Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 65 (1924)
- Issue
- Heft 20 (15.5.1924)
- Date
- 1924-05-15
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10 Nr. 20 Der Israelit 15. Mai 1924 suchte. Andere zu belehren, ans Judentum heranzuziehen, den Thorageist in den Massen zu verbreiten, darin erschöpfte sich das Leben und das Streben des allgeachteten, schon durch seine äußerliche Erscheinung ungemein imponierenden, durch Witz und Herzensgute alle gewinnenden Mannes. Der Aguda schloß er sich in den letzten Jahren mit ganzem Herzen Herzen an. Nur seiner Einwirkung ist es zu danken, daß in seiner Gemeinde, die seit 18 Jahren keinen beamteten Rabbiner hat,das religiöse Leben so frisch pulsiert und kein einziges jüdisches Geschäft am Sabbat geöffnet ist. Seiner Stellung und seinem Einfluß bei den Behörden ist es zu danken, daß in der Gemeinde ein religiös einwandfreier Eruw besteht und auch noch über weitere Teile der Stadt ausgedehnt werden konnte. Ein ihm wiederholt angebotenes Reichstags- und Landtagsmandat hat er zurückgewiesen. Dahingegen konnte er den vielen Ehrenämtern in seiner Gemeinde nicht entgehen. So war er Kultuspräsident und unbesoldeter Ehrenrabbiner. Die Stadt ernannte ihn zum Vizebürgermeister und Mitglied der Handelskammer. Seine hohe Stellung und sein Ansehen in Wien wie Czernowitz setzte er mehr wie einmal zugunsten seiner Glaubensgenossen ein. Die Institutionen der Gemeinde konnten unter seiner Leitung in wahrhaft vorbildlicher Weise ausgebaut werden. ... Der Verstorbene entfaltete auch eine reiche literarische Tätigkeit. Er durfte als der beste Kenner der Schriften eines Großvaters, des „Chasfan Sofer", gelten und hat viele dieser Schriften redigiert und mit Randbemerkungen oder belehrender Einleitung versehen. Neben halachischen Schriften gab er auch eine Sammlung von Liedern zu Sabbat und Feiertagen aus der Feder des „Chassam Sofer" unter dem Titel nvv xrrtf, heraus, dem noch ein Anhang ähnlicher religiöser Lieder von seinem Vater Oberrabbiner Simon Schreiber beiaegeben ist, ebenso wurde der gesamte literarische Nachlaß des Oberrabbiner Schreiber von seinem jetzt verstorbenen Sohn redigiert und zur Herausgabe fertiggestellt. Der Krieg, der ihn zur Flucht zwang, hatte die Durchführung des Planes, der ihm sehr am Herzen lag, verhindert. Zurzeit druckt man in Wien eine vom Verstorbenen redigierte Sammlung bis jetzt unveröffentlichter „Droschaus" des Chassam Sofer. Die Trauerkunde machte gewaltigen Eindruck in der Stadt. Bei der Beerdigung waren sämtliche Geschäfte geschlossen und eine vieltausendköpfige Menge gab dem Verstorbenen das letzte Geleite. Hespedim unterblieben wegen des Monats Nissan und auf letztwilligen Wunsch des Verstorbenen. Mit den Angehörigen, der treuen Gattin, drei Söhnen, die ntm min ^va sind, einer Tochter und einem Schwiegersohn, Rabbiner Joseph Stern, trauert das gesetzestreue Judentum um einen seiner Besten n"ajun. (Der „Israelit" hat an dem Heimgegangenen eine seiner eifrigsten Freunde und Gönner verloren, der bis zu seinem Tode nicht aufhörte, werbend und empfehlend für sein Lieblingsblatt zu wirken. n"a^n- Red.) Altenstädt an der Iller. Das silberne Ehejubiläum feierten am Rausch Chaudesch Jjar Herr Hauptlehrer Rose und Gemahlin. Briefkasten. C. G. in Franks. Wir bitten Sie, uns Ihren Namen zu nennen, den wir auf Wunsch natürlich geheimhaiten werden. Dr. E. G. in K. Wir bitten um baldige Zusendung, damit wir rechtzeitige Dispositionen treffen können. L. Sch. in Schwf. Ohne Angabe der Nummer oder wenigstens des Jahrgangs, können wir Gewünschtes nicht ausfindig machen. M. B. in Tuckum. Abonnement bis 16. 8. 24. bezahlt. M. E. in G. Man darf es ohne Bedenken. I. S. in Leipzig. 