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Der Israelit · 1924-07-31 · Heft 31 (31.7.1924) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
65 (1924)
Issue
Heft 31 (31.7.1924)
Date
1924-07-31
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 14 Nr. 31 Der I s r a e l i t 3L Zült 1924 Bereinskalender. (ÄyeHl Raummangels verkürzt.) Kerel« WÄtor Map«< die Stadt Aalborg gebeten, das Synagdgengebäude zu übernehmen und einem gemeinnützigen Zweck zu widmen. Man erwartete, daß die Gemeinde dabei sich ihr Mitbestimmungsrecht sichern wird. Sprechsaal. Offenes Schreiben an einen „Bayerischen Rabbiner". Sehr geehrter Herr Rabbiner? In Nr. 19 des „Jüdischen Wochenblattes" veröffentlichen Sie im „Sprechsnl" Ausführungen, die für die Judenheit Deutschlands so bedeutsam sind, daß unmöglich mit Stillschweigen über sie hinweggegangen werden kann. Da Sie leider Ihren Namen nicht nennen, fühle ich mich gezwungen, eine Bitte an Sie an dieser Stelle zu richten, deren Erfüllung sicherlich für weite Kreise der Orthodoxie von größtem Interesse sein wird. Bezugnehmend aus einen Artikel von Herrn Dr. Larlebach schreiben Sie: „Auch die Auffassung, daß in der Auseinandersetzung zwischen Rabbiner Bamberger und Rabbiner Hirsch Letzterer Sieger blieb, beruht auf vollständiger Verkennung der Tatsachen. Vermutlich leitet Herrn Dr. Carlebach der Gedanke, daß die zweite Schrift Hirschs von Bamberger unbeantwortet blieb. Dazu sei bernerkt: Bamberger in seinem hervorragenden nm«"' hatte den Stoff zur Widerlegung der Hirsch- ' scheu Argumente vollständig zu Hand, wurde auch von seinen Schülern dringend gebeten, eine Erwiderung der Oeffentlichkeit zu übergeben (die evtl, noch jetzt veröffentlicht werden könnte); er ließ sich aber nicht dazu drängen mit dem Hinweis a»2^vn ja paVsun ja rrn> da sein Standpunkt schon genügend in seiner offenen Antwort festgelegt sei." Eine solch bedeutsame Äeußerung wie diese Ihre Ausführung darüber, daß auf den zweiten Vief von Rabbiner Hirsch eine ungedruckte Antwort von Rabbiner Bamberger vorliegt, ist meines Wissens in der ganzen neueren Polemik über die Austrittsfraae nicht getan worden. Es steht zwar dem Laien nicht zu, in einer ungeklärten halachischen Frage sich ein Urteil zu bilden, aber die sogenannte Austnttssrage ist ja keine ungeklärte. Sowohl Rabbiner Hirsch wie Rabbiner Bam-. berger waren ja zunächst völlig einig darüber, daß man die Pflicht hat, auch dann aus einer Reformgemeinde auszutreten, wenn orthodoxe Anstalten für- Orthodoxe von seiten der Reformgemeinde zugestanden werden. Rabbiner Bamberger hat ja seinerzeit folgende Entscheidung abgegeben: Es ist reli.gions gesetzlich verboten, in dem Verband einer solchen Gemeinde zu bl eiben, derenRepräsentenzdenBeschluß gefaßt hat, daß in; einer Synagoge diejenigen Gebet st eilen nicht mehr laut r e z i t i e r t w e r d e n sollen, die sich au f. nrr>2 vuaipi ' beziehen: i n den anderen Synagogen dieser Gemeinde war nicht die gering st e Aenderung vo.rgeno mm e n. D i e gesamten rituellen Institutionen