Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 65 (1924)
- Issue
- Heft 35 (28.8.1924)
- Date
- 1924-08-28
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Nr. 35 Der Israelit 28. August 1924 Sprechsaal. Antisemitismus im Kriegerbunde. Zu der harmlosen Plauderei, die in unserem Blatte unter dem Titel „Kissinger Allerlei" erschienen ist, erhalten wir vom Syndikus des Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens in Ostpreußen ein Schreiben, dem wir zur Richtigstellung folgendes entnehmen: Die Plauderei über die 90-Jahrfeier des Bayrischen Kriegerbundes (Kissinger Kriegerverein) könnte in der veröffentlichten Form den Eindruck erwecken, als wenn es bei dieser Feier und auch sonst in Kissingen antisemitisch zugegangen sei. Ich verbrachte zur Zeit des Kriegerbundjubiläums meine vierwöchentliche Kur in Kissingen und kann wohl sagen, daß weder in Kissingen im allgemeinen noch aus Anlaß des Kriegerbundfestes im besonderen Antisemitismus festzustellen gewesen ist. Trotzdem ich der Kriegervereinsbewegung an sich fernstehe, habe ich zu meiner Genugtuung beobachten können, daß sich im Bayrischen Kriegerbund die völkische Strömung nicht breitmachen konnte. So haben an dem Verbandsfest sämtliche Kissinger ehemaligen jüdischen Soldaten als gleichberechtigte Kameraden teilgenommen. Die Festreden, die gehalten wurden, waren in keiner Weise antisemitisch, im Gegenteil sogar versöhnlich gestimmt. Hakenkreuzlern, die versuchten, an der Feier teilzunehmen, wurde seitens der Leitung der Eintritt verwehrt mit der Begründung, daß Abzeichen, die geeignet seien, einen Teil der Mitglieder zu kränken, von Gästen nicht getragen werden durften. Außerdem wurden einige Angehörige des völkischen Bundes Oberland, die in ihrer Uniform an der Feier teilnehmen wollten, zurückgewiesen. Sollte der Artikelschreiber wirklich das Absingen des Ehrhardliedes von einigen angetrunkenen Kriegern gehört haben, so kann es sich hierbei nur um vereinzelte Auswüchse gehandelt haben. Der Standpunkt der Gerechtigkeit gebietet das festzustellen. K. Sch. (Der Verfasser des beanstandeten Artikels nimmt mit Genugtung zur Kenntnis, daß trotz seines unangenehmen Erlebnisses am Bahnhof das Kriegerfest im Ganzen keinen antisemitischen Charakter trug. Das Märchen vom Kissinger Antisemitismus hat er übrigens selbst in drastischer Weise widerlegt. D. Red.) Zur Frage des Zusammenwirkens mit der Ideologie. mi.T 17N8 pip I'.I rriwia amra 8S1» nnx pi 81p11 71)18 7)18 11»» 1371» IN' 8171127 Z727l7 13M1127 J1’31 131 p^> l^’SKl 3W1^ *13717171 VK 1108 183» 3121' ('8 117)' 'S cd. Hoffmann '"22711 87>*?'3») ♦niinS Dr. E. B. Briefkasten Rabb. Dr. K. Wir sehen den avisierten Arbeiten gern entgegen. Gruß. Rabb. Dr. B. in E. Wenn auch in diesem Falle die Warnung wohl am Platze wäre, so ist es Grundsatz unseres Blattes, keine Steckbriefe zu veröffentlichen. R. S. in L. Wir bedauern, diese Ermäßigung nur Lehrern und Kultusbeamten gewähren zu können. K. in Dresden. 5 Mk. eingegangen. S. Str. in Str. Es handelt sich um unkontrollierbare Anschuldigungen. Neben den in der Tat befremdenden Zitaten befinden sich im gleichen Buche Lieder von echter tiefer Frömmigkeit. Es ist ein Buch des Ringens, dessen Entstehen und Veröffentlichung noch der Klärung bedarf. A. Sch. E. in Lodz. Zloty 10.— eingegangen. Familiennachrichteil. Barmizwoh: Markus, Sohn des Herrn Abraham Sichel und Frau Bella, geb. Bacharach, Schlüchtern, Bez. Kassel. . Inhaltsübersicht. 