Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 65 (1924)
- Issue
- Heft 21 (22.5.1924)
- Date
- 1924-05-22
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 Nr. 21 __ schenwürde'MMfö*ber föteh Seeletth>Ülle,Hüs1st die efytii Liebestai/ die siMt auch' E keiM Faser an menschlichen 'Dank, menschliche Wieder? Vergeltung Denkt, die das Rechte und Gute ubt, weil es ebAi recht und gut ist. . So-sei es auch um. unsM Verhalten gegenüber dem. Vaterlande bestellt. ' Ohne Rücksicht auf die Srellungnahtste der Machthaber uns gegenüber werden wir treüe Kistder W Vaterlandes/jßin und bleiben, ihm diänen, fern Wohl fördern, getreu dem Worte des Propheten iv'l'ii.. Und rvönn es auch Ein kühner Vergleich feiff ma^g: unser armes Bchenastd "gMcht ' einem niLv n», insoferne es kei'tzen anderweitigen Freund' und Annehmer in de^ Welt zu Hallen scheint. Um^sö heiliger wird unsere Verpflichtung, üür mit der Umkehrung, daß wirres'neü bstleben, zu MmM üyd Schönheit. Äek^en Und - starken wollen. | Äe RabbineN "lehreUni2^»n f» ivLV n'^2»v nrd. D. der ists, der sich vor der Regierung flüchtet. JN-unsereM7ZusamMenhang.sei.es gestattet, da dev Wortlaut eS zuläßt Und ^deM Satze keinerlei Gewalt angetan wird, von der gewöhnlichen, bekannten Auffassung abweichend, in uns, im Juden der heutigen Zeit denzu sehen und zu konstatieren: wer vernünftig helfen will, die Schäden der Zeit zu heilen, der dränge sich nicht in die vordersten Reihen, der trete bescheiden in den Hintergrund, der „fliehe aus der Regierung." Es ist ja nur allzu bekannt, wie aus der führenden Stellung, die einige wenige „Juden" eingenommen, Material zum Kampfe gegen „die Juden" und „das Judentum" geschlagen wird und es mag hier füglich der schon so oft geführte Nachweis unterbleiben, daß gewisse Personen jüdischer Abstammung trotzdem längst jeden innerlichen Zusammenhang mit Judentum und Juden verloren hatten, daß jüdisch klingende Namen nicht immer auch Juden zu Trägern haben müssen usw. usw. Wer nicht belehrt sein will, der ist nicht zu belehren. Im 1. Abschnitte der „Sprüche der Väter", § 10 sagt der weise Schemaja: „Liebe die Arbeit und hasse die Hochstellung und suche nicht mit der Herrschaft bekannt zu werden. Und'im 6. Abschnitt § 5 heißt es: „Suche keine Größe für dich und strebe nicht nach Ehre, sehne dich nicht nach fürstlichen Tischen." Suche keine Anerkennung für dich, erklärt Hirsch ,, wohl aber für die heilige Sache, in deren Dienst du stehst undstrebst. R. Hunna estdkich/ rneinis,, npHyn ‘ m nVinri' d. h., es ist derjenige, der den' Kranken besucht — und er fügt hyperbolisch hinzu, denn wer den Kranken besucht, mindert die Krankheit um ein, Sechzigstel. Prompt erfolgt die - Frage: Darm .Maischten doch nur 6E Leute zu kommen und; dW) KrMfen^besuchen und er wäre gesund?. D e r »I ff «ne-bt t v« . mssss, W laüUt die ÄnkwdrtlPder^ Besucher wM^vön aufrichtigster ' Mb opfevwilligster Liehe beseNt fein.^ Ein" treffliches 'Mld^für Anser" Berhaltem Krank sind, damit kehren wir zum Ausgangspunkte zurück, alle heutigen MrMltniffe. Es gil^ den Kr.aMn besuchen, llHi Herd der Mankyeit nMHnergie äufzusuMU nur HW pn Hilfe Einsetzen. Das SechzHMl ist inWv Wischen -Symbolik das verschwindende Teilchen. Aiv Politik der Minen MstM hilft niHt. Ws Sechzigstekt geht ist der Masse verloreH Sechzig Sechzigstel müssen zusamtnen helfest, aber jeder Teil getragen von opferwilligster Liebe^Wir- ^Juden merden nicht«" verMen Litzb'e,' äüfrichlige "Liebe zw' BäterlMd'^Md äste Wivd^Ge wirken all^ ng eintreten. »nno Bemerkungen zum Wochenabschnitt. Bon Rabbiner Dr. Winkler in Kopenhagen. , I. ... ' .. .. M'on »Ihr sollt einander nicht kränken*. — Rabbi, so berichtet der Midrasch, hatte einmal ein Festessen für seine Jünger veranstaltet und ihnen gebratene Zungen vorsetzen lassen. Die jungen Leute suchten's die weichen Zungen heraus und ließen die harten zurück. „Kinder-, sagte Rabbi, ganz genau so müßt auch ihr im 'Umgänge mit euren Mitmenschen euch der weichen und milden, nicht der harten und strengen Zunge bedienen, darum heitzt es: w „Kränket nicht einer den anderen." . 