13. Siwan 1896 gleich 25. Mai — 19. Tamus 1901 gleich 6. Juli. Vermischtes. Berlin, 20. März. Der Verein der Leiterinnen jüdischer Erziehungsan st alten Deutschlands hielt am 16. März eine Versammlung in Berlin ab. Zweck des Vereins ist die Förderung der Interessen der jüdischen Waisen- und Hilflosen-Kinderpflege, der jüdischen Erziehungsanstalten und der beruflichen und Standesangelegenheiter seiner Mitglieder. Der Versammlung, die von dem Vorsitzenden des Vereins, Waisenhausdirektor Peritz-Königsberg, geleitet wurde, wohnten auch Vertreter der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden bei. Hauptgegenstände der Tagung waren die Unterbringung schwer erziehbarer und psychopathischer jüdischer Kinder und die Erweiterung der Aufnahmebedingungen für Normalkinder. Referate dazu hielten: Psychiatiker Dr. Götz-Berlin über anormale Kinder und Direktor Dr. Feist-Berlin, Reichenhermsches Waisenhaus, über die Frage der Aufnahmebedingungen bei Normalanstalten. Die Versammlung betonte zum Schluffe der Debatte die Notwendigkeit der Schaffung eines Heims für pfychopatische Kinder und erweiterter Einrichtungen zur jederzeitigen provisorischen Unterbringung von heimlosen jüdischen Kindern bei einer Zentralstelle Mit den Vertretern der Zentralwohlfahrtsstelle wurden zunchst provisorische' Einrichtungen für alle diese Zwecke vereinbart. Die Versammlung beschloß, die Unterbringung hilfsbedürftiger jüdischer Kinder zur besonderen Aufgabe des Vereins zu machen. — Weitere Gegenstände der Tagung bildeten Erziehungs- und Standesfragen. Nürnberg, 7. April. Als Abschluß des Winter- : semesters in der Nürnberger Jeschiwoh hat gestern, den 2. Nissan, in Anwesenheit des Kuratoriums unb zahlreicher Gäste das große Schlußverhör, diesmal als öffentliches, stattgefunden. Herr Rabb. Bergmann prüfte im 1. pia von rw'Lv saa mit ’Vi und nisDin, Herr Rabb. Dr. Klein in Sugiaus aus wnvv mit onitftn und n’rhns- Das wirklich erstaunliche Können der Bachurim, teils der schulentlassenen Jugend angehörend, teils Angestellte ued Kausleute, — ein erst vor kurzem vom Lande zugezogener junger- Mann hat sogar seine Stellung aufgegeben, um ganz dem Lernen in der Jeschiwoh sich widmen zu können —, war der beste Beweis, daß auch im vergangenen Halbjahr ganze, oder wie Herr Prof. Dr. Tachauer, der namens der Vorstandschaft der „Adas Jisroel" den Lehrern Dank sagte, es ausdrückte „Qualitätsarbeit" geleistet wurde. Das Schlußverhör hat gezeigt, daß die hiesige Jeschiwoh, den ihr trotz der noch nicht allzulangen Zeit ihres Bestehens vorangehenden guten Ruf vollauf verdient, und daß sie sich, dank der hervorragenden an ihr wirkenden Kräfte und ihrer glänzenden Leitung immer mehr zum Mittelpunkt jüdischen Geisteslebens entwickelt, in dem bis jetzt schon zahlreiche junge Leute, Studenten, Lehrer, Abiturienten und Kaufleute Einführung in die Thora und Weiterbildung erhalten haben. Auch für das kommende Semester liegen schon zahlreiche Anmeldungen vor, und es ist nur zu hoffen, daß vor allem durch Zuführung neuer, auch auswärtiger Bachurim, für deren Unterhalt auch Sorge getragen werden kann — wegen der bekannten Schwierigkeiten können nur deutsche Bachurim oder in Deutschland Geborene Aufnahme finden — oder dann auch durch materielle Unterstützung die Erhaltung der Nürnberger Jeschiwah, der einzigen Thora-Lehranstalt in Bayern, ermöglicht und ihr Ausbau gefördert wird. Fürkh i. B., 12. April. Am 1. April ging die diesjährige Schlußprüfung an der hiesigen Realschule zu Ende. Sämtlichen Prüflingen, die die Oberklaffe ein Jahr lang besucht hatten, konnte das Schlußzeugnis, das zum Uebertritt in die siebente Klaffe einer Oberrealschule berechtigt, zuerkannt werden. Als Religionsaufgabe war zur Bearbeitung gestellt: „Maimonides und sein Werk." Am 9. April fand die Schlußfeier statt. Von dieser verdient hervorgehoben zu werden die schöne Abschiedsrede eines Oberkläffers (A. Weinheber) an die Schule. Er feierte das Andenken des am 15. Juli 1923 Heimgegangenen Direktors und Lehrers Prof. Dr. Feilchenfeld V'xr und gelobte außerdem zugleich im Namen seiner Mitschüler