1. Leitartikel: Dr. M. Lewin: Ellulklänge. — 2. W och en runds cha u: Die völkische Heeresfchäü in Weimar. Die Eabbatverträge des „Wiener Hakoach". — 3. Homiletik: Rabb Dr. Winkler, Kopenhagen: Bemerkungen zum Wochenabschnitt — 4. Kleines Feuilleton: L. Horwitz, Cassel: Ein vergessener jüdischer Hofmaler. Literarische Notiz. — 5.„2Tufsiitze: Die Hebung des jüdischen Lebens in Stadt und Land. Die altkurhefsischen Steuergesetze und die Steuergesetze. — 6. Korrespondenzen und Nachrichten.— 7. Aus aller Welt. — 8. Personalien. — 9. Sprechsal. — 10. Briefkasten. - 11. Fa miliennachrichten. — 12. Feuilleton-Beilage: S. Schach nowitz: Die Mesflasbraut. — S. Meisels, Wien: Sprachliches beider Glücke! von Hameln. — Kinderecke. — 13. Blätter Beilage. Frankfurter Berichte. Brok! Frankfurt a. 2Tt. Der Israelitische Brotserteilungsverein ist für die jüdischen Armen Frankfurts eine Quelle reichen Segens. In diesen Zeiten der Arbeitslosigkeit und der Geschäftsstille spendet er Hunderten von Familien das notwendigste Lebensmittel, das Brot. Wie bitter muß es für verschämte Arme, die in besseren Tagen selbst Bedürftige unterstützten, sein, daß sie jetzt die Hilfe des Vereins in Anspruch nehmen müssen! Doch der Verein versteht es, ihnen in direkter, vornehmer Weise Brot zukommen zu lassen. Aber die großen Anforderungen in den letzten Monaten haben die Mittel des Vereins erschöpft. Hat er doch von Januar bis Ende Juli über dreißigtausend Laibe Brot oerteilt. Soll nun ein solcher Verein in unserem Frankfurt seine Tätigkeit einschränken, oder gar einstellen müssen, weil ihm die Barmittel fehlen? Soll ein armer, zitternder Greis sein Stückchen Brot nicht mehr bekommen? Darf eine jüdische Mutter ihren hungrigen Lieblingen kein zweites Stückchen Schwarzbrot mehr geben, weil der Brotoerteilungsverein nicht hilft, nicht mehr helfen kann? Darum spenden Sie großzügig und hochherzig! Senden Sie auf das Postscheckkonto des Israelitischen Brotverteilungsoereins Nr. 53 934 regelmäßige, reiche Gaben. Des Himmels Segen lohne Ihre Tat! Vorkrag des Herrn Rabbiner Dukesz. Der Name des Herrn Rabbiner D u k e ß aus Altona zog ein großes"Publikum am Sonntag abend in die Aula der Realschule hin, das auch vollauf auf seine Kosten kam. Herr Rabbiner Dukesz sprach für Keren Hatorah und traf sowohl im agitatorischen wie im homiletischen Teile seines Vortrages den richtigen Ton ins Herz der Hörer. An dem.Lebensbilde Dawids, wie es aus seinem Psalmbuch hervorleuchtet und in den hundert talmudischen Erzählungen und Sentenzen verklärt wird, zeigte uns der gewandte Redner Wert und Bedeutung des Thoralernens. Eine wunderschöne Ausdeutung bekam neben vielen andern Schrift- und Talmudstellen der erste Psalm mit seinem dreimaligen Heile für den Mann, der nicht ging, nicht stand und nicht s a ß im Kreise der Frevler und Spötter. Es ist die Mahnung an die aufstrebende Jugend, an das abgeklärte, st i l l st e h e n d e Alter wie an das s i ch zur Ruhe niedergelassene Greisenalter, immer bei der Thora zu halten, sich an ihrem Studium und ihrer Tat „Tag und Nacht zu ergötzen". Das große Auditorium nahm den Vortrag mit Applaus auf, und der Vorsitzende der Agudas Jisroel Ortsgruppe, der Veranstalterin des Abends, gab dem Danke der Versammlung Ausdruck. Genesungsheim Oberstedten. Das Genesungsheim Oberstedten i. Taunus (Eduard und Adelheid Kannsche Stiftung) wird jetzt wieder eröffnet werden. Es ist vorgesehen, das ganze Jahr über erholungsbedürftige Männer und Frauen für einen Aufenthalt von je 3—4 Wochen aufzunehmen. Aufnahmegesuche sind zu