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Der Israelit · 1924-09-04 · Heft 36 (4.9.1924) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
65 (1924)
Issue
Heft 36 (4.9.1924)
Date
1924-09-04
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 6 Nr. 36 Der Israelit 4. September 1924 Tel Awiw kam es zu einer heftigen Demonstration der Hebraisten, die gegen den französischen Geist der Schule protestierten. Es kam zu Schlägereien und die Polizei mußte einfchreiten. sichern wollen, möglichst schleunige Anmeldung für die Winterkuren — empfohlen werden. - Brieflaste«. auch Personalien. Rabbiner Dr. Nathan Lahn V'ST- Darmstadt, 28. August. E s war ein harter Schlag für uns und für weite Kreise, als wir am Dienstag mittag es endlich erfassen mußten, was nur langsam in unser Bewußtsein dringen wollte, daß unser junger Rabbiner, der erst vor kurzem so vielversprechend sein Amt antrat und an den wir so viele Hoffnungen für die Zukunft unserer Gemeinde knüpfen durften, entschlummert sei für immer. Noch Abends vorher entzündete uns bei Anlaß einer Vartragsoeranstaltung sein flammendesWort für Liebe zur Thoralehre und Freude an jüdischem Denken und Tun. Nun schloß er die Augen, den Kopf noch voller Hochgedanken, und öffnete sie nicht wieder. Und heute, am Donnerstagmorgen, trugen wir ihn zu Grabe, den Mann, aus dessen jugendlichem Herzen das Wort des Gesetzes lebenweckend zu uns drang. Zum zweiten Male innerhalb eines halben Jahres weint eine Gemeinde, verwaist, um ihren geistigen Führer. Dr. Nathan Cahn war jüngster Sohn des allbekannten Fuldaer Raw und ganz Geist vom Geiste des Vaters. Mit großer Begabung ausgezeichnet und schon früh vom jüdischen Lebensernst durchdrungen, lernte er bei seinem Vater und später auf der Breuerschen Jeschiwah zu Frankfurt a. M., absolvierte seine profanen Studien auf dem Gymnasium in Fulda und auf der Gietzener Universität und trat so, wohlgerüstet mit weltlichem und profanem Wissen, beseelt vom heiligen Verantwortungsgefühl für sein Amt, seine Rabbinerstelle als Nachfolger des frühverstobenen unvergeßlichen Rabbiner Dr. Moses Marx in Darmstadt an. Gerade im Begriff, sich mit der jungen Tochter eines der Familie verwandtschaftlich nahestehenden Hauses einen eigenen Hausstand zu gründen, trat nach unerforschlichem Ratschlag des Höchsten der Tod dazwischen, um die Hoffnungen einer jungen Braut, einer Gemeinde und eines weiten Kreises zu durchkreuzen. Persönliche Verehrung, aber auch die Tragik des Falles führten eine überaus große Trauergemeinde aus nah und fern am Donnerstagmorgen in Darmstadt zusammen. r Im Hause sprachen ergreifende Abschiedsworte die Herren Kunstsädter und Dr. Herz aus Fulda, auf dem Friedhofe sprachen Sanitätsrat D. Bodenh e i m e r - Darmstadt; als Bruder des Verstorbenen, der derzeitige Fuldaer Rabbiner Dr. Leo Cahn, die Herren Rtzb-iner Dr. Bondi in Mainz, Lehrer Lebermann - Darmstadt, sowie für V. I. A. Dr. Sulzb er g e r - Wiesbaden und Abraham Löb-Dieburg im Namen der Landgemeinden. In allen Reden spiegelte sich die tiefe Bestürzung um den herben Verlust wioer. Möge sein rvot uns beistehen, rrasin Vermischtes. Schlüchtern, 1. Sept. Hier sind vom Vorstand, Herrn Rothschild und dem Herrn Lehrer Ginsb e r g e r Unterrichtskurse im Hebräischen für die Kinder eingerichtet worden, von 7—9 Uhr früh und nachmittags 7 Uhr. Zur Nachahmung empfohlen! Bad Dürrheim, 1. Sept. Anstelle der unvergeßlichen Oberin Dorothea Kochmann hat Mitte Juli die bisherige Krankenschwester am Israelitischen Spital in Basel, Bettina Falk aus Mergentheim, die Leitung des Friedrich - Luisen - Hospitzes übernommen. Dank ihrer früheren Tätigkeit im Hospiz (1920—1922) und der Unterstützung