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Der Israelit · 1924-06-05 · Heft 23 (5.6.1924) · page 24

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Journal
Der Israelit
Volume
65 (1924)
Issue
Heft 23 (5.6.1924)
Date
1924-06-05
Page
– (sequence 24)
Language
German
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Seite 24 Nr. 28____ Gedenken Gottes arbeitsfreien Tages, invxi “paar find nicht jüdische Bedienstete. SB. 11. M'i ist ein Ausdruck, der mft Rücksicht aus die Menschen gebraucht ist. wie auch Gott nicht notwendig gehabt hätte, die Welt in sechs Tagen zu schaffen, die er in einem Augenblick hätte Herstellen können. Die Förderung der Welt ist umso verdienstvoller, ihre Zerstörung umso verbrecherischer, je umfangreicher sie dem Ke fördernden Menschen und sie ze. störenden Menschen, der nur in den Formen von Raum und Zeit zu denken und zu begreifen vermag, erscheint. Das Aufhören der Schöpfung als Beweis für die Schöpfertä'igkeit einer zielbewuhten Intelligenz muh durch einen uns verständlichen Ausdruck, nämlich die Einstellung der Tätigkeit zum Ausdruck gebracht weiden. Die Beschränkung der Schöpfungsk äste durch nri bedeutet den Segen der Welt, der bewußt erteilt und entzogen wird, je nach dem Grade unserer Erkenntnis und Anerkenntnis der Quelle dieses Segens. Die Beschränkung auch unserer Tätigkeit durch die.Trat am Tage der nvai schafft uns den Segen des freien Gottes und erhält durch den Zwang, uns ihm unterzuordnen, die Moral in der Menschheit. Sie wü.de zugrunde gehen, wenn die Darbietungen der Natur willkürlich uns gereicht würden in ungehemmtem Schaffen und steter Weiterentwick.ung iher starken Kräfte mBnp’rpa pto>. In der Be- Mäukung erweist sich der Segen. V. 12. t\a» und ELernehre sind aufs engste miteinander verbunden. Denn seit am na» die Neuschöpfungen aufgehört haben, ist das. ni»srt>xm»x in Wi ksamkeit getreten und ein Geschöpf erzeugt das andere. (Malbim) Der mit Ve. stand begabte Mensch wenigstens hat daher im Erzeugungsgeschlecht die Schöpfertätigkeit zu ehren. Die Ehrung der Schöpfertätigkeit bewirkt die Gegenleistung des Schöpfers durch die G Haltung des Geschöpfes. Gerade beim Menschen ist aber das Geschöpf nicht nur körperlicher Natur, sondern in hervorragenderem Mähe geistigen Wesens. Es muh daher die lange Lebensdauer nicht unbedingt von dieser Welt der Vergänglichkeit verheißen sein. jianx' „steht ohne" ' - sagt daher der v'iivn ton — um anzudeuten, dah diesseits, es kein trw nanx gibt, da diese Welt mit 'n geschaffen ist, sondern nur im Jenseits das mit ' geschaffen sei. Wenn ' immer als 10 die volle Zahl bedeutet, fo ist 5, die Hälfte, das Symbol der halben Leistung gegenüber der ganzen Leistung- Diese Welt ist mit 'n geschaffen. Seitdem der Mensch geschaffen wurde, konnte die Welt nicht mit dem Mahstab D'pVx geführt werden- Zum Gesetz muh die Liebe treten und die Gnade muß die Abirrungen des sündigen Manschen kühnen. Im Jenseits aber her scht die Wahrheit. Dort bedarf der Mensch der Nachsicht nicht. Hier ist die Halbheit, dort die Ganzheit. Die Nachsicht ist nur das Aequivalent der Schwäche und Unvollkommenheit. Auf der Welt der Vollkommenheit herrscht O’om nicht, sie ist dort nicht erforderlich. Es ist aber auch ein Unter- Wed in der Wortbedeutung, ob das ' steht oder nicht. Im erstsren Fall liegt die Hiphilform vor, im letzlern die Qualform. Gelesen wird die Hiphilform, geschrieben ist sianx' als Qual. Es können sich die Tage von selbst verlängern, es können aber auch die Eltern — mit Bezug «uf die erste Vershälfte — die Verlängerung bewirken. Hier ist beides dadurch zum Ausdruck gebracht, dah