der Gemeinde befanden sich sämtlich unter A u f s i ch t eines st r e n g o r t h o d o x e n R a b b i n e r s. Neben dem Herrn Rabbiner Bamberger-Würzburg haben die Herren Rabbinen Bamberger-Kissingen, Fischach-Sulzburg, Dr. Hildesheimer- Berlin und vierhundert andere Rabbinen erklärt, daß jede Steuerleistung an diese Gemeinde (unbeschadet der Möglichkeit, für einen prthodoxen Juden eine andere «ynagoge dieser selben Gemeinde zu besuchen), verboten ist. Dieses Gutachten von Rabbiner Bamberger ist von Rabbiner Hirsch in seinem, zweiten Briefe angeführt worden und Herr Rabbiner Bamberger ist die Antwort darauf schuldig geblieben, was der Unterschied zwischen Wien, wo er diese Entscheidung fällte, und Frankfurt sei, wo doch der Abfall bei weitem tiefer und einschneidender war, als in Wien. Weil, hierauf Rabbiner Bamberger keine Antwort gegeben hat, muß wohl auch der Laie den Standpunkt einnehmen,, welchen Herr Direktor Dr. Carlebach in dem von Ihnen zitierten Artikel. ausgeführt hat. Gerade aber die.Ehrfurcht, die jenseits aller Parteien dem Andenken Rabbiner Bambergers V'th gezollt wird, läßt es mir unverständlich erscheinen, wieso eine Antwort von Rabbiner Bamberger auf diesen klaffenden Widerspruch in seinen eigenen Ausführungen bisher unveröffentlicht blieb. Es ließe sich wohl auch darüber streiten, ob die Begründung, die Sie im Namen Rabbiner Bambergers für die Nichtveröffentlichung angeben, „daß er lieber zu den Geschmähten als zu den Schmähern zählen wolle", zu Lebzeiten Rabbiner Hirschs berechtigt war. Rabbiner Hirsch selbst findet in einer solch generellen nicht spezifizierten Andeutung eine größere Schmähung als in einer offenen klaren Aussprache (Gesammelte Schriften, Band 4, Seite 347). Heute aber, wo doch in der Tat es sich nicht um die Würdigung der beiden Großen in Israel handelt, sondern ausschließlich um die Sache, ist es undenkbar, daß dieses Motiv ein Grund wäre, neue halachifche Gesichtspunkte von Rabbiner Bamberger nicht zu veröffentlichen und darum bitte ich Sie, dienen Sie der Wahrheit und dienen Sie dem Frieden: veröffentlichen Sie diese Antwort Rabbiner Bambergers und wenn Sie es für gut finden, lassen Sie alles Persönliche, an die Zeit Gebundene weg und bringen Sie lediglich, die halachifche Begründung Rabbiner Bambergers dafür, warum es in Wien, wo alle Institutionen mit Ausnahme einer einzelnen liturgischen Aenderung in einer Synagoge, toragemäß waren, es verboten war, der Gemeinde anzugehören und warum in Frankfurt, wo der, größte Teil der Gemeindesteuern nebst dem Erziehungswesen für der Tora widersprechende Zwecke gebraucht wird, es erlaubt ist, der Gemeinde anzugehören. Es ist ihnen sicher bekannt, daß auch p'v a-nna in seinen n»itr v"iV an Rabbiner Bamberger mit halachischer Begründung ihn ersucht, seinen Wiener Psak auch in Frankfurt anzunehmen. Auch hierauf ist meines .Wissens: keine Antwort von Rabbiner Bamberger veröffentlicht worden. Verzeihen Sie, wenn ich mir noch eine Anfrage gestatte: Sie erwähnen in Ihrem Schreiben auch im