Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 65 (1924)
- Issue
- Heft 21 (22.5.1924)
- Date
- 1924-05-22
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Nr. 21 Der Israelit 22. VW 1824 Aus aller Welt. Frankreich. In Paris hat die Jahresversammlung des jüdischen Konsistoriums stattgefunden. Dem Konsistorium waren im Jahre 1923 4399 Steuerzahler unterstellt. In die neue Kammer sind IS jüdische Abgeordnete gewählt worden. Holland. In Haag hat die Gemeinde den Bau einer neuen Synagoge und Gemeindehaus beschlossen. Polen. Die Budgetkommission im Sejm hat einen Antrag auf rituelle Verköstigung der jüdischen Soldaten in der polnischen Armee abgelehnt. England. Der Minister des Innern empfing eine Delegation des Board of Deputies und sagte ihr Erleichleichterungen bei der Naturalisation der Ausländer zu. Brieflasten. H. H. in Schiffweiler. 15 Frs. eingegangen. I. Sch. in Berlin. Wir danken Ihnen für die freundliche Mitteilung. So viel uns bekannt, ist das Arteil erst dieser Tage gefällt worden. Daß E. bereits tot ist, wußten wir freilich nicht. Daß man aus Angst vor neuem ..Rischus" die Abwehr unterlassen soll, ist ein Standpunkt, der durch die neue Entwicklung leider überholt ist. P. R. Nein, und zwar mit der Begründung, daß es sich in Ihrem Fall um einen i»i» handelt, der nicht mit zählt. I. B. in Graz. Geburtstag 21. Juli, ms» m ms? 26. Juli vm?s- Reichelsheim. Kein jüdischer Lehrer, der Anspruch auf diesen Titel macht, sollte es mit seinem Ehrgefühl vereinbar halten, sich uns die Stelle in einer Gemeinde zü bewerben, die ihren Lehrer so skandalös behandelt. Rabbi S. F. in Birmingham. Wenden Sie stch an Agudas Jisroel in Riga, Postfach 51. Lehrer K. in A. Die alte Schuld ist nach dem heutigen Saß von 60 Goldpfennigen per Monat zu berechnen. Besten Gruß. Sprechsaal. Zur Warnung für stellesuchende Lehrer. Es wird uns mitgeteilt, daß in Reichelsheim i. O. einem jüdischen Lehrer keine Lebensmöglichkeit geboten ist. Die Geineinde weigert sich strikte, den Beamten einzugruppieren. Derselbe bezieht mit Frau und Kind monatlich zirka 85 Mark Fixum inklusive Licht und Steuern. Mer denselben die Wahrung seiner Rechte — er ist Dvlksschüllehrer mit beiden Examen — durch Lehrerverband und Kreisamt ermöglichen will, meldet sich nicht oder zieht seine Meldung zurück. Jegliche Auskunft gerne gegen Rückporto. TDn^ Zu der sehr dankenswehrten Mitteilung in Nr. 20 Ihres gesch. Blattes, möchte ich hinzufügen, daß auch in den Heringen sich Würmer finden u. zw. sowohl auf dem Rogen und dem Milcher, besonders an der Innenseite der Hälften, als auch innen auf dem Fleische. Die Mürmer sind schneckenförmig gerollt und werden bei sorgfältigem Nachsehen bemerkt. Vermischtes. Alsfeld, 18. Mar. Die Jahresversammlung des „Unabhängigen Vereins israelitischer Lehrer im Volksstäate Hessen" findet am 29. Mai (Himmelfahrt) im Hörsaal der Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft zu Frankfurt a. M., Friedberger Anlage, vorm, um 10 Uhr statt. Alle Mitglieder des Vereins sind hiermit nochmals fxeundlichst eingeladen. München, 7. Mai. Zufolge des Beamtenabbaugesetzes würden die meist seit Jahrzehnten bestehenden jüdischen Volksschulen in Ansbach, Treuchtlingen, Altenstadt, Berolzheim und Scheinfeld aufgelöst. Manche dieser Gemeinden .wird wohl dadurch ihren Lehrer — leider — vielleicht ihren letzten Lehrer verlieren. Randegg. 