verwaisen, und der Lehrernachwuchs wird aufhören." Begünstigt durch die Landflucht und den Krieg mit seinen Folgen sind wir — leider — bereits fo weit. Eine sehr große Zahl von Kleingemeinden sind ohne Lehrer, ihre Kinder ohne religiöse Unterweisung. Diese Gemeinden können die Kosten der Lehrerbesoldung nicht ertragen. Aber selbst die Kosten für den Religionsunterricht wollen sie nicht aufbringen. In einer mir genau bekannten Gemeinde mit 9 Familien mutet man dem pensionierten Lehrer zu, für die freie Dienstwohnung als Religionslehrer und Vorbeier zu fungieren. In einer anderen Gemeinde, wohin der Lehrer zweimal wöchentlich je ll/2 Fußstunden durchs Gebirge zurücklegen muß und jedesmal 2 Stünden Unterricht erteilt, denkt man nicht daran, dem Lehrer die geforderten 400 Mark p. a. zu geben; „das ist doch zuviel." „Ich habe keinen Religionsunterricht nötig, meine Kinder find groß," so sagt der eine. „Wenn der Herr I. für seine Kinder Religionsunterricht haben will, so soll er sich einen Hauslehrer nehmen", meint sarkastisch ein anderer. Und weil keiner wollte leiden. Daß der andere für ihn zahle. Zahlte keiner von den beiden- und die Kinder wachsen ohne Religionsunterricht auf. In den Sommerferien sprach ich einen jungen Mann ganze Hochzeitsgesellschaft unter sich begrabend. Was hieran wahr ist, ließ sich zweifelsfrei nicht feststellen: sicher ist, daß in Krakau, im Gegensatz zum ganzen Osten, am v2v 21s keine Hochzeiten, seit irm’s Zeiten stattfinden. Daß ich auch auf dem neuen mi2pn n»2 gewesen, an den Gräbern des Großvaters des jüngst gewählten neuen Krakauer 21, Rabbi Schimaun Säufer, und seines Vaters, des Schwiegersohns des R. Schimaun Säufer, geweilt, am Grabe des erst im vorigen Jahre verstorbenen letzten großen Krakauer p rr>2 «mi, dessen erste Jahrzeit sich in diesen Tagen jährte, gebetet, vor den M22» der vielen Rabbonim, die auf diesem oViy rv>2 ruhen, gestanden, ist selbstverständlich, strömt doch auch von diesen großen Toten Leben in unsere ihrer so bedürftige Gegenwart. Schlußbemerkungen. Ich könnte noch vieles, was Krakau mir gezeigt, schildern, erzählen von Reb Berischl, dem raiisv, bys einem Manne, dessen heiliger Lebenswandel kaum glaubhaft schiene, wenn die Krakauer dessen nicht täglich Zeuge worden, und er schloß seine Auskunft: „Es rentiert sich auch nicht mehr, da nur noch 2 Kinder v 0 r h a n d e n s i n d." „Rur noch zwei Kinder," entfuhr es seufzend meinem Munde. In wieviel Gemeinden Deutschlands aber mögen es „nur noch 2" Kinder fein, die ohne jeden Religionsunterricht aufwachsen, weil die Ge- Rhina (Kr. Hünfeld): Synagogenspende 38.—> - Keren Halhora. Eschwege: Julius Löwenthal 20.—. Frankfurt a. M.: Gedenfbucherträge: Chinuch habajis bei Artur Apelt 50.—; Chinuch habajis bei Siegfried Löwenthal 50.—, Bris milo bei Heinrich Eisemann 150.—, Bris milo Ed. Jchenhäuser 20.—, Pidjan habejn 42.—, Pidjan häbejn bei Paul Mokraner 28.—, Barmigwo bei Dr. Gustav Stiebe! 50.-—, Barmizwv bei Sally Bickhardt 30.—, Spende Jonas Sänger 10.—. Für die Jeschiwo Ponivez: Leo Wrefchner 1000.—. Halberstadt: A. Klein 5.—; für die Jeschiwo Ponivez: Dr Emil Hirsch 2000.—, I. .Nußbaum 1000.—. Karlsruhe: Jugendgruppe 15.24. Wiesbaden: Dr. Martin Sulzberger 7.—. Sammelbüchsen. Fifchbach: Jugendgruppe 27.50. Halberstadt: 52.—. Mannheim: Sigmund Würzburger 38.75. Lrez Iisroelfonds. Biebrich: Lehrer Sulzbacher 10.—. Burgpreppach: Präparandenfchule 43.25 und 63.70. Darmstadt: S. K. 5.—, Weichsebaum 10.— Frankfurt a. M.: Dr. S. Oppenheimer (Telegrammablös. Hochzeit Sondh. Michael) 1.