durch die bestens bewährte Sekretärin Dora Marx bereitete ihr die neue Aufgabe keine Schwierigkeiten. Gleich ihrer Vorgängerin legt die neue Oberin auf die religiöse Führung der Anstalt hohen Wert. Wie die täglichen Leibesübungen zur körperlichen, so tragen die schönen Freitagabende und Sabbate zur seelischen Förderung der Kinder nicht wenig bei. Bis Ende September wird die Anstalt voll besetzt sein. Dann beginnen die Winterkuren, deren Wert schon allein wegen der während der stilleren Monate ermöglichten individuellen Behandlung der Kinder von Eltern und Aerzten immer mehr geschätzt wird. Schulpflichtige Kinder erhalten auf Wunsch gediegenen Unterricht. Die längst als notwendig empfundene Vergrößerung der Anstalt — es mußten in diesem Sommer gegen 300 Kinder wegen Platzmangels abgewiesen werden — wird sich Ie£Ur vorerst nicht durchfuhren lassen. Um so dringender muß den Eltern, die sich die Aufnahme ihrer Kinder M. Blumenthal. Tuckum. 2 Dollar eingegangen. Das Abonnement ist bis 13. 2. 25. bezahlt. L. S. 10 Zl. erhalten. L. G. Würzburg. Mk. 6. - erhalten. M. N. S. Frs.60.— für Abonnement eingegangen. R. F. Nachdem wir Ihren Brief streng diskret behandeln sollen, sehen wir keine Möglichkeit, gegen die Mißstände einzutreten. Frankfurter Berichte. Max Mayer Vom Vorstand des Israelitischen Vrotverteilungsvereins wird uns geschrieben: In der Nacht von auf Sontag verschied unser langjähriger Freund und Vorstandsmitglied Max Mayer n's? nach langem, schweren, mit rührender Geduld ertragenem Leiden, ein Mann) der eine lange Reihe von Jahren seine ganze hervorragende Kraft in den Dienst unserer Sache gestellt und der es verstanden hat, durch unermüdliche Tätigkeit, seine aufopfernde Hingabe und vor allem durch sein überaus vornehmes, befcheidenees und liebenswürdiges Wesen sich die Zuneigung und Verehrung aller seiner Kollegen zu erwerben. Bis in die allerletzten Tage seines schweren Leidens war seine Sorge seinem Lieblingskind, dem Brotverteilungsverein, gewidmet. Wenn es uns vergönnt war, an einer außerordentlich großen Zahl von verschämten Armen die ruaa der Brotbeschaffung zu erfüllen und viele Tränen zu trocknen, so war es in erster Linie das Verdienst dieses vortrefflichen Mannes. Er hinterläßt in unserem Kreise eine geradezu unersetzliche Lücke und sein Heimgang bedeutet nicht allein für seine Familie, sondern auch für uns und unfern Verein einen überaus großen Verlust. Es ist uns Herzensbedürfnis, diesem lieben und treuen Freund, dessen Name mit der Geschichte unseres Vereins aufs engste verbunden ist, unseren herzlichen Dank hiermit zu bekunden; das Andenken an seine Wirksamkeit und seine edle Persönlichkeit wird in unserem Kreise unauslöschlich sein. rrax:m* Beshamedrasch Schühenstraße. Vom Vorstande des seit 30 Jahren hier wirkenden russisch-polnischen Beshamedrasch in' der Schützenstraße geht uns ein Aufruf zu, dem wir folgendes entnehmen: Hier in Frankfurt existiert ein Verein mit einem Bethaus beinahe 30 Jahre unter dem Namen: „Russisch- Polnischer Beth - Hamidrasch" ferni ma s"n). Das Bethaus war mustergültig in jeder Hinsicht, Im sozialen und religiösen Sinne war es bestrebt zu wirken nach dem Ausspruche der Väter: i>jn mm w n»ton nb'r» bsn nrosn Durchreisende Ausländer können sich dort den ganzen Tag aufhalten und bekommen jeden Tag (auch am Tee oder Kaffee. Für hier ansässige Ausländer war es Stätte zum Beten und Lernen, erleichtert durch die reichhaltige Sammlung von Lehrbüchern; an jedem Tag zwischen nma und an*» wird ein w gelernt: außerdem drei wiiw in der Woche, in Chumisch mit Raschi, Gemoro und o-rrr "n- Oft wurden Vorträge von Thoragelehrten abgehalten. Leider ist durch den Krieg ein Rückgang