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Der Israelit · 1924-07-17 · Heft 29 (17.7.1924) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
65 (1924)
Issue
Heft 29 (17.7.1924)
Date
1924-07-17
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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v(r. 29 Seite * 17 Juli 1I24 Der Israelit Mden^hahM.uyd^daß die -Bexhaydlungssprache polnisch sein MvH,r-hatx-eine gewisse 'Ltzesprsentterung Zn die Herhe de^jÄWtzn WrrWer gchrMt.^Wrz;vör^er Eröffyung fand ein Senioreykonvent stgtt, ein;welchem teilnahmen: Sr. .GotGeb ^(ZLomst), N. Prilutzki (Folkist), Ehrlich (Bund),StückgYld,(philaMr.opische Vereine), Rosenbaum .(ÄAudah) und Farhstoin (Misachi). Alle stimmten überein, daß. der Rat der Kehillah in aller Form gegen die ungesetzlichen Verfügungen Miklciszewskys protestieren mutz; man tonnte sich Iberdie Form, des Protestes nicht einig, werden. Vor dem Gebäude der jüdischen Gemeinde versammelte sich eine ungeheuere Menge Wähler, die stürmisch gegen "den Regierungserlaß protestierte - ,Md die Oeffeytlichkeit der Wtzung. forderte. .Die Mepge sandte .eine Deputation an den bisherigen Kehillah-Präsidenten Bragmann, die ihn aüfförderte, die Sitzung öffentlich abzuhalten. Herr Bragmann verwies jedoch auf die ministerielle Verordnung.; Die Delegation verlieh unter Protest das Gebäude. Eine starke Polizeiabteilung hinderte die Menge, in das Gebäude einzudringen. Dennoch gelang es größeren Gruppen hineinzukommen. Um 7 Uhr eröffnete Herr Bragmann die Sitzung. .Die Repräsentanten Dr. Goldenberg und Serubabel verlangten in Jiddisch das Wort zur Tagesordnung. Der Vorsitzende erwiderte in polnischer Sprache, daß die Regierung eine' Tagesordnung bereits vorgeschrieben habe. Er wurde fortwährend durch Rufe, unterbrochen, jiddisch oder hebräisch zu sprechen. Inzwischen gelang es den in das Gebäudeeingedrungenen Gruppen in den Sitzungssaal zu gelangen, und es entstand eine nervöse Unruhe. Die Vertreter der einzelnen Fraktionen bestiegen nacheinander die Tribüne und verlasen im Namen ihrer Parteien Protestdeklarationen gegen die polizeiliche Bewachung, sowie gegen die ministeriellen Verordnungen Zegen jiddisch und hebräisch. Der zionistische Vertreter Dr. Gottlieb, der. hebräisch zu reden begann, wurde durch die anwesenden Bundisten am Weitersprechen verhindert Unter Protest gegen diesen Zwang setzte er seine Rede jiddisch fort. Auch der Agudah-Vertreter Kirschbraun, der das Hebräische verteidigte, wurde von den Bundisten fortwährend unterbrochen. Der Vorsitzende wurde aufgefordert, seinen Platz zu verlassen, da er nur ein Voll- , zugsorgan der Regierung sei. Herr Vargmann erhob sich und verließ den Saal. Die Zionisten stimmten die Hatikrvah an, die Bundisten sangen die Internationale, (I.T.A.) - J»hatt»üverftryl, . > 1. Leitartikel: UbrahamiNsches oder mosaisches Juden- — L W»chr»r^r^dfch«»«: Das jüdische Wanderer» dMeytz. -f .Mas (ßcho des ÄerusalemerMordes. — 3. HomtklrOl:-«»«binev Dr. Winkler, KavetzhLSe»: Ungewöhnliche - Merkwürdlgtetten. — 4. Kleines Feuklleton: Ferien.