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Der Israelit · 1924-09-11 · Heft 37 (11.9.1924) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
65 (1924)
Issue
Heft 37 (11.9.1924)
Date
1924-09-11
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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irtr. 37 Seite 5 11. September 1924 verpflichtet der Kongreß die kommunistischen Parteien in - allen Länderen, einen entschlossenen und energischen Kampf gegen den Antisemitismus zu führen und die folgenden Losungen zu proklamieren: Unbedingte Beseitigung jeder Art Beschränkung gegen die jüdische Bevölkerung und Sicherung der freien kulturellen Entwicklung der jüdischen Massen. (I. T. A.) Jlntestfa. Ioint-Spende für die jüdische Kolonisation in Rußland. Newyork, 1. September. Das „Joint Distribution Committee" hat beschlossen, für die jüdische Kolonisation in Sowjet-Rußland vorerst eine Summe von 400 000 Dollar zu bewilligen. Dr. Rosen, der bisherige Direkto^der Joint-Arbeit in Rußland, hat bereits von Newyork aus die Reise nach Rußland angetreten, um an dem Siedlungswerk tätig zu sein. (J.T. A.) Aus aller Welt. Deutschland. Dr. Otto Joelinger, der Verfasser der vielbeachteten Schrift „Bismarck und die Juden" ist gestorben. —, Das Sportfest der jüdischen Frontsoldaten nahm auf dem Sportplätze Berlin S. V. einen guten Verlauf und zog tausende Zuschauer an. Die Zahl der 'Mitwirkenden betrug 400. — Wie aus Königsberg gemeldet wird, hielt bei der letzten Tannen bergfeier General Ludendorfs eine judenhetzerische Rede. — Das Zentralkomitee der Zionistischen Vereinigung für Deutschland beschloß, sich an den ersten Wahlen in die erste Verbandstagung des Preußischen Landesverbandes mit eigenen Listen zu beteiligen. — Im Hauptausschuß des Preußischen Landtags am 3. September unternahm ein deutschnationaler Abgeordneter einen neuen Feldzug gegen die Ostjuden und gegen Innenminister Severing, der angeblich die Masseneinwanderüngen und -ansiedlungen der Juden vom Osten dulde und fördere. — Der dieser Tage verstorbene Reichstagsabgeordnete Prost Dr. Bü ring er, der früher der Deutsch nationalen und zuletzt der Deutschen Volkspartei angehörte, war von jeher ein scharfer Gegner der antisemitischen Hetzpolitik der Deutschnationalem — Dieser Tage findet im Verwaltungsgebäude der jüdischen Gemeinde eine große 'M i s - r a ch i k o n f e r e n z statt, zu der Vertreter auch aus anderen Ländern erscheinen. — Im Hauptausschuß des Preußischen Landtags nahm Minister Severing Anlaß, über das Borkumlied zu sprechen und das gefährliche Treiben des Hetzpastors Münchmayer auf Borkum ins rechte Licht zu stellen. — Ein Student der Rechte, Ernst N i e b u h r, hatte eine Vorladung vor Gericht mit der Begründung abgelehnt, er unterziehe sich bei einem Juden (gemeint war Oberregierungsrat Dr. Weiß) keinem Verhöre. Niebuhr erhielt in der Berufungsinstanz drei Monate Gefängnis. Rußland. In der Gegend von W i t e b s k geht eine starke Bewegung für die Beteiligung an den geplanten landwirtschaftlichen Siedlungen in der Krim. Eine große Versammlung von Interessenten entsandte eine viergliedrige Kommission nach der Krim, um die näheren Verhältnisse zu prüfen. Letzte' Nachricht. Staatszuschüffe für leistungsschwache Synagogengemeinden in Preußen. Berlin, 10. September. Der Haushaltungsausschuß des Landtags hat beschlossen, die vom Finanzministerium gestrichene Position betreffend Staatszuschüsse für leistungsschwache Synagogengemeinden