Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 65 (1924)
- Issue
- Heft 41-42 (9.10.1924)
- Date
- 1924-10-09
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Frankfurt a. M., den 9. Oktober 1924 . 11. Tischri 5685 - Nr. 41/42 Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Abonnement ab Januar 1924: Deutschland 1 Goldmark monatlich; Ausland: Mertel-. jahrpreise (entsprechend dem deutschen Inlandspreis zuzüglich Kosten des" Streifband-Versandes) Deutsch-Österreich: 50000 Kronen: Amerika i Dollar; England'4 sh.; Frankreichs 18,.Fr.; Belgien 15 Fr.; Hollands fl.; Italien L0 .Lire; Jugoslawien 70 Din.; Litauen 7.801**1.;. Rumänien 100 Lei; > Dolen 4 deutsche Goldmark zum >Tageskurs oder - 5-Zloty; Cchweiz 5 Fr.; Tschecho-Slowakei 88, Kronen: Ungarn 80000 Kronen; Dänemark S Kronen; K-r‘ Norwegen 5 Kronen; Schweden 3.50 Krone». - ' ' t«;?Einzelnummer dreitzig Goldpfenntge. ,; Der Israelit erscheint jeden Donnerstag. Inserate 30 Goldpsennige, für Stellensuchende 80 Goldpf., für die stedengespaltene Nonpareille-Zeile. .Die 75 mm breite Reklamezeile: letzte Tertseite I.LO Mk./ vorlestte Terrsette 3.— Mk.; Ehiffregebühr in Höhe eines doppelten" Fernbriefportos.' Rabatt nach Tarif.:3$et laufenden Inseratatzftrßgen tartfm. Preiserhöhung ^sederzett Vorbehalten. Jnferatenannähme durch den Verlag des Israelit G. rn. b. H., Frankfurt a. M . ,lsr. Eschenheimer Strave'N, Tel. Hansa 58Ä sowie durch 's8mtt. Annoncen-Erved. des Ist- und Auslands Alleinige Jnferatenannahmr für Fsankfurter, GeschSftsanzeigenr Dni. Schmidt, Langektratze 7, ll. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. chluNgen-direkt an den Verlag -auf PostscheckkontoFüankfurl. (Main) Nr. lSbOS. — Außerdem "anPostsparkasse Wien Nr-78809 — Postsparkassenamt Budapest Nr. 18424 — Postscheckamt irtch.Kr.^Vw 7234 ■ t- , Jnkafsd-B.ank^Rotterdam >- Böhmische Unjonbanf in Prag , Snncdl-u-m-a-oscb. LIsmlr Co. in Bukarest , — Filiale des Wiener Bankvereine in Agram. - if. '.;jw ■■ : j < j r : Die nächste Nummer wird des Festes wegen , Urettas, den 24. Ok1o-er„ ausgeseden. Ä/rankfurt ä. M Verlag des. „Israelit" G. m. b. H. ^. i '/ WfT’ Der heutigen Gesamtauflage liebst | f Vygen 9 129-M4) MSN Mo?che r | Ch'ajimLuzattöH rt^ÖÖ in bet f! Ueberfetz^ng Dr. A W o h lg e m u th s | 8 für unsere Abonnenten bei. » ■ - .. . r. : ■ ,.T ) ■ .MM HM den Ernst' des 'MM HaschönHünd MrfoH'nungstages zur;Freude des Sukkausfestes durchgerungen hat, als 'Sieger, der frohgemut — den Feststrauß . tn .der $>anb. und DanWdbr.! im Münde — das Tribunal verläßt,' vor dem er den Streit mit dem. Gegner auszutragen; hatte, Israel und die Völker der Welt stehen vor dem Gerichtstribunal des Schöpfers, und zuletzt fchwistgt/Israel die Palme des Erfolges, die Palmeals Wahrzeichen des Sieges Gtwas Näheres über diesen welthistorischen .Prozeß vor dem Forum des göttlichen Richterstuhles teilt uns Talmud. Mböda Sara" in Anlehnung an den jesajanischen Satz (Kap. 43): 1271' '121' 71M VN2 '» 'Ipi; 1L2P2 'll'ILN Vs t\m 1->»N'1 IVVV'1 ips'i dN'19 mit. Eine heilige Thörarolte im Schoße, so sitzt der Weltenrichter auf dem Throne des Rechtes, Dor dem die Völker, geordnet nach Rang und Verdienst, zur Rechenschaft gezogen werden. Rom, Griechenland, Persien usw. treten nacheinander an, auf ihre Verdienste, pochend, auf die Städte und Brücken hinweisend, . die sie errichtet, auf die Denkmäler, die sie gesetzt; auf die Länder,, die sie mit Heer und Schwert erobert, auf die Völker, die sie vernichtet. Allein Gott spricht: w ton ’» „Wer von Euch kann bekunden, dieses, diese Thora, den Inhalt dieser Rolle im Welt- und Völkerleben zur Ehre und Geltung' gebracht zu 'haben? ' - ' ''KeiHsvon .ißnen känn .es. Dü . sie aber'', -auch. Mtael dieses" Verdienst abzusprechen versuchen^ läßt (sott'Zeugen aus ihrer eigeneN M i t t e.,für. die Glaubenskraft Israels sprechen., Nimrod, Pharao/ 'Nebukadnezar.,'u.' a. m., sie .legen Zeugnis ah /für', die Gottestreue und -Dülderkraft^' ünd' in tausend " Leiden erprobte' Liebe des jüdischen Volkes in fejtter Gesamtheit wie in einzelnen Trägern seiner'Ideale. / Zu spät schreien die Abgewiesenen, nach - dem Gnadengeschenke des Gesetzes, das sie nun im vollen '.Umfang halten wollten.