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Der Israelit · 1924-09-25 · Heft 39 (25.9.1924) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
65 (1924)
Issue
Heft 39 (25.9.1924)
Date
1924-09-25
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Veite 2 Nr. 39 Der Israelit 25. September 1924 und darum in Seiner Nähe eine Helle ahnen, die Dunkelheit und Irrtum nicht kennt: »a vnzn'i ’air wt TJir pn "pVx n ’J2K1 hxiV' anpa . . Der innige Zusammenhang zwischennim and naivo kommt in der Tatsache zu sinnfälligem Ausdruck, daß das Landesdirektorium des deutschen Keren Hatorah den kommenden naurm nawals Keren Hatorah Sabbath in allen deutschen Gemeinden, die die Bedeutung des nninn pp zu würdigen wissen, bestimmt hat. Wir verweisen auf den an anderer Stelle dieser Nummer abgedruckten Aufruf des Landesdirektoriums und hoffen, daß allüberall Rabbiner und L e h r e r zu reichen Spenden für dieses wichtigste Instrument zur Erhaltung und Förderung der p"nin im Kreise der Judenheit anregen werden. Wochenrundschau. •nro? Es berührt eigenartig in der Woche, da wir in Sammlung und Einkehr uns für den großen Tag rüsten, der uns die tausendjährige Hoffnung von dem geeinten Bunde in Gott nahelegt, von anderer Seite die Worte vernehmen, die das G e b o t d e s H a s f e n s, des Hassens um jeden Preis predigen. Ludendorff sprach es in einer öffentlichen Volksversammlung in München und sagte u. a.: „Zwischen dem völkischen Gedanken und dem Denken der Anderen besteht eine tiefe Kluft. Die Völkischen wollen die Rafsenunterschiede, die Gott im Himmel geschaffen hat, nicht ausgleichen lassen, in dem festen Glauben, daß sie damit Gottestieses Gebot erfüllen." — „Auf der einen Seite Herrensinn, auf der anderen Seite Knechtsinn." — „Der Völkerbund ist ein j ü d i s ch e s Gebilde, in das Deutschland nicht eintreten darf, wenn es nicht vollends unter die Herrschaft des Judentums kommen soll." Es ist bezeichnend für die Weltanschauung der Völkischen,'daß ihr Führer die Kluft zwischen den Menschen nicht überbrückt sehen mag Und die Liebe als Kitt zur Verbrüderung der Menschen in der Vielfältigkeit ihrer Farbe, ihres Blutes und ihres Glaubens,!die Hoffnung aller positiven Religionen, nicht kennt. Ludendorfs kennt nur H*tzrrensinn auf der einen und Knechtsinn auf der anderen Seite. Was er nicht kennt und wovon er keinen Schimmer von Ahnung hat, das ist, was dazwischen liegt, der Brudersinn, der Menschen in gemeinsamer Not, gemeinsamer Hoffnung und gemeinsamem Streben auf gemeinsamem Territorium sich über alle Gegensätze des Blutes und des Glaubens die Hand reichen läßt. Und wenn er gar vom Völkerbunde als von einem „jüdischen Gebilde" spricht, so werden wir ihm nicht widerstreiten, sondern mit Stolz auf unsere Neujahrsgebete verweisen, die den Wunsch der Jahrtausende in uns aufleben lasten, Gott möge alle Menschen mit der Furcht vor ihm so durchdringen, daß sie in dieser Furcht und dieserLiebe ihr Gemeinsames erblicken und „einen Bund bilden, um seinen Willen z u e r f ü l l e n mit vollkommenem Herzen." Es wird noch lange dauern bis die Ludendorffs die Größe dieser Worte erfassen. Um so inniger und inbrünstiger souten wir im Anblicke der Ströme