richten an Fräulein Cilly Epstein, Frankfurt ä. M„ Längesträße 30. Die Aufnahme erfolgt für die in Frankfurt a. M. Ansässigen auf Grund eines Ättestes vom Vertrauensarzt des Heims, Herrn Sanitätsrat Dr. Deutsch, Feuerbachstrahe 15, für Auswärtige mit einem Attest vom Kreisarzt. Der Pflegesatz beträgt zurzeit 3.90 Mark pro Tag, in den Wintermonaten etwas mehr; der Betrag ist beim Eintritt zu zahlen. prrronslten Ihren 81. Geburtstag begeht am 4. September in geistiger und körperlicher Frische Frau Jettchen Burg geb. Stern, Allerheiligenstraße 43. Bereinskalender. (Wegen Raummangels verkürzt.) herein Alekor tzyajim. Samstag vorm, nach Schluß der Synagoge »Dinim*; Herr Rektor Falk, —12*/* Uhr in der Frauensynagoge der Klaus jtdk 'p-io; Herr Professor A. W eyl. — nachm. 4'/* Uhr im Vereinslokale Langestratze „Mikro"; Herr Dr. Hofmann. Sonntag und Mittwoch früh nach Schul niSD DEM; Herr Red. Schachnowitz. — Allmorgendlich nach Schul Misch n a - Mitgliederlernen. — Sonntag 9'/. Uhr „Gemoro,,; Herr R. A. G. Posen. Montag und Mittwoch abend?Uhr „Gemoro", Herr Rabbiner Dr. JosH Breuer. Fahrzeits-Stiftungen: Montag, Moritz Hirschberg-Stiftung. Agudas Aisroet-Hrts- und Augendgruppe. Alltäglich von 3—12 Uhr vorm.: Gelegenheit zum Lernen jeglicher Art. Dozent: Herr Herz Holpern. Allt äglich v.12—1 Uhr : Schiur; Das Jaumi. tav Vorm. 972—-H Uhr: mna; Herr Dr. I. Posen> Am Tiergarten 42, 3, — Dorm. 72II—7212 Uhr: Kizzur, Schulchan Aruch; Herr Louis Kahn. — 11—12 Uhr: M2X Hermann Frankenthal. — 12—1 Uhr: v'nov 'm für Fortgeschrittene; Herr Holpern. — 12—1 Uhr: Herr Lehrer Hirschberg. — V22—3 Uhr nachm.: Raschi (lausende Sidroh); Herr M. H a lp e r n. -3-4 Uhr nachm., tnu "n (Hilchaus Schabbos); Herr H alp ern, anschließend wia». — 3—4 Uhr: awö rriru; Herr Dr. Rothschild. — 5 Uhr: Arbeitsgemeinschaft Jsak Rosenheim über die lausende rrno, Königswarterstratze 11. — 5ll2 Uhr Hanauerlandstratze 17 patt, eine,12711 des Herrn Rabb. Brav aus Tarnow. Gäste, Herren willkommen- Llrvjath tzhen-Derein. Samstag mittag nach Mincho im Hörsaale Friedberger Anlage „Midraschvortrag"; Herr Red. S. Schachnowitz. Hatmud-Thora-Merein. Vereinslokal: Gemeinde-Synagoge Börneplatz. Samstag, 374 Uhr: •>*271 zum Wochenabschnitt, Herr Rabb.-Aff. Lipinsky. — s/4 Stunden vor Nacht Kip», Herr S. Unna. — Alle übrigen Schiurim wie gewöhnlich. Gevetzetterr. ,181 71327 Freilag abend 6.35. 5amstagmorgen 8.— Samstag nachmittag 5.—. Samstag abend 8.—. Wochengottesdienst: ITtorgens 6.15. Nachmi ttags 6.30 Tefilin-tegen am Morgen 4.35. iiiiHifiiiiiiiimiiimiiiiiiiiiiimiiimimiiiiiiiiiiiiiiimmiimiimiiiiiii Postscheckkonto Nr. 83334 bittet dringend um große Gaben, wenn er weiter wirken soll. III Das Israel. Krankenhaus in Mainz sucht eine in §§ Krankenpflege, Narkose und Operationssaal durch- aus erfahrene OBERIN die vor allem auch die Aufsichtder streng rituell geführten Küche übernehmen muß. Offerten mit M Bild und -Ansprüchen an den leitenden Arzt j=j Dr. Wagsehal in Mkinz, Ä •' u 14312 §§ Tüchtiger Kaufmann aus der Lkemikaken u. Aavkenövaneke» 28jähr., ledig, mit erstkl. Beziehungen zu Fabrikanten, Konsumenten und Händlern im Lnu. Ausland sucht leitenden Tosten per 15. September a. c. Bedingung: 7,2V u.p", frei. Is Referenzen vorhanden. Off. unter 14380 an die Erp. Welch wirklich edeldenkender Jude (Witw. mit Kind), reicht armer, schwergeprüfter Halbwaise, von gutem Aeußern, d. Hand z. Lkebuncke. Gest. Zuschriften unt. 14334 an die Exp. 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