^ ilnd der Welten- Irichter^ läßt es aM einen Versuch', ankommen, i gibt Anen das ' leichte Gebgt der L ä uhhüt t e. -Kaum aber brennen her Sonne warme Strahlen auf ßäs Dach der Hütte, als. sie sie schleunigst .vetlassen/ und. sie ^verächtlich äuseinandetwerfen. Wie ' es heißt (Pfülin 2 .'pi ip'Tiilvi» 71N nphai* l„Wiv zerreißön seine. Fesseln und werfen von ^uM/ab seine' Bande!^ / i "Drastlscher. unb mit mehr pieberschmetternder Wucht ist da^^ Ärteil übev den: Materialismus und Imperialismus als Mittelpunkt der Völkerkultur iw der Weltgeschichte kaum gefällt worden, als dies in der angeführten anspruchslosen Agada geschieht. Was sind die Brücken und Stratzep,. die Städte ÜM Länder, die,bie Völker erbaute errichtet, erobert, wenn sie den letzten Zrveck des Menschseins nicht berühren, dem letzten Ziele die' Völker nicht nahe bringen? Wassind die Kasernen und Arsenale Roms, wenn sie nur dazu dienten, die Gewalt zu schützen, und. sie vor. Recht und Liebe zu stellen? Was bedeuteten ‘ selbst die Sternkunde der Babylonier und Perser, die schönen ^Künste der Griechen für die Aufwärtsbewegung der Menschheit, wenn sie den Menschengeist, vom Gotteslicht abgewendet, in das Chaos der des Einheitsgedankens beraubten Welterscheinuügen . sich verlieren ließen? Was nützten Wissenschaft, Kunst und Technik des Abendlandes^ wenn sie den Menschen innerlich nicht glücklich machten, nicht die Ürzelle des Weltfriedens: den Frieden in uns, nicht zu schaffen vermochten? Es nützen all die kostbaren Gedecke der Festtafel im Prunksaale nichts, wenn unterlassen wird, für Licht zu sorgen. Rur eine Weile waren die Ruhe und die Ordnung im Dunkeln.aufrechtzuerhalten. Im Rausche des Gelages mußten die Gäste aber bald auf- und übereinander stürzen und die ganze Herrlichkeit in Trümmern zu Boden liegen. Am Lichte chatte^ es gefWü in dwseyr' Prunkpalaste der europälschen Kultur,' als der Abend. des ersten August.. 19X4 herannghte, und bet; Zusamnrenbrüch war ünabchendöär. „Mer von euch konnte' und kann guf has mr, . als die. Seele seiner Kultur Hinweisen?", donnert des Weltenrichters Ruf durch die Völkep- -wüste. .V:,;, , Eine Sukkoh gab er ihnen zuletzt, eigentlich!zu allen Zeiten, der Geschichte, um ihre sittliche Kraft zu erpröbeN, zu erkunden, wie weit sie, die Mächtigen, die aus ihrer Mächtfülle sich ergebende Pflicht, die Menschen vorwärts zu bringen, erfaßten und erfassen. Sukkoh bedeutete Schutzdach» unter bj?m alle an der Festtafel Platz finden, pm/ in dem Ausblick zu den Sternen sich brüderlich die Hand reichen. - Sukkoh ist ein Abbild der'Ebrenwolksn, die-ein Volk durch schweres Wüstenleben.in ein Land sonniger Zukunft begleiteten. .-Sukkoh ist das jüdische Zelt, -in das' die „höheren Gäste" von Abraham bis!David einkehren, darein die Liebe, die Kraft, die ^Schönheit, den' Ewigkeitsgedanken; die.Majestät, den reinen Urgrund und die Königshüldigung. )7l1Sv!S^71V'»' NIN^NSL" 711NS71 >NH32 'NVN "bnngenr- Sie sollte die Völker, die zur Macht und Führung -gelangten; .lehrpn,; wie vermittelst'dieser Macht glückliche Menschen'in einem Volke und glückliche Völker unter dem göttlichen Schutzdache der Liebe und Frieden atmenden Grundgesetze der Menschheit einest sollten.; ' Hatten die Menschen, hatten, die Völker in ihrem Leben, Wirken und Walten diesen Sukkohgeist' erfaßt? Nun ist der Boden blutgesättigt genug, um vielleicht andere Früchte zu zeitigen. Im Herzen Europas sammeln sich die Machthaber, um der Völkereinheit, wie sie von unserm Propheten vorausgedacht und vorausgesagt wurde, die Wege zu bahnen. Jst's ein Werk der höchsten Fügung, daß zum Rosch-ha-schono-Tage eines Iobel-Jahres, vor dem Jom-Kippur der „politischen Regeneration" (siehe Hirsch, Cömm. zu HI), in Genf der große Pakt Hs Völkerfriedens von fünfzig Staaten unterschrieben worden ist? Wird S u k k o h g e i st die Arbeiten des Völkerbundes beseelen? Es ist dies die bange Frage der Besten unserer Zeit. Und Israel läßt mit dieser bangen Frage leise Hoffnung mitklingen. Dann ist unser Prozeß gewonnen. Und die oben angeführte Midraschstelle spricht nicht von einem persönlichen Sieg Israels über Andere,