des Haffes uns dieses Jahr an dieser jüdischen Hoffnung erwärmen. Mexiko und die „Deutsche Zeitung". Noch ist Mexiko ein Phantom, ein weites Ziel, zu dessen Erreichung, wenn überhaupt möglich und ratsam, noch tausend Hindernisse zu überwinden sind. Noch hat sich keine Organisation ernstlich mit dem Vorschlag des mexikanischen Staatspräsidenten Calles befaßt, und schon hat sich die antisemitische Presse in Deutschland der Sache bemächtigt, um auf alle Fälle einem Werk der Liebe eine Haßouverture zu sichern. Die „Deutsche Zeitung" beeilt sich in einem Artikel unter dem geschmackvollen Titel „Mexikodas neue Zion" und Ausnutzung des verlockenden Reimes: „Kalles und Dalles" das Oberhaupt von Mexiko mit den unflätigsten Beschimpfungen zu bedenken. Was die um Kuntze gegen eine Ansiedlung heimatloser Juden aus den Ost- und Randländern, die sie doch in Berlin gewiß nicht gern sehen, einzuwenden habest, ist nicht klar ersichtlich. Man pflegt zwar in diesen Kreisen nicht Mit logischen Argumenten zu operieren. Das geschieht auch hier nicht. Aber etwas anderes wird damit ergebt und vielleicht erzielt. Es werden dem Präsidenten Calles Aussprüche in den Mund gelegt, die er' nach seiner ganzen politischen Einstellung nicht getan haben kann, die aber bei der Urteilslosen Masse wie die Aussagen eines Kronzeugen' die Schädlichkeit des' jüdischen Elementes belegen sollen. So soll der Präsident gesagt'haben-sstie Jsthen seien in erster Linie die Träger der „sozialistischen Heilslehre"- Rußland wäre „von den Juden aus den Ketten befreit" worden. Auch - das> Aufblühen Amerikas fei „das Verdienst der Bankjuden". Darüber hinaus läßt sich die „Deutsche Zeitung" von Mexiko aus eine Charakteristik des Präsidenten Calles liefern, wonach er ein Deutschenfeind sei, ein „bolschewistischer Banditengeneral mit jüdischem Gefolge", eist „Diplomat im Dienste der amerikanischen Bankjuden, der Berliner Pressejuden und der Moskauer Sowjetjuden." Wer sich in der Psyche der „Deutschen Zeitung" ein wenig auskennt, versteht dieses ganze Kesseltreiben ohne weiteres. Es ist diesem Hetzblatte wenig an der Person Calles gelegen, noch viel weniger am Probleme der jüdischen Emigration und Ansiedlung. Aber ein willkommenes Stichwort für neue Judenhetze ist der Mann, der in Deutschland einen so ehrenvollen Empfang gefunden hat — obwohl er es gewagt hat, ein warmes Interesse für die Tragik der jüdischen Wandermassen zu bekunden. Dieser Artikel, wie viele andere dieser Art, trifft nicht den Präsidenten von Mexiko und noch weniger die Juden, sondern ist ein trauriges Charakteristikum für die deutsche Hetzpresse. Eine n^-Predigt für meine ostjüdischen Brüder. Von Rabbiner Dr. 3. Weinberg Pilitvifchki in Berlin. Die Assimilation unserer Tage hat das Wesen unserer Feste entstellt. Sie hat aus n**i einen Feiertag mit Sang und Klang gemacht. Aber der erste Tag des jüdischen Jahres ist etwas anderes: ein Tag der Umschau und Rechenschaftsablegung, ein Tag der Rechtsprechung, der zur Einkehr und Umkehr'mahnt, der ausklingt in das tonizn naiv. Er blickt zurück in die Vergangenheit, aber nur, ' uM--Äie Zükustft° zu gestalten."' Und so kann und soll an Hm die Entscheidung fallen, wie wir unsere 'Lebensaufgabe auffasten. f - Im Vordergrund aller Pflichten, von deren Erfüllung vorzugsweise die Zukunft/abhängt, steht die Frage der Erziehung uüsetsr"Kinber;ffe ist - in Wahrheit^ dre i Lebensfrage^ Msei^es Volkes.; Es hestHt ntwMrng; heS MMchen, Anschauungen die Eindrücke der JügM,HeDe stärksten im Leben sind,.entscheideff^ HrühHllen VdieMigiWM säntz'anMtz vollz« in der Schöpfung- Zierde der .r* ' " einen jeden den, daß/eo ch Gottes Volk i das.