an dem traditionellen Judentum festzuhalten Der stellvertretende Direktor Prof. Dr. S. Herzstein gab den Scheidenden gute Lehren mit auf den ferneren Weg unter Anknüpfung an das Goethefche Wort (aus Herman und Dorothea): „Haltet fest am Glauben und frommer Gesinnung!" Er forderte sie auf, als treue Deutsche und aufrechte Juden durchs Leben zu gehen. Der Vorsitzende des Vereins der Israelitischen Realschule Fürth, Herr I. L. Weiskopf, dankte Herrn Prof. Dr. Herzstein, dem langjährigen Lehrer der Anstalt, für seine bereitwillige wertvolle Aushilfe in der Leitung der Schule und legte auch seinerseits den Abgehenden ans Herz, den im Unterricht empfangenen Lehren. anzuhangen und der Schule und dem Judentum Ehre zu machen. Garmisch-Partenkirchen. 12. Mai. Die Kurverwaltung Garmisch-Partenkirchen bittet um Veröffentlichung, daß ihr sämtliche Kurgäste gleich welcher Staatsangehörigkeit oder Konfession willkommen sind und bester Aufnahme versichert sein können. aa——————wr Svrechsaal. Bildmigsideale des Bundes jüdischer Akademiker. Unter dieser Ueberschrift setzte sich Herr Dr. Raphael Möller in Nr. 14 des „Israelit" mit meinem im „Juden" veröffentlichten Artikel über die „ Achduth " auseinander. Er ist dabei von der irrtümlichen Voraussetzung ausgegangen, daß ich einer Gleichsetzung non o>wn w n-nn mit der Bibelkritik das Wort rede. Ich führte in meinem Artikel eine Stelle aus einem zeitgenössischen Roman an, wo das Nachdenken über die Bibelkritik als unerlaubt dargestellt wird. Demgegenüber bemerkte ich, daß eine Auseinandersetzung mit der Kultur der Umwelt, womit sicherlich Dr. Möller mit mir übereinstimmt, auch für einen orthodoxen Akademiker eine Notwendigkeit sei. Die Beschäftigung mit den Hypothesen der Bibelkritik ist nur dann zu empfehlen, wenn man in seiner naiv» gefestigt ist und über ein gediegenes jüdisches Wissen verfügt. Daß bei solcher Anschauung eine Gleichberechtigung des liberalen und orthodoxen Judentumes unmöglich ist, versteht sich von selbst. Und schließlich möchte ich bemerken, daß durch den Nachweis der Existenzberechtigung für die Achduth andere orthodoxe Verbände, denen ich selbst angehöre, nicht für überlebt angesehen werden können, auch wenn da und dort eine Kritik geübt wird. Dr. Alberto Jonas. Um alle Zweifel zu beseitigen, erkläre ich hiermit, daß ich von Herrn Dr. Jonas nicht angenommen habe, daß er irnvn p min und Bibelkritik als berechtigte Prinzipien innerhalb des Bundes jüdischer Akademiker anerkannt wiffen wollte. In diesem Sinne war auch die in diesem Zusammenhänge angewandte ryeiorncye ^age zu verstehen: „Ist Dr. I. sich über drese Tragweite seiner m seinem Aufsatz gezeigten Gedankenrichtung klar geworden?" In einer Aussprache mit Herrn Dr. Jonas konnte ich erfreulicherweise eine Bestätigung meiner Annahme erhalten. Ich mußte jedoch fernen in dieser Richtung leicht mißzuoerstehenden Allsführungen entgegentreten, sie kritisch beleuchten, um Mißdeutungen zu verhindern. Dr. Raphael Möller. Verehr!. Redaktion! Schon öfters fand ich bei Goldbarsch und Eabeliau unter der Haut im weißen Fleisch des Fisches lebende Würmer, die nur ein scharfes Auge entdecken kann, v. r tfWfö* Hausfrau möchte ich aufmerksam machen, diese Fische genau nachzusehen. Eine jüdische; Hausfrau. Eine jüdische; Hausfrau. Die allerletzten Modeschöpfungen Kostüme Mäntel Kleider Hüte Kopien nach den letzterschienenen Original-Modellen in besonders vorteilhaften Preislagen. Sonder - Angebot! REGEN-MÄNTEL Burberry und gummierte Stoffe Mark 69.— 49.— 39,™ ROBINSOHN Konditorei und Kaie »Rotldi « BAD HOMBURG Louisensiraße 16 Elisabethenstr. 49 (am Markt)Telefon. 297 (am Kurgarten) im Odenwald. Angenehmer, ruhiger Sommeraufenthalt. Gute Verpflegung. :: Billige Preise. Besitzer Hch. Israel II. Telefon Nr. 7. M^uiu GRUDEN Gas- und Kohlenherde Komb. Herde Transport Kachelöfen Horstkötter, Knodt & C2 Am Eschenheimer Tor 3 :: Tel. Hansa 683