eingetreten, der die Leiter und Vorstände mit Sorge um die Zukunft des a'vna erfüllt. Um mvv>b mos? -mn» zu sein, haben sich einige Mitglieder alle Mühe gegeben, doch stießen sie auf Widerstand. Da das genannte Bethaus ein Muster im wahren Sinne des Wortes war, werden alle diejenigen, die Interesse an der alten Beth- und Lehrstätte haben, aufgerufen, zur Wiederaufrichtung und Weitererhaltung des mit allen Kräften mitzuwirken. Berernskalender. (Wegen Raummangels verkürzt.) Kerei« Wekor ßhajim. Samstag vorm, nach Schluß der Synagoge »Dinim*; Herr Rektor Falk, —127* Uhr in der Frauensynagoge der Klaus rvDN '•pno; Herr Professor A. Weyl. — nachm. Uhr im Vereinslokale Langestraße „Mikro"; Herr Dr. Hosmann. Sonntag und Mittwoch stütz nach Schul r»aD Dtt>n; Herr Red. Schachnowik. — Allmorgendlich nach Schul Mischna-Mitgliederlernen. — Sonntag 974 Uhr „Gemoro,,; Herr R. A. G. .Posen. -.••••••••.. •— - Montag und Mittwoch abend7Uhr»Genroro", Herr Rabbiner Dr. Josef B r euer. Jahrzeits-Stiftungen: Samstag. Isidor Heller - Stiftung. — Mendel Apelt-Stiftung. Donnerstag, Aron Wolf-Stiftung. Agudas Aisroel-Hrts- und Angendgruppe. Alltäglich von 8—12 Uhr vorm.: Gelegenheit zum . Lernen jeglicher Art. Dozent: Herr Herz Halpern. Alltäglichv.12—1 Uhr: Schiur; Daf Iaumi. tav Dorm. 972—11 Uhr: him; Herr Dr. I. Posen, Am Tiergarten 42. 3, — Dorm. 72*1—V2I2 Uhr: Kizzur, Schulchan Aruch; Herr Louis Kahn. — 11—12 Uhr: 'pns; Hermann Frankenthal. — 12—1 Uhr: vmvv 'sa für Fortgeschrittene; Herr Halpern. — 12—1 Uhr-, 'tfv, Herr Lehrer Hirschoerg. — 722—3 Uhr nachm.: Raschi (lausende Sidroh); Herr M. H a lpe r n. -3-4 Uhr nachm.» mr "n (Hilchaus Schabbos); Herr H alp ern, anschließend NNW. — 3—4 Uhr: niav msa : Herr Dr. Rothschild. — 5 Uhr: Arbeitsgemeinschaft Isak Rosenheim über die laufende ni-w, Königswartersttatze 11. Haknwd-Hyora-Werei«. Vereinslokal: Gemeinde-Synagoge Bömeplatz. Samstag, 3lk Uhr: zum Wochenabschnitt, Herr Rabb.-Ass. Lipinsky. — 3U Stunden vor Nacht Herr S. Unna. — Alle übrigen Schiurim wie gewöhnlich. HeöeLzeitev. ll'VSV Freitag abend 6.20. Samstagmorgen 8.— Samstag nachmittag 5.—. Samstag abend 7.45. wocheng ottesdienst: Morgens 6.15. Nachmittags 6.30. Tefilin-tegen am Morgen 4.50. Löst Blumen ab zu Gunsten unterernähr» terKinder.Iüd.Frauenvereinigung. E.D. Hansa 2826. Postscheckkonto 42268. Familiennachrichten. B a rmizwoh: Max, Sohn des Herrn Robert Aron. Ostendsir. 62, Synagoge Friedberger Anlage. KOHLEN-GASHERDE sfahonareu.lransporrable i KACHELOFEN < [ mifpatentRauchgasbrennung j [ WÄSCHEREIMASCHINEN I Horstkötkr,J(nödhfg Mary Zrber :: vlandine Ebing er und dar große Mesfeprogramm Hellmuth Krüger konferiert. J Stütze zur Leitung eines rituellen Haushaltes für sofort gesucht. Off. unter 14446 an die Erp. Anständiges Mädchen, das kochen kann und etwas Hausarbeit übern., gegen höchsten Lohn für sofort gesucht. Beste Referenzen anzugeben. 14409 ..Frau H. Rosenbaum, 8aarbr«ckeN>Tftererstr.12. Alleinstehende Ara« oder Hifidcfien im Alter von 40—80 I. für streng rituell. Haushalt per sofort gesucht. Off. unt. 14447 an die <£xp. d. Bl. ® I U I Z 6 in kleinen, rit. Hausha Wiesbaden gesucht. 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Familienanschl., ol gegen,, -verguiung. jjn. 14423 an die Erp. Zuverl. Mädchen, das nebst Küche auch Hausarbeit versteht, für kleiner., streng relig. .Haushalt nach Karlsruhe i. B. gesucht. Zuinelden: Frankfurt a. M., Ostendstr. 6111. Ein streng relig., fleißige Alleinmädchen für ruhig. Haushalt, 2 Per^ fönen, zum 18. Sept. gesucht. Angeb. unter 14439 an die Erp. Stellengesuche haben besten Erfolg im „Ssxatlii“. ‘ Frankfurt am lRai«.

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