1:;. , II. v» 11' nvsi I'NN 11»» '21 „Wenn dein Brüder verarmt und feine Hand wankt mit dir. so greif ihm unter die Arme". Dieses i»? „mit dir", wird verschiedentlich ausgelegt: Nach Sigorno bedeutet es, Palästinensische Einwanderung. Aus Erez Jisroel kommt die erfreuliche Nachricht, daß es an Arbeitern fehle, um die für den Tabakbau in denKolonien notwendigen Arbeiten auszuführen. Die Arbeiterorganisationen rufen nach neuen Einwanderern und die Regierung ist auch bereit, Visa in größerer Zahl für geeignete Elemente zu gewähren. Allein zwischen dem seinen Söhnen sich öffnenden Lande und dem jüdischen Volke steht — die zionistische Organisation, die in ihrem blinden Machtwillen ihr Einwanderungsmonppol zähe festhält und — man sollte es nicht für möglich halten — wie ein Kind sein Spielzeug den berüchtigten Paragraphen' 4 des Palästina-Mandates liebkost, weil dieser Paragraph , ihr das Stolzieren als „Jewish Agency" gestattet. Unter der Ueberschrift: „Eine neue Blamage der Aguda" berichtet die „Jüdische Rundschau" triumphierend, die palästinensische Regierung habe ein Gesuch der polnischen Agudas Jisroel um Zulassung eigener I m m i g r a - t i 0 n s l i st e n der Aguda n e b e n d e n zionistischen abgelehnt und leistet sich dann folgenden geschmackvollen Ausbruch zionistischen Anstands:; i-w t]! : m r- ,:Die Aguda gibt die Hoffnung aust eine für sie zu bereitende —^ koschere — ^Extrawurst anscheinend nicht auf. Sie riskiert selbst /.die größte Blamage.- . Eine vernichtendere Antwort auf die kindliche 'Anmaßung, däs^'agudistische 'Trennüngsprinzip aüch^'äüf nichtreligiöse Gebiete staatlicher Verwaltungspraxis' zu überttagen, ist kaum denkbar. Eine- Organisatton, die Forderungen stellt, welche zu den komischsten und gro- - teskeften Konsequenzen führen müssen, ist politisch nicht mehr -ernst zu nehmen.Die Bescheinigung :dar- -Mer,:'hat --ie„Atz,uda".WH,'in^drn-. Händen. / dir sittlich-religiös gleich stehen". Das schließt aus den, dem -deine Uüterstützüng dazu verhelfen würde, seinerruüjüdischenWandelfortzüsetzem Ohe! Jakob und Andere -wiederum Leuten dieses „{mit: dir in gleicher materiell er.Lage sein"... So -u auch nicht besser gestellt bist, als er. gleichwohl isnpTnm „müßt du ihm nach Möglichkeit unter die Arme greisen. Kli Io k 0 r endlich faßt das Wort in der Bedeutung von „vertraut fein" auf. Hier steht nämlich i»» nicht neben -pn« 1«' '21. sondern neben rn'nßm. Daß dein Brüder bereits verarmt fei: ist dir noch nicht bekannt, wohl aber vt nv»i/. daß feine Hand zu wanken anfangs. Weiter unten dagegen (D. 35 und 47), wo der bedrängte Bruder sich dir oder dem Fremden als Diener anbietet, steht ivs bzw. to* dicht neben im« 11»' '2; dort ist dir schon säne' völlige Verarmung offenkundig. ■ / 'V:; . ui. ' - 'Dieser ihvw's w. 1 Der' 20,1 Jjar hat für uns eine ganz besonders Bedeutung : an-diesem Tage nämlich ftieg; nach -^ 12-782 (vgl. auch 'x v"2), die Wolke vom Stiftszelte auhrworauf unsere Väter zum er si e n Mal e unter- Führmm der Bündesläde den Züg nach öeM veWitzenen Lande antraten »022 »wi „Und wenn die Bundeslade aufbrach, sprach Moses, erhebe Dich, 0 Gott,- daß Deine Feinde sich zerstteuen und Deine Haller vor Deinem Antlitze fliehen (dast V. 35)". — Und. sieh dai wie merkwürdig! oi' haben wir die m2m des bekannten Psalmverses: V2 fern mv m wtp »Zu Schanden werden und sehr bestürzt alle meine Feinde, fie weichen zurück, sind zu Schanden im Augenblick". _^ 2L Mai. 1924 erA^üngesHesich^s'eHerrem . .. . . . en, werddn keirken erststhafM PdMM^darüb^r hin- MMuschem'MU „AgÜdas^JiM" <t u ch i n diesem Pun kt e Zeinen schweren, bisbeH erfolglosen, daruOI Wr