„Komi Fest als f ewigB Erl ist Viß^Former M'^die 'DÄöhnünck/mÄ;Verbrüderung der Mertstheni? > * Md -Völker K sunden. „p^r?^a •p’un mj« ttfo wsm ^atz sie alle'WzujamrnevfchlieHenmöHtenzu einem nzigen Verbands -um Deinen -Willen zu erfüllen M volltzyMMnen HeMn?-.7' --KWs r.GeW unftter Gebete am Jahresanfangs das^so alt ist wie ürW nwn iwn selbst, es müßte überall erklingen, aller Herzen erfüllen unh cMx Geisteyrerleuchten. daß alle Menschen von dem entert und gleichen Sehnen beseelt wären,— dann wäre .die beste Bürgschaft für den dauerndest Frieden auf Erden gegeben. — dann würden wir ihn vernehmest M ' c " r “ " Mer unseres Herzens undialler.Glut unserer Seele, dann find, wir auf hem Wege der Selbstbesinnung Und Sammlung, -Hann ist die fromme HanNa. die ihr"junges Mütterglück emst zur' ..Seherin" gemacht hctt. die als erste Gott als mrms '*? als Herm der Schöpfungsscharen bezeichnet, als den Urquell alles Seins und Wirken^! anrust, auch uns Lehrmeisterin . ,vmn ri'Sv rt Gott ist es.^der '^ebt/. v....... i’wm riia n Gott m Macht und reiche der erniedrigt und i dieser Erkenntnis ringen mit uns beim - durch- und. wir legen unser und der hich voll' Vertrauens: in Deine Hand,'! unsere Zukunft von dem Lichte der I und Weisheit beherrscht wissen, weicht er Sorge? vor dem Ungewissen ^und Un- Md mir erfahren es. jemehr sich unsere im erheben und unsere Gedanken von ... WerDÄ;: aüt'M Keinen Gott -e'Äüfeni Gott"!ns pft, das förinen unsere .'so um: f 8 Keinen Gestaltet und Bildner es, der^Jtzm gleicht Wie' mÄden wir atte! Anders inunfernk Verlangen- und Zielstreben, -anders in unserm Dehnen und Beehren, in unzm Höffen und Sagfeit,; wenn das Bewußtsein des Mtens einer .Vorsehung im Großen .wie im Kleinen aufgegangen I -Wit fühlen-MS da Nicht Mchr y. die schwachen, winzigen Geschöpfe - aus Fleisch ad Mut. die aut Staube nur kleben und sich micht ler den Alltag find den Lärm der Gaste zu erheben Mögen. Nein, wir find? Gottes'Kinder, wir ahNen %mnendliche Größe und Weisheit, clseine ünbeäzte Liebe.? MMlGüte und mit jedem Pulsfchlag eres Seins weihen wir-ons unh? beugen unfern .cken seinem erhabenen -Willen und sprechen wie Mham einst gesprochen: Hier bin'ich"! Das ägpöeß einMder Welt amt annigfachen der Befreiung, nach' dem die MenschheMechzt'. . . Wie mutz da aher unserHochgMhl sich steigern, daß 'chon seit Jahrtäusenden M Israel, das allenthalben erstreute upd befehdete Dölklem,, das' erfleht, tyäs >er TMuM d'erl EdeWü und Besten Üller VAker Ul Wie .liegt! daM aber auch für unsalle - die große VeWflichtung,n daß -wir ffür die reine Gotleserkenntyis durch ein Leben der Gottesfurcht-und-Thoraliehe all enthawen .werben und in diesem Streben wir vmf

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