entsprechend dem Anträge der beiden jüdischen Gemeindeverbände in den Etat wieder ein- .zustellen. Der 3sroe l i t . Personalien. Berlin, 1. September. Unter großer Anteilnahme wurde vor kurzem Frau Friederike Lewin, über 70 Jahre alt, zur Erde bestattet. Die Dahingeschiedene zeichnete sich durch Frömmigkeit und Wohltun aus. Trotz ihres Alters und bei ungünstigster Witterung sich nicht schonend, suchte sie Arme und Kranke auf, ihnen Trost spendend und sie mit den» Nötigen zu unterstützen. Herr Rabbiner Dr. Singermann, vom Schmerze tief ergriffen, hielt die Leichenrede. Leipzig, 31. August. Am 27. August ist in Würzburg der im Ruhestand lebende Rabbiner der hiesigen Gemeinde, Prof. Dr. phil. Nathan P o r g e s, Ritter pp., im 77. Lebensjahre seinem langen, schweren Leiden erlegen. Beinahe 30 Jahre hat der Verstorbene als Gemeinderabbkner hier gewirkt. Egelsbach bei Darmstadk, 31. August. Angesichts des plötzlichen Hinscheidens unseres hochverehrten und geliebten Bezirksrabbiners Dr. Nathan Cahn V-xt wurde in unserer Gemeinde zu Ehren des Dahingeschiedenen ein nxvn von unserm Lehrer, Herrn Rossel, abgehalten. Er schilderte vor der tiefbettübten Gemeinde in ergreifenden Worten die unermüdliche Aufopferungsfreudigkeit und die große nips des Verstorbenen. Drum wollen wir mit doppelter Energie bestrebt sein, die Ziele des teuren Verstorbenen zu verfolgen und zu erreichen. Mosbach. 30. August, nin nsw fand in der von kundiger Damenhand herrlich geschmückten Synagoge die feierliche Einführung des neuen Bezirksrabbiners statt. Von dem Synagogenrat begleitet, betrat Herr Bezirksrabbiner' G r e i l s h e i m e r die festlich beleuchtete Synagoge, während der Chor aan 7112 intonierte. Der Vorsteher der Gemeinde, Herr Frank, gedachte sodann in erhebenden Worten des verewigten Bezirksrabbiners Herrn Dr. Löwenstein und verlieh der Hoffnung Ausdruck, daß es dem Nachfolger gelingen möge, das Werk seines großen Vorgängers erfolgreich weiterzuführen. Nach dem Vortrag des p'ix bestieg Herr Bezirksrabbiner Greilsheimer die Kanzel. Auch er würdigte nochmals kurz die Verdienste des unvergeßlichen Dr. Löwenstein und entwarf dann in markanten, zu Herzen gehenden Worten anhand der Leitmotive. nito 'vsvv 'vvrr ein Programm der Aufgaben und der Tätigkeit des Rabbiners. Zum Schluffe erbat er in einem tiefempfundenen Gebete vom Allgütigen Schutz und Verstand für sein hohes, verantwortungsvolles Amt. , Mit dem Singen des Psalm 150 schloß die eindrucksvolle Feier. Möge es Herrn Bezirksrabbiner Greilsheimer beschieden sein, eine ebenso stattliche Anzahl von Jahren in harmonischem und erfolgreichem Wirken im Bezirk Mosbach-Mörchingen-Wertheim zu amtieren, wie sein großer Vorgänger. Hannover, 10. September. Nach dem Tode des Landrabbiners Dr. Gronemann blieb das Landrabbinat für die Bezirke Hannover und Lüneburg länger als 6 Jahre unbesetzt. Neben den politischen Umwandlungen bot die größte Schwierigkeit die Bestimmung des Gesetzes, daß die Synagogengemeinde Hannover drei Kandidaten vorschlagen mußte, von denen die Gemeinden der Provinz eine nzu wählen hatten. Da für die Synagogengemeinde Hannover die Wahl eines anderen als ihres langjährigen Ortsrabbiners Dr. Freund, der schon 15 Jahre amtierte, untunlich erschien, richtete sie ein Gesuch an den Minister, sie von dieser Bestimmung zu befreien. .Fast alle Gemeinden hatten sich diesem Anträge angeschlossen und so genehmigte der Minister die Präsentation des Dr. Freund als