Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 65 (1924)
- Issue
- Heft 30 (24.7.1924)
- Date
- 1924-07-24
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Nr. 12 Der Israelit Blätter 24. Juli 1924 war schon fast ganz von ihnen erobert. Obwohl wir alle die große Gefahr kennen, die über dem jungen Geschlechts schwebt durch die Erziehung von Seiten der Freien, ist es doch Tatsache, daß die Mädchenerziehung, die zukünftigen Frauen und Mütter größtenteils der Thora völlig entfremdete. Agudas Jisroel hat schon vor zwei Jahren diese Gefahr erkannt und hat damals aus eigenen Kräften eine Mädchenschule in Uebereinstimmung mit den rabbinischen Autoritäten gegründet. Die A. I. hat mit einer relativ kleinen Summe in dieser Zeit geholfen und mit schwerer Mühe wurde die Schule ge- 8rundet und erhalten. Die Hoffnung der Jerusalemer »rthodoxie war, daß schließlich A.J. die Notwendigkit dieser Schule durch eine kräftige Unterstützung bekunde; unsere Hoffnung ist nicht enttäuscht worden. N^ch &er K. G. hat die allweltliche Aguda in ausgiebigster Weise unsere Schule unterstützt und daher konnten wir diese erweitern und zwar in zwei Abteilungen. Die eine Ab- Juden aus der Bucharei, Aleppo, Marokko, Georgien, Persien, Kaukasus und Kurdistan viele sich befinden, die weder lesen noch schreiben können, ja kaum beten, so begreift man, daß hier in der Tat ein Stück unseres jüdischen Volkes vor dem Verluste feiner Seele gerettet 4. G i w a s - S ch o u l. In der vor dem Kriege gegründeten Siedlung „Giwas Schoul" war überhaupt keine Schule für Kinder vorhanden. Die großen Kinder mußten einen sehr weiten Weg in die Stadt täglich zurücklegen. Die Kleinen hatten überhaupt nicht die Möglichkeit, eine Schule zu besuchen. Am Sukkoth wurde speziell für die kleinen Kinder eine Schule eingerichtet. Die Bewohner dieser Siedlung sind arm und wandten sich an Agudas Jisroel, daß sie ihnen bei der Gründung einer Schule behilflich sei. Durch die monatliche Unterstützung der Agudas Jisroel konnte nunmehr die Schule gegründet werden. 4. Sefardifche Schule im Bucharimviertel, 5. Sefardifche Schule im gerufifchen Viertel, 6. Cheder in Giwas Schoul, 7. Jefchiwath Zion und Apirion, 8. Cheder für Jemeniten. Zur Zeit arbeiten wir Pläne aus, in Liberias und in Saffed Mädchenschulen einzurichten und in Jaffa, resp. Tel-Awiv eine Talmud Thora Schule zu gründen. Wenn man daran denkt, was in den 5 Monaten feit der K.-G. auf diesem Gebiete geleistet wurde, können wir hoffen, daß die zukünftige Arbeit auf diesem Gebiete sich weiter günstig entwickeln wird. Schmittafonds. Der Beschluß der K.-G., unseren Brüdern und Landwirten in Erez Jisroel, welche das Schmittajahr halten, zu helfen, hat in der ganzen Diaspora ein starkes Echo gefunden. Auch in Jerusalem selbst wurden von der Aguda für diesen Zweck Summen gesammelt. Die palästinensische Agudas Jisroel hat eine eigene Kommission für diesen Zweck zusammengestellt, die Mitglieder des rabbinischen Rates der Agudas Jisroel haben die Kolonien besucht und entsprechende Anweisungen gegeben, wie man sich im Schmittajahr zu verhalten hat, die Rabbinen in Galiläa haben sich für Landwirte in Galiläa interessiert und haben regelmäßig Mitteilungen der Kommission zukommen lassen. Am Schluß des Winters wurden an alle Landwirte, die Schmitt« halten, Gelder verteilt. Agudas Jisroel als orthodoxe Organisation hat hier unendlich segensreiche Aufgaben löst, indem