6. Mai. Mit dem heutigen Tage verläßt unser Rabbiner Donath seine hiesige Stelle, um in seinem neuen Wirkungskreis in Lübeck seine Tätigkeit aufzunehmen. Der Abschied von hier bezeugte -das segensreiche Wirken des Scheidenden, das ganz im Sinne unserer heiligen Thora aufgebaut war. Ob die Rabbinatsstelle infolge der allgemeinen Verhältnisse wieder besetzt werden kann, ist noch fraglich und es wäre sehr zu bedauern, wenn die alte Stätte, auf der seit Jahren Thorawissen gelernt wurde, verwaist bliebe. Inhaltsübersicht. 1. Leitartikel: Bon L. Anfänger in Würzburg: Eine innenpolitische Borlesung. — LWochenrundscha«: Palästinensische Einwanderung. — Die Eingemeindung der Sonntagsreform. — 3. Homiletik: Bon Rabbiner Dr. Winkler in Kopenhagen: Bemerkungen zum Wochenabschnitt. — Reinheit und Wahrheit, Schönheit und Klarheit. — 4. Kleines Feuilleton: Zum sechzigsten Geburtstag Dr. Meier Hildesheimers in Berlin. — Rabbinischer Humor. — (Neue Ausgrabungen in Jerusalem). — 5. Aufsätze: Von Herbert Philippsthal in Charlottenburg; Die Juden in Hessen. — Bon Willy Wolf in Köln: Die Schüler des R. Aktba. — 6. K orresv ond enzen und Nachrichten. — 7. Aus aller Welt. — 8. Briefkasten. — v. Sprechfaal. — 10. Vermischtes. — 11. Frankfurter Berichte. — 13. Bereinskälender. — Gebetzeiten. — 13. Feuilleton-Beilage: Huden in China. — Althebräische Inschriften auf dem Berge Sinai. — 14. Kinderecke: Das Wort und die Tat. — 15. Personalien. — lj>. Blätterbeilage. Frankfurter Berichte. Der IsraetMschen Volksschule zu Frankfurt a. Al. *) Ein Abschiedsgruß von David Pineas. 1. Ich legte ab mein Arbeitskleid, Fort schloß ich Buch und Heft und Feder; Noch einen Blick auf meine Schar — Und dann verließ ich das Katheder. Zur Schule werd' ich nun nicht mehr Alltäglich meine Schritte lenken. Doch werde ich — ich fühl' es sehr — Alltäglich doch der Schule denken. 2. Wie Feder, Heft und Buch, so läßt Mein Herz sich nicht zur Seite legen; Was vierzig Jahr du hast umhegt, Das treibt dich an zu rasch'ren Schlägen. Der Schule bist du zugekehrt Mit innigen Wünschen, stillem Hoffen — Sei diesen Gunst von Gott gewährt, Das Ohr des Himmels ihnen offen! 3. Ein hoher Geist erfülle sie, Die treu der Schule Gut verwalten, Oft nach des Tages Last und Müh' Noch kluge Zwiesprach für sie halten. Ihr dien' ein Lehrkollegium, Feinhörig und mit Hellen Augen, Das — pflichttreu — sorgsam sieht sich um, Was für die Schule wohl mag taugen. 