Zusammenhang mit der Entscheidung des Herrn Rabbiner Bamberger ‘rxr diejenige des Herrn Rabbiner Dr.. Unna, die sich auf eine Tschuwo vom Kownoer Raw, Rabbi I. E. Spektor stützt. Nachdem Herr Rabbiner Bamberger die Zugehörigkeit zu einer Reformgemeinde für einen Jsur erklärt und der Kownoer Raw in dieser Tschuwo ausdrücklich bemerkt, daß die Arewuthpflicht niemals so weit gehe, irgendein Jsur zu erlauben, ist doch wohl kaum anzunehmen, daß das Argument des Herrn Dr. Unna irgendwie in dieser Frage von Bedeutung ist. Ist an und für sich die Mitgliedschaft zu einer. Reformgemeinde erlaubt, so ist sie es auch ohne den Arewuthgedanken; ist sie verboten, so ist sie auch durch den Arewuthgedanken nicht erlaubt. Die Argumente von Rabbiner Bamberger sind sicherlich auf anderen Punkten aufgebaut. Ich glaube der Dolmetsch Hunderter deutscher b’k-p zu sein, wenn ich Sie um deren Veröffentlichung ergebenst ersuche. Genehmigen Sie den Ausdruck vorzüglichster Hochachtung. Frankfurt a. M. Dr. S a l o m o n E h r.m a n n. N ü r n b e r g, 28. Juli. An die Redaktion des „Israelit" Frankfurt a. M. Die nachfolgende Richtigstellung habe ich am 30. Juni dem „Jüdischen Wochenblatt" in Berlin eingesandt. Nachdem diese Zeitung sich merkwürdigerweise nicht bemüßigt gefühlt hat, ihrem Leserkreise die Widerlegung der ungerechtfertigterweife gegen mich gerichteten Angriffe bekanntzugeben, muß ich für diese Veröffentlichung Ihre Gastfreundschaft in Anspruch nehmen. 1. Mit der Feststellung, daß die Nürnberger Adaß Jisroel als Körperschaft und ihr Rabbinat von der Kultusgemeinde unabhängig sind — eine Feststellung, die gegenüber den auch der „rabbinischen Seite" in Nr. 15 des „Wochenblatts" unterlaufenen objektiv unwahren Behauptungen notwendig war — ist der Unterschied zwischen Genwindeorthodoxie und der hiesigen Regelung gezeichnet. Die Nürnberger Adaß Jisroel und ihr Rabbinat haben abgelehnt, Bestandteil einer Gemeinde mit Reformen zu sein. Schechita und Friedhof sind gemeinsam. Auf sie bezieht sich die gemeinsame Vertretung nach außen. Ein Fortschritt gegen die frühere Alleinvertretung durch die Kultusgemeinde. Die bekenntnismäßig anmutende Einleitung zum Vertrag (S. 144 Ihrer Nr. 16) war vorher in den Verhandlungen nicht vereinbart. Als der Vertrag der Adaß Jisroel zur Unterzeichnung zugesandt wurde, setzte ich meine Unterschrift mit der ausdrücklichen Erklärung unter ihn, daß ich diese Einleitung wegen ihrer bekenntnismäßigen Fassung mit meinem Namen nicht decke. Das geschah vor versammelter Vorstandschaft und Kommission. Das hätte Ihr Nürnberger Korrespondent nicht verschweigen dürfen. 