einzigen Kandidaten, der am 3. September d. Js. von den Vertretern der Gemeinden zum Landrabbiner gewählt wurde. Vermischtes. Berlin, 13. August. Der Jüdische Frauenbund bittet uns mitzuteilen, daß der Bund vor zwanzig Jahren seine Tätigkeit ausgenommen hat und seitdem von Bertha Pappenheim geführt wurde. In seiner letzten Vorstandssitzung, die im Heim des Jüdischen Frauenbundes in Neu- Isenburg stattfand, legte die bisherige Vorsitzende ihr Mandat nieder. Zürich, 8. September. Der Neubau der Synagoge der Israelitischem Religionsgesellschaft ist nunmehr fertiggestellt und wird die Einweihung, für die ein herrliches Programm aufgestellt ist, am Mittwoch, den 17. September stattfinden. frankfurter Berichte. Heilstätten in Bad Nauheim. Da die Israelitische Kinderheil st ätte und das Israelitische Frauenheim in Bad Nauheim nicht alle Anmeldungsgesuche in den Sommermonaten berück« sichtigen konnten und die Erfolge in beiden Anstalten so erfreulich waren, so beabsichtigen beide Verwaltungen dieses Jahr auch während des Oktobers die Anstalten offen zu lassen. A. I. Ortsgruppe. In der Vorstandssitzung der hiesigen Ortsgruppe im August wurde beschlossen, den Jahresbeitrag nachträglich auf 8 M. zu erhöhen, wovon die im Frühjahr bereits erhobenen Beträge in Abzug gebracht werden. Diejenigen Mitglieder, die bereits für das 1. Semester den seinerzeit auf 4 M. festgesetzten Betrag gezahlt habenhaben somit 4 M. für das 2. Semester nachzubezahlen, während diejenigen Mitglieder, die seinerzeit nur 2 M. bezahlt haben, noch 6 M. im Ganzen zu bezahlen haben. Die Beträge werden nächster Tage durch unfern Kassenboten erhoben. Von dem Beitrag müssen wir 6 M. für jedes Mitglied an den Gruppenverband nach Halberstadt weiterleiten. Bereinskalender. (Wegen Raummangels verkürzt.) Aerei« Wekor Hhajim. I ah rzeits-Stiftungen: Mittwoch. 17. September. Jacob Marburger- Stiftung. Freitag. 19. September. Adolf Goldschmidt- Stistung. Alle übrigen Schiurim wie gewöhnlich. Vereinigung jüdischer Akademiker (D. j. A.) Verein jüd. Akademiker (V. I. A. Frankfurt), Samstag, den 13. September, abends halb 9 Uhr im Thomasbräu. Schillerstraße 11. Thema: Wesen und Aufgabe jüo. Akademiker. Referenten: Dr. E. Freimann und Referendar Isaak Rosenheim. Hevetzetten. iWl '2 reitag abend 6.05. amstagmorgen 8.— Latnstag nachmittag 5.—. Samstag abend 7.30. U)ochengottesdienst: Morgens 6.15. Nachmittags 6.—. Tefilin-Legen am Morgen 6.—. SCHUMANN-THEATER Täglich abends 8 Uhr: Die Sensation des Messemonats „Die Welt im Spiegel“ 26 Bilder. 170 Mitwirkende. Eintrittskarten v. Mk. 1.50 an im Vorverk. an der Tageskasse v. 10—1 und ab 5 Uhr, sowie bei den bekannten Verkaufsstellen. Suche für jüd. junge, solide Dame, welche in einem Frankfurter Konfeltionsh. tätig ist. mögl. im Zentrum der Stadt, eine volle Pension. Off. unt. 14533 an die Exp. Jntellig. Frau, 28 I., a. g. Hause (Galizien), hübsche Erscheinung, m.v. Herzensbrld., geschciftst., häuslich, möchte s. m. e. gemüttt. charaktervollem Herrn in g. Position .. ■ verheiraten. Wtw.m.1 od.LKind.n. ausgeschl. Off. ü. 14833 a. d. Exp? Stellengesuche haben besten Erfolg im „Dsrgeltt". X Frankfurt am Mai«. *•••••• Suche für meinen Ibjähr. 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Lichtbild erbeten an . 14813 Agudas Jirroel, Wien, Malzg. 12a 81 üh e zur Leitung eines rituelles» Haushaltes für sofort ge«" sucht. Off. an Dr. Latte, Mannheim. C-+/9+^

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