— - Marienbader Quellen in — Palästina. — (Der schwache. Kopfrechner. — <BömPen»al). — 6.;A u fkätze: Die Arewuth-Vorfchrift in * der Aüffasfung des Rabbi Lzchok Mchonon Svektor. — 8; Korvespo;nVeV-en Und Nachichten: — 7. Personalien. —-8. Briefkasten. —■ 9. Fenileton-Beilage: S. Schachnowitz: Die. Messiasbraut. — 1v. Kinderecke: Bon Heinrich Einstüvterr i.Es ist gern, geschehen. —-11. Bücherbeilage. Ei»Kl«ri»d. Ein Agudah-Deputation bei Sir Herbert Samuel. London, 12. Juli. Der Oberkommissar Palästinas, Sir Herbert Samuel hat am 9. Juli den Präsidenten der Weltorganisation „Agudas Jisroel", Dr. Pinchas Kohn, und Herrn H. A. Goodman, den Sekretär der politischen Exekutive, empfangen. Es wurden bei dieser Gelegenheit die allgemeine Situation in Palästina und die geplante Verordnung betreffs der jüdischen Gemeinschaften in diesem Lande ausführlich besprochen. Da die Konversation privatim geführt wurde, kann ein detaillierter Bericht nicht gegeben werden. Es verlautet, daß Sir Herbert Samuel das Versprechen gab, die verschiedenen beanstandeten Punkte sorgfältig zu erwägen und sie, womöglich, zu verbessern. Man nimmt als sicher an, daß Sir Herbert Samuel, bevor die Verordnung Gesetz wird, die Agudas Jisroel, sowie die Jerusalemer Aschkenazim- Gemeinde zu Rate ziehen wird. Rabbiner Horovitz aus Jerusalem wird in kurzer Zeit in London erwartet, wo er sich mit der Agudah- .Delegation vereinigen wird. (I. T. A.) Herr J?:HI Thomas erwiderte:Wedauerlicherweise ist Dr. de Hayn in der Nacht des 30. Juni in dem jüdischen Viertel von Jerusalem erschössen worden. Es werden energische polizeiliche. Nachforschüngen angestellt. In bin jedoch nych nicht in der Lage, irgendetwas über die Resultate zu berichten. Was den zweiten Teil der Frage anbetrifft, so beabsichtigte, nach.meinen Informationen, Dr. de-Haan nicht, nach ^London zu reisen. PalajHn*. . Das Gernemdegefeh und der Waad-Leumi. Jerusalem, 25. Juni. Der bekannte Leiter der Ez Chajim-Ieschiwoh, I. M. T u k a z i n s k i, hat sich mit einem offenen Briefe an den Waad-Leumi gewendet, worin er seiner Verwunderung Ausdruck gibt, daß der Gesetzesentwurf sämtliche religiösen Anstalten der finanziellen und organisatorischen Aufsicht einer die größten religiösen Gegensätze in sich vereinigenden Körperschaft, wie sie der Waad-Leumi darstellt, unterwerfen will. Der Waad- Leumi hat daraus geantwortet, er denke nicht daran eine Herrschaft über die Institutionen der Orthodoxen ausüben zu wollen; bei gründlichem Studium des Gesetzentwurfes werde man sich von der Richtigkeit dieser Behauptung überzeugen. Der Zufall will jedoch, daß in der Sitzung des Waad- Leumi vom 15. Siwan die Frage einer Uebernahme der gesamten Erziehungswesens durch den Waad-Leumi auf der Tagesordnung stand und nur, „weil noch nicht genügend geklärt", von der Tagesordnung einstweilen abgesetzt wurde. Man darf dafür garantieren, daß den ehrgeizigen Politikern des Waad-Leumi die Absicht, das ganze religiöse Erziehungswesen ihrem Einfluß zu unterwerfen, nur solange „fernliegen" wird, wie ihnen die Macht dazu fehlt. Sollte, was Gott verhüten möge, der Gesetzentwurf in der vorliegenden Form angenommen werden, so . ist es um die innere Unabhängigkeit der Erziehungsinstitutionen vollständig geschehen. Antwort des Eolomat-Staatsfekretärs auf die de Haan-Interpellation. London, 12. Juli. Lieut.