—. Fürth: Durch Rafael Fellheimer 47.—. Fischbach: Hirschmann 5.—. Gelsenkirchen: M. Rothmann 12.—, A. u. R. 3.—. Guxhagen: Synagoge 8.—. Halberstadt: Jf. Nußbaum 50.—. Homburg (Saar): Heinrich Leoy 12.—. Mergentheim: Rabb. Dr. M. Kahn 23.75. Schönlanke: Rabb. Dr. M. Bamberger 30.—. Schnaittach: Israel. Kultusgemeinde 28.—. Atoschab-Sekenim. Burgpreppach: Samson Frant 5.—. Hann.-Münden: Theodor Wertheim 15.—. Schwabach: Rabb. Dr. Mannes 12. meinde keine Opferwilligkeit zeigt, oder weil tatsächlich kein Lehrer in der Nähe ist? Nun hat ja das Landesdirektorium „dem Wiedererwachen des Limud hatora auf dem Lande fein besonderes Interesse zugewendet." Noch hoffe ich, daß darunter auch der Religionsunterricht für Kinder des schulpflichtigen Alters verstanden ist — und zwar in erster Linie. Und wie sich das Landesdirektorium mit einem Fragebogen an die gesetzestreuen Rabbinen gewandt ht, um lückenloses statistisches Material zu erhalten über das Thoralernen, so halte ich es für noch dringlicher, daß alsbald eine Rundfrage an sämtliche israelitischen Gemeinden in Deutschland ergeht — welcher „Richtung" sie auch angehören mögen — um festzustellen, ob und wo Kinder ohne Religionsunterricht aufwachsen. Gleichzeitig _, _____._v_ö_/ 0 muß die Bitte ausgesprochen werden, soweit möglich, wären/ erzählen von Reb Äbbele Sucha, dem gewaltigen! auch das Material aus den Nachbarorten zu senden, damit Beter, der in stundenlanger Vorbereitung nach mis sucht;kein Dörflern — sei es noch so klein — vergessen wird, und in heiligem Erschaudern erbebt, wenn er den Gottes- Ln gleichem Sinne müßte ein Aufruf in sämtlichen namen ausspricht, die Krakauer Jugend, unsere Jugend,! jüdischen Zeitungen erlassen werden. Den eventuellen schildern, wie sie ihre Kraft aus Lernen und chassidischer i Einwand, daß der Keren hatorah der Erreichung anderer Hingegebenheit schöpft, vor allem darstellen, was die Ziele fein Entstehen verdankt, und daß für den Religi- Zentralratssitzung der Agudas Jisroel an neuen Kräften onsunterricht im volksschulpflichtigen Alter andere Verausgelöst, wie sie verlaufen, welche Persönlichkeiten ihr bände und Vereinigungen zu sagen hätten, lasse ich nicht das Gepräge gegeben, wie Krakauer Jugend sich um ihre gelten: Kol jisroel arewim se lose. — Daß ich die Ziele technischen Vorbereitungen, Krakauer Männer um ihre! des Keren hatora für gut und erstrebenswert halte, Durchführung sich verdient gemacht, wie herrlich die brauche ich wohl nicht erst zu sagen; aber, das eine tun Blume der Gastfreundschaft überall blühte, und welcher und das andere nicht lassen und dabei das Notfrohen, heiligen Hoffnungen auf künftige gesegnete N2-!wendige in den Vordergrund stellen, das ist meine Arbeit voll wir Krakau verließen — doch ich breche ab,'Meinung. Und als das zunächst Notwendigste sehe ich ich müßte zu ausführlich schildern. Diese wenigen Zeilen an, daß auch nicht ein jüdisches Kind ohne zeigen ja auch, wie viel Krakau uns, jenen aus dem Religionsunterricht bleibt. Westen, geboten, und wie es uns in würdige Stimmung gebracht, gerade den rechten Seelenschwung, die heiligen Tage, denen wir jetzt entgegengehen, zu feiern in Inbrunst, in Jüdischkeit und Gottesliebe. Keren hatora in Deutschland. ty mo» v'pi'i D*>^ur ’sa Das Direktorium für den Keren hatora in Deutschland hat sich konstituiert. Sobald der Ausbau der Organisation beendet ist, wird es feine Tätigkeit aufnehmen. Wenn ich die in Nr. 15 der Blätter der Landesorganisation der Agudas Jisroel gezeichneten Aufgaben betrachte, die der Keren hatora in Deutschland zu lösen sich vorgenommen hat, dann muß ich mich wundern, daß als erste und wichtigste- Aufgabe nicht der Religionsunterricht für Kinder des schulpflichtigen Alters genannt ist.