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Der Israelit · 1924-07-31 · Heft 31 (31.7.1924) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
65 (1924)
Issue
Heft 31 (31.7.1924)
Date
1924-07-31
Page
– (sequence 2)
Language
German
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1 f i U: w >!:' Sette 2 Nr. 31_ Können wir unsre satte Diesseitigkeit wohl einmal pstgessen, über dem großen Weltenlerd. der GBeßsexbKMMS, der seelischen Armut und Not, tzes blutigen Wehs unserer Volks? und -er MenfchßeiwgMichte, des Gemeinschafts- und EinzWbests? Prnsnex wieder haben wir hgq Weinen verlernt o§er es immer noch flicht gelernt. Dann mußtss das nieder LM. HU gxMWre Trtzibxn her blonden BeWn Wserp.TrMdn Erpressen, WS tzaran gemMpey, daß patz njOepe Leid von einem höheren MMW> daß das GalW der Uottesherrlichkeit M Wxde pon syxen KrKmpfssn Wd Heben nicht zur Arche kommen läßt. Wmer Mieder war Tifchoh beaw Blutzeuge schrecklicher Judenverfolgungen, immer xyieder pochte das Schicksal mit her schrecklichen Frage an unser Herz: Ist drese Welt wirklich die Welt Deiner Sehnsucht, Dejnes jühjschen Jhepls? Darf in ihr des Auhssls yoller Akkorh auf Deiner Zunge tönen? Dann packte dieser Frage Allgewalt den jüdischen Menschen, dann weinte er die Träne des Tifchoh beaw, die heilige Träne der Ewigkeit. . Tifchoh beaw ist ein Weinen ohne Ende. Gott selbst weint, nach des Midrasch-Wort, Himmel und Erde, Sonne und Mond weinen über die Unvollkommenheit des Daseins. Die Mauern Jerusalems weinen, die Seele unseres Volkes, sein Genius weint, seine Erzväter und Propheten, seineWeisen undSänger, alle weinen. „Gott ruft auch Dich zum Weinen an diesem Tage." Die Träne des Tifchoh beaw ist eine funkelnde Perle im Auge Israels. Es ist die einzige Träne, die nicht umsonst geweint ist. Sie ist der Schlüssel zum Tore des Messias. I. C. Wochenrundschau. Rach zehn Jahren. Wenn am kommenden Sabbath und Sonntag überall im Deutschen Reich in den schlichten Formen wehevoll-ernsten Gedenkens der furchtbare Tag begangen wird, der vor zehn Jahren den Beginn eines beispiellosen Weltenleides bezeichnete, dann ziemt es uns Juden mitten in unserem m©’ m^ax* in unserer Jahrtausende alten nationalen Trauer einen Augenblick innezuhalten, um dieses n©*7n mbaK' des Rückblickes auf dieses Jahrzehnt neuen schmerzvollen Erlebens uns bewußt zu werden. Sie vertragen sich gut miteinander die beiden Gedankenzüge, die vor die Mauern des fallenden Jeruscholajim und zu dem Tiischoh beaw des Jahres 5674 hinführen. „Wir". Aus dem Nachlasse amax ntyu, Blätter aus dem Nach lasse Rabbiner Abraham Löwys, Wien, mitgeteilt von Rabbiner Löwy, Hamburg. An drei Stellen in der Thora und an einer Stelle in Meaillath E'cha ist das Pronomen Wir" in gestürzter Form: urn angeführt. Die redenden Personen wollen vielleicht damit andeuten, -atz hier rin Manko — etwas Unvollkommenes vorliegt. a*a tt'vrna: Die Brüder Josefs sagen zu ihm: Wz anx ©'X 'ia iüba ..Wir find alle Söhne eines Vaters". Ihnen kömmt hie durch ihre Schuld entstandene Abwesenheit Josefs traurig zum Bewußtsein — sie find nicht vollzählig. T'ö map- Das Volk murrt Legen Mosche und Aron: „Ihr habet uns in diese Wüste geführt, um die Gemeinde durch Hunger zu töten". Mosche antwortet ihnen: »Gott yat gehört, wie Ihr gegen ihn zum Murren ausreizet, was find wir na 13ml? Nicht gegen uns richtet sich euer Murren, sondern Der I s r a e! i t_ mr mna* und wh nxw' die Entartung -es GsttesbeWußftems und dss Schwinden des Brudersefühls, die dss ekfte und zweite Gsttes? hettigtum vernichteten, sie waren letzten Endes auch die Wurzeln des Weltkriegs, der dann in einer unendlich scheinenden, peinvollen Verwicklung zehn Jahre lang Leid auf ßpß, Not und Wehe in kaum auszudenkender Münigfaltigkeit Mgfssfl, MMM KMchMeibpx und Mn? MpseelW pprMungest Uyd W keuchenden Menschheit auf Jahrzehnte hinaus das schwech dzw Mi^rgfiMUtzung" M weitestes ^^ch^dnnoch die MMe, dfie wir vor zehn Jahren niederschrieben, als der Sturm losbrach mP Wf k?? foMMrlfch dzrrchglühteg Fluren die^ WgffmttSgMM MMn der eurppäMen Völker-, Heere sich zusammenballten, wir möchten sie heute . rückblickend Wiederholen. avw$ xchx ma m vb-wn „Im Völkerkampf harre des Heiles." „Harre des Heiles — das ist die Donnerbotschaft, die aus dem Sturmgebraus des Tages an dgs MWp Khr, ins jüdische Herz dringt. Der Alltag versinkt, alle künstttchen Stützen von Menschenmacht und Menschengroße brechen zusammen; elend und kleinlich erscheint, was die Interessensphäre des Individuums erfüllte, und das Gefühl der Nichtigkeit alles Einzelwollens, der Gebrechlichkeit aller Volkesgröße erzwingt mit furchtbarer Allgewalt das Bekenntnis, das nicht nur ib niD^a die Gänge der Welt in Seiner Hand liegen, sondern daß auch Hiobs großes Lebensfazit für jeden einzelnen eine Wahrheit ist: "iSNi “jd2ö am vxax p bi?*- Nicht „Staub und Äsche", nicht das äußere Glück des Individuums kann der Endzweck des Geschehens sein, das sich himeden in dieser Zeitlichkeit abwickelt. Und wenn nun dennoch dem jüdischen Bewußtsein verbrieft und versiegelt die Tatsache ist, daß einst wiederum die Herrlichkeit Gottes im schwellenden Aufblühen irdischer Glückseligkeit sich offenbaren wird, wenn in allen jüdischen Gotteshäusern jetzt Jesaias Flammenwort das hohe Lied der in inniger Harmonie und äußeren Gedeihen vereinten Menschenwelt in die Herzen hineinsingt, so ist eben der Gedanke des „Golus Schechina" die Lösung des scheinbaren Widerspruches. Die ganze Weltgeschichte ist nichts anderes als die große Leidensschule für die Wiederkehr der Gottesherrlichkeit in den Kreis der Menschheit." } ,_ 31. Juli 1821 Zehn Jahre sind seitdem vettzcknW". Aus L s » das IMöUern kirnt bk Hsstnung, dgß kf KM k£ f Y l - 1%t»erfshhüng endlich.wiekr.MWMHu werden beginnt und damit erst die StzcttM Hr Verinnerlich fttzgdennoch diÄes JtzhP zehnt des WeM K M Müst der Bestch MsMft, SM Hefte Ser MeMMeit werden MgKetz köMn. ' Kin lKnscher Mw Wx KxchxindeMM Gegenüber der wiederholt aufgMMen Kehauptuug, daß man in L i t a ü e tz, wie Merff Haupt im ganzen Osten keMerhei Verständnis für die Austrittsbewegung habe, hihWW auch die heMche Orthodoxie mtexeMM-;, anläßlich der Angriffe, die MmMr KoftWaiM gegen das „System Frackkstirf" achtete/ Herr Rabbiner Feivelfohn inpo t der bekannte Verfasser voy ,',Nezach Jsrdel", M Rr. M?18.4 ks ,,MdWen OebenH" |^»no| unter dem Titel riaxn pa^» (Um der Wahrheit willen) sich eingehend mit der Frage des Austritts auseinandersetzt und, nachdem er zunächst die historischen Jrrtümer der Rosenbaumschen Darstellung ausdeckt, wörtlich folgendermaßen schreibt: „Im allgemeinen ist es überhaupt ein Irrtum zu behaupten, daß durch die Gründung von „Separatgemeinden" man sich s e p a r i e r t habe; in Wahrheit hat man sich von