-Colonel Howard Bury fragte bekanntlich im Unterhaus den Staatssekretär für die Kolonien an, ob er „irgendeine Mitteilungüber den Mord an dem prominenten Antizionisten Dr. de Haan in Jerusalem machen könne", ferner, ob er wüßte,, daß Dr. de Haan im Begriff war, nach London zu reisen, um dem Kolonialamt die Einwände der orthodoxen antizionistischen Juden gegen jene Verordnungen darzulegen, die geeignet wären, diese Juden unter zionistische Herrschaft zu stellen: endlich, ob die Regierung Schritte zur Ergreifung des Mörders unternehmen wolle. Beileidsdepefche der britischen Regierung aus Anlaß des Mordes an de Haan. Jerusalem, 10. Juli. Die palästinensische Regierung hat von dem Kolonialamt das folgende Telegramm erhalten: „Bitte im Namen der Regierung Sr. Majestät den Verwandten Dr. de Haans die Anteilnahme auszudrücken. Die Regierung Sr. Majestät ist über die Gewalttat sehr bestürzt Und hofft, daß man die Mörder bald dem Gericht wird übergeben können. Sir Gilbert Clayton, der zeitweilige Vertreter des High Commissioner, überreichte das Telegramm persönlich dem Rabbiner Sonnenfeld während dessen Besuchs im Regierungspalais. Zur Ermordung Prof, de Haans. Jerusalem, 6. Tamus. Der Ermordete war im Trauerjahr um seinen Vater und kam regelmäßig morgens und abends zum Gottesdienst ins Schaare-Zedek-Hospital. Die Verschwörer konnten also genau die Stunde wissen, wann ihr Opfer das Hospital verlassen werde. Einen oder zwei Tage Vor dem Morde hatten „Doar hajaum" und „Haarez" die — unrichtige — Nachricht gebracht, daß de Haan noch in der' gleichen Woche nach London gehe, um gegen das Gemeindegesetz zu protestieren. Die hiesige Geheimpolizei fordert zu zweckdienlichen Mitteilungen über den Mord sowie über die Zeitungshetze gegen den Ermordeten auf und sichert diskrete Behandlung dieser Mitteilungen sowie 200 Pfund Belohnung zu. In den Redakttonen der in Betracht kommenden Blätter fanden polizeiliche Haussuchungen statt. Als Rabbi Chajiim Sonnenfeld die Schreckensnachricht mitgeteilt wurde, erhob er sich, zerriß seine Kleider und sprach vor seinem wivv -Schrank mit lauter Stimme n»«ä pi 7,212 mit 7ii2>»i atp. Rabbi Jzchock Jeruchan Diskin, wollte vor seinem Hause däs Trauergefolge anrehen, konnte aber vor .Tränen kein Wort hervorbringen. Die Chalüzim erlaubten sich auch bei diesem Anlaß vielfache Provokationen; so rief einer, wie „Kol Jisroel" berichtet, von der Mauer gegenüber dem Hospitale herab der weinenden Menge zu: w* Vaa Daten ni» nmrm wna» Ein trauriges Zeichen der Verrohung. Personalien. Mannheim. 3. Juli. nnn m waren es 25 Jahre, daß Herr Josef Traub als Kultusbeamter, als vniv und Lehrer in der hiesigen Gemeinde fungiert. Die verschiedenen Organisationen und Kreise, in denen der Jubilar wirkte, hätten es sicht nicht nehmen lassen, dem Manne, dessen Wesen und Walten den Stempel einer seltenen nuy trägt, die entsprechende Ehrung zuteil werden zu lassen. Schon der Synagogenchor, dem Herr Traub seit seinem Hiersein angehörte, batte seinem Repertoir seinem Mitglied zu Ehren eine festliche Note verliehen. Am mv vormittag versammelten. sich Vertreter der Kultusgemeinde, der Chewra Kadischah, der Klaussynagoge und des Synagogenchors in der Wohnung des Jubilars, um in intimer Form, wie es dem Wunsche des zu Feiernden entsprach, den Gefühlen des Dankes und der Freude Ausdruck zu verleihen. Die Redner, Herr Rabbiner Dr. Unüa, Herr Direktor Rosenbaum und Herr Löffler trafen sich in dem Gedanken, daß es eine Persönlichkeit zu ehren gelte, die die höchste Ehre im 'vn irms> erblickt, der der Beruf eine mvv /na?» bedeutet, Der mit Verzicht auf die soziale Wertung seinen Lohn in der mmselbst sucht. An ihm bewahrheitet sich das Wort unserer v'van daß die 1122 zu den, Dingen i gehört, die den erreichen, der