*) Waren in jener konstituierenden Versammlung keine Männer, die wissen, wie es in dieser Beziehung in den kleinen Landgemeinden aussieht? Bereits vor vielen Jahren habe ich gelegentlich einer Versammlung des „Jefchurun" in Fulda meine warnende Stimme erhoben und gesagt: „Wir sorgen so ausgezeichnet für die Schulen in Erez Jisroel, in Konstantinopel, in Rußland und auf dem Balkan — die Religionsschulen in den kleinen Gemeinden Deutfch- *) Der Herr Einsender irrt in der Annahme, daß der „Keren hatorah" die schulpflichtige Jugend des Landes vergessen habe; in der uns vorliegenden ausführlichen Darstellung, die demnächst in den „Blättern" und im Keren hathora-Luach erscheint, ist davon ausführlich die Rede. Red. Lehrer S. Oppenheim, Rhina. Spendenlisten. Aguda-Hauptfonds. Aschaffenburg: Arnold Rosenthal 5.—. Aurich: Ortsgruppe 22.50. Breslau: Ortgrüppe 100.—. Eschwege: Julius Löwenthal 300.—. Frankfurt a. M.: Herbert Kruskal 50.—, S. Mugdan 50.—. Freiburg: Simon Epstein 50.—, Siegfried Epstein 1.—, Gemeindespenden 25.—, Jakob Picard-Belfort 5.—, W. Greilsheimer 5.—, Professor Dr. Loewy 10.—. Halberstadt: Dr. Emil Hirsch 200 Lstg., Familie Jos. Bachmann, Rosch hakchone-Ablösung, 3.—, Dr. med. Auerbach 3.—. Halle a. d. S.: Familie Reiser zur Hochzeit Neuberger- Ochs 5.—. Karlsruhe: Jugendgruppe 30.76. Mannheim: Alfred Kalter gratuliert Herrn und Frau Darmstädter-Ladenburg zur Ankuft ihres Stammhalters 3.—. Nürnberg: H. E. Bloch 5 Lstg., Adolf Hichenberg 180.—, N. N. 25 Lstg. Sprendlngen: Ortsgruppe 6.—, Mitglieder 5.—. INarkenerlos. Brückenau: Rost Schuster 3.—. Fischbach: Jugendgruppe 9.—. Hersfeld: Durch Rahel 0. d. Walde zu den Hochzeiten Stern und Tannenbaum 10.—. Mergentheim: Durch Rabbiner Dr. Kahn 15.—. R. IN. b. H. Gelsenkirchen: Adas Jisroel 51.60. Leipzig: Leon Kirchner 50.—. Siegburg: Jos. Strauß 10.—, S. K. 10.—. Schüare Zedek-Hofpttal. Ansbach: Durch Rabb. Dr. Brader 15.—. Siegburg: Jos. Strauß 20.—. Schulwerk. Ansbach: Durch Rabb. Dr. Brader 25.—. Dietzenbach: Herm. Wolf 10.—. Frankfurt a. M.: Ph. Feist 100.—. Niederstetten: Gemeinde 15.—. Keren Hajifchuw. Ansbach: Durch Rabbiner Dr. Brader 25.—. Bensheim a. d. B.: Max Rosenstein 5.—. Berlin: Agudas Jisroel 126.—, A. Scheftelowitz 10.—. Düsseldorf: Dr. Meyer 1.—. Emden: H. v. d. Walde 15.—. Frankfurt a. M.: Jak. Eisemann 5.—, Dr. S. Oppenheimer 10.—. Gelsenkirchen: Willi Seewald 35.—. Halberstadt: Dr. Ph. Frankl 74.—. Höchberg: E. Eldod 17.50. Ladenburg: Gebr. Kaufmann 15.—. Linden: Röttgen 5.—. Lohr: Berh. Hirsch 5.—. Niederaula: Gans 11.50, Nürnberg 15.—. Oberseemen: Agudas Jisroel durch W. Goldschmidt 16.50. . Straßburg: M. Müller 6.—. Schmittafonds. Berlin: Aron Hirschfeld 2.—, Kurt Salamon 10.—. Fürth: Max Rau 3.—, Richard Löwenthal 2.—. Gunzenhausen: M. Rehfeld 9.—. Guxhagen: Js. Katz 88.—. Ströbitz: Dr. med. Sklerz 20.—, V. G. 50.—. Rausch-Ehaudeschspende. Virstein: 10.—. ■ - .-W Fankfurt: 10.—. Fürth: 124.—, 60.—. Karlsruhe 36.—. Ludwigshafen 12.—. Nürnberg: 34.—, 65.—. Oldenburg: 10.—, 40.—. Sprendlingen: 10.—. Lhallogeld. Emilie Lindheimer, Lindheim:. 14.—. Amalie Lindheimer, Lindheim: 5.50. ‘:' Bertha Clementine, Bindheim: 5.—. Bertha u. Selma Schuster, Bindheim: 13,—. Emma Fuld: Bindheim: 3.—. Frau Meyberg, Oldenberg: 3.—. Briefkasten. B. E. Brief empfangen. Sie scheinen keinen Sinn für harmlosen Humor zu besitzen.