2. Die relativ große Unabhängigkeit genügt nach meiner Anschauung eben deswegen. nicht, weil sie den Begriff Cinheitsgemeinde, die Zwangsmitgliedschaft und Steuerzahlung nach bestehendem Gesetz nicht beseitigen kann. Wenn ich trotzdem mich zur Fortführung meines Amtes und damit zur Annahme der Vereinbarungen bestimmen ließ, so glaube ich diese Verantwortung gerade im Dienste des Selbständigkeitsgedankens auf mich nehmen zu dürfen und zu sollen, weil der Vertrag b e f r i st e t i st und die Möglichkeit einer bedenkenfreien Konstellation herbeizuführen gegeben zu sein schien. An keiner Stelle in Nürnberg besteht ein Zweifel über den Sinn meines Hierbleibens, zumal die offene Vertretung meiner Anschauung in öffentlicher Gnealversammlung bestätigt worden ist. Meine Unterschrift unter der Erklärung des orthodoxen Rabbinerverbandes liegt also auf der geraden Linie meines stets offen vertretenen Standpunktes. Für die Veröffentlichung meiner Zuschrift danke ich Ihnen voraus und zeichne hochachtungsvoll Rabbi.ner Dr. Klein. frankfurter Berichte. Agudas Jisroel Orts- und Jugendsruppe. nav nachmittag 5j4 Uhr findet in unseren Räumen Hanauer Landstraße 17, parterre, eine n«ni des Herrn Rabbiner Brav aus Tarnow. statt, an Stelle eines dieswöchentlichen Vortrags im. Volksbildungsheim. Gäste, Herren, willkommen. S a m s t a g vorm, nach Schluß . der Synagoge -Dinim"; Herr Rektor F alk, — 12V* Uhr:in der v Wauensynagüge der Klaus, mna 'pnp; Herr Professor A. W eyl. — nachm. 4'/« Uhr (Hörsaal) „Mik.ro-; Herr. Lehrer G oldschmidt. — i Stunde vor Nacht „Midrasch";- Herr Gustav Kaufmann. r;: Dl z ettSWWrHHn^( .; N2V Moritz Lewin-Stiftung. Sonntag, Julius- Hirsch-Stiftung. Dienstag. Siegfried Weil-Stiftung. Freitag, Salomon Rofeubaum-Stiftung. Agudas Aisroet-Hrts- und Jugendgruppe. Alltäglich von 8-12 Uhr vorm.: Gelegenheit zum Lernen jeglicher Art. Dozent: Herr Herz f»alpern. ltäglichv.12—lUhr: Schiur; Das Jaumi. Alltäglich im Anschluß an min«? rtan, Gemoroh Sanhedrin. Dr. Ehrmann. Vorm. 91/2—H Uhr: nw; Herr Dr. I. Posen, Am Tiergarten 42, 3, — Vorm. 1/2II—i/212 Uhr: Kizzur. Schulchan Aruch; Herr Louis K a h n. — 11—12 Uhr: M2« 'pis; Hermann Frankenthal. — 12—1 Uhr: amvs für Fortgeschrittene: Herr Halpern. — 12—1 Uhr: »*>;- Herr Lehrer Hirschberg. — 1/22—3 Uhr nachm.: Aaschi (laufende Sidroh); Herr M. H a lpe r n. — 3-4 Uhr nachm., oi«"n(Hilchaus Schabbos); Herr Halpern, anschließend NNW. — 3—4 Uhr: nva maa; Herr Dr. Rothschild. — 5 Uhr : Arbeitsgemeinschaft Isak Rosenheim über die lausende niiv, Königswarter- . straße 11.— 5Va Uhr Hanauerlandstraße 17 pari, eine nun*? des Herrn Rabbiner Brav aus Tarnow. Gäste, Herren willkommen. — Vs Stunde vor Nacht, o»n mxa Herr Halpern. Hakmrrd-Hhora-Aerel«. Vereinslokal: Gemeinde-Synagoge Börnevlatz. Samstag, 3'/* Uhr: '"rrn zum Wochenabschnitt, Herr Rabb.-Ass. Lipinsky. — au Stunden vor Nacht Herr S. Unna. — Alle übrigen Schiurim wie gewöhnlich. Hevetzetten. 'Vvv'j mv» nav reitag abend 7.35. amstagmorgen 7.45 Gedenkfeier zu Ehren der im Weltkrieg Gefallenen. Samstag nachmittag 5.—i Samstag abend 9.—. wocheng ottesdienst: Morgens 6.15. Nachmittags 7.15. Tefilin-Legen am Morgen 3.45. LöstBIumen ab zu Gunsten unter ernährterKinder. JÜd.Fräuenvereinigung. E.D. Hansa 2825. Postscheckkonto 42258. GRUDEN Gas-und Kohlenherde Komb. Herde Transport. Kachelöfen Horstkötter, Knodt & CS Am Eschenheimer Tor 3 :: Tel. Hansa 683

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