in |aix' beide Formen vereinigt sind. Eine solche automatische Verlängerung der Tage aber, wie sie aus der Qualform spricht, gibt es aber nur auf iener Welt. Nur das Leben der unsterblichen Seele ist unbegrenzt. Es bleibt immerhin die Schwierigkeit bestehen, die der Ausdruck Vjr aufgibt. Nur müssen wir bedenken, dah, wenn wir denselben neben seiner Bedeutung als «an otoar im einfachen Wortsinn verstehen wollen, darum hi ihm ein wirklicher Segen enthalten ist, weil tz-w» Gesetz na ebensowenig an dar kurzlebige Der I s t a e 114 Individuum gerichtet ist wie nax. Es' richtet sich ja ohnehin also das Gebot an die Nation und besagt die Berheihung, dah die Nation, die ihre Vergangenheit nicht verleugnet und auf deren geistiger Hinterlassenschaft aufbaut, alle die Eignungen besitzt, die ihre Langlebigkeit auf dem Boden bedingt. Darum in sannxi das Wort pnx' ohne Waw als Einzahl auf das Volk bezogen und sein Land.man, während in vw» es die Einzelnen betrifft. Cs bleibt allerdings die Ueberlegung anzustellen, wieso die Elternehre so hoch stehen kann, nachdem doch die beiden ersten Gebote die Verehrung jeder Körperlichkeit so sehr verabscheuen. Und mit dem Gebote der Elternehre wäre doch anscheinend die körperliche Beziehung sehr hoch veranschlagt. Wenn wir aber bedenken, dah mit dem scheinbar überflüssigen nx die älteren Geschwister mit den Ellern gleichgestellt werden, so wird dieses Gebot über jede blohe körperliche Schöpfungsverehrung emporgehoben und auf das geistige Gebiet des Wissens und der Erfahrung verwiesen. Dadurch ist bör mnt -Pflicht des na» eine ständige m'at auf geistig-sittlichem Gebiet zur Seite gestellt und die Zuzählung von X"Xia zur Tafel, welche die Pflichten gegen Gott enthält, ist gerechtfertigt. Die zweite Tafel will demgemäß, wenn sie auch ausschließlich die Pflichten gegen Menschen enthält, diese vergeistigen und das ganze menschliche Erdendasein auf die Stufe erbeben, die ihm zum Unterschied vom blohen Repetieren des Tieres zukommt. Im Mord wird ein ö'pVx tftx getroffen. Je mehr göttliche Funken hier auf Erden wandeln, umsomehr Träger des göttlichen Namens und Wirkens find zu erhoffen, um fo fester ist die Verbindung von Himmel und Erde, umsomehr Bänder vorhanden sind. Ein jedes Kind stellt solche Verbindung dar. * Hoch über dem Ausmaß des materiellen Lebensgenusses steht die geistig-sittliche Macht, die im Dienste Gottes und zum Frommen der Gesamtmenschheit mit jedem Kinde mehr gefestigt wird. Es ist darum nicht zufällig, dah, wenn die Welt sittlich verderbt ist X'vivitonax die Welt zerstört. Wenn de,r Mensch sich nur als Körper, als Tier begreift, dann hört er auf, das Geistige im Menschen zu achten. Der Mensch wird ihm Kadaver, auf dessen Tötung nicht imn hV steht. So gilt auch nicht als Ehe, vor deren Treubruch *jxan nb warnt, ein Konkubinat, sondern nur eine auf Grund sittlicher Anschauung geschlossene Ehe |'»npi nein t tor. Da allerdings ist die Heiligkeit der Ehe schon dann verletzt, wenn auch noch kein Zusammenleben der Ehegatten stattgefunden hat. — Nicht die politischen und militärischen Kriegshetzer tragen die Verantwortung für den Krieg, der für nichtige Ziele Menschenopfer fordert, sondern die philosophischen Theoretiker einer gottentfremdeten Weltanschauung und entwürdigenden Zerstörung der Familie. So lehrt es das Wortixan xb selbst. Sch"w. 47 b wird gesagt *irtx apiab ,*mm ixan x*? b*n *]xnn- Es gibt erfahrungsgemäß kein *px*a ohne Veranlassung. Es werden die Sinne gereizt, wenn der Mensch zu unna-ürlichem Schritt verlockt wird. Es gehören zu lixa ebm zwei. In diesem Zusammenhang begreift es sich denn auch, dah 