niemandem getrennt, man hat lediglich die Gemeindestatuten auf Grundlage der Thora festgelegt und jedem, der mit diesen Statuten einverstanden ist, dasRechtgegeben, derGemeinde anzugehören. Wenn Herr Rosenbaum aber behaupten will, daß es besser sei, um Streit zü vermeiden, auch in einer Gemeinde zu verbleiben, deren Statuten n i ch t der Thora entsprechen, ja warum soll man auch nicht in einer Gemeinde mit Karäern, ja schließlich auch mit Christen zusammen sein, wofür bedarf es eines besonderen Nationalrates, eines besonderen Ministers und eines besonderen jüiüdischen Landes? Das alles schafft ja „Streitigkeiten und Separationen". „Minister Rosenbaum nennt die Separation das „System der falschen Mutter" in dem bekannten Salomonischen Urteil. Mir scheint aber, daß hir ein großer Unterschied vorhanden ist. Ein Kind in zwei Hälften zu zerschneiden und es zu trennen: das ist allredings die Handlungsweise einer falschen Mutter, aber ein brandiges Glied abzuschneiden, damit das K i n d gegen Hüschöm". Mosche, betont hier, daß nicht er und Aron irgend etwas selbständig unternehmen können, sie find nur die Boten Häschems — sie sind keine eigenmöchttgen, vollkommenen Persönlichkeiten. — ä'V^maa. Die Stämme Gaö Und Reuben erbitten ihren Landanteil am Ostjordanland, statt im eigentlichen p» jenseits des Jordans. Sie ttennen sich damit in einem gewissen Sinne von den übrigen Stämmen. Wohl verpflichten sie sich, zur Eroberung des Landes waffenfähige Mannschaft zu stellen, aber ihnen bleibt der Besitz des Ostjordanlandes. Sie: verzichten auf ihren Anteil in Kanaan: -nasn pru ‘läjh urftm rmrw iwxi pua rixa n Endlich 'a N2»rr: »I2v©s Wir haben ndigt". Wir sind mcht mehr die Ganzen und Sollkommeuen — nicht sondern.iwi. Meines Feuilleton. Zwei Fragen. 1. Die mal bringt in m©: ra^n na^iar» na nisvis rmns© prri ian a©r>© aan. nia »npn bn *>ai2 ni» nivsiz s>z©i© i'rrms© -laxa© Q’iw© on©w 'NW vk 'N21V na xbx naw. l Hierzu bemerkt kr kpn: f? xaa Mp© nan dmbiaa am w «npn nv'vx iavn ni'ian pa' raam n» ©'©naa- Wer versteht den -^©n? Nchenboi bemerkt gibt es eine Lesart: ^na na xVx naiv nia 'Npa bx- 2 Im nifloirin 'bvaa ü’apT avn steht zum pivs: NZ1 rnax pa' ma vx folgende, meiner Ansicht nach, gänzlich unverständliche Bemerkung : nax n©a n^ni xnpa^ ax ©'i nnx. w tu a?rixa ,nbiv n.naa •»> Wer glaubt, diese dunkle Stelle zu verstehen? .nab© p j?nx’ Sprich nicht: „Wenn ich Zeit habe, ivM ich lernen". Eine Ferienplaudetti für Erzieher und Lehrer von «si. MannHÄMer in PeftDach. Wa — — wa — — was? Ich soll nicht lernen, ~ 1" v' " satz Met- Sowas wenn ich Zeit habe? Ja, ich soll zu nicht einmal aüsMechen? Uu steht nirgends, kann nicht stehen. Vielleicht haUdett es'sich um eine aus dein Zusämmenyang gerissene Stelle, bei der Wesentliches weggelässen wurde, um den Sinn zu -fälschen, worin die anttsemittschen Aitatenkleisterer eine ganz besondere Virtuosität haben. Vielleicht steht aär das Gegenteil: «Sprich, wen» ich ZeitHabe, will ich nichts lernen", Na', das wäre ja geradezu grotesk. Richttg! Es handelt sich Um eine Fälschung. Laut Quelle in Pbot 2, s ist hier ein Ssitzchen unterschlagen', msa xb xa© »vielleicht hast du niemals freie Zeit". Drei Worte — inbaltsschwer. Wie du wägst mit klggem Sinne, Hat, nachdem du lang erwogen, AM die HäWe vom Gewinne Längst der Schlaf dich schön betragen.

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