sie dafür Sorge getragen hat, daß die Izwas Schmitta im jüdischen Volke nicht vergessen wurde. (Fortsetzung folgt.) Klasse der Talmud-Thora in Pethach-Tikwa beim Ausflug. teilung in der Altstadt; dort sind drei Klassen, in denen 81 Schülerinnen unterrichtet werden, und zwar mit drei Lehrerinnen. Die zweite Abteilung ist in der Neustadt. Dort sind zwei Klassen, in denen 45 Schüler von zwei Lehrerinnen unterrichtet werden. Die Lehrgegenstände sind Lesen, Schreiben, Rechnen, Nähen, Handarbeiten, Gebete-Uebersetzen, Tehillim und der jeweilige Thorawochenabschnitt. Die Schülerinnen zeichnen sich durchweg durch Fleiß und Aufmerksamkeit aus. Man könnte selbstverständlich die Schule noch wesentlich erweitern, wenn die nötigen Geldmittel hierzu vorhanden sind. 2. Schule in PetachTikwah. Vor ungefähr 10 Jahren wurden in den jüdischen Kolonien durch die „SchomreThora", welche ausJerufalemer hervorragenden Juden besteht, Schulen gegründet, welche vor dem Kriege in Petach Tickwah oonNezachJisroel übernommen morden waren. Nach dem Kriege kamen sie Mter die Oberleitung der Zionisten, welche sie dem Misrüchi Übergaben. Von jener Zeit an waren die Eltern nicht mehr mit dem Unterricht zufrieden und ein Teil dieser Eltern beklagte sich darüber bei den Rabbinern in Jerusalem und baten darum, daß Agudas Jisroel die Leitung der Talmud Thora in Petach Tickwaoh übernehme. Die alte Talmud Thora in Petach Tickwah blieb zwar bestehen, aber ein Teil der Eltern hat dann mit Unterstützung der Agudas Jisroel eine neue Talmud Thora gegründet, welche aus drei Klassen und drei Lehrern besteht. Eine Prüfung durch Rabbiner Rubin zeigte, wie in kurzer Zeit diese Schule sich bewährte. Es ist zu hoffen, daß diese Talmud Thora sich in Bälde noch vergrößern wird und ihr Beispiel auch über Petach Tickwah hinaus für die anderen Kolonien vorbildlich sein wird. 3. Die Schulen „B n e i Z i o n" für die Sefardim. Die Schulen „Bnei Zion" sind der Rest der Thorastätten bei unseren sefardischen Brüdern, welche in der letzten Zeit leider in jüdischer Beziehung sehr zurückgegangen waren. Diese Schulen wurden durch Newyork unterhalten. Mit dem Aufhören dieser Unterstützung in der letzten Zeit war die Gefahr gegeben, daß 300 Schüler in die zionistischen Schulen gehen muhten, weil die sefardischen Schulen sich nicht mehr halten konnten. Agudas Jisroel in der Erkenntnis von der Wichtigkeit dieser Institutionen und ihrer Notwendigkeit hat eine monatliche Unterstützung vorläufig von 30.— Pfund für diese Schulen geleistet. Mit dieser Unterstützung gab sie die Möglichkeit der Erhaltung der Schulen und damit der Erhaltung des thoratreuen Judentums für die sefardifche Jugend in Jerusalem. Die Schulen „Bnei Zion" zerfallen in zwei Abteilungen. Die eine Abteilung ist im Bucharimoiertel mit 270 Schülern, welche in 6 Klassen von 8 Lehrern geleitet wird. Die zweite Abteilung in dem gerufifchen Viertel mit 130 Schülern in ö Klassen mit 6 Lehrern. Für beide Abteilungen ist noch gemeinsam ein Direktor. Der Wert dieser Schulen liegt darin, daß sie für alle aus dem Orient stammenden Juden die einzigen thoratreuen Schulen darstellen. Alliance und Zionisten haben alles versucht, diese Kreise zu gewinnen. Wenn man bedenkt, daß auch unter den eingewanderten 5. Jeschiwas Zion. Die berühmte Jeschiwah, welche Kinder vom kleinsten Alter bis zum 18. Lebensjahre in der mustergültig geleiteten Jeschiwas Zion und Apirion ausbildet, war