33an x^? bei aaia ni»aa sprich- Ist es doch eins der drei nebeneinandergc stellten Verbote, deren Uebertretung mit dem Tode bestraft wird. Mann kann aber auch dem Menschen etwas rauben, das ihm wertvoller als sein Leben ist und das ihm sein sittliches Dasein entzieht: seine Ehre, drum in diesem Zusammenhang najm xto Auch der materielle Besitz ist in hohem Mähe ein geistiges und sittliches Gut. Denn auch er unterliegt dem Bewußtsein, das 'D3K uns geben will. Wir sollen nicht glauben, aus eigener Kraft uns Hab und Gut verschaffen zu können V 6, 17/18, sondem sollen wissen, dah die Güter uns verliehen werden von dem, der Eigner der Erde und dessen ist, was sie füllet. Was wir mit Gewalt und auf ehrliche Weise uns erwerben, zerfließt, wie <« 5. Juni 1924 ' gewonnen ist. Die Folgengeschlechter bauen auf solchen Zuwachs kein Glück auf. Dabei handelt es sich aber gar nicht lediglich um den Wert des besessenen Gegenstandes. Selbst wenn man denselben bezahlen will, Übertritt matt das Verbot: denn jeder Gegenstand, den ein Mensch besitzt, hat auch einen ideellen Wert für ihn. Die Reihenfolge ist die natürliche. Zuerst baut der Mensch sich sein Haus, um dann eine Frau heimführen zu können. Dann schafft er sich die Bedienung an, um mit deren Hilfe den Besitzstand zu vergröhern. Bei diesem kauft er zunächst das Tier für Ackerwirtschaft und Viehzucht, sodann das Last- und Reittier. Der Ramban bemerkt, dah nur bei einzelnen Geboten Lohn oder Strafe erwähnt ist. Beim zweiten xap bn beim dritten npa’ x^ beim fünften siaax' ppto Bei den letzten fünf Geboten, die sich mit dem Verstand begreifen lassen und ldie ein notwendiges Mittel des Bestandes der Gesellschaft bilden, fehlt jede Andeutung von Lohn und Strafe. Denn Vorteil und Nach- Lteil stellen sich dort von selbst heraus, xap toe als Strafe bezieht sich auf «t»t nb und ivn ntznjr als Lohn auf ’aax. Bei nana» gibt es kein Gebot, sodah ein Lohn darauf zu erwähnen wäre, na» wiederum ist nur die praktische Anwendung des ’aax und n'N' xto und bedarf keiner besondem Verheißung. Dagegen istx^ixa ein neues Gebot, erfordert eine besondere Lohnverheihung. Im Einzelnen sei über die Unterschiede zwischen dem Dekalos hier und der Wiedergabe in jannxi bemerkt. (Schluß folgt.) Mitteilungen. Köln. Der Verein für die jüdischen Interessen Deutschlands hat für einige Gemeinden in der Eifel einen Religionslehrer angestellt- Auch! der Religionsunterricht mehrerer Gemeinden im Koblenzer Bezirk wird vom genannten Verein in Verbindung mit der Jugend- Organisation der Agudas Jisroel subventioniert- Der Vorstand des Vereins für die jüdischen Interessen Rheinlands hat eine Anzahl Herren, die sich um den Veröin verdient gemacht haben, in den Ehrenbeirat gewählt. Die Talmud-Tauroh ut Köln hat auch in diesem Halbjahr zwei na'»'-Kurse für verschieden fortgeschrittene junge Leute aus Köln und Umgegend, die sich ein Jahr lang ausschließlich dem Tauroh-Lernen widmen wollen, eingerichtet. An den übrigen täglich zahlreichen Unterrichtsstunden nehmen auch solche Schüler teil, die aus der Nahe an einem oder mehreren Tagen der Woche nach Köln kommen. Die Iawne, deren Realgymnasium jetzt VI bis Untersekunda, deren Lyzeum VII—II umfaßt, besuchen jetzt auch mehrere Schüler aus Rheinland und Westfalen, die teils in Köln in Pension sind, teils jeden Tag herüberkommen. Hoffentlich werden diese Schüler den jüdischen Geist der Kölner Anstalten und die Erkenntnis der hohen Bedeutung und des Wertes des Taurohlernens mit in ihre Heimat nehmen und dort später jüdisches Empfinden und Leben, wieder ermecken.

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