nj'cht minder e y rre n - p 0 ll e n KamW^lun t># Befreiung von 'V DWM n M La n'V lyon zion/ st iss He r AHeistHevrschaftIeistet. Die R^getüngder Eim8MKPlW^ist eineMn i n e n t re l rjg fcf f e e n h e i t. »nn wie sollte Sen lrekiMsMElechetzen.MMch sein,/die öhneEies vorhändenen' SchröMrtzresten jeder Aus-/ Hnd Einwanderung zu überwinden/'wMn sie'Mokr Gmm b e^u n d Utt'g N ckd im e r iGWe n s°ssi mi fäFYQ TM uWf ff e/h eÄsdvn'ftve m - i> O r g a n i s a t i 0 ni- /abhänHßn? ^Sö^nge ^oren des heiligm/ Lqndees nich) eine von ^Zü^ünd Abneigung freie? VerwaltuHsbehörde, sondern ein rPD kft e i/'e g vm esn t Wache hält, kann von f r e 1 ej HinwänderüNß — sollten auch Taiüende von Viseü "erteW'werden, MM 'ReMsM?EEine Partei aber, RrenPHnalistische Vertretung sich so gebärdet, wie es^ die oben abgedruckte, stark ins Antisemitische stechende Sttlprobe zeigt, kann gewiß keinen Anspruch , auf Vertrauen erheben. Die Eingemeindung der Sonntagsreform. Die jüdische Reformgemeinde zu Berlin, die Schöpfung Samuel Holdheims, die in der Johannisstraße allsonntäglich beim Geläute naheliegender Kirchen ihren „Sabbatgottesdienst" abhält, kann einen großen Sieg verkünden. Ihre Verhandlungen mit der Jüdischen Gemeinde zu Berlin haben, wenn auch nicht alle ihre Wünsche erfüllt wurden, zu einer Verst ä n.dvg un g geführt, die ihre Weiterentwicklung ' ermögliche. Während die Gemeinde in der Johannisstraße bisher nur eine dem Ermessen des Gemeindevorftandes überlassene Subvention erhalten hatte, erhält sie jetzt eine festgesetzte Pauschalsumme zur Deckung alle r p e r s 0 - stellen Ausgaben und Leistungen, sowie der öffentlich rechtlichenSteüern.' Ein sehnlicher Wunsch der Reformgemeinde, nämlich die Ueberlassung einer der Gemeindesynagogen für den Sonntagsgottesdienst, wurde sticht erfüllt. Aber buch hierin zeigte die jüdische Gemeinde ein Entgegenkommen, mit dem, die Reformgerneinde zu ftieden sein daiff. Ein Bauplatz wird den Sonntagsreformern von der jüdischen Gemeinde im Westen kostenlos überlasten und ein B a u k osten z u s ch u ß in Aussicht gestellt Da die Synagoge in der Johannisstrahe, — es wird nicht gesägt warum, — eine andere Verwendung finden soll, ist für die Uebergangszeit der Re- Schönheit und Klarheit. Die jüngsten Wochenabfchnitte * befaßten sich vornehmlich mit ' den R e i n h e i t s gefetzen- I für: Priester und Nichtpriefter^ Vielleicht rvarenes^-,zunächst rein äußerliche/Erwägungen, weiche die-Weisen des Midrasch oeranlaßten, diese Gesetze' mit Üön Psalmworten, zu illustrieren: n>»Äv die ^Rabbi'Tanchüin bar Ehaniwi uns) die ewige-- Wahrheit/-:-Raöbi Mrdan im Namen R. tzochanans a. aufdie reine Schönheit des Götieswortes beziehen. R. Tanchüm kleidet seine Anschauung über die ewige .Wahrheit des Gotteswortes in ein -kleines Gleichnis,^ Er - erzählt, Me ein Fürst einst eine Fahrt durch stin Land machte und von seinen' Unt^tanen,. freudig begrüßt und erhebend gefeiert' würde, so daß ,er,' ttef gerührt, .ihnen die 'schönsten Versprechungen mstchte Und allerlei Verbesserungen einzusühren beabsichtigte. Abersteheda, ein überraschender, vorzeittger Tod -raffte ihn. weg'und seine-Worte blieben unerfüllt. Nichts soist esi mif dem Worte Gottes, denn er, der Herr, ist Gott der^Wahrheit, dessen ewige Dauer und ewige Regierung die Erfüllung seiner Worte' währleisten. ^Das/sind also die Kennzeichen der .nn«» ntrintj : Reinheit ist - Wahrheit.: - Sei rein, bleibe rein, indem - du wahr bist,;; wahr bleibst; in allem! Gerade in unserer Zeit, der Zeit der Wirrungen .unb Irrungen auf so ' bieten Gebieten des öffentlichen- Lebend kann gär nicht laut und' eüidrintzlich genügder Ruf ^erfchällen- „Sei rein UNd Wahr!?"-And lenmehtt der Unwährheit Tür und Tor ^geöffnet erscheint, je mehr Parteihader, Klassen- und Rcrssenkampf die Menschen verfehdet, je mehr die eine Partei durch unwahre Behauptungen die