durch das Versagen der amerikanischen Hilfe ebenfalls sehr stark mitgenommen, wenn auch die Amsterdamer Pekidim und Amarkalim mit Aufgebot aller Kräfte die Schule in dem bisherigen Maßstab zu erhalten versuchten. Indem Agudas Jisroel hier nirtgeholfen hat, hat sie sich ein ungemein großes Verdienst erworben. In Jeschiwas Zion befinden sich 90 Schüler, von denen zu hoffen ist, daß sie einstens als Große in Israel der Gesamtheit das zurückgeben werden, was die Gesamtheit an ihnen geleistet hat. Aus der Bewegung. Frankfurt a. M. Der Frankfurter G. A. der Agudas Jisroel schreibt uns: „Sie haben bereits in einer Fußnote zu dem Aufsatz des Herrn Distriktsrabbmers Dr. Rafael Breuer in Nr. 11 der „Blätter" daraus hingewkesen, daß die Ausdrucksweise an mehreren Stellen dieses Artikels zu einer irrigen Auffassung des klaren Wortlautes der Satzungen der Agudas Jisroel Anlaß gibt. Wir halten es jedoch für richtig, zur Vermeidung jedes Mißverständnisses nochmals darauf hinzuweisen, daß weder die Satzung der Gesamtaguda, noch diejenige der deutschen Landesorganifation von irgendwelcher Minderbewertung oder Rechtsverkürzung der Austrittsgegner gegenüber den Austrittsfreunden irgend etwas weiß. Vielmehr sind nicht ausgetretene Mitglieder von religiös neuttalen Gemeinden, sofern sie in ihrer persönlichen Lebensführung auf gesetzestreuem Boden stehen, rechtlich und faktisch zu sämtlichen Aemtern der Agudas Jisroel wählbar und es gehören solche Persönlichkeiten der obersten Leitung der Gesamtaguda von jeher und bis zum heuttgen Tage an." Leipzig, 11. Juli. Seit einigen Monaten hat sich das Agudaleben in der hiesigen Stadt merklich gehoben. Eine Klasse der Benei-Zton-Schulen. 6. Jemeniten-Schule. Als die Schule für die Jemeniten geschlossen wurde, hatte diese Gemeinde für ihre Kinder überhaupt keine Schule mehr, in der sie ihre Kinder so erziehen konnte, wie es dem tiefen religiösen Sinne der Gemeinde entsprach. Besonders schädlich war es, daß die kleinen Kinder infolgedessen in Kindergärten der Zionisten hineingingen. Mit Hilfe der Agudas Jisroel, insbesondere der amerikanischen Agudas Jisroel gelang es nunmehr, wieder einen Lehrer für eine Klasse anzustellen. Es ist zu hoffen, daß weitere Lehrer angestellt werden können, sobald die Mittel von Agudas Jisroel das erlauben. Agudas Jisroel hat seit der Kenessioh Gedaulo aus dem Gebiete des Chinnuch folgende Anstalten unterstützt, zum größten Teil erst ihr Dasein ermöglicht: 1. Mädchenschule in der Altstadt, 1. Abteilung, 2. Mädchenschule außerhalb der Altstadt, 2. Abteilung. 3. Talmud Thora in Petach Tikwah, Von der Organisation wurde ein neuer Sekretär für Sachsen, Sitz Leipzig, angestellt, mit der Aufgabe, die Arbeit für den hiesigen Bezirk durch Gründung neuer Gruppen und Weiterverbreitung des Schiurwesens zu fördern. Allabendlich finden Schiurim in 3 Gruppen statt, welche sich eines guten Besuches erfreuen. Außer Gruppenfchiurim wird täglich das Daf-Hajaumt gelernt. Jeden Schabbos findet einen«m verschiedener 'Dozenten statt, die allgemein Anklang findet. In Verbindung mit Mussar wird hierin auf die Wichtigkeit des Lernens und unserer sonstigen Tätigkeit hingewiesen. Mehrere unserer jungen Leute wollen sich für agrikulturelle Tätigkeit vorbereiten und nach Palästina gehen. Auch Beträge für Landkauf haben wir bereits an die zuständige Stelle abgeführt und mit weiteren Interessenten stehen wir in Unterhandlung^