4. Und nun die liehen Kinder erst — Gott seg'n euch alle, wo auch immer, In eure jungen Augen fiel Vom Licht der Welt der erste Schimmer. Gott geb' euch Lust, gesundes Blut, Und schenk' euch runde, ros'ge Wangen, Füll' euer Herz mit Jugendmut, Nach Lehr' und Wissen mit Verlangen, 5. Daß Knaben, Mädchen ein und aus Zum Schultor lern- und spielfroh eilen, Daß unsere Schulabsentenlisten Ausweisen fast nur leere Zeilen, Daß Schularzt, Pflegerin kann feiern, Erholungsstätten öde stehn, Und Eltern, Lehrer frohen Herzens Rur muntere Kinderscharen sehn. *) Wegen Raummangels verspätet. Ferievkinder. Bon der Jüdischen Frauenvereinigung wird uns geschrieben: „Än unsere Freunde und Gönner auf dem Lande! Mit unverminderter Sorge erfüllt uns das Schicksal unserer Heranwachsenden Jugend und wenn es auch heute nach harter, entbehrungsreicher Zeit möglich ist, sie rationeller zu ernähren, so ist doch die Kaufkraft vieher ehemals besser gestellter Familien derartig geschwächt, daß es dringend geboten ist, Heren gründe Kinder durch eine Erholung auf dem Lande, in gesünder Wald- und Feldluft zu kräftigen und widerstandsfähiger zu machen, sie zu schätzen vor der leider immer mehr um sich greifenden Tuberkulosegefahr. Darum ergeht heute unser Ruf an unsere Glaubensgenossen auf dem Lande, än unsere treuen Helfer in schwerer Zeit, die in edler Menschenliebe wahre Gastfreundschaft für unsere jungen Schützlinge geboten und nur durch wirtschaftliche Maßnahmen darin unterbrochen, auch jetzt — so hoffen wir — erbeut bieten werden. Unsere Buben und Mäoel werden es als ein kostbares Geschenk betrachten, das nächwirkend ihr Leben beeinflussen dürfte, wenn es ihnen gegönnt wäre, einige sorglose Wochen in gesunder Gegend, bei guten, rituell lebenden Menschen auf dem Lande verbringen zu dürfen und dieses Geschenk wird ihnen jeder gerne machen, den ein gütiges Geschick in die Läge setzte, in solcher Weise einer edlen Mefchenpflicht nachzukommen, Daher bitten wir herzliichst, uns bald M benachrichtigen, ob Buben oder Mädel und welches Älter, welche Zeit zu einer Aufnahme gestattet ist. Je eher, desto größer die gute Tat. Agudas Jisroel Jugendgruppe. Diesen Sonntag, den 25. Mai, findet ein Ausflug für Herren nach dem Spessart statt. Treffpunkt 6,16, Neuer Ostbahnhos, Haupleingang. Führung: Fritz Stern. Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. Gäste willkommen. Zentrale für jüdische Wohlfahrtspflege. Die Zentrale für jüdische Wohlfahrtspflege bittet uns, folgendes zu veröffentlichen: Die Not der Zeit hat vornehmlich die Zahl der Kinder, die dringend tatkräftigster Hilfe bedürfen, in ungeahntem Umfange anschwellen lassen. In der der Zentrale angegliederten Kommission für jüdische Kinder- Ersorge sind sämtliche jüdische Vereinigungen Frankrts, die stch mit Kinderfürsorge beschäftigen, zu gemeinmer praktischer Arbeit vereinigt. Die Kommission kann den ungeheuren an sie Wstellteu. ÄtzMhD gerecht werden, wenn sie aüs allen Krisen der hiesig^ jüdischen Bürgerschaft aufs weitgehendste mit Mittels unterstützt wird. Die Erhaltung unserer Kinder ist bje Erhaltung unserer Zukunft. Freundliche Spenden werden erbeten auf Postich^ konto Rr. 34693 oder