ihnen entflieht: Mögees dem pflichteifrigen »mv der schon 4L Jahre.seines Dienstes in stiller Weise waltet, beschiedett'sein^ längs Jahre im Kreise seiner Lieben und seiner Gemeinde für bnp und t ax zu schaffen. Berlin, 9. Juli. Am nvn m wurde hier Frau Jedka Etting er zu Grabe getragen, die, trotzdem sie ein Alter von 75 Jahren erreicht, nicht nur ihren Kindern, darunter ihrem Schwiegersohn, unserem Dr. Meier Hildesheimer, sondern allen, die sie kannten, zu früh entrissen wurde. Es ist uns ein Bedürfnis, dieser aus edelstem Stamme entsprossenen Frau, der Gattin des uns unvergeßlichen Jacob Ettinger der wir um des Rausch Chaudesch willen nicht an der Bahre Worte der Würdigung nachsprechen konnten, hier einige Worte des Gedenkens zu weihen. Wir führen zwar das Wort nv'is na .12122 >2 im Munde, aber dort wo wir das nvrr bv ion üben sollen, wird die Frau mehr gerühmt, die in der Oeffentlichkeit sich hervorgetan. Und doch haben in Wahrheit die Persönlichkeiten größere Wirkungen ausgeübt, die in ihrem stillen Leben ein Vorbild gewesen für die, die ihnen nahen durften. Aus den großen Verhältnissen in Uman, wo sie mit ihrem Gatten der Mittelpunktder Gemeinde, die Stütze aller Institutionen war, wurde sie durch das Pogromjahr 1905 herausgerissen. Aber obwohl recht eigentlich entwurzelt, war sie für jeden, der ihr begegnen durfte, durch den Adel der Gesinnung, durch die nur im Osten zu jener höchsten Vollkommenheit ausgebildeten mi» doch eine ans Herz greifende Erscheinung. Es wäre nicht in ihrem Sinne von Cinzelzügen zu berichten. Die Selbstlosigkeit, das mi b&o mn -rsn irr» die aus gottdienender Demut fließende vollendete Bescheidenheit suchten ihresgleichen. Und von denen, die sie in der Synagoge beobachten konnten, hörte ich, wie ergriffen sie von der imo waren, jener konzentrierten Andacht, die sie noch nie gesehen, wie das für sie immer ein Erlebnis war, aus dem sie Kraft schöpften, wenn die eigene Sorge und der eigene Schmerz sie zu überwältigen drohten. Mögen die Hinterbliebenen in ihrem Schmerze der.Gedanke erheben, daß das Andenken an diese Frau in unserer Mitte nie verloren gehen wird, n-asan I. W. Briefkasten. K. L. in W. Sie fragen, was wahr und was erdichtet ist in der jetzt lausenden historischen Erzählung. Alle Hauptpersonen wie alle wesentlichen Handlungen sind historisch. Die inneren Zusammenhänge dieser einzelnen Episoden, wie die geistige und psychologische Vertiefung der Charaktere und Ereignisse lehnt sich an die neuesten und letzten Resultate der Sabbatai Zwi-Forschungen an, wie wir sie besonders auch den jüngsten „Mekize Nirda-- mim*-Deröffentlichungen danken. Lehrer Sp. in S. Solche Vorträge werden nur nach spärlichen Nottzen, die die Disposition festlegen, gehalten. Auch pflegte ich selten andere Werke zu benutzen als die Quellenwerke des Talmud und Midrasch. An geeigneten Hilsswerken giebt es keine große Auswahl. Vielleicht dürfte Dr. H. Ehrmanns .. DurchsIahr" lDerlag A. I. Hofmann. Frankfurt a. M.), Ihren Zwecken dienen. M. in W. Kuranstalt für Israeliten in Bad Soden im Taunus. Einen ..Hilfsverein für jüdische Lungenkranke" gibt es unseres Wissens in Deutschland leider nicht, doch ist in Frankfurt vor einiger Zeit ein jüdisches Komitee zur Bekämpfung der Tuberkulose gegründet worden. Adresse: Bertha Pappenheim, Frankfurt a. M., Langestratze 30.

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