Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 65 (1924)
- Issue
- Heft 24 (12.6.1924)
- Date
- 1924-06-12
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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65. Jahrgang. Frankfurt a. M., den Nr. 24 lll Israeli! ij Ein Centralorqan iflr das crtfiodoxe Jutentmn III Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Ul /jl Abonnement ab Januar 1924: Deutschland 1 Goldmark monatlich; Ausland: Bierteljahrpretse (entsprechend dem deutschen Inlandspreis zuzüglich Kosten des Streifband-Versandes) Deutsch-Ssterretch: 60000 Kronen; Amerika 1 Dollar; England 4 sh.; Frankreich 15 Fr.; Belgien 15 Fr.; Hollands fl.; Italien 39 Lire: Jugoslawien 70 Din.; Litauen 7.50 2tt.; Rumänien 100 Lei; Polen 4 deutsche Goldmark zum Tageskurs oder 5 Zloty; Schweiz 6 Fr.; Tschecho-Slowakei 25 Kronen; Ungarn 30000Kronen; Dänemark 6 Kronen; Norwegen 5 Kronen; Schweden 3.50 Kronen. Einzelnummer dreißig Goldpfennige. Der Israelit erscheint jeden Donnerstag. Inserate 30 Goldpfennige, für Stellensuchende 20 Goldpf., für die stebengespaltene Nonpareille-Zeile. Die 75 mm breite Rettamezeile: letzte Tertfette 1.20 Mk.. vorletzte Tertseite 3.— Mk.; Ehisfregebühr in Höhe eines doppelten Fernbriefportos. Rabatt nach Tarif. Bet laufenden Tnserataufträgen tarifm. Preiserhöhung jederzeit Vorbehalten. Inseratenannahme durch den Berlag des Israelit G. m. b. H., Frankfurt a. M., Gr. Eschenheimer Straße 83, Tel. Hansa 6843 sowie durch sämtl. Annoncen-Exped. des In- und Auslands. Alleinige Inseratenannahme für Frankfurter Geschäftsanzeigen: Jul. Schmidt, Langeftraße 7, II. Platzvorfchriflen ohne Verbindlichkeit. Zahlungen direkt an den Berlag auf Postscheckkonto Frankfurt (Main) Nr. 19803. — Außerdem Zürich Nr. VIII 7234 — Inkasso-Bank Rotterdam - Böhmische Nnionbank in Prag - an: Postsparkasse Wien Nr. 79603 - Postsparkassenamt Budapest Nr. 18434 - Postscheckamt Banca Marmarosch, Blank & Co. in Bukarest — Filiale des Wiener Bankvereins in Agram. letzter Termin für «las 11orzllg5-Angebot zu Mk. 8.- auf §.A.Hirfek. TieEfaknen Wir machen unsere Leser nochmals darauf aufmerksam, datz Bestellungen aus die neue Auflage von Hirsch, Die Psalmen zum Vorzugspreis von Mk. 8." nur bis 2o. Juni 6s. 3s. entgegengenommen werden können. Auf Wunsch gestatten wir Zahlung in 2 Raten zu Mark 4.— am 2o. Juni und 1. Rugust. Wir machen insbesondere alle Rabbinen und Lehrer aus diese nie wiederkehrende Gelegenheit zum Erwerbe des klassischen Werkes aufmerksam. Frankfurt a. M. Verlag des „Israelit" ß. m. 6. %. Jjermon, Vevkags-AktiengefeVekaft Avankfurt am Main Der heutigen Nummer des „Israelit" liegt nochmals eine Bestellkarte zum Abonnement auf die dltenorah Illustrierte Monatsschrift für Sie Mische Familie zum Vorzugspreis von Mk. 3.— vierteljährlich Wir beziehen uns aus den mit der vorigen Nummer verbreiteten illustrierten Prospekt, der unseren Lesern Kenntnis von dem reichen Inhalt der vornehmen Zeitschrift gibt, die vom 1. Juli an durch eine Redakttons- Kommifsion unter Leitung von Dr. Nathan Birnbaum redigiert wird bei. Heemon, VerlaM-NkliengejeiWoft. Abrahamitifches oder mosaisches Judentum? Eine Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Strömungen. 3. S. R. Hirsch hatte es schon in den „Neunzehn Briefen" unzweideutig ausgesprochen, daß zu seiner Zeit, da der Abfall im Leben und die absolute Unwissenheit in der Lehre eine ganze Generation bereits dahingerafft, es vor allem gelte, daspraktischeLeben wieder für die Erfüllung der Mizwos zu gewinnen. Das STEH N'NX 8^1 b'D NV1V N'N8V 2V1V NN8 .NV17 W2V2V 3wang unsre großen Führer im vorigen Jahrhundert, deren höchster Adel nicht sowohl der Reichtum ihres Geistes als ihre Gottesfurcht war, nicht — langsam von innen nach außen aufbauend — die Erneuerung des jüdischen Gebens aus einer wissenschaftlichen Renaissance m jahrzehntelanger Entwicklung zu erstreben, sondern vielmehr mit allen Mitteln der Ueberredung, der Begeisterung, der literarisch-belletristischen Propaganda, der Gemeindebildung die halb Verlorenen für das Leben im Gesetze förmlich mit Gewalt zurückzuerobern. Ihnen wog jeder Jude und jede Jüdin, die am Sabbath wieder auf die Zigarre und den Nähkorb, auf Broterwerb und Geschästsgewinn verzichteten, die auf Peßach ihre Häuser umstürzten und am Sukkoth ungeniert mit ihrem Lulow über die Straße gingen, schwer genug auf der Wage jüdischer Daseinsberechtigung, um zunächst sogar einen gewissen Mangel an Vertiefung — den der „aufgeklärte" östliche rmp'BK billig als Amrazus verspotten kann — mit in den Kauf zu nehmen. „Besser ein Narr mein Leben lang als ei ne Stunde pflichtvergessen vor meinem Vater im Himmel". Man kann den geistigen Heilungsprozeß, den namentlich S. R. Hirsch für das deutsche Judentum einleitete — als Hildesheimer nach Berlin kam, war die gefährlichste Krisis im Praktischen schon halb überwunden — als eine Erneuerung des denkwürdigen smn n&n bezeichnen, — zuerst die Tat, dann das vertiefte Lernen, — vielleicht war der große Mann grade deshalb seiner Sache sicher. Er wußte, daß aus der religiösen Tat, wenn sie aus reiner Gesinnung, ob zunächst auch unverwurzelt in einem Reichtum religiösen Geisteslebens, geübt war, im Laufe einiger Generationen dieses Geistesleben schon wieder erstehen werde. Denn zunächst hatte diese Tat erst wieder einmal ein religiöses G.emeinschaftsleben zu erzeugen, das ja bis auf den letzten Rest aufgelöst worden war. Die wiedererstehende Gemeinschaft mußte einen öffentlichen Gottesdien st schaffen, der zwischen der Scylla der gefahrvollen, einer entjudeten Jugend unerträglich ge wordenen synagogalen Verwilderung und der Charybdis einer gesetzesentfremdeten, kalten Kirchenimitation hindurchsteuerte. Die Gemeinschaft mußte Schulen schaffen, in denen die Jugend sich langsam wiederfand, das Gehen und Stehen in den Bahnen der bürgerlichen Durchschnittskultur bei stolzem Festhalten an den jüdischen Grundsätzen lernte, immer mit dem einen nächsten Hauptzweck im Auge: