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Der Israelit · 1924-05-22 · Heft 21 (22.5.1924) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
65 (1924)
Issue
Heft 21 (22.5.1924)
Date
1924-05-22
Page
– (sequence 13)
Language
German
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fieeausgegeßen von dev fandesoeganifation dev Agudas-Aiseoel in Neutfekkand.! ntfii'flf.n/li ..•iilim'il >' liili 11 i i—i. ■»■■■*■■■■■■■ ■■■■■■■ ■■ ■ tumtmmmmmmmmBmtmmm—mmmmmmmmmmm—mmmmmm-Mmmmmmimmmmmmmmmmmmm s0?Zährgüng Fran^urt a. M., den 22. Mai ^924 / s8. Wr 5684 Nummer 8 Gchmittohfonds der Agudas Jisroel. Der kommende Sabbath belebt in allen Gotteshäusern das Bewußtsein von dem innigen Zusammenhang zwischen der Rückkehr des jüdischen Volkes auf seinen heimatlichen Boden und dem.großen Gottesdenkmal der Schmittohu n d I ob e l g e s e tz g eb u n g. Die Palästinä-Zenkrale der Agudas Jisroel hat sich aus diesem Anlaß an sämtliche Landesorganisationen mit der Bitte gewandt, alle Einnahmen, die den Synagogen und Bothe Midraschim an diesem Sabbat (^ö 1N2 "fl) aus Mizwösverkäuf und Spenden aller Art usw. zufließen, dem KereN Haschmitto der Agudas Jisroel zuzuwenden. Aus diesem Fonds werden diejenigen unserer landwirtschaftlich arbeitenden Brüder in Erez Jisroel im kommenden SchMittohjahr unterstützt, die im Vertrauen auf Gottes fürsorgende Wallung die Opfer des Schmittohjahres willig auf sich nehmen. Wir hoffen, daß der Aufforderung im reichsten Maße entsprochen wird. Ausgaben und Ziele des Keren-Hathora. Unterredung der JPZ mit Direktor Dr. D e utschländer, Wien. Anläßlich eines Vortrages von Herrn Dr. Leo Deutschlander, dem Direktor der Keren Hathora-Zentrale in Wien, hatte unser Br.- Mitarbeiter Gelegenheit zu einer ausführlichen Besprechung mit Dr. D. über Wesen und Ziele des Keren Hafhora, aus welcher wir das wichtigste, unfern Lesern mitteilen wollen. „Mit der Gründung des KH, so führte Dr. D. aus, ist, so darf man ohne Uebertreibung sagen, der Grundstein für eine der wichtigsten Aufgaben des jüdischen Volkes in der Gegenwart gelegt worden . Die bedeutendsten und anerkannten' geistigen Führer, Männer wie der? Ehofez Etzaiim und Rabbi Ehajim Ojser Grödzienski-Wilna. ebenso die Führer -der chas-! Irdischen Massen in Polen, wie der Czortkower Rebbe Und der Gerrer Rebbe, überhaupt sämtliche hervorragenden Rabbiner und Thoraweisen j der Jetztzeit, haben diesen großen Fonds ge--! schaffen, >der den heiligen Schatz des jüdischen! Volkes zur Erhaltung und Pflege seines höchsten Lebensgutes der Thora bilden soll. j Der Keren Hathora bezweckt in erster Liniez die systematische Sammlung und Bereitstellung'! aller in Betracht kommenden Mittel, um in! großzügiger Weise das Thora-Studium an allen! Orten zu sichern und gu fördern. Unsere Haupt-! sorge gilt in erster Lime den großen Jeschiwothj im Osten, die durch die furchtbare Not der! Kriegsjahre und der darauffolgenden Zeit ganz besonders gelitten hüben. Mit beispielloser^ Ovferfreude haben unsere amerikanischen Brüder! Jahr für Iahr (seit 1916) Riesensummen für? die Erhaltung der geistigen Lebenskraft unseres! Volkes zur Verfügung gestellt: es ist bekannt/ daß eine Aussicht für die Fortsetzung dieser! Liebestätigkeit für die Zukunft nicht besteht.' And so -tritt die Pflicht für die Erhaltung dieser Pflanzstätten jüdischen Geistes wieder an uns in Europa heran und wir zweifeln nicht, daß der Ruf unserer Führer nicht ungehört verhallen wird. Etwa 10,900 Bachurim sind es, für die gegenwärtig zu sorgen ist. Mehr als die Hälfte von ihnen leidet, wie wir auf Grund authentischer Mitteilungen erklären, buchstäblich Hunger. Eine große Anzahl ist, wie wir einem Schreiben des genannten Wilnaer Rabbiners entnehmen, unter unsäglichen Mühen aus Sowjetrußland in die polnisch-litauischen Jeschiwoth geflüchtet, um den unerbittlichen Verfolgungen seitens der Bolschewisten zu entgehen. Es ist uns zwar gelungen, bereits in den letzten 3 Monaten auf Grund eines Aufrufes des Rabbimschen Rates der Ägudas Jisroel, erhebliche Beträge zu vereinnahmen und der Not der Stunde folgend, sie den am meisten bedrängten Lehrstätten zu überweisen. Insgesamt'wurden an Subventionen bereits annähernd 100,060 Franken verausgabt, eine Summe, die den Bedürfnissen allerdings in keiner Weise Rechnung trägt. Ich darf es deshalb mit besonderer Freude begrüßen, daß nun die Schweizer Iudenheit, ihrer; Tradition getreu, den Keren 'Hathora in ihrem Lande begründet und ihm gleich einen größeren Betrag zugewendet hat. Es wird die Aufgabe der nächsten Zeit sein in den Wochen zwischen Pessach und Schewuoth in allen Ländern jeden Jehudi für die Arbeit am Werke der Rettung unserer Schulen zu gewinnen. Aber nicht nur der Erhaltung der östlichen Lehrstätten gilt unsere Sorge. Der Keren Hathora ist nicht nur ein Apparat zum Geldsammeln, es schwebt uns vor auch weiteste Kreise der westeuropäischen Iudenheit von der Notwendigkeit intensiven Thoralernens für die Erhaltung des Judentums zu überzeugen. Die Bedürfnisse, die jedem Lande in dieser Hinsicht obliegen, sind verschieden. Die Landeszentrafen haben daher das Recht, einen Prozentsatz der von ihnen aufgebrachten Summen für die Zwecke des eigenen Landes zu verwenden. Nach dem verheißungsvollen Anfang und dem freudigen Widerhall,! den der Keren Haihora bisher in allen Ländern! gefunden hat, können wir hoffen, daß die neue! Schöpfung reichen Segen, stiften wird." DeltjeWtoo in LuMir. . Am Lag beomer -findet in Lublin die feierliche -Grundsteinlegung für' den Bau -der Weltjeschiwo stM. Die kühnsten Optimisten -konnten vor sieben Monüten, als gelegentlich der Kenestio Gedaulo Äer.Pkan zum Wau einer großen jüdischen Hochschule reifte, an eine so rasche Verwirklichung -nicht -glauben. Die schwere wirtschaftliche Situation einerseits, die auch sonst geringe Begeisterung ünd 'Gebefreudigkeit für solche Pläne andererseits, -konnten diesen Unglauben nähren. Und doch findet kaum sieben Monate nach der Geburt des Planes der erste Anfang statt. Die Weltjefchiwo wird gebaut. Am Lag beomer wird der Grundstein gelegt, am Tage nach dem Feste beginnt die Arbeit an dem großen Werke. Mit der Grundsteinlegung beginnt eine neue Epoche für das Judentum in Polen. Bis jetzt waren Litauen und Ungarn die großen Zentren der Thoralehre, während in Polen und Galizien der Limud Hathora von den großen Chassidim- Rabbis durch ein anderes System verbreitet würde. Kleine Jefchiwos und Talmud Thoras waren die Regel, während-jetzt auch Polen eine zentrale große Schule besitzen soll, die dieses -Land zu einem Zentrum der Thoralehre gestalten wird. Daß Polen, als ein Land, das die größte Anzahl religions- und gesetzestreuer Juden beherbergt, die geeignetste Stätte ist, von wo der Limud Hathora einen neuen großen Aufschwung nehmen, kann, ist -klar. Wieder werden sich die verschiedensten Richtungen der jüdischen Orthodoxie, Hunderte von Chassidim und Misnagdim vereinigen, um ein großes Fest der Thora zu feiern. Daß dieses Fest in diesen schweren Zeiten möglich ist, erhöht seine Bedeutung und seine Feier. Der Keren Hathora der Agudas Jisroel, der in der Grundsteinlegung seine erste große positive Tat erblicken darf, neben den kleineren, aber nicht minder wichtigen Leistungen zur Erhaltung bereits bestehender Jefchiwos, feiert am Lag beomer seine Eingliederung in die größten und wichtigsten Institutionen des jüdischen Volkes. An der Feier werden teilnehmen: Aus Wien: Der Czortkower Rebbe, vom G. A. Rabb. Dr. P. Kohn, vom Keren Hathora Rabbiner Vaumgarten und Rabbi Beer Friedmann. Ferner haben ihre Teilnahme zugesagt: Der Chofez Chaim, der Gerer Rebbe sowie viele Rabbeim aus Polen und Litauen. Jischuw Erez Jisroel in der Gegenwart. Von Rabbiner H. Korowih in Wie». Seit Jahrhunderten herrscht Meinungsstreit zwischen den Gelehrten Israels darüber, ob man den Gesetzesübertretern aus dem Wege gehen soll, oder ob es nicht ratsamer sei, ihnen Rede und Antwort zu stehen, und mit allen Waffen des Geistes entgegenzutreten. Die deutschen Gelehrten, der „Mosch" und sein Anhangpflqgten die erstere Methode nach dem Rate des weisen Königs: „Antworte dem Tyr nicht!" Die Weisen Spaniens nahmen den geistigen Kampf in aller Oeffentlichkeit auf. Wir wollen nicht -urteilend in die verwickelte Frage omgreifen. Es sei nur hiergesagt, daß was Palästina betrifft, der Kampf nach der Spanischen Methode nicht umgyygen werden kann. In den Ländern der Higspora bleibt nichts anderes übrig, yls uns, wo wir uns in der Oeffentlichkest nicht durchsetzen.können, in einen Winkel zurückzuziehen und -dorthin hinüberzuretten, was zu retten ist, möglicherweise uns nach einem anderen Lande mit besseren religiösen Möglichkeiten,zu begeben.- Andere in Erez Jisroel, wo eine Flucht aus dem Lande eine Preisgabe des heiligen Bodens an die Religionsfeinde einen schweren Verstoß gegen dgs Gebot.von Jischuw Erez Jisroel bedeutet. Es wäre höchst unverantwortlich von uns, Israels Land Elementen auszuliefern, die keine Gewähr für seinen heiligen Charakter bieten. Denken wir nur \n diesem Zusammenhang an die H e i l i g u n g d er Fefte, die nur von Palästinaausgehen kann. Matmonides im Abschnitte von „Kiddusch Hachodesch" führt an, daß wir uns bei der Festlegung der Neumonds- und Festtage einzig auf die Palästinenser verlassen, da außerhalb Palästinas eine Neumondsweihe nicht angeht. Im „Sefer hamizwaus", Gebot 153 fügt noch Maimonides hinzu: „Träte, was Gott verhüten möchte, der Fall ein, daß es keinen Juden mehr in Palästina gäbe und in der Diaspora kein Besdin mit Autorisation aus Palästina, so würde unsere Kalenderberechnung uns gar nichts nützen, nachdem wir doch die Monate und Jahre außerhalb Palästinas nicht berechnen dürfen." In den Responsen des „Chatam Sofer" zu „Orach Chajim" 250 ist darüber im einzelnen zu lesen. Auf eine Frage, was wichtiger fei, eine neue Synagoge in Jerusalem zu errichten oder die Unterstützung der dortigen Thoragelehrten zu vergrößern, entschied sich Rabbi Mosche Sofer für das letztere. Angeregt war die Frage von Rabbi Hirsch Lehren in Amsterdam, der seinerseits ebenfalls

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