in bar äus unser Büro, LaiM Straße 30." a Reiseeindrücke in Erez Jisroel. Dienstag, 27. Mai, 8,15 Uhr, findet in der Agudaz Jisroel Orts- und Jugendgruppe (Aula der Realschule am Tiergarten) ein Vortragsabend statt, an deck H^. Gustav Kaufmann über seine „Reiseeindrücke iit Erez Jisroel" spricht. Gäste, Damen und Herren willkommen. Bereinskälender. (Wegen Rauiymangstls verkürzt.) Kerein Wekor tzyafira. Samstag vorm, nach Schluß der Synaaoa» »Dinim"; Herr Rektor Falk. — 12'/* Uhr in de! Frauenfynagoge der Klaus nutf yis; Herr Professor A. Weyl. — nachm. 4'f4 Uhr (Hörsaal, ..Mikro"; Herr Dr. W. Hofmann. — 1 Stund! vor Nacht „Mtdrasch"; Herr Herz Halpern. Sonntag und Mittwoch nach Schluß derSyna. goge ütfn mSD; Herr Red. Schachnowitz. Sonntag vorm. 9'/«Uhr und Dienstag 1 Stunde vor ..Mincho"..Gemoro": Herr R. A.G. Pos en. Montag und Mittwoch abend 7 Uhr „Gemoro Herr Rabbiner Dr. Josef Breuer. Donnerstag abend: Der Dortrag des Herin Rabb. Dr. Jos. Breuer fällt aus. Dienstag und Freitag morgens nach SchN der Synagoge ,Mischna"; Herr Rektor Falk an anderen Tagen Mitgliederlernen. Allabendlich abends 8% Uhr Schaß-Lernen; Herr Herz Halpern. I a hrz ei ts-Stiftungen: Mo ntäg. 26. Mai. Oberkantor Julius Friesländrr« Stiftung. Donnerstag. 29. Mai. Dr. Israel Roos-StM. Freitag. 30^Mai. Abraham Fürth- und Ach Joseph geb. Mainz-Stiftung. Agudas Aisroel-Sugendgruppe. Allabendlich */« Stunde vor Nacht Omerlernen. Dienstag abend 8'/* Uhr in der Aula am Tiergarten. Vortrag über Reiseeindrücke in Erez Iis« roel: Herr Gustav K aüfm ann. *; Sämtliche Veranstaltungen finden im Vereins« lokal, Hanauerlandftraße 17, statt. <4irvjaty Hherr-Aerejrr. Samstag nach Mincho im Hörsaale .Midrasch': Herr Red. S. Sch ach n ow itz. V"V-Aereiu. Alltäglich von Sonntag bis Donnerstag abends '/-7 Uhr: ,-did ‘dö; Herr Rabbiner S. Weber. Aestzamidrafch, Hsteudfiraße 18. Samstag VaStunde vor Nacht halachifcher Vor« ttag; Herr B. Rachelsohn. SLntttag vorm, von 8-'/,10 Uhr. Dienstag. Mittwoch und Donnerstag abends Gr: Gemoro" N23; Herr Rechtsanwalt Dr. Breuer. ' Alltäglich zwischen nnib und rmVD: D-ja'n und am Sabbat 12 Uhr mittag Chumisch mit Raschi, Herr B o s e n z w e i g. Hgkmud-Hhora-Wereiu. Vereinslokal: Gemeinde-Synagoge Börneplatz. Samstag. 11-12 Uhr: „Schulchan-Aruch"; Herr ©.Unna. — 374 Uhr: Raschi zum Wochen« abschnitt"; Herr Rabb.-Ass. Lip i n s ky. Alle übrigen Schiurim wie gewöhnlich. Heöetzeiterr. 1,12 rot* F reitag abend 7.30. Samstagmorgen 7.45 Samstag nachmittag 5.—. Samstag abend 9.10. Wocheng ottesdienfi: Morgens 6.15. Nachmittags?.^ Tefilin-Legen am Morgen 2.50. Löst Blumen ab zu Gunsten unter ernähr« terKinder.Iüd.Frauenvereinigung. Hansa 2825. Postscheckkonto 42258. Berantzvortlich für den allgemeinen Teil und das Feuilleton ©. .6 chr^chnorvi tz; Jnseratei. B.: ©1 © ch ach nöw itz, tzmÜM in Frankfurt a-M.; Pädagogische Beilage: Lehrer I. SptL in Dulda. — »erlag „JsraÄit-, G. M Frankfurt a.^' Druck: Hermon